Wie doch die Zeit vergeht: Drei Jahre ist es schon her, dass ich mit einem Artikel über lokalpolitische Verwerfungen um die Anbringung einer Regenbogenflagge an einem kirchlichen Gebäude in meinem Heimatdorf Burhave meinen Blog reaktivierte, der zuvor allzu lange brachgelegen hatte. Seitdem sind auf "Huhn meets Ei" bis zum heutigen Tag 285 neue Artikel erschienen, davon allein 105 seit dem zweijährigen Comeback-Jubiläum; und auch die Zugriffszahlen haben sich recht erfreulich entwickelt: Tatsächlich war der Februar 2026 sogar mit einigem Abstand der erfolgreichste Monat in der Geschichte dieses Blogs – auch wenn die Tatsache, dass laut Blogstatistik auffallend viele Zugriffe aus Singapur und Vietnam erfolgten, den Verdacht nahelegt, dass da zu einem gewissen Anteil irgendwelche mysteriösen Bots im Spiel sind. Aber das geht anderen "Content Creators" ja sicherlich auch nicht anders.
Als ich mich vor drei Jahren zum Wiederauftauchen aus meiner Blog-Abstinenz entschloss, sah die Welt im Großen und Ganzen, aber auch mein Leben noch erheblich anders aus als heute: Franziskus war Papst, Joe Biden US-Präsident, Olaf Scholz Bundeskanzler (auch wenn ich davon nicht sonderlich viel wahrnahm) und Karl Jasbinschek Pfarrer von St. Willehad Nordenham/Butjadingen/Stadland, und was mein persönliches Leben betrifft, war mein Alltag zu einem sehr großen Teil von der Betreuung meiner beiden Kinder geprägt, auch wenn die Einschulung meiner Großen an einer freien Alternativschule bereits in greifbare Nähe gerückt war. Inzwischen ist sie im dritten Schuljahr und der Kleene geht seit gut neun Monaten in die KiTa, auf eigenen Wunsch. Das hat natürlich gewisse Freiräume für andere Beschäftigungen geschaffen.
Übrigens stehen in diesem Kalenderjahr noch weitere Jubiläen an – im Juni "10 Jahre Punkpastoral", im September das 15jährige Bestehen von "Huhn meets Ei" insgesamt –, daher möchte ich mich im vorliegenden Jubiläumsartikel wesentlich auf die Themen konzentrieren, die speziell seit dem Comeback im März 2023 prägend für meinen Blog sind; und dazu bietet es sich wohl einigermaßen an, diesen Artikel als eine Art Update zu demjenigen zum zweijährigen Comeback-Jubiläum zu gestalten. Dieser war nicht ohne Grund mit einem Foto der Kirche St. Joseph in Berlin-Siemensstadt illustriert, denn meine ehrenamtliche Tätigkeit in der dortigen Gemeinde war das wesentlichste "Neue" gegenüber der Zeit vor der "Großen Blogpause". Zu dem Zeitpunkt, als ich den "Zwei Jahre Comeback"-Artikel schrieb, rechnete ich allerdings damit, dass mein dortiges Engagement sich in Kürze dem Ende zuneigen könnte, denn ich stand da gerade in Verhandlungen darüber, mit meiner Familie in ein ehemaliges Pfarrhaus in einer brandenburgischen Kleinstadt zu ziehen und dort Aufbauarbeit zu machen. Aus diesem "Projekt Pfarrhausfamilie" ist aber bis auf Weiteres doch nichts geworden, stattdessen wohnen wir auch ein Jahr später immer noch in Berlin-Tegel und sind kirchlich in den benachbarten Ortsteilen Siemensstadt und Haselhorst aktiv. Wie lange das noch so bleiben wird, ist indes weiterhin nicht gewiss, denn in der Zwischenzeit haben sich wiederum andere interessante Optionen ergeben; aber erst mal der Reihe nach.
Bereits vor einem Jahr hatte ich zu Protokoll gegeben, dass die ersten Anläufe, das Gemeindeleben in St. Joseph Siemensstadt/St. Stephanus Haselhorst mitzugestalten, wenig erfolgreich verliefen: Der Versuch, in St. Stephanus eine Krabbelgruppe aufzubauen, war schon vor meinem Blogger-Comeback im Sande verlaufen, und dem Versuch, ergänzend zur Pfadfindergruppe in St. Stephanus eine "Wichtelgruppe" für Kinder von 4-7 Jahren zu etablieren, erging es trotz hoffnungsvoller Anfänge nicht besser – stattdessen ging auch die Pfadfindergruppe an Leitermangel und schwankender Beteiligung ein. (Trotzdem hat, was vor einem Jahr noch nicht absehbar war, der Wichtelgruppen-Versuch auf verschlungenen Wegen doch noch Früchte gebracht, aber dazu später.) Gut entwickelt hat sich hingegen meine Mitarbeit im Arbeitskreis Kinderwortgottesdienst: An 22 Kinderwortgottesdiensten habe ich seither mitgewirkt, außerdem an zwei Kreuzwegandachten für Kinder, zwei "Bibelrallyes", zwei Krippenspielen, dem Kinderprogramm eines "Familientags" in St. Stephanus und einem Jugendeinkehrtag in der Spandauer Pfarrkirche Maria, Hilfe der Christen. Hinzugekommen ist seit letztem Herbst das Projekt "Religiöse Kindertage": Zwei Veranstaltungen dieses Formats haben bereits stattgefunden, die dritte ist auch schon nicht mehr fern, und auch wenn sich immer mal wieder konzeptionelle Differenzen zwischen mir und den anderen Teammitgliedern bemerkbar machen, sehe ich in diesem Format erhebliches Potential. Im kommenden Sommer werde ich außerdem, so Gott will und ich noch lebe, als Betreuer zu einer Religiösen Kinderwoche mitkommen.
Gleichzeitig möchte ich nicht verschweigen, dass ich aus dem Umstand, dass aus dem Projekt "Pfarrhausfamilie" vorerst nichts geworden ist, im Prinzip gern die Konsequenz gezogen hätte, mein Engagement in St. Joseph Siemensstadt und St. Stephanus Haselhorst über den Bereich Kinderkatechese hinaus auszudehnen; Stichworte, die einem in diesem Zusammenhang in den Sinn kommen könnten, wären etwa "Gartenprojekt", "Lobpreis mit dem Stundenbuch" oder beispielsweise auch Lektorendienst. Aber da hat sich seit dem zweijährigen Comeback-Jubiläum überhaupt nichts getan. Gründe dafür gibt es vermutlich mehrere; eine gewisse Rolle spielt wohl schon der Umstand, dass wir nicht im Gemeindegebiet wohnen und allein deshalb nicht so gut innerhalb der Gemeinde vernetzt sind, wie es wünschenswert wäre. Aber vielleicht ist dieses Stagnieren meiner Bemühungen doch auch ein Indiz dafür, dass ich mich auf mittlere Sicht doch noch nach einem anderen Ort für die Verwirklichung meiner Visionen umsehen sollte.
Bei dieser Gelegenheit sei angemerkt, dass die vorerst auf Eis gelegte "Option Portugal" – sprich: die während der Corona-Zeit aufgekommene Idee, nach Portugal auszuwandern und dort beispielsweise eine Pilgerherberge am Caminho Português zu eröffnen – im Laufe des zurückliegenden Jahres wieder Aufwind bekommen hat, wenn auch eher als Option für "irgendwann später mal"; und der Auslöser dafür war, dass wir erstmals in unserem Leben tatsächlich in Portugal waren, präziser gesagt in Matosinhos, einem Vorort von Porto. War schön da. Sehr viel näher als die Option, sich zu einem unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft dort niederzulassen, liegt indes eine ganz andere Option, die sich erst in den letzten recht unerwartet eröffnet hat: nämlich die Möglichkeit, Gemeindereferent im Erzbistum Berlin zu werden. Allerdings ist auch das nichts, was von jetzt auf gleich ginge: Erst mal müsste ich dazu ein Bachelorstudium in Religionspädagogik aufnehmen, und selbst wenn ich trotz bereits abgelaufener Bewerbungsfrist sofort und im Handumdrehen einen Studienplatz bekäme, würde es noch ein Jahr dauern, bis die studienbegleitende berufspraktische Ausbildung losginge. Aber immerhin habe ich schon mal ein paar recht erfreuliche und ermutigende Gespräche mit für dieses Thema zuständigen Mitarbeiterinnen des Erzbischöflichen Ordinariats geführt, war bei einem unerwartet spaßigen "Bewerbendentag" und stehe jetzt gewissermaßen in den Startlöchern, die nächsten Schritte zu unternehmen. Wenn sich die Dinge weiterhin so gut entwickeln, wie sie es bis jetzt getan haben, könnten sich also schon in einigermaßen absehbarer Zeit neue Betätigungsfelder für mich erschließen, aber wie schon gesagt: Ganz so schnell geht das nun auch wiederum nicht. Jedenfalls gedenke ich euch, o Leser, in meinen Wochenbriefings über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.
Zwei Themen, die auf meinem Blog in jüngster Zeit wichtig geworden sind und in Zukunft noch weiter an Bedeutung zunehmen dürften, sind die Themen "Pfadfinder" und "Kampfsport". Nachdem, wie oben erwähnt, aus der Wichtelgruppe in Haselhorst nicht so richtig was geworden war, hatte mein Interesse an der Pfadfinderei – und insbesondere die Hoffnung, meine Kinder würden Interesse an der Pfadfinderei entwickeln – mich nie so richtig losgelassen, aber die Gelegenheit, in dieser Hinsicht mal konkret "Nägel mit Köppe" zu machen, fiel mir dann doch ohne eigenes Zutun in den Schoß, als ich Ende September letzten Jahres gefragt wurde, ob ich Lust hätte, mit meiner zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz acht Jahre alten Tochter an einem Wölflingsmädchen-Herbstlager der Katholischen Pfadfinderschaft Europas teilzunehmen: Ich könnte im Küchenteam mitarbeiten und meine Tochter sozusagen probeweise bei den Wölflingen mitmachen. Ich fragte erst mal meine Tochter, ob sie Lust darauf habe, und als sie ohne Umschweife bejahte, sagte ich zu. Dieses Herbstlager würde ich entschieden als ein Highlight nicht nur des Jahres 2025, sondern des gesamten Zeitraums seit meinem Blogger-Comeback bezeichnen. Inzwischen ist mein Tochterkind offiziell Mitglied eines in Berlin-Schöneberg ansässigen KPE-Stammes, und unser Jüngster geht mal dort, mal in St. Afra in Berlin-Gesundbrunnen, wo gerade erst ein neuer KPE-Stamm gegründet worden ist, zur Wichtelgruppe. – Mit dem Kampfsport hat es eine andere Bewandtnis: Meine Schwiegermütter hatten die Idee, Kampfsporttraining könnte eine gute Möglichkeit sein, die enorme Energie unseres Jüngsten in sinnvolle Bahnen zu lenken, und da er auch Lust darauf hatte, vereinbarten wir für ihn ein Probetraining an einer Kampfsportschule ganz in unserer Nähe. Das Probetraining – in der ersten Dezemberwoche 2025 – lief so gut, dass wir gleich anschließend einen Vertrag mit der Kampfsportschule machten, und seitdem trainiert der Kleene dort durchschnittlich etwa zweimal in der Woche. Anfang Februar machte dann die Große – auf eigenen Wunsch – auch mal ein Probetraining an dieser Kampfsportschule, mit dem Ergebnis, dass wir auch für sie einen Vertrag machten und sie nun ebenfalls mit großem Engagement bei der Sache ist. Über meine Eindrücke vom Kampfsporttraining der Kinder habe ich erst kürzlich einen separaten Artikel veröffentlicht, aber ich schätze, nachdem ich dort lediglich angedeutet habe, dass ich glaube und hoffe, Pfadfinderei und Kampfsporttraining könnten sich gegenseitig ergänzen, schätze ich, ich sollte mich demnächst mal ausführlicher dazu äußern, wo ich da die Gemeinsamkeiten sehe und was man aus den Beobachtungen, die ich da wie dort mache, über religiöse Erziehung in Familie, Pfarrgemeinde u.a. lernen könnte.
Da ich übrigens das Wölflings-Herbstlager als ein Highlight der zurückliegenden drei Jahre bezeichnet habe, scheint es mir sinnvoll, auch noch einen Blick darauf zu werfen, was es in diesem Zeitraum sonst noch für Highlights gab. Damit meine ich wohlgemerkt eigene Erlebnisse, also nicht solche Highlights wie das Scheitern der Ampelkoalition oder die Wahl Papst Leos XIV. Auch die Reise mit der AIDA in den letzten Herbstferien "zählt nicht", eingedenk des Satzes "Anders als frühere Generationen [...] müssen sich die Menschen von heute ihre Lebenshöhepunkte im Reisebüro buchen" von Max Goldt, den ich nicht auf mir und meiner Familie sitzen lassen möchte (und übrigens heißt es auch in Douglas Couplands Kultroman Generation X "Purchased experiences don't count". – Was also waren dann, neben dem bereits genannten Herbstlager, die Erlebnis-Höhepunkte im Zeitraum seit meinem Blogger-Comeback? Ich würde sagen: die Berliner "Märsche für das Leben" 2023 und '24, jeweils im September (2025 war ich leider verhindert); das ökumenische Gebetsevent "eins in Christus" im Januar '24 (auch wenn es mir da zunächst gar nicht gefiel); das Väterwochenende in Zinnowitz im Mai '24; das 30-jährige Abi-Jahrgangstreffen im Mai '25; die Teilnahme an der Gemeindefreizeit der EFG The Rock Christuskirche im September '25; das Bandwochenende in Neufahrn bei Freising im November '25; und schließlich die Sternsingeraktion im Januar '26. Ich würde sagen, es ist recht auffällig, dass die Frequenz dieser Erlebnis-Höhepunkte im letzten Jahr im Verhältnis zu den zwei Jahren zuvor deutlich zugenommen hat; seien wir also mal gespannt, wie sich das weiter entwickelt!
Da dies aber nun mal ein Blog-Jubiläum ist, darf auch ein bisschen Blogstatistik nicht fehlen. Schaut man sich die Top 10 der seit meinem Comeback erschienenen Blogartikel an – also diejenigen mit den meisten "Klicks" –, zeigt sich, dass sich gegenüber der Rangliste von vor einem Jahr gar nicht so viel verändert hat: Von den damaligen Top-10-Artikeln sind die ersten sieben auch jetzt noch in den Top 10, und was ihre Reihenfolge untereinander angeht, hat sich lediglich der Artikel "Auf einer Skala von Bischof Oster bis Maria 1.0" von Platz 3 auf 2 verbessert (zu Recht, wie ich finde; es steht viel Grundsätzliches und über den konkreten Anlass hinaus Relevantes drin), und "Bloggen als unehrenhafte Form des Journalismus" ist an den "Anfragen an die Pfarrei St. Willehad" vorbeigezogen (wofür Ähnliches gilt). Als einziger noch nicht ein Jahr alter Artikel neu in den Top 10 ist "Wie geht's eigentlich den CDU-Wählern unter meinen Lesern?" (vom 13.05.2025) auf Platz 4; ich schätze, das überdurchschnittlich große Leserinteresse an diesem Artikel ist auch in Relation dazu zu betrachten, dass ich mich sonst eher wenig zu im engeren Sinne politischen Themen äußere. Ein weiterer politischer Artikel, "Kommt nach dem Februar der Merz?" (vom 31.01.2025), hat sich im Laufe der letzten zwölf Monate von Platz 18 auf Platz 9 verbessert, und auf Platz 10 ist "Der Traum von der erneuerten Gemeinde, Teil 1" (vom 09.07.2023) geklettert – wieder mal ein "programmatischer" Artikel, zu dem ich übrigens anmerken möchte, dass seine Fortsetzung, die in der Blogstatistik sehr viel schwächer abschneidet, durchaus nicht weniger interessant ist.
Hab ich sonst noch was Wichtiges vergessen? Höchstwahrscheinlich ja, aber wie schon gesagt, der nächste Jubiläumsartikel – dann mit dem thematischen Schwerpunkt "Punkpastoral" – ist ja schon nicht mehr fern, und in der Zwischenzeit könnt ihr gern das Kommentarfeld nutzen, um mich alles zu fragen, was ihr schon immer über mich und meinen Blog wissen wolltet. Im Übrigen bleibt mir nur zu hoffen, dass ihr mir auch in Zukunft gewogen bleibt...!

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