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Samstag, 18. Juli 2026

Utopie und Alltag 34: Freu dich, du bist in Butjadingen

Moin, Leser! Erinnerst du dich, dass es vor Jahren mal eine Tourismus-Werbekampagne mit dem Slogan "Freu dich, du bist in Spanien" gab? So ähnlich geht's mir derzeit jeden Morgen beim Aufwachen, nur dass ich eben nicht in Spanien bin, sondern in Butjadingen. Hier ist es nicht nur schön, sondern es gibt auch jede Menge Stoff zum Bloggen – sogar so viel, dass es schon wieder eine problematische Seite hat: Würde ich aus allen Themen, die sich an und für sich dafür anbieten, je einen eigenständigen Artikel machen, bliebe für das Wochenbriefing nicht viel übrig. Das Publikum erwartet aber nun mal mit Recht am Samstag um 18 Uhr sein Wochenbriefing, und ich möchte diesen Rhythmus auch im Urlaub nicht unterbrechen. So waren die letzten Tage geprägt von einem ständigen Tauziehen hinsichtlich der Frage "Was kommt ins Wochenbriefing, was in einen Extra-Artikel?"; aber ich glaube, ich habe da eine ganz gute Balance gefunden. Urteile selbst, o Leser! 


Wattwanderer über dem Nebelmeer 

Die Kinder hatten am letzten Samstag "Hummeln im Mors", wie der Norddeutsche sagt, und deshalb verließen wir unsere Ferienwohnung schon bald nach dem Frühstück und verbrachten so ziemlich den ganzen Tag draußen – und zwar hauptsächlich am Burhaver Strand. Am frühen Nachmittag wurden wir dort Zeuge eines eigentümlichen Naturschauspiels: Über dem Wattenmeer zog Nebel auf. Das hielt eine ganze Reihe von Leuten nicht davon ab, im Watt herumzuspazieren; man konnte sogar den Eindruck haben, sie fänden es besonders toll, durch den Nebel zu wandern – was von der ästhetischen Erlebnisqualität her verständlich sein mag, aber etwas leichtsinnig war es wohl doch, auch wenn gerade Ebbe war. 


Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. 

Als der Nebel immer dichter wurde, hatten nach und nach die meisten Wattwanderer ein Einsehen und kehrten an Land zurück, aber mindestens zwei Personengruppen, eine mit Hunden und eine mit einem vielleicht elf- oder zwölfjährigen Kind, spazierten weiter seelenruhig am Priel entlang und machten keine Anstalten, umzukehren. Meine Kinder regte das sehr auf, und sie meinten, man müsse doch irgend etwas tun können, um die Leute zur Vernunft zu bringen. Eine Badeaufsicht gibt es an diesem Küstenabschnitt allerdings nicht (mehr), da er offiziell nicht (mehr) als Badestrand gilt; folglich wandten wir uns – auf das beharrliche Drängen der Kinder hin, nichts unversucht zu lassen, an die Tourist Info jenseits des Deiches, wo man uns beschied, da könne man jetzt nicht viel machen: In einem akuten Notfall sei die Feuerwehr zu benachrichtigen, aber noch sei das ja wohl kein solcher. Ansonsten sei der nächste DLRG-Stützpunkt bei der Nordseelagune; alternativ könnten wir auch mal beim Café Rondell auf dem Deich fragen, ob man von dort aus eine Lautsprecherdurchsage machen könne, um die leichtsinnigen Wanderer zu warnen. – Wir wandten uns also zunächst dem Rondell zu, dessen Wirt – den ich noch "von früher her" kannte – mir zwar in der Einschätzung zustimmte, dass die Leute da draußen sich offenbar nicht der Gefahr bewusst seien, in die sie sich begeben, zugleich aber meinte, da könne man jetzt nicht viel machen, außer zu hoffen, dass die Leute schlau genug sein würden, ihre eigenen Fußspuren zurückzuverfolgen. Im Übrigen habe er keine Lautsprecheranlage für Durchsagen. Ich wäre daraufhin bereit gewesen, aufzugeben, aber die Kinder bestanden darauf, noch zur DLRG zu gehen.

Wir wanderten also einen knappen Kilometer an der Uferpromenade entlang Richtung Nordseelagune, wo wir feststellten, dass es nicht möglich war, bis in Rufweite an den Rettungsschwimmerturm heranzukommen, ohne das Gelände der Nordseelagune zu betreten. Eintritt bezahlen wollten wir dafür nun natürlich nicht, gingen aber zum Haupteingang und fragten am Kassentresen, ob wir mit jemandem von der DLRG sprechen könnten. Die Dame an der Kasse wirkte mit dieser Frage etwas überfordert, aber ein Security-Mitarbeiter nahm sich unseres Anliegens an. Er erklärte uns, die hier stationierten DLRG-Mitarbeiter seien für die Überwachung des Badebetriebs in der Lagune zuständig und stünden daher für andere Aufgaben nicht zur Verfügung; im Übrigen wiederholte auch er, solange kein akuter Notfall vorliege, könne man nicht viel machen, und wenn ein akuter Notfall eintrete, müsse man die Feuerwehr rufen. Wir könnten aber einigermaßen beruhigt sein, denn der Nebel fange schon wieder an sich aufzulösen und bis zum Hochwasser seien noch ein paar Stunden Zeit. – Man könnte nun meinen, unsere Bemühungen seien somit letztlich umsonst gewesen, aber immerhin konnten wir uns sagen, dass wir nichts in unserer Macht Stehendes unversucht gelassen hatten, und soweit ich es mitbekommen habe, gab es an diesem Tag tatsächlich keinen Notfall im Watt vor Burhave. Alles in allem war ich ziemlich stolz auf meine Kinder, dass sie sich so ins Zeug gelegt hatten; und ich sag mal: Wenn das Ganze tatsächlich dazu geführt hätte, dass Leute vor dem Ertrinken gerettet worden wären, wäre für meine Große wohl ein Pfadfinderabzeichen fällig gewesen... 


Camino de Willehado '26 – Teil 1: Vorabendmesse und Grillwurst 

Wir verließen das Strandgelände rechtzeitig, um in Herz Mariä zur Vorabendmesse zu gehen – oder genauer gesagt eigentlich nicht in der Kirche, sondern in ihrem Garten, aber das kennen wir ja nun schon aus früheren Jahren. Schon beim Betreten des Kirchengrundstücks fiel uns auf, dass in einigem Abstand von den für die Gottesdienstbesucher aufgestellten Bänke ein Grill stand, und so spekulierten wir darauf, dass wir es uns an diesem Abend würden sparen können, in der Ferienwohnung noch Abendessen zu machen. – Pastor Kenkel begrüßte uns freundlich, ebenso der Küster ("Schön, dass ihr mal wieder da seid"); die allermeisten Geneindemitglieder, die sich zur Vorabendmesse versammelten, waren über 80, weit überwiegend waren es Frauen. Freudig überrascht war ich, als auch ein paar Kinder (zusätzlich zu unseren eigenen) auf der Bildfläche erschienen; auf den zweiten Blick zeigte sich, dass es die Töchter des neuapostolischen Gemeindevorstehers aus Nordenham waren, die mit ihren Eltern an der Messe teilnahmen, offenbar aus Anlass der Tatsache, dass diese Familie ab dem Folgetag das Urlauberkirchen-Programm auf dem Burhaver Campingplatz bestritt (s.u.). Das Team des Tossenser Kirchenzelts, bestehend aus einer jungen und einer nicht mehr ganz so jungen Frau, war ebenfalls zugegen und bediente nach dem Gottesdienst den Grill. 

Zum Einzug wurde "Herr, gib uns Mut zum Hören" von Kurt Rommel gesungen, begleitet von einem vage psychedelisch scheppernden Keyboard; auch im weiteren Verlauf war die musikalische Gestaltung der Messe sehr NGL-lastig, aber irgendwie fand ich, dass das ein auf fast rührende Weise stimmiges Gesamtbild ergab: Gartengottesdienst für Senioren, mit Musik, die frisch und modern war, als sie jung waren. Die Predigt war jedenfalls gut – darauf bin ich ja schon an anderer Stelle eingegangen –, und auch liturgisch gab es nichts zu meckern, wenn man davon absieht, dass der Antwortpsalm durch ein Lied ersetzt wurde (und zwar ausgerechnet durch "Gott gab uns Atem" von Eckart Bücken und Fritz Baltruweit, zwei Vertretern des NGL-Genres, die ich besonders wenig schätze). Im Anschluss an das Credo erklärte der Zelebrant, er habe zwar Fürbitten vorbereitet, diese aber auf dem Schreibtisch liegengelassen. Stattdessen schlug er vor – "wir haben das auch sonst schon so gemacht" –, die Anwesenden könnten einfach die Namen von Personen nennen, in deren Anliegen die Gemeinde beten solle. Das fand ich gut und beteiligte mich auch daran. 

Natürlich blieben wir auch noch zum "geselligen Teil" – mit Grillen, wie gesagt –; während wir unsere Wurst verzehrten und ich auch ein Bierchen dazu trank, hörte ich mit halbem Ohr mit, wie der Pastor die neuapostolische Familie zu ihren Eindrücken von der Messe befragte, woraus sich ein Gespräch über signifikante Unterschiede zwischen katholischen und neuapostolischen Gottesdiensten entwickelte. Der Gemeindevorsteher äußerte dazu, in der Neuapostolischen Kirche seien zwar die Predigten viel länger, dafür aber die biblischen Lesungen deutlich kürzer – ersteres überraschte mich nicht unbedingt, letzteres schon eher. – Mit uns sprach der Pastor nicht mehr als ein bisschen (allerdings freundlichen) Smalltalk; ziemlich gut kam ich hingegen – kurz bevor wir eigentlich den Heimweg hätten antreten wollen – mit dem Küster ins Gespräch, den ich schon bei früheren Gelegenheiten als einen sehr jovialen und zugänglichen Menschen, als einen ausgesprochen fähigen Gitarristen, aber auch als einen sehr liberalen Katholiken kennengelernt hatte. Der interessante Teil unseres Gesprächs an diesem Abend begann damit, dass ich mich bei ihm vergewisserte, ob an diesem Donnerstag in Burhave Messe sei – die Gottesdienstordnung der Pfarrei sieht nämlich vor, dass es hier donnerstags entweder eine Wort-Gottes-Feier oder eine Heilige Messe oder einen "besonders gestaltete[n] Gottesdienst" gibt, und der Wochenplan kündigte für diesen Donnerstag eine Messe an. Im Prinzip sei das korrekt, meinte der Küster, gab jedoch zu bedenken: "Das letzte Mal, als es laut Plan donnerstags eine Messe geben sollte, kam der Pastor nicht, und ich durfte ganz spontan meine erste Wort-Gottes-Feier leiten." Ich erzählte daraufhin von ähnlichen Erlebnissen in St. Marien Maternitas Berlin-Heiligensee und erwähnte in diesem Zusammenhang, ich hätte es da auch schon erlebt, dass, wenn der für die Zelebration vorgesehene Priester unerwartet nicht auftaucht, die Gemeinde stattdessen Rosenkranz betet. An dieser Stelle ließ der Küster durchblicken, das Rosenkranzgebet sei so gar nicht sein Ding – wofür ich erst einmal Verständnis signalisierte: "Ich bin ja sozusagen 'dritte Generation' in der Gemeinde hier, und ich bin mit dem Eindruck aufgewachsen, Rosenkranzbeten ist etwas, was die vorletzte Generation macht – die dazwischen hat das nicht weitertradiert, also bin ich da, wie man im Pastoralsprech so sagt, nicht herangeführt worden. Du wahrscheinlich auch nicht." – Das räumte der Küster zwar ein, fügte aber hinzu: "Vor allem verstehe ich nicht, was mir das bringen soll. Ich rede doch direkt mit Gott." (Man beachte übrigens: Wenn ein liberaler Christ sagt, er "rede direkt mit Gott", klingt das modern, aufgeklärt und undogmatisch; aber wenn ein Charismatiker das sagen würde, auweia.) Im weiteren Verlauf erzählte mir der Küster, er sei als Jugendlicher aus der Kirche ausgetreten und habe damals gemeint, mit dem Glauben an Gott nichts anfangen zu können, später aber festgestellt, dass er nicht mit dem Glauben an Gott Probleme gehabt habe, sondern mit der Institution Kirche. Auch seine Einstellung zu dieser habe sich aber über die Jahre gewandelt, und so sei er nach drei Jahrzehnten wieder in die Kirche zurückgekehrt. Und nun arbeitet er in einer katholischen Kirchengemeinde als Küster und in einer evangelischen als Friedhofsgärtner (die katholische Kirche unterhält in dieser Gegend keine eigenen Friedhöfe). Ein bemerkenswerter Glaubensweg, den man als solchen durchaus respektieren sollte – gleichzeitig aber nur hoffen kann, dass er noch nicht abgeschlossen ist. Was das Thema "Einstellung zur Kirche" angeht, äußerte er mir gegenüber die Überzeugung, man müsse ja nicht alles akzeptieren, was "die in Rom" sagen: Die "Kirche vor Ort" sei schließlich in vielerlei Hinsicht "schon viel weiter", gerade in Deutschland, auch wenn es selbst hierzulande noch einige konservative Bremser gebe; aber speziell in dieser Gemeinde hier gehe es "sehr frei" zu.– Was mich ja immer wundert, ist, dass Leute, die einem so etwas erzählen, nie auf die Idee zu kommen scheinen, dass ihr Gegenüber eine andere Einstellung zu diesen Fragen haben könnte als sie selber. Immerhin glaube ich aus diesem Gespräch aber etwas über einen in durchschnittlichen post-volkskirchlichen Gemeinden (noch) recht verbreiteten Typus liberaler Christen gelernt zu haben, der sich vom "aktivistisch-progressiven" PUU-Flügel deutlich unterscheidet und sozusagen nur zufällig mit diesem im selben kirchenpolitischen Lager steht: Während der letztere konsequent das Ziel verfolgt, die Kirche zu einem Instrument "woker" Ideologie umzugestalten, ist der post-volkskirchliche Liberale jemand, der halt irgendwie an Gott glaubt und von der Kirche lediglich erwartet, dass sie einen institutionellen Rahmen dafür bereitstellt, individuelle spirituelle Bedürfnisse in Gemeinschaft auszuleben – wozu sie sich natürlich nicht allzu dogmatisch gebärden darf. Em tasol, wie man in Papua-Neuguinea sagt. Theoretisch müsste man davon ausgehen, dass diese Klientel im aktuellen Transformationsprozess der Kirche am stärksten vom Aussterben bedroht ist, aber die Erfahrung zeigt, dass derartige Prognosen sich nicht selten als irrig erweisen. – Jedenfalls sagte ich dem Küster, ich würde dieses Thema mit ihm "gern noch weiter vertiefen, aber nicht mehr heute Abend".


Zu Gast in Deinem Zelt – Teil 1: Zeitreise durchs Kirchenjahr 

Am Sonntag standen wir pünktlich um halb elf beim Kirchenzelt auf dem Burhaver Campingplatz auf der Matte, um den Auftakt des Urlauberkirchen-Kinderprogramms mitzuerleben. Der Standort des Kirchenzelts war mit Flaggen gekennzeichnet, die noch das alte "Willi's"-Urlauberkirchen-Logo zeigten, hingegen war, anders als noch letztes Jahr, weit und breit keine Gay Pride-Flagge zu sehen. 

Außer der "Teamer"-Familie, zu der zwei Kinder gehörten, hatten sich vor uns bereits fünf andere Kinder eingefunden, mit unseren waren das also neun; innerhalb der ersten halben Stunde des Programms kamen noch vier weitere hinzu und einige noch später, sodass insgesamt, wenn man auch die mitzählt, die nur mal kurz reinschauten und dann wieder gingen, wohl an die zwanzig Kinder bei diesem ersten Programmtag der Urlauberkirche in Burhave auftauchten. Das Wochenprogramm, dessen Ankündigung ich schon vorab auf Instagram gesehen hatte, stand unter dem Motto "Gott feiert mit uns" und sollte sich um Feste im Kirchenjahr drehen; da war am ersten Termin folgerichtig Weihnachten dran, auch wenn das mitten im Sommer ein bisschen kontraintuitiv wirkte. Zur Begrüßung wurde erst einmal ein Spiel gespielt, bei dem es um Geburtstage ging; von da aus wurde dazu übergeleitet, dass (und warum) wir auch den Geburtstag Jesu feiern, und dies wurde visualisiert mit den aus der Herz-Mariä-Kirche ausgeliehenen Krippenfiguren

Am Rande wurde auch das Wissen der teilnehmenden Kinder darüber aktiviert, was für "Jesusfeste" es denn noch so im Kirchenjahr gibt (die dann an den folgenden Tagen im Kirchenzelt-Programm "drankommen" sollten); das Wissen, das die Kinder dabei an den Tag legten, war durchaus beachtlich, was wohl den von vornherein erwartbaren Umstand unterstreicht, dass das Urlauberkirchen-Programm vorrangig ein vergleichsweise "kirchennahes" Publikum erreicht. Gleichzeitig fiel es auf, dass eins der später hinzugekommenen Mädchen sich nicht scheute, den katechetischen Teil des Programms mit der Frage zu unterbrechen, wann denn nun endlich gebastelt werden würde. Da sieht man mal, wie die Erwartungshaltung der Kinder dazu, was sie bei der Urlauberkirche erwartet, vorkonditioniert ist. Als am nächsten Tag ein paar Minuten nach 10:30 Uhr außer uns und dem Team noch niemand da war, meinte due Frau des Gemeindevorstehers halb scherzhaft: "Die kommen alle extra später, damit sie gleich mit dem Basteln anfangen können." Tatsächlich erschienen am Montag insgesamt deutlich weniger Kinder zum Urlauberkirchen-Programm als am Sonntag, wobei man allerdings in Betracht ziehen muss, dass die fünf Kinder, die am Sonntag schon vor uns da waren, alle gesagt hatten, dass sie am Montag schon wieder abreisen würden. – Aber zunächst noch einmal zurück zum Programm am Sonntag: Gebastelt wurde da nämlich sehr wohl noch, genauer gesagt wurden, passend zum Thema Weihnachten, Adventskalender und Kerzen gestaltet. 

Am Adventskalender-Gestalten beteiligte sich auch meine Liebste.

Und so nehmen sich die Kerzen in unserer Ferienwohnung aus.

Als einen Bestandteil des Projekts "Guerilla-Urlauberseelsorge" könnte man es vielleicht betrachten, dass ich unseren guten Draht zum Urlauberkirchen-Team nutzte, um vorzuschlagen, mich am Montag um die Musikauswahl im Kirchenzelt zu kümmern – nachdem diese am Sonntag wieder im Wesentlichen aus den größten Kindergottesdienst-Hits der letzten 60 Jahre, interpretiert von Simone Sommerland und den Kita-Fröschen, bestanden hatte. Mein Angebot wurde angenommen, und so ließ ich eine Playlist laufen, die aus drei Kinder-Lobpreis-CDs zusammengestellt war, die ich vor gut eineinhalb Jahren beim Advents-Flohmarkt in der "Gemeinde auf dem Weg" gekauft hatte: "Bibellesen ist der Hit" von den "Feiert Jesus! Kids", "Ich bin ein Königskind" von Peter Menger & Königskinder Hüttenberg sowie eine Compilation mit dem Titel "Es geht um Jesus". Der Erfolg war, dass der Teamleiter mich am Dienstag bereits nach rund einem Drittel der Programmzeit bat, erneut die Musikauswahl zu übernehmen: "Meine Playlist ist schon wieder bei Weihnachtsliedern angekommen." 

Sprechen wir aber noch über das Programm am Montag, das im Zeichen der Karwoche stand. Hier wurde erst einmal das Wissen der Kinder darüber aktiviert, was für Feste es in der Karwoche gibt und welche Bedeutung sie jeweils haben; und da kam so einiges zusammen. 

Nicht verkneifen kann ich mir dabei die Anmerkung, dass es sich gerade beim Stichwort Gründonnerstag doch auswirkte, dass das Team nicht katholisch war; denn aus katholischer Sicht hätte man zur Bedeutung des Letzten Abendmahls und dazu, wie wir das Gebot Jesu "Tut dies zu meinem Gedächtnis" bis heute etfüllen, eigentlich noch mehr und Anderes sagen müssen. Womit ich aber nicht zwingend behaupten will, dass ein katholisches Team das unbedingt besser gemacht hätte. – Gebastelt wurde am Montag natürlich auch wieder, man konnte Nagelbilder in Kreuzform knüpfen und Steine mit Acrylstiften bemalen. 

Ein Highlight der ersten Kirchenzelt-Woche war indes das Programm am Dienstag, bei dem es um Christi Himmelfahrt ging; die Spiel- und Bastelideen, die da zum Einsatz kamen, kann und sollte man sich mal merken für einen Religiösen Kindertag (RKT) zum Thema Himmelfahrt, nächstes Jahr vielleicht. Da wäre zunächst ein an den Klassiker "Ich packe meinen Koffer" angelehntes Spiel zum Thema "Ich stelle mir vor, im Himmel gibt es..." zu erwähnen, und dann ein Spiel, das ich so ähnlich vom "Bewerbendentag" des Erzbistums Berlin für Auszubildende in pastoralen Berufen kannte: Da ging es darum dass die ganze Gruppe auf einem Teppich steht und die Aufgabe bekommt, den Teppich zu wenden – mit der unten liegenden Seite nach oben –, ohne dass jemand den Teppich verlässt. In der Kirchenzelt-Variante war der Teppich eine Picknickdecke mit einer dunklen und einer blau-weiß gemusterten Seite, wobei die letztere den Himmel symbolisieren sollte; dadurch bekam das Spiel eine metaphorische Ebene: Wir müssen uns alle gegenseitig dabei helfen, in den Himmel zu kommen. Gebastelt wurden Drachen sowie Raketen, die man mittels eines Schlauchs und einer Plastikflasche fliegen lassen konnte. Ich hatte den Eindruck, so viel Spaß hatten die Kinder im Kirchenzelt – oder überhaupt bei irgendeinem kirchlichen Kinderprogramm – noch nie, und meine Tochter bestätigte das auch explizit. 

Sollte man gar nicht denken, wie gut diese Dinger fliegen. 

Am Mittwoch war Pausentag im Kirchenzelt (was das Tochterkind ausdrücklich schade fand), und am Donnerstag stand folgerichtig das Thema Pfingsten auf dem Programm. Hier ging es unter anderem um die Früchte des Heiligen Geistes nach Galater 5,22f.: Anhand von Beispielen sollten die Kinder selbst einschätzen, welche dieser Früchte in ihrem eigenen Leben schon sichtbar sind und welche Früchte in ihnen "noch wachsen dürfen". Auch dies eine Übung, die ich mir mal zur Nachahmung vormerken möchte, vielleicht sogar für die Erstkommunionvorbereitung. 

Das Tochterkind betrieb die Selbsteinschätzung ausgesprochen gewissenhaft.

Die Schilderung des Abschlusses der ersten Urlauberkirchen-Woche verschiebe ich – teils aus Platzgründen, teils aus kompositorischen Erwägungen – auf den fälligen zweiten Teil von "Der Prophet im eigenen Land"; aber ich denke, festhalten kann man schon mal, dass das neuapostolische Kirchenzelt-Team die Messlatte für die noch kommenden Teams ziemlich hoch gelegt hat... 


Heiliger Heinrich und Heilige Kunigunde, bittet für uns! 

Hat sich eigentlich irgendjemand gefragt, warum ich es in der Vorschau-Rubrik des vorigen Wochenbriefings als besonders signifikant hervorgehoben habe, dass mein Online-Vorstellungsgespräch mit einer Professorin der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen am Gedenktag des Kaisers Heinrich II. (973-1024) und seiner Frau Kunigunde stattfand? Na, wenn nicht, verrate ich es trotzdem: An dem Ort, den wir letztes Jahr für das Projekt Pfarrhausfamilie im Auge hatten, trägt die Kirche das Patrozinium St. Heinrich und besitzt Reliquien des heiligen Kaisers und seiner Frau. Ich empfand das als ein gutes Zeichen, da es in der Kirche meiner Kindheit, Herz Mariä Burhave, ein Buntglasfenster gibt, das den letzten Ottonen darstellt, und ich fand, mit ein bisschen Abstraktion könnte aus dieser Darstellung ein gutes Logo für das Pfarrhausfamilienprojekt werden: 

Kürzlich gab es übrigens Anzeichen dafür, dass es mit dem Projekt "Haus St. Heinrich", wie ich es hätte nennen wollen, doch noch etwas werden könnte, aber vorerst haben sich diese nicht verdichtet und folglich gehen unsere Pläne erst einmal in eine andere Richtung. Auf jeden Fall haben der Hl. Heinrich und die Hl. Kunigunde seit dem Frühjahr letzten Jahres einen festen Platz in meiner persönlichen Litanei von Schutzheiligen, und deshalb fand ich es ermutigend, dass das Vorstellungsgespräch an diesem Termin stattfand. 

Und was ist bei dem Gespräch nun herausgekommen? – Inhaltlich eigentlich nichts, was man nicht auch mit einer eMail hätte klären können, aber ich schätze, solche Gespräche sind vor allem dazu da, einen persönlichen Eindruck vom Bewerber zu bekommen, und ich glaube, in dieser Hinsicht habe ich mich nicht schlecht geschlagen. Ich muss nun bis Ende des Monats noch ein paar Unterlagen nachreichen, und das aus dem Urlaub heraus zu organisieren, ist durchaus eine Herausforderung, aber ich bin grundsätzlich weiterhin optimistisch. Gebetsunterstützung ist derweil selbstverständlich willkommen! 


Camino de Willehado '26 – Teil 2: Der Berg Karmel liegt nicht in Butjadingen 

Am Donnerstag, dem Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel, wollte ich gern in Herz Mariä zur Messe gehen, aber die Kinder wollten lieber baden gehen, zumal genau zur Zeit der Messe Hochwasser war und man daher am Burhaver Strand ins Wasser gehen konnte, ohne den Eintritt für die Nordseelagune zu berappen. Also teilten wir uns auf, meine Liebste ging mit den Kindern an den Strand und ich allein zur Kirche. Der Küster begrüßte mich wieder sehr jovial, ich fragte kurz entschlossen: "Braucht ihr einen Lektor?" und kam zur Belohnung für diese Forschheit in den Genuss, eine knallige Passage aus dem Buch Jesaja (26,7-9.12.16-19) vortragen zu dürfen. Zelebriert wurde die Messe von Pfarrer Fechtenkötter, den ich somit erstmals persönlich zu Gesicht bekam; "live" machte er noch mehr als auf Fotos den Eindruck eines Mannes, der keiner Fliege etwas zuleide tun kann, was in einer Position wie der seinen wohl ebenso gute wie potentiell problematische Seiten haben kann. Er zelebrierte in Mantelalbe mit Stola drüber, ansonsten aber korrekt; er wies auch auf den (nicht gebotenen) Gedenktag hin, verwendete auch das entsprechende Tagesgebet (Lesung und Evangelium hingegen vom Donnerstag der 15. Woche im Jahreskreis) und fand in seiner Begrüßungsansprache einige schöne Worte über die Gottesmutter als Vorbild im Glauben. Weniger überzeugend fand ich seinen knapp vier Minuten langen Predigtimpuls zum Jesuswort "Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken" (Mt 11,28): Insbesondere angesichts der Aussage, dass die Last des Alltags "mit dem Glauben ein bisschen [!] er-träg-licher" werde, drängte sich mir der Gedanke auf: Das ist ein Christentum, wie die marxistische Religionskritik es sich vorstellt. Oder in den Worten Wilhelm Willms': "Wenn der Stacheldraht rote Rosen trägt, dann bleiben wir hier". Danke, aber nein danke. 

Das Lied vom Roten Meer und der Grünen Welle wurde übrigens nicht gesungen, dennoch stand die Liedauswahl in dieser Messe – mit Ausnahme eines im Gotteslob-Regionalteil für das Bistum Münster enthaltenen Sanctus auf die Melodie von "Alles meinem Gott zu Ehren" – vollends unter dem Motto "Schlimmst of NGL", von "Kommt herbei, singt dem Herrn" über "Lied, das die Welt umkreist" und "Wenn das Brot, das wir teilen" bis hin zu "Suchen und fragen". Anerkennen muss man, dass der Küster diese Lieder sehr schön auf der Gitarre begleitete, wodurch sie rein von der musikalischen Seite her ganz anders 'rüberkamen als mit schleppender Orgelbegleitung; aber was es mit der "sozialen Vorstellungswelt" von Katholiken macht, wenn sie im Gottesdienst immer wieder und immer nur solches Liedgut hören, dürfte wohl einigermaßen auf der Hand liegen. 

Nach der Messe luden mich zwei Damen aus der Gemeinde sehr herzlich ein, zur Kaffeetafel mitzukommen, der Küster hatte dies schon zuvor getan, und ich folgte dieser Einladung gern. Am Rande bekam ich mit, dass der Pfarrer prompt auf seine Rolle als Stiftungsratsvorsitzender des St.-Bernhard-Hospitals in Brake angesprochen wurde; er reagierte ausgesprochen souverän auf diese Anfragen und setzte auseinander, warum die Vorstellung, "die Kirche", die ja angeblich "genug Geld" habe, hätte die Pleite des Krankenhauses aus eigenen Mitteln abwenden können und auch sollen, von falschen Voraussetzungen ausgehe. – Es gibt über die Gespräche an der Kaffeetafel noch mehr Interessantes zu berichten, aber das verschiebe ich "aus Gründen" auf den fälligen zweiten Teil von "Der Prophet im eigenen Land"... 


Geistlicher Impuls der Woche 

An allen Orten steht dein Thron, du Wahrheit, für alle, die Rat bei dir suchen, und du antwortest ihnen allen zugleich, so verschieden auch der Rat sein mag, den sie bei dir suchen. Du antwortest klar, doch nicht alle hören dich klar. Alle befragen dich über das, was sie wollen, aber nicht immer hören sie, was sie wollen. Dein bester Diener ist, der nicht so sehr darauf aus ist, von dir zu hören, was er selbst zu hören wünscht, als vielmehr das zu wollen, was er von dir hört. 

(Augustinus, Bekenntnisse) 


Ohrwurm der Woche 

Relax: Radio hör'n 

Unsere Ferienwohnung in Burhave hat keine Geschirrspülmaschine, dafür aber ein wohl knapp 50 Jahre altes Grundig-Radio. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Merke auf und lausche, o Leser. Am Morgen nach unserer Ankunft meldete ich mich freiwillig, das Geschirr vom Frühstück und vom vorangegangenen Abendessen zu spülen, fand aber, für diese Arbeit benötige ich Musik. Daher probierte ich mal aus, ob das alte Radio in der Küche noch funktionierte. 

Das Ergebnis lautete: und ob! Und die Musik, die mir da entgegentönte, gefiel mir sogar unironisch ausgesprochen gut. Nun war ich natürlich gespannt, was das wohl für ein Sender war, der auf dem Radio eingestellt war; und wie sich zeigte, war ich beim "meisten Mix" (oder heißt es "Meistermix"?) von RadioWeserTV, dem Bürgerrundfunk aus Bremerhaven, gelandet. Unter anderem lief da "Wie der Wind so frei" von Wolfsmond (kannte ich noch gar nicht, gefällt mir aber),, "Sacrifice" von The Weeknd, "We Belong" von Pat Benatar und "Beautiful Madness" von Michael Patrick ("Paddy") Kelly; daneben durchaus auch mal Lieder, die ich persönlich zwar nicht so gut finde, immerhin aber tolerieren kann, wenn jemand anderes sie gut findet. – Insgesamt freute ich mich jedenfalls, dass der Bürgerrundfunk so ein gutes Programm hatte, und schwelgte in wehmütigen Erinnerungen daran, wie ich vor über zwanzig Jahren ein paarmal als Talkgast im Studio Nordenham von RadioWeserTV war, das im Rathausturm untergebracht war. Bei einem dieser Interviews hatte der Moderator – dessen Namen des Sängers Höflichkeit verschweigen möge; er ist inzwischen verstorben – überhaupt keine Ahnung, worüber er mit mir reden sollte, und nutzte die Musiknummern dazu, sich mit mir darüber zu verständigen, womit wir jeweils dir nächsten soundsoviel Minuten füllen sollten. Hach ja, good times

Das hier zum "Ohrwurm der Woche" erkorene Lied habe ich ironischerweise nicht auf RadioWeserTV gehört, obwohl es da durchaus gut in den Mix gepasst hätte; aber die Gesamtsituation mit dem alten Radio, das ich regelmäßig zur Küchenarbeit einschaltete, erinnerte mich einfach an dieses Lied, und als ich es mir dann auf YouTube anhörte, stellte ich fest, dass es geiler ist, als ich es in Erinnerung hatte. Ich hatte es mir irgendwie country-mäßiger vorgestellt, aber tatsächlich ist es brettharter 80s-Pop, durchaus vergleichbar mit dem Song "Das Blech" von Spliff, der allerdings erst ein Jahr später herauskam. Enjoy! 


Vorschau/Ausblick 

Gestern war in Nordrhein-Westfalen letzter Schultag, und da von dort für gewöhnlich der Großteil der Butjadingen-Touristen zu kommen pflegt, darf man davon ausgehen, dass mit diesem Wochenende hier die eigentliche Hauptsaison losgeht. Man wird sehen, wie sich das auswirkt; wir haben jedenfalls gehört, sämtliche Ferienwohnungen in Burhave seien ab der kommenden Woche ausgebucht. Heute ist wieder Vorabendmesse in Herz Mariä, und laut "Willehad aktuell" wird sie erneut von Pastor Kenkel zelebriert. Ab morgen geht das Urlauberkirchen-Kinderprogramm mit einem neuen Team weiter; auf Instagram habe ich eine Programmvorschau gesehen, in der die einzelnen Tage zwar unter Motti wie "Gott schuf Pflanzen und Tiere", "Gott sieht Dich, so wie Du bist" oder "Jesus lädt Dich an seinen Tisch ein" stehen, allerdings drängt sich mir dabei der Eindruck auf, damit solle lediglich notdürftig und pro forma eine "geistlich" anmutende Begründung für die jeweiligen Bastelideen geliefert werden. Aber wir wollen mal nicht von vornherein ausschließen, dass es doch besser wird als erwartet! – Außerdem gibt's morgen einen ökumenischen Gottesdienst in der Konzertmuschel in Tossens, aber ob wir da hinwollen, darf man eher als fraglich bezeichnen. Auch noch ungewiss ist, ob wir (oder wenigstens einer von uns, also ich) am Montag zum ökumenischen Friedensgebet gehen; am Dienstag wollen wir vormittags nach Fedderwardersiel und nachmittags wieder eine Lobpreisandacht im Bürgerobstgarten abhalten. Ab Mittwoch erwarten wir dann Besuch aus Berlin: Eine Schulfreundin unseres Tochterkindes und deren Mutter wollen für ein paar Tage nach Burhave kommen und am Strand zelten. Was wir den Rest d6er Woche noch so unternehmen, werden wir dann wohl gemeinsam mit diesen beiden entscheiden...


Donnerstag, 16. Juli 2026

Der Prophet im eigenen Land (1): "Hippe Missionare" im Butjenter Maßstab

Gibt es eigentlich schon Neues vom Projekt "Guerilla-Urlauberseelsorge in Butjadingen"? – Und ob! Beginnen möchte ich meinen Bericht mit einem Blick auf die Predigt von Pastor Kenkel bei der Vorabendmesse zum 15. Sonntag im Jahreskreis; die fand ich nämlich nicht nur gut, sondern auch passend zu unserem Vorhaben. Das Tagesevangelium war Matthäus 13,1-23, das Gleichnis vom Sämann und dem vierfachen Acker, und einleitend erklärte der Pastor, er sei letzte Woche bei einem Bibelgespräch zu diesem Evangelium gewesen, und da hätten einige Teilnehmer den Text als "deprimierend" empfunden – weil darin 75% der eingesetzten Mittel, des kostbaren Saatguts, verloren gehe, ja vergeudet werde. Man könne ja sogar auf die Idee kommen, zu kritisieren, der Sämann im Gleichnis verhalte sich unwirtschaftlich und verschwenderisch, indem er sein Saatgut einfach überallhin verstreut, statt darauf zu achten, dass es auf fruchtbarem Boden landet. Indes, so meinte der Pastor, verkenne diese Sichtweise, dass derjenige Teil der Saat, die auf fruchtbaren Boden falle, nicht nur vierfach, sondern dreißig-, sechzig-, ja hundertfach Frucht bringe: "Also unterm Strich doch ein voller Erfolg!" In diesem Sinne, so meinte er, könne man dieses Evangelium als Ermutigung für all jene lesen, die sich bemühen, die Frohe Botschaft weiterzugeben, und dabei oft das Gefühl haben, dass diese Bemühungen "nichts fruchten": "Wir dürfen freudig das Wort Gottes großzügig austeilen. Bei dem einen oder anderen setzt es sich fest, und er wird mehr Frucht bringen als ich eingesetzt habe." 

"Weißt du, woran ich bei der Predigt denken musste?", fragte ich das Tochterkind im Anschluss an die Messe. "An unsere Straßenevangelisation in Spandau. Da sind auch ganz viele Leute einfach vorbeigegangen und haben sich nicht dafür interessiert, was wir ihnen mitgeben wollten; und bei denen, die sich einen Flyer mitgenommen haben, kann man auch nicht wissen, ob die sich den wirklich durchgelesen haben, und wenn ja, ob das bei ihnen wirklich etwas bewirkt hat. Aber ein paar Leute waren vielleicht doch dabei, bei denen unsere Botschaft wirklich angekommen ist und etwas bewegt hat, und für die paar Leute hat sich der ganze Aufwand dann schon gelohnt." Meine Tochter bekräftigte daraufhin, sie hätte durchaus Lust, "sowas mal wieder zu machen". – "Ich auch", stimmte ich zu. 

Dass das Tochterkind sich am Glitzertattoo-Stand dieses Motiv ausgesucht hat, ist ja auch schon ein Statement.

In gewissem Sinne war und ist das, was wir mit unseren "Spirituellen Angeboten für Familien im Urlaub" beabsichtig(t)en, ja auch "sowas", wenn auch mit anderen Mitteln. – Erst einmal gingen wir aber am Sonntag zur ersten Veranstaltung des Urlauberkirchen-Kinderprogramms im Kirchenzelt auf dem Burhaver Campingplatz, das, wie schon berichtet, in der ersten Woche vom neuapostolischen Gemeindevorsteher aus Nordenham und seiner Familie gestaltet wurde. Dieser Gemeindevorsteher ist schon seit Jahren ein recht regelmäßiger Leser meines Blogs, und am Rande unseres ersten Besuchs im Kirchenzelt sprach er uns auf unsere Ideen und Vorschläge zum Thema "Spirituelle Angebote für Familien im Urlaub" an, von denen hier vor einigen Wochen schon die Rede gewesen war. Dabei äußerte er Unverständnis über die ablehnende Haltung der Urlauberkirchen-Verantwortlichen: Er meinte, in der Woche, in der seine Familie für das Vormittagsprogramm zuständig sei, sei das Kirchenzelt ja nachmittags offensichtlich frei, man könne also wohl kaum behaupten, dass für zusätzliche Angebote kein Platz sei. (Ich erwähnte bei dieser Gelegenheit, ich hätte mir mal spaßeshalber das Urlauberseelsorge-Programm auf Wangerooge angesehen, wo die örtliche katholische Kirche ebenfalls St. Willehad heißt; okay, man muss wohl annehmen, dass auf Wangerooge touristisch insgesamt mehr los ist als in Butjadingen, aber den quantitativen Unterschied fand ich dann doch verblüffend: Auf Wangerooge bietet die Urlauberseelsorge so ungefähr sieben verschiedene Veranstaltungen pro Tag an.) Als ich erklärte, wir wollten zusehen, dass wir unsere Angebote dann eben ohne institutionelle Unterstützung seitens der Kirche realisiert bekommen, bezeichnete mein Gesprächspartner das augenzwinkernd als "wilden Katholizismus" – ich muss sagen, das gefiel mir. 

Ein paar Steine, die ich im Rahmen des Kirchenzelt-Bastelprogramms gestaltet habe.

Beim sonntäglichen Mittagessen besprach ich mit Frau und Kindern, wann wir denn mal einen ersten Anlauf in Sachen "Lobpreis im Bürgerobstgarten" unternehmen könnten, und wir einigten uns auf Dienstag um 17 Uhr. Ich erstellte eine Facebook-Veranstaltung und teilte diese – mit der Beschreibung "Ein spirituelles Angebot für Familien im Urlaub – aber auch Einheimische sind willkommen! Wir treffen uns auf der Streuobstwiese hinter der katholischen Kirche zu einer Andacht mit moderner Lobpreismusik, Psalmen, biblischer Lesung und freien Fürbitten" – in mehreren Butjadingen-Gruppen; und erste Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Eine mir ansonsten nicht bekannte Frau warnte (!), das solcherart beworbene Angebot stehe "nicht mit der katholischen oder evangelischen Kirche in Butjadingen" in Zusammenhang, "oder mit der ökumenischen Urlauberseelsorge!!!"; daher: "Bitte vorsichtig!" – Als ich daraufhin bestätigte, es handle sich tatsächlich nicht um ein Angebot der Kirchengemeinden in Butjadingen oder der ökumenischen Urlauberseelsorge, legte sie noch eine Schippe drauf: "Die Kirchengemeinden Butjadingens distanzieren sich von Ihnen", verkündete sie. Da wurde ich ja nun doch neugierig, mit wem ich es eigentlich zu tun hatte. Ihren Namen zu googeln, erbrachte keine brauchbaren Ergebnisse, also fragte ich sie kurzerhand, in welcher Funktion sie sich denn hier äußere bzw. inwiefern sie denn befugt sei, im Namen der "Kirchengemeinden Butjadingens" (im Plural) zu sprechen. Eine richtige Antwort bekam ich darauf nicht, lediglich die Versicherung "Seien Sie getrost, ich bin befugt!" – das kann nun freilich jede*r behaupten. Es kam aber noch dicker: Als ein anderer, mir ebenfalls persönlich nicht bekannter Facebook-Nutzer aus Butjadingen nachfragte, wieso sich die örtlichen Kirchengemeinden denn von mir "distanzierten", behauptete die Dame allen Ernstes, ich sei "von der katholischen Kirche exkommuniziert" (!), weil das, was ich vertrete, nicht auf dem "Bekenntnis unserer Kirchen" (Hervorhebung von mir) fuße. Ich vermute mal, die gute Frau guckt ein bisschen zu viel Fernsehen und hat ein paar Dinge durcheinandergekriegt ("Hippe Missionare", Piusbrüder usw.). Meine Liebste jedenfalls verstand da keinen Spaß und antwortete der Dame mit einem geharnischten Kommentar, in dem sie sie ermahnte, Lügen und Verleumdungen zu unterlassen, und darauf hinwies, dass ich im Erzbistum Berlin ein anerkannter und geschätzter ehrenamtlicher Mitarbeiter im Pastoralen Dienst sei. Kurz darauf war der ganze Kommentardialog bei Facebook nicht mehr aufrufbar – ob das an der Gruppenmoderation lag oder ob die Urheberin der Diskussion ihren ersten Kommentar zurückgezogen hatte, wodurch auch alle darauf bezogenen Antworten verschwunden sind, sei mal dahingestellt. Auf der anderen Seite sei erwähnt, dass die Veranstaltungsankündigung in einer anderen Facebook-Gruppe eine "Love"-Reaktion von einem Vertreter der örtlichen koptischen Gemeinde erntete. Von einer Person mit dem Nutzernamen "Arwen Abendstern" gab's hingegen ein Kotz-Emoji. Ich habe die unbestimmte Ahnung, dass sie aus der neuheidnischen Ecke kommt (habe ich schon mal erwähnt, dass das Neuheidentum in der Wesermarsch traditionell eine starke Anhängerschaft hat? – Ja, habe ich tatsächlich, ist aber seeehr lange her. Vielleicht sollte ich darauf mal ausführlicher zurückkommen, ist ein interessantes Thema), und frage mich, was sie sagen würde, wenn sie wüsste, dass Tolkien ein strenggläubiger Katholik war. – Pastor Kenkel luden wir per eMail zu unserer Andacht ein, er antwortete umgehend, er sei "terminlich gebunden". 

Das alles hielt uns jedoch nicht im Mindesten davon ab, uns am Dienstagnachmittag, bewaffnet mit Stundenbuch-App und mobiler Lautsprecherbox, im Bürgerobstgarten zu versammeln – einem sehr "ökumenischen" Ort, nicht nur, weil er zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche Burhaves liegt, sondern auch, weil das Grundstück früher mal der evangelischen Kirchengemeinde gehörte (oder immer noch gehört?) und zeitweilig an die katholische Kirchengemeinde verpachtet war, die es als Erweiterung ihres Pfarrgartens nutzte (u.a. als Grillplatz). 


Im Übrigen war es dort so schön, dass ich fand, der Ort sei wie prädestiniert dazu, Gott für Seine Schöpfung zu preisen; daher wählte ich als Eröffnungslied für die Lobpreisandacht "Darum jubel ich dir zu" von der Sammlung "Feiert Jesus! 14". Ich fand obendrein, das Lied eigne sich gut dazu, den Platz des Vesper-Hymnus "Des Himmels Schöpfer, großer Gott" zu vertreten. (Man hätt' natürlich auch "Herr der ganzen Schöpfung" nehmen können, na, vielleicht beim nächsten Mal.) Psalmen und Lesung nahmen wir aus der Vesper vom Tag, und ich fand, da passte mal wieder alles perfekt zum Anlass, zur Stimmung und zum Rahmen der Veranstaltung. (Deshalb arbeite ich so gern mit dem Stundenbuch: Immer wieder macht man da die Erfahrung, du brauchst dir gar keine große Mühe zu geben, passende Texte rauszusuchen, die Liturgie hat dir diese Arbeit schon im Voraus abgenommen.) Als weitere Lieder kamen "So hoch der Himmel ist" von Johannes Hartl & Friends, "Du gibst dich mit uns ab" von Mire Buthmann und zum Schluss "Mit jedem Atemzug" von Albert Frey und Christoph Zehender zum Einsatz. 

Wenn ich sage, dass an dieser ersten öffentlich angekündigten Lobpreisandacht im Burhaver Bürgerobstgarten der neuapostolische Gemeindevorsteher aus Nordenham mit seiner Familie UND das aktuelle Team der Urlauberkirche in Burhave teilgenommen haben, würde das vermutlich beeindruckender klingen, wenn ich nicht bereits verraten hätte, dass das dieselben Leute sind; aber ermutigend fand ich es doch. Davon abgesehen dürfte unser Tun einigen Leuten aufgefallen sein, die im Bürgerobstgarten mit ihren Hunden spazieren gingen; und gegen Ende der Andacht, als wir schon beim Vaterunser waren, gesellte sich eine alte Dame zu uns, mit der wir anschließend noch ins Gespräch kamen: Sie war zufällig vorbeigekommen und hatte mit wohlwollendem Interesse beobachtet, was wir da machten. Vom Aussehen her hätte ich die Frau auf Mitte bis Ende 70 geschätzt, aber sie erzählte uns, sie sei schon 90 – und "eigentlich evangelisch", aber die katholische Gemeinde in Burhave sei "sehr ökumenisch" ausgerichtet, daher gehe sie oft auch dort zum Gottesdienst. Im Übrigen empfahl sie uns das ökumenische Friedensgebet, das jeden Montagmorgen in der Herz-Mariä-Kirche stattfindet (mit anschließendem Kaffeetrinken und "Klönschnack"); könnte man durchaus mal hingehen, auch wenn es tendenziell mit dem Kinderprogramm im Kirchenzelt kollidiert. Insgesamt war es ein sehr nettes Gespräch – und nebenbei auch ein Indiz dafür, dass die "einfachen Gläubigen" erheblich weniger Berührungsängste gegenüber ungewohnten Ausdrucksformen von Spiritualität haben als die örtlichen Kirchenfunktionäre, geschweige denn Leute, die sich aus ungeklärten Gründen befugt fühlen, im Namen der Kirchengemeinden Butjadingens zu sprechen. 

Ob wir nächste Woche zur selben Zeit am selben Ort wieder eine solche Andacht abhalten und/oder was für Aktionen uns sonst noch so einfallen, darüber müssen wir uns noch untereinander beraten; du wirst es auf jeden Fall erfahren, Leser, und ebenso, wie sich die Haltung der Kirchengemeinden Butjadingens zu uns weiter entwickelt. Bis jetzt bin ich jedenfalls rundum zufrieden! 

Mittwoch, 15. Juli 2026

Krankenhausprobleme an der Unterweser

Vor über einem Jahr war auf meinem Blog schon einmal vom St.-Bernhard-Hospital in Brake (Unterweser) die Rede, einem Krankenhaus, das von einer gleichnamigen, 1912 errichteten katholischen Stiftung betrieben wird. Anlass für die Erwähnung dieses Krankenhauses war seinerzeit der Umstand, dass die Krankenhausplanung des Landes Niedersachsen zu diesem Zeitpunkt vorsah, das St.-Bernhard-Hospital zu modernisieren und auszubauen und im Gegenzug die Helios-Klinik im Nordenhamer Ortsteil Esenshamm zu einer "Mini-Klinik" mit nur noch 20 Betten ohne Notfallversorgung herabzustufen – was gravierende Folgen für die medizinische Versorgung in der nördlichen Wesermarsch, gerade in Butjadingen, gehabt hätte, weshalb ein befreundeter Lokalblogger mich bat, meine Reichweite zu nutzen, um auf eine Online-Petition für den Erhalt der Nordenhamer Helios-Klinik hinzuweisen. Wie die Angelegenheit sich seither weiter entwickelt hat, hatte ich nicht verfolgt; umso überraschter war ich, als ich am letzten Donnerstag am Küchentisch meiner Mutter in Nordenham die Kreiszeitung Wesermarsch las und dieser entnahm, dass jetzt das St.-Bernhard-Hospital geschlossen werden soll. Und zwar nicht aufgrund irgendwelcher gesundheitspolitischer Strukturplanungen, sondern weil das Braker Krankenhaus schlichtweg pleite ist. Nun ist es also vorrangig nicht mehr die nördliche, sondern die mittlere Wesermarsch, die ein medizinisches Versorgungsproblem hat, und natürlich schlägt der Fall hohe Wellen. Auch an Schuldzuweisungen in verschiedene Richtungen mangelt es nicht: an Kanzler Merz, die SPD, den Landrat; ein von der SPD unterstützter Bürgermeisterkandidat erregte Aufsehen, indem er den Stadtrat beschuldigte, die Öffentlichkeit schon seit längerer Zeit über die Situation der Klinik belogen zu haben – das Ergebnis war, dass die SPD diesen Bürgermeisterkandidaten jetzt nicht mehr unterstützt. Angesichts des katholischen Hintergrunds der Klinik war es wohl nicht überraschend, dass hier und da auch etwas pauschale Kirchenkritik laut wurde, etwa in Form des folgenden Facebook-Kommentars: 

"Ich verstehe nicht warum die katholische Kirche das Krankenhaus so im Stich lässt. Die katholische Kirche hat genug Geld. Für wen ist die Kirche eigentlich zuständig? Ich dachte immer die Kirche hilft den Armen und Kranken. Aber ich hab mich sicherlich getäuscht, die Kirche ist für die Vermehrung ihres Wohlstands zuständig". 

Die diffuse Überzeugung, die Kirche habe "genug Geld", die sich hier artikuliert, verbunden mit dem tief sitzenden Vorurteil, sie sei in erster Linie an ihrer eigenen Bereicherung interessiert, ist erkennbar unbeleckt von jeglicher Sachkenntnis darüber oder auch nur Interesse daran, wie Kirchenfinanzen und/oder gar Krankenhausfinanzen organisiert sind. Auf etwas höherem sprachlichen und argumentativen Niveau wiederholt sich diese Kirchenkritik in einem als "Gastbeitrag" – was man wohl als die Luxusedition eines Leserbriefs bezeichnen darf – in der Nordwest-Zeitung veröffentlichten Kommentar mit der Überschrift "Die Kirche muss sich an ihren eigenen Maßstäben messen lassen", verfasst von einem aus Brake stammenden Hamburger Arzt, dessen Vater mal Chefarzt am St.-Bernhard-Hospital war. Das Krankenhaus zu schließen, weil "eine langfristige Fortführung [...] aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht mehr möglich" sei, könne, so meint der Verfasser, "für einen privaten Krankenhauskonzern nachvollziehbar sein", wirke "jedoch befremdlich", wenn diese Argumentation "von einem katholischen Krankenhausträger vorgetragen wird": 

"Die katholische Kirche ist keine gewöhnliche Unternehmensgruppe. Sie verfügt bundesweit und darüber hinaus über erhebliche Vermögenswerte, umfangreichen Grundbesitz und bedeutende finanzielle Ressourcen. Deutsche Bistümer sind wirtschaftlich eigenständig und können grundsätzlich selbst entscheiden, ob sie Einrichtungen unterstützen, die für das Gemeinwohl unverzichtbar sind."  

Weiter argumentiert der Verfasser, es stelle sich "die Frage, welchen Zweck starke kirchliche Träger erfüllen, wenn nicht auch den, in außergewöhnlichen Situationen gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und zeitweise Lasten zu tragen, die sich betriebswirtschaftlich nicht rechnen"; und weiter: 

"Wer sich ausdrücklich auf christliche Werte, Nächstenliebe und den Dienst am Menschen beruft, muss sich daran messen lassen, wie diese Werte in schwierigen Zeiten gelebt werden. Wenn ausgerechnet ein kirchlicher Träger erklärt, ein Krankenhaus könne nur bestehen, solange es wirtschaftlich tragfähig ist, stellt sich zwangsläufig die Frage, worin sich sein Handeln noch von dem eines rein profitorientierten Unternehmens unterscheidet." 

Ich muss sagen, ich bin ein wenig unschlüssig, was ich von dieser Argumentation halten soll. Grundsätzlich bin ich bei Kritik daran, dass die institutionelle Kirche in vielfacher Hinsicht allzu sehr nach weltlichen Maßstäben agiere, gerne mit im Boot, andererseits frage ich mich: Würde der hier formulierte Anspruch nicht in letzter Konsequenz darauf hinauslaufen, dass die Kirche unter den Bedingungen einer Gesundheitspolitik, die die Krankenhäuser dazu zwingt, wie gewinnorientierte Unternehmen zu agieren, überhaupt keine Krankenhäuser mehr betreiben kann? Das wäre ja nun sicher auch wieder einigen nicht recht

Der Hl. Bernhard von Clairvaux, Patron zahlreicher Krankenhäuser. (Bildquelle hier.)

Übrigens gehört das St.-Bernhard-Hospital ja nicht schlichtweg "der Kirche", sondern, wie oben schon erwähnt, einer Stiftung. Welche Rolle die institutionelle Kirche bei der Verwaltung des Stiftungsvermögens spielt, und welche kirchliche Verwaltungsebene da konkret zuständig ist, ist mir nicht ganz klar, abgesehen davon, dass der jeweils amtierende Pfarrer von St. Marien Brake den Vorsitz im Stiftungsrat innehat – darauf komme ich gleich noch zurück. In einem Presseartikel der Kreiszeitung ist mir jedenfalls aufgefallen, dass der Landrat des Kreises Wesermarsch angekündigt hat, um "die medizinische Versorgung der Menschen in Brake und der gesamten Region sicherzustellen", wolle er "umgehend das Gespräch mit dem zuständigen Bischof, der Geschäftsführung des Hospitals sowie mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung" suchen. Also, auffällig daran fand ich, dass der Bischof hier an erster Stelle genannt wird. Und wer ist überhaupt der "zuständige Bischof"? Weiß der Landrat es selber? Ist es Weihbischof Theising in Vechta oder vielleicht doch der frischgebackene neue Bischof von Münster, Heiner Wilmer? Der wird sich bedanken! 

In einem anderen Beitrag auf derselben Zeitungsseite erfährt man, dass das St.-Bernhard-Hospital im vorigen Jahr zwar für Ausbau und Erweiterung Fördermittel des Landes Niedersachsen in Höhe von 53 Millionen Euro bewilligt bekommen hatte, allerdings unter der Auflage, dass die Klinik aus eigenen Mitteln weitere 8 Millionen Euro beisteuerte. "Dieses Geld gibt es nicht und gab es auch nie", wird der Geschäftsführer der Klinik zitiert – und da fragt man sich dann doch: Wenn das von vornherein klar war, wieso wurden die Fördermittel dann überhaupt beantragt und bewilligt? Vielleicht verstehe ich da ja etwas falsch, aber für mein Empfinden riecht das ein bisschen nach Betrug. Vielleicht kann ja der eine oder andere Leser etwas zu einem besseren Verständnis dieser Vorgänge beitragen – ich wäre dafür jedenfalls dankbar. 

Im Zusammenhang mit der oben schon angesprochenen Tatsache, dass der jeweilige Pfarrer von St. Marien Brake von Amts wegen den Vorsitz im Stiftungsrat der Klinik hat, ist übrigens daran zu erinnern, dass es um die Besetzung dieser Pfarrstelle in den letzten Jahren einige Irrungen ind Wirrungen gab: Wie seinerzeit berichtet, wurde im November 2023 der damalige Braker Pfarrer Wolfgang Schmitz wegen einer umstrittenen Erbschaft vom Bischöflich Münsterschen Offizialat in Vechta von seiner Stelle beurlaubt, die Verhandlungen über die Bedingungen seines Amtsverzichts zogen sich aber noch bis in den Juli 2024 hin. In dieser Zeit wurde die Braker Pfarrei vom damaligen Nordenhamer Pfarrer Karl Jasbinschek als Vicarius substitutus verwaltet; übernahm dieser damit auch den Vorsitz im Stiftungsrat? Ich nehme es an. Mit Wirkung zum 1. August 2024 war die Pfarrstelle in Brake durch Wolfgang Schmitz' Amtsverzicht jedenfalls offiziell vakant, und die Pfarrverwaltung übernahm Ludger Becker, Pfarrer von St. Bonifatius in Varel. Dieser wird in mehreren Presseberichten über das St.-Bernhard-Hospital aus den Jahren 2024/25 als "Kuratoriumsvorsitzender" genannt; er übte dieses Amt auch noch aus, als die Klinik die Fördermillionen vom Land Niedersachsen zugesprochen bekam. Im April 2025 wurde dann bekanntgegeben, dass mit Wirkung zum 1. September Christian Fechtenkötter Pfarrer von St. Marien Brake werden sollte; im August wurden die Arbeiten am Erweiterungsbau der Klinik eingestellt. – Christian Fechtenkötter, der zusammen mit der Pfarrei St. Marien in Brake auch die Pfarrei St. Willehad in Nordenham übernommen hat, ist gelernter Bürokaufmann und war 15 Jahre lang für die Buchhaltung des Benediktinerpriorats Damme zuständig; ich stelle mir gern vor, dass seine Kompetenz in Finanzfragen dazu beigetragen hat, dass das St.-Bernhard-Hospital seine schon seit längerer Zeit desolate Finanzsituation offengelegt hat, statt weiter zu versuchen, sich irgendwie durchzumogeln, aber das ist natürlich spekulativ. 

Eine ganz andere Frage ist natürlich, wie die St.-Bernhard-Stiftung eigentlich zukünftig ihren Stiftungszweck – die "Förderung des öffentlichen Gesundheits- und Wohlfahrtswesens" – erfüllen will, wenn es das Krankenhaus nicht mehr gibt. Dazu wurde unlängst eine – von Pfarrer Fechtenkötter namentlich gezeichnete – Erklärung des Stiftungsrats veröffentlicht, in der es heißt, man bleibe "dem Stiftungszweck fest verpflichtet" und es zeichneten sich "bereits konkrete Perspektiven für alternative medizinische Angebote am Standort Brake ab". Was damit konkret gemeint sein könnte, bleibt indes vorläufig unklar. – Ich schätze, es dürfte sich lohnen, an diesem Thema "dranzubleiben"; in diesem Sinne möchte ich abermals an meine Leser appellieren: Wenn ihr irgendwelche Hintergrundinformationen in dieser Angelegenheit habt, schreibt mir gerne was ins Kommentarfeld! 


Samstag, 11. Juli 2026

Utopie und Alltag 33: Eine Insel in der Zeit

Grüße aus dem Urlaub, Leser! Seit Donnerstag sind wir mal wieder im schönen Butjadingen; das heißt indes auch, dass der Großteil des Berichtszeitraums dieses Wochenbriefings sich noch in Berlin abgespielt hat. Gleichzeitig hat der Umstand, dass ich den Abschnitt "Fußball-WM oder Piusbruderschaft?" in einen eigenständigen Artikel ausgelagert und diesen schon gestern veröffentlicht habe, dazu geführt, dass dieses Wochenbriefing ein bisschen kürzer geworden ist als die vorangegangenen. Ich habe jedoch keine Zweifel, dass die kommenden Tage reichlich blogrelevantes Material abwerfen werden, wodurch sich das wieder ausgleicht... 

"Alles zum Mitnehmen" – ein Stillleben am Wegesrand in Eckwarden.

"Evangelisieren" ist ein Anagramm von "Viel Gas rein? Nee!" 

Diese profunde Erkenntnis verdanke ich der deutschen Ausgabe von Adrian Plass' "Tagebuch eines frommen Chaoten"; und diejenigen Passagen dieses unsterblichen Klassikers, in denen es darum geht, dass der Protagonist sich widerstrebend dazu überreden lässt, sich "freiwillig" zu einem Straßenevangelisations-Einsatz vor einer Hamburgerbraterei (im Original ein Fish & Chips-Imbiss) zu melden, musste ich meiner geliebten Familie partout vorlesen, ehe wir am Samstagvormittag zur "Outreach"-Straßenevangelisation in der Spandauer Altstadt aufbrachen. 

Wir hatten uns für das Zeitfenster von 12-13 Uhr auf die Helferliste für den "Outreach"-Einsatz eingetragen, aber nach den Erfahrungen vom "Probelauf" vor zwei Wochen fuhren wir doch schon früher los, um beim Aufbau mithelfen zu können. Tatsächlich waren wir sogar die ersten "Outreach"-Mitarbeiter bzw. Helfer, die am Ort des Geschehens ankamen – und stellten fest, dass an diesem Samstag in Spandau "Tag des offenen Rathauses" war. Zum Programm dieser Veranstaltung gehörte eine sogenannte "Blaulichtmeile" mit Infoständen von Polizei, Technischem Hilfswerk, Rotem Kreuz, Feuerwehr und Bundeswehr, und diese breitete sich genau da aus, wo an den vorangegangenen Wochenenden das "Outreach"-Pavillonzelt aufgestellt worden war. 

– Was also tun? Als der Leiter der Straßenevangelisations-Aktion mit weiteren Helfern eintraf, entschied er zunächst, das Pavillonzelt einfach an derselben Stelle "wie immer" aufzubauen – schließlich habe er die Aktion als Kundgebung bei der Polizei angemeldet und genehmigt bekommen. Aber kaum waren wir mit dem Aufbau fertig, kamen einige Beamte einer anderen Behörde auf uns zu... 

Nein, nicht diese. Also, die kamen schon auch vorbei, wollten aber nichts von uns.

...nämlich vom Grünflächenamt, das – obwohl die Fußgängerzone der Spandauer Altstadt ja nun nicht gerade eine Grünfläche ist – für die Organisation der "Blaulichtmeile" zuständig war und den Platz, auf dem wir standen, für einen Stand der Feuerwehr vorgesehen hatte. Wir zogen also um, eine Straßenecke weiter, mit dem Ergebnis, dass da dann wiederum die Polizei vorbeikam und fragte, wieso wir denn jetzt hier stünden. Schließlich ließ man uns aber gewähren. Ein ganz anderes Problem war, dass unser Jüngster an diesem Vormittag in ziemlich rebellischer Stimmung war, weshalb meine Liebste im Interesse der Deeskalation beschloss, sich "erst mal" mit ihm beim Tag des offenen Rathauses umzuschauen, wo es auch allerlei Angebote für Kinder gab. Derweil verteilte unsere Große zunächst fleißig Flyer und Traktate an Passanten und machte das auch wieder sehr gut, aber als sie sah, was ihr kleiner Bruder so alles an "Giveaways" von den verschiedenen Infoständen beim Tag des offenen Rathauses bekommen hatte, konnte man ihr wohl schwerlich verübeln, dass sie da nun auch hinwollte. Als gemeinsame Unternehmung der ganzen Familie war das Thema Straßenevangelisation damit praktisch perdu, und ich bin rückblickend ganz froh, dass der "Probelauf" zwei Wochen zuvor in dieser Hinsicht wesentlich besser gelaufen ist. – Auch in anderer Hinsicht waren die Bedingungen diesmal schwieriger; zum Beispiel war bedeutend schlechteres Wetter, was sich unmittelbar darin niederschlug, dass die Passanten schlechtere Laune hatten, es eiliger hatten und weniger ansprechbar wirkten. Dass wir mit dem Tag des offenen Rathauses um die Aufmerksamkeit der Passanten konkurrieren mussten, tat sicherlich ein Übriges; obendrein hatten ein Stück weiter in Richtung Nikolaikirche mehrere politische Parteien ihre Infostände aufgebaut. Danach zu urteilen, was für "Giveaways" die Leute, die aus dieser Richtung kamen, in den Händen hielten, fand der Stand der AfD offenbar den größten Zuspruch, make of that what you will. – In diesem Zusammenhang finde ich es übrigens erwähnenswert, dass im Teamgebet zu Beginn der Aktion auch Dank dafür geäußert wurde, "dass wir nicht für die Polizei oder die Bundeswehr und auch nicht für eine politische Partei hier stehen, sondern für dich, Herr." Das sprach mir durchaus aus dem Herzen, und gleichzeitig veranlasste es mich, darüber zu sinnieren, wie eigenartig es ist, dass Straßenevangelisation anscheinend vielfach als sonderbar und fast schon anrüchig wahrgenommen und vorrangig mit fragwürdigen Sekten assoziiert wird (eine Frau aus unserem Team berichtete, jemand habe sie gefragt, ob wir von den Zeugen Jehovas seien), wohingegen es weitgehend als Normalität akzeptiert wird, wenn politische Parteien oder Verbände, Hilfswerke und sonstige Organisationen Infostände in der Fußgängerzone aufstellen, ja selbst wenn Strom- oder Mobilfunkanbieter solche Stände betreiben, um Passanten zu einem Vertragsabschluss oder einem Tarifwechsel zu überreden. Und anders als diese wollten wir noch nicht mal Geld von den Leuten! (Einige gaben uns allerdings trotzdem welches. "Haben wir eine Spendenkasse?", fragte ich den Leiter der Aktion. "Bisher noch nicht", erwiderte dieser und verstaute die außerplanmäßigen Einnahmen in der Außentasche des Lautsprecherkoffers). 

– Ich schätze, meine Schilderung lässt erkennen, dass dieser Straßenevangelisations-Einsatz für mein Empfinden längst nicht so gut lief wie der "Probelauf"; trotzdem gab es auch erfreuliche Momente. Wir wurden einiges an Infomaterial los, nicht wenige Leute reagierten durchaus freundlich, gerade auch auf die Mitwirkung des Tochterkindes; und es ergaben sich durchaus auch ein paar längere Einzelgespräche, an denen ich allerdings nicht beteiligt war. Alles in allem habe ich jedenfalls durchaus Lust, "sowas mal wieder zu machen"... 

Zu guter letzt sei zum Thema Evangelisation noch erwähnt, dass meine Liebste bei der Abschlussveranstaltung des Alpha-Kurs-Teams am Montag ein Buch mit dem ebenso lustig wie vielversprechend wirkenden Titel "Von Jesus reden, ohne komisch zu wirken" geschenkt bekommen hat – verfasst von Sam Chan, einem australischen Evangelisten Hongkong-chinesischer Herkunft. Das haben wir in den Urlaub mitgenommen, und ich bin gespannt auf die Impulse, die es uns hoffentlich vermitteln wird... 


Immerzu Kuchenereignisse 

Von Spandau aus machten wir uns direkt auf den Weg zum Robert-Koch-Park in Panketal, wo eine meiner beiden Schwiegermütter ihren 70. Geburtstag nachfeierte. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Leser daran, dass dieser Park schon einmal auf meinem Blog erwähnt worden ist, nämlich anlässlich des 17. Panketaler Baumfests vor ziemlich genau zwei Jahren. Mein damaliger Bericht hatte mir – wenn auch mit einiger Zeitverzögerung – dank seiner sarkastischen Untertöne einige Kritik eingetragen, und folgerichtig wurde ich ein bisschen nervös, als mich nun bei der Geburtstagsfeier eine Frau, die offensichtlich zum Förderverein des Parks und somit zu den Veranstaltern des Baumfests gehörte, fragte, ob ich "der junge Mann mit dem Blog" sei. Tatsächlich war sie aber sehr freundlich und meinte sogar, im Großen und Ganzen habe sie meinen Bericht als gar nicht so negativ empfunden, und ich versicherte, dass das auch nicht meine Absicht gewesen sei. Im Laufe des Nachmittags bot die Dame für interessierte Gäste eine Führung durch den Park an; die war tatsächlich durchaus interessant, und die Vielfalt an verschiedenen Bäumen, die der Park zu bieten hatte, war tatsächlich recht beeindruckend. 

Zum Beispiel gab's da eine "Indianerbanane". Heißt wirklich so

Oder einen Trompetenbaum. Trompeten wuchsen daran allerdings nicht. 

Insgesamt war es eine sehr entspannte Feier, es gab Kuchen und Wein wie bei Rotkäppchen und später auch noch Sushi. Aber à propos Kuchen: Bereits am Morgen, noch vor dem Aufbruch zur Straßenevangelisation, hatte ich für eine Spendenaktion zugunsten der Religiösen Kinderfreizeit einen Kuchen gebacken und hatte eigentlich die Absicht, am Abend oder schlimmstenfalls am nächsten Morgen noch einen zweiten zu backen, beschloss dann aber doch, dass einer genügt und dass ich die bereits gekauften Zutaten für den zweiten Kuchen lieber für einen Büffetbeitrag beim Sommerfest der Schule unseres Tochterkindes verwenden könnte. Bei dem Kuchen, den ich zum RKF-Soli-Kuchenbasar beisteuerte, handelte es sich um einen Schokoladenkuchen mit Datteln, Bananen und Quark, der mir, als ich das Rezept erstmals ausprobiert hatte, total misslungen war; diesmal benutzte ich eine andere Kuchenform, erheblich reifere Bananen und mehr Backpulver, und diesmal wurde der Kuchen richtig gut. 

Weitere Beiträge zum Kuchenbüffet kamen von den Familien einiger an der RKF teilnehmender Kinder und auch von Teammitgliedern; am Ende blieben so viele Kuchenstücke übrig, dass wir, als die Reste verteilt wurden, fast so viel Kuchen wieder mit nach Hause nahmen wie wir mitgebracht hatten, nur eben andere Sorten. Die reinste wundersame Kuchenvermehrung! Aber auch unter Fundraising-Gesichtspunkten war die Kuchen-Aktion durchaus ein Erfolg. 

Hier nur mal ein Ausschnitt aus dem gesamten Kuchenangebot.

Keinen Kuchen, dafür aber Eis gab es am Dienstag beim letzten Kampfsporttraining vor den Sommerferien: Der Trainer gab, wie er schon im Vorfeld angekündigt hatte, allen Kindern, die zu dieser Trainingsstunde erschienen, ein Eis aus. Wieder zu Hause, machte ich mich daran, den Kuchen fürs Schulsommerfest zu backen: den unbesiegbaren, stets gelingenden Fantakuchen! Der Jüngste half mir, den Teig anzurühren, und durfte zur Belohnung die Rührschüssel ausschlecken. Am Dekorieren des Kuchens beteiligten sich am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, beide Kinder. Ins Schulfest-Büffet fügte sich unser Kuchen jedenfalls gut ein und wurde gut angenommen, auch wenn er weder vegan noch glutenfrei war. 

Vielleicht, wer weiß, bei manchem Gast sogar gerade deswegen. So als Alleinstellungsmerkmal

Diesen Kuchen habe ich nicht probiert, auch wenn er laut Beschriftung "vielleicht lecker" war.

Statt eines Zeugnisses erhielt unser Tochterkind wieder einen sogenannten "Jahresbrief", wozu ein Fotoalbum, ein Interview mit dem Schulkind über seine Eindrücke vom Schuljahr und schließlich eine Beurteilung der Vertrauenslehrkraft in Form eines an das Schulkind selbst gerichteten Briefes gehört. Ich mag diese Form der Schuljahres-Bilanz sehr, und bei dem, was die Vertrauenslehrkraft unserer Tochter so schrieb, kamen mir stellenweise fast die Tränen. Es handelte sich um eine einfühlsame und sehr gut beobachtete Zusammenfassung der Entwicklungen und Herausforderungen des zurückliegenden Schuljahres, wobei die Streitigkeiten im Freundinnenkreis unseres Tochterkindes, die ich andeutungsweise schon mal erwähnt habe, eine bedeutende Rolle spielten. Ein paar Passagen möchte ich hier gern zitieren: 

"An der Art, wie du von deinen vielen Freundinnen erzählt hast, merkt man [...], dass du durch die Konflikte auch gelernt hast, ihre ganz unterschiedlichen Stärken zu sehen und wertzuschätzen." 

Und: 

"Du hast erzählt, dass Hermine deine Lieblingsfigur [in 'Harry Potter'] ist, weil sie so gut zaubern kann, viel lernt, viel weiß und sich dafür einsetzt, dass Regeln eingehalten werden [!]. Ich habe das Gefühl, dass die Hermine in dir in diesem Schuljahr wegen des ganzen Gefühlschaos nicht immer die Ruhe hatte, die man zum Zaubernlernen braucht." 

Kurz und gut, im Ganzen bin ich doch ziemlich überzeugt, dass meine Tochter an dieser Schule gut aufgehoben ist... 


Update Religionspädagogik: Pa-, Pa-, Paderborn 

Pünktlich vor Beginn des Urlaubs habe ich es geschafft, meine Studienplatzbewerbung für ein Fernstudium im Fach "Angewandte Theologie" an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (Standort Paderborn) fertigzustellen und abzuschicken; und jetzt bin ich mal gespannt. Einen ausgesprochen positiven Eindruck hat auf mich jedenfalls schon mal das Formular für die Online-Bewerbung gemacht, ich fand es sehr benutzerfreundlich. Am meisten Mühe und Kopfzerbrechen bereitete mir die Anforderung, ein Motivationsschreiben zu verfassen, denn so etwas liegt mir einfach nicht; etwas erleichtert wurde mir diese Aufgabe dadurch, dass es dafür ein Formular mit vorgegebener Gliederung und begrenztem Platz für die einzelnen Abschnitte gab. – Woran ich beim Ausfüllen des besagten Formulars indes wiederholt denken musste, war, wie ich mich vor Jahren mal über das Anforderungsprofil einer Stellenausschreibung von Open Doors lustig gemacht habe, wo von den Interessenten ein klares Bekenntnis dazu, "ein Nachfolger Jesu" zu sein, sowie die Abgabe eines geistlichen Lebenslaufs gefordert wurde. Okay, das war vor meiner Punkpastoral-Ära, und wenn ich mir meinen damaligen Blogartikel heute ansehe, finde ich ihn recht illustrativ dafür, was für einen Weg ich seither zurückgelegt habe – was freilich nichts daran ändert, dass ich diese Stellenausschreibung in Teilen auch heute noch als etwas over the top und dadurch unfreiwillig komisch empfinde. Der eigentliche Grund, warum ich das hier erwähne, ist aber, dass ich im großkirchlichen Kontext – so schon bei meiner Bewerbung beim Erzbistum selbst, und nun eben auch bei der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen – dir Intuition verspürt habe, man müsse es eher vermeiden, einen allzu frommen Eindruck zu machen. Das ist zwar zugegebenermaßen nur eine Ahnung, aber ich würde mal behaupten, sie kommt nicht von ungefähr. Gleichwohl habe ich mich immerhin getraut, in meinem Motivationsschreiben zu erklären, meine Motivation, eine Tätigkeit im pastoralen Dienst anzustreben, sei wesentlich "von dem Wunsch getragen, den sich abzeichnenden Transformationsprozess der Kirche – der einerseits geprägt ist vom Schwinden der gesellschaftlichen Relevanz der Institution Kirche, andererseits aber auch von neuen spirituellen Aufbrüchen an der Basis – aktiv mitzugestalten". Was natürlich bewusst so formuliert ist, dass es recht unterschiedlichen Deutungen zugänglich ist, aber ehrlich gesagt hatte ich ohnehin gewisse Zweifel, ob das, was man in dieses Motivationsschreiben 'reinschreibt, wesentlichen Einfluss auf die Erfolgsaussichten der Studienplatzbewerbung hat: Ich ging davon aus, viel wichtiger sei es, ob die Heimatdiözese des jeweiligen Bewerbers dessen Bewerbung unterstützt. – Im Übrigen sagte ich mir, ich könne die Dinge eigentlich ganz entspannt sehen: Wenn es Gottes Wille ist, dass ich Gemeindereferent werde, dann wird Er es auch möglich machen. Als aktuellen Stand der Dinge kann ich jedenfalls zu Protokoll geben, dass ich nach dem Absenden meiner Online-Bewerbung ziemlich umgehend eine Einladung zu einem Online-Vorstellungsgespräch erhalten habe. Seien wir also gespannt! 


Update Herz Jesu Tegel: Gibt es den Arbeitskreis Offene Kirche etwa schon? Ganz ohne mein Zutun? 

Wie neulich bereits erwähnt, habe ich am letzten Tag vor dem Urlaub der Tegeler Pfarrkirche Herz Jesu einen kleinen Besuch abgestattet; und dabei entdeckte ich in der Schriftenauslage im Windfang einen Flyer, der zumindest ansatzweise in die Richtung der "Sofortmaßnahmen" geht, die ich hier unlängst für einen Arbeitskreis Neuevangelisierung, den man alternativ auch Arbeitskreis Offene Kirche nennen könnte, ins Spiel gebracht habe. Dieser Flyer weist auf die offene Kirche hin, nennt die täglichen Öffnungszeiten sowie den Termin des wöchentlichen Friedensgebets, das im Wochenplan gewissermaßen die Stelle unserer früheren Lobpreisandachten eingenommen hat; außerdem ist ein Foto des Kirchenportals drauf, und das aus zwei Bibelversen zusammengestellte Motto im Tympanon dieses Portals – "Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich gebe euch Leben in Fülle" (Mt 11,28/Joh 10,10) – ist noch einmal extra abgedruckt. Keine Ahnung, wer diesen Flyer erstellt, gedruckt und ausgelegt hat, aber auf jeden Fall ist es ein begrüßenswerter Schritt in die richtige Richtung; und wenn ich dennoch etwas daran zu kritisieren habe, dann bin ich mir dabei sehr wohl der Versuchung bewusst, in eine "Wenn die sowas ohne mich machen, kann dabei ja nix Vernünftiges rauskommen"-Haltung zu verfallen. Ein paar Kritikpunkte habe ich gleichwohl, nämlich ganze drei an der Zahl; vielleicht sollte man sie auch lieber "Anregungen zur Verbesserung" nennen als "Kritikpunkte". Der erste Punkt ist relativ simpel: Ich würde dem Flyer ein besseres, optisch ansprechenderes Design wünschen. – Gewiss, ein schlicht designter Flyer ist erst mal besser als gar keiner; aber eben mit Betonung auf "erst mal". Auf längere Sicht sollte man sich damit nicht zufrieden geben. Zweitens: Wieso wird das Friedensgebet erwähnt, Rosenkranz und Eucharistische Anbetung hingegen nicht? Möglicherweise steckt die Vorstellung dahinter, das Friedensgebet sei wegen seines gesellschaftlich relevanten Themas irgendwie niederschwelliger, aber ich könnte mir auch vorstellen, dass die Ersteller des Flyers so weit gar nicht gedacht haben, oder jedenfalls nicht bewusst. – Und schließlich: Wo liegt dieser Flyer aus? In der Kirche. Also da, wo ihn nur Leute finden, die bereits herausgefunden haben, dass die Kirche offen ist, und sich getraut haben, hineinzugehen. Klarer Fall von "Finde den Fehler", würde ich mal sagen. Okay, mit ein bisschen gutem Willen kann man es so interpretieren, dass der Flyer zum Mitnehmen und Weiterverteilen da liegt. Also nahm ich mir kurzerhand ungefähr die Hälfte der ausliegenden Flyer mit und platzierte sie bei REWE am Schwarzen Brett


Und nun schauen wir mal, wie sich die Dinge weiter entwickeln! 


Update Bibelleseplan und Nachtrag zu Peter und Paul 

Was ist derweil eigentlich aus meinem Ansinnen geworden, das Alte Testament im Laufe des Kalenderjahres 2026 einmal komplett durchzulesen? Da gilt es zunächst einmal zerknirscht einzuräumen, dass ich in den Wochen vor dem Urlaub irgendwie aus dem Rhythmus gekommen bin – sodass ich schließlich gegenüber dem Leseplan aus der EFG The Rock Christuskirche, den ich so modifiziert hatte, dass auch die Spätschriften des Alten Testaments mit hineinpassen sollten, einen Rückstand von etwa eineinhalb Wochen angesammelt hatte. Ob das daran lag, dass ich so viel anderes "um die Ohren" hatte, oder daran, dass ich die Bücher Deuteronomium und Jesus Sirach, die ich meinem Plan zufolge parallel zueinander lesen sollte, zunehmend zäh und langatmig fand – oder inwieweit sich beides bedingte –, sei mal dahingestellt. Damit aber nicht genug: Gerade als ich mich dazu aufraffen wollte, diesen Rückstand möglichst innerhalb weniger Tage aufzuholen, stellte ich fest, dass der postkartengroße Übersichtsplan über die Leseetappen unauffindbar war. Ich hatte ihn als Lesezeichen in ein Büchereibuch gelegt, und nun hatte ich ihn wohl versehentlich mitsamt diesem Buch in der Bücherei abgegeben. Na, wer weiß, wofür's gut ist, wenn der nächste Entleiher des Buches die Karte findet. – Trotz aller Widrigkeiten schaffte ich es schließlich aber doch, die Bücher Deuteronomium und Jesus Sirach rechtzeitig vor Beginn des Urlaubs durchzukriegen und mit den Büchern Josua und Jesaja einen frischen, motivierten Neustart hinzulegen. Der Erfolg dieser Maßnahme war bemerkenswert: Die ersten Kapitel des Buches Josua mit den Vorbereitungen zum Übergang über den Jordan motivierten mich irgendwie dazu, die Reise nach Butjadingen als eine Mission aufzufassen – auch wenn es da ja nun gerade nicht um einen Weg handelte, den wir "früher noch nie gegangen" waren (vgl. Josua 3,4) –; und die eindringlichen Aufrufe zur Umkehr, mit denen das Buch Jesaja beginnt, passten da stimmungsmäßig auch gut ins Bild. 

Und dann saßen wir gestern – s.u. – am Strand in Eckwarderhörne, und während die Kinder sich auf dem Spielplatz vergnügten, beschäftigte meine Liebste sich mit der Hallow-App (vor der häretisch.de gerade mal wieder gewarnt hat, aber dazu vielleicht ein andermal mehr) und entdeckte dort eine Reihe von Tagesimpulsen von unserem alten Freund Pater Paulus von den Franziskanern der Erneuerung: "Wort für heute" heißt diese Reihe, allerdings war der Beitrag, den meine Liebste (unabsichtlich) dazu auswählte, ihn zusammen mit mir anzuhören, nicht der tagesaktuelle, sondern der vom 29. Juni, dem Hochfest Peter und Paul. Was Pater Paulus zur Stellung dieses Hochfests im Kirchenjahr anmerkte, fand ich ausgesprochen inspirierend: Bekanntlich markiert Peter und Paul nach dem Ende des Osterfestkreises, nach Pfingsten, dem Dreifaltigkeitssonntag und Fronleichnam den Beginn einer recht langen Zeit, in der es – mit Ausnahme von Mariä Himmelfahrt – keine besonders hohen kirchlichen Feiertage gibt; der Volksmund kleidet diesen Umstand in die Redewendung "Nach Peter und Paul wird der Pfarrer faul", die Pater Paulus indes nicht zitiert. Stattdessen deutete er die Tatsache, dass dieses Datum gewissermaßen den Übergang von einer Zeit voller großer Feste zum liturgischen "Alltag" markiert, dahingehend, dass mit dem Gedenken der Apostelfürsten im Zeitraum nach Pfingsten noch einmal bekräftigt wird, dass mit dem Pfingstereignis die Zeit der Kirche angebrochen sei – unsere Zeit. In demselben Sinne könne man auch aus dem Umstand, dass die Apostelgeschichte des Lukas keinen richtigen Schluss hat, sondern ziemlich unvermittelt abbricht, die Botschaft herauslesen: Diese Geschichte ist noch nicht zu Ende, sie geht weiter bis heute – sie geht mit uns weiter. Wenn das mal nicht motivierend ist! 


Camino de Willehado '26: Erste Eindrücke 

Wäre ich Reiseblogger oder, noch besser, professioneller Bahn-Kritiker, dann hätte mich die Fahrt von Berlin nach Nordenham am Donnerstag mit reichlich Material versorgt; so aber genüge es zu sagen, dass mehrere voneinander unabhängige Verspätungsursachen verschiedener Züge sich zu einer gegenüber der gebuchten Verbindung um zwei Stunden verspäteten Ankunft addierten. Mehr Reisezeit fürs selbe Geld! Als Glück im Unglück erwies sich diese Verspätung insofern, als wir bei unserer Ankunft in Nordenham den neuapostolischen Gemeindevorsteher trafen – der uns bei dieser Gelegenheit mitteilte, dass er mit seiner Familie das erste Urlauberkirchen-Team auf dem Burhaver Campingplatz bildet. Das lässt ja hoffen! 

Der Kirche Herz Mariä Burhave stattete ich einen ersten Besuch ab, als ich am Abend unserer Ankunft erst mal das Nötigste einkaufen ging – schließlich liegt der große Edeka-Markt direkt gegenüber der kleinen Kirche. Am Fahnenmast hing, infolge des schwachen Windes eher schlaff, die Gay Pride-Flagge über einer Flagge mit dem neuen Logo der Urlauberkirche, das Kirchengebäude selbst fand ich verschlossen vor, sagte mir aber, dass das womöglich an der Uhrzeit lag – es war schon fast 18 Uhr. 

Am nächsten Tag – gestern – fuhren wir erst mal mit dem Bürgerbus nach Eckwarderhörne an den Strand, unbeeindruckt davon, dass noch nicht so ganz ideales Badewetter herrschte. Nachdem die Kinder ein bisschen mit ihren Badetieren herumgetollt hatten, machte die Ebbe das Baden allerdings schwierig; daraufhin gingen die Kinder auf dem Spielplatz schaukeln, dann kauften wir uns ein Eis, aber danach waren es immer noch über zwei Stunden, bis der nächste "Bürgerbus" zurück fuhr, und die ganze Zeit nur zu "chillen", hatte ich keine Lust, daher nutzte ich die Gelegenheit zu einer Solo-Fußwanderung ins Dorf Eckwarden, das rund dreieinhalb Kilometer vom Eckwarderhörner Strand entfernt liegt. Da kommt man nämlich sonst kaum mal hin. Ich bereute diese Entscheidung auch nicht, denn schon auf dem Weg zeigte sich die Butjenter Landschaft von ihrer schönsten Seite, Eckwarden selbst ist ein hübsches kleines Dorf, vor allem aber war ich freudig überrascht, dass das eigentliche Hauptziel meinetwegen Solo-Wanderung, die St.-Lamberti-Kirche aus dem 15. Jahrhundert, für Gebet und Besichtigung geöffnet war. 


Darauf, was es in dieser Kirche zu sehen gab und was ich über ihre Geschichte in Erfahrung gebracht habe, komme ich wohl in einem zukünftigen Beitrag noch zurück. – Wieder in Burhave, stattete ich der Kirche Herz Mariä einen erneuten Besuch ab und fand diesmal auch diese offen vor, blieb aber nur für ein kurzes Gebet, in der festen Absicht, in den kommenden Tagen noch öfter wiederzukommen. Gestern Abend hätten wir uns theoretisch kostenlos ein Orgelkonzert in der Langwarder Kirche anhören können, aber... sagen wir mal: Die Kinder waren nicht in der Verfassung dazu. Mehr aus Butjadingen gibt's dann spätestens im nächsten Wochenbriefing!


Geistlicher Impuls der Woche 

Möge die gesamte Kirche in Europa spüren, dass das Gebot und die Einladung des Herrn: Gehe in dich, bekehre dich, "werde wach und stärke, was noch übrig ist, was schon im Sterben lag!" (Offb 3,2), an sie gerichtet ist. Diese Erfordernis ergibt sich auch aus der Betrachtung der heutigen Zeit: Die ernste Situation der religiösen Gleichgültigkeit so vieler Europäer; die Anwesenheit so vieler Menschen auch auf unserem Kontinent, die Jesus Christus und seine Kirche noch nicht kennen und die noch nicht getauft sind; die Säkularisierung, die breite Schichten von Christen ansteckt, die so denken, entscheiden und leben "als ob Christus nicht existierte": Das alles löscht unsere Hoffnung nicht aus, sondern macht sie demütigen und befähigt sie besser, allein auf Gott zu vertrauen. Von seinem Erbarmen empfangen wir die Gnade und die Bereitschaft zur Umkehr. 

(Johannes Paul II., Nachsynodales Schreiben Ecclesia in Europa, Nr. 26) 


Ohrwurm der Woche 

John Lennon: Watching the Wheels 


Das war eine knappe Entscheidung; auch noch im Rennen war "Dreams" von Fleetwood Mac gewesen, ein in puncto "entspannte Urlaubsstimmung" wohl einigermaßen ebenbürtiger Mitbewerber. Ausschlaggebend war zuletzt, dass John Lennon trotz der innigen Hassliebe, die ich für ihn hege, bisher noch nie einen offiziellen "Ohrwurm der Woche" bei mir gelandet hatte, Fleetwood Mac hingegen schon – vor fast genau einem Jahr. – "Watching the Wheels" ist für mein Empfinden jedenfalls ein Highlight von Lennons Solo-Werk; darin singt der Ex-Beatle darüber, wie's ihm so geht, seit er sich ins Privatleben zurückgezogen hat und nicht mehr aktiv im Popmusikbusiness mitmischt und dass ihm komischerweise keiner glaubt, dass er das gut findet und sogar genießt. Ein bisschen ironisch ist es wohl, so einen Song dann aufs Comeback-Album draufzutun, aber noch ironischer ist es doch, im Zeitraum zwischen der Aufnahme und der Veröffentlichung dieses Comeback-Albums erschossen zu werden... 


Vorschau/Ausblick 

Kurz nachdem dieses Wochenbriefing online gegangen sein wird, ist in Herz Mariä Burhave Vorabendmesse, und den Pfarrnachrichten zufolge wird diese von Pastor Kenkel zelebriert; die erste Gelegenheit, uns einen Eindruck vom neuen Pfarrer zu verschaffen, wird noch etwas warten müssen, denn der ist noch bis Montag im Urlaub. Ebenfalls im Urlaub, und zwar noch bis Freitag, ist Diakon Richter, und auch die Social-Media-Redaktion der Pfarrei (von der ich nicht so genau weiß, wer da außer dem Diakon noch so dazugehört) hat sich Anfang des Monats für drei Wochen in den Urlaub verabschiedet; also eigentlich beste Voraussetzungen, um in Sachen "Guerilla-Urlauberseelsorge" die eine oder andere Bombe platzen zu lassen. Am morgigen Sonntag soll jedenfalls das Kinderprogramm der Urlauberkirche im Zelt auf dem Burhaver Campingplatz beginnen, und wie oben schon erwähnt, wird das Programm der ersten Woche – unter dem Motto "Gott feiert mit uns" – vom neuapostolischen Gemeindevorsteher und seiner Familie geleitet. Ich denke, dass wir uns da gleich bei erster Gelegenheit mal sehen lassen sollten; möglicherweise ergibt sich da dann auch gleich eine Gelegenheit, ein bisschen die Werbetrommel für unsere eigenen "Spirituellen Angebote für Familien im Urlaub" zu rühren. Im Übrigen sind wir im Moment noch mittendrin in der Planung unserer Ferienaktivitäten, was auch bedingt, dass wir für die besagten spirituellen Angebote noch keine Termine festgelegt haben. Was wir aber, neben ein- bis dreimal "Lobpreis mit dem Stundenbuch" (intern auch "Beten mit Musik" genannt), unbedingt machen wollen, ist ein Kinderwortgottesdienst zum Gleichnis vom Sämann bzw. vom Vierfachen Acker (Mt 13,1-23) – das ist das Evangelium vom morgigen Sonntag. Am Montag, dem Gedenktag der Hll. Heinrich und Kunigunde, habe ich mein Online-Vorstellungsgespräch mit einer Professorin der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen; das könnte technisch noch eine Herausforderung werden, da unsere Ferienwohnung kein WLAN hat. Drückt mir mal die Daumen, dass alles gut klappt! – Am Mittwoch gäbe es die Möglichkeit, an einer Kirchenführung in Langwarden teilzunehmen; die dortige Kirche St. Laurentius stammt aus dem 12. Jahrhundert und beherbergt neben einem barocken Hochaltar eine der bedeutendsten Barockorgeln Norddeutschlands. Am Donnerstag ist Werktagsmesse in Herz Mariä Burhave; wer die zelebriert, oder sonstige Details, habe ich noch nicht in Erfahrung bringen können, da das neue Wochenblatt der Pfarrei bis zum Redaktionsschluss dieses Blogartikels noch nicht erschienen ist. – Und dann ist die erste Urlaubswoche auch schon rum!