...mit gelegentlichen Abstechern nach Nordenham bzw. Butjadingen! Brainstorming für eine christliche Graswurzelrevolution - von Kneipenapostolat bis Punkpastoral, von "Benedict Option" bis Dorothy Day (und zurück). Nicht Sandsäcke auftürmen, sondern eine Arche bauen. Politik wird uns nicht retten.
Wie die Zeit vergeht, Leser: Es ist tatsächlich schon zehn Jahre her, dass meine Liebste und ich, kurz nachdem wir gemeinsam einen Tagesausflug nach Leipzig zum 100. Deutschen Katholikentag unternommen hatten, im Zuge eines "Straßenfest-Crawls" bei der in der Punk- und Hausbesetzer-Szene verwurzelten "Fiesta Kreutziga" landeten und dort nach dem Motto "Wer, wenn nicht wir?" die Idee zu einer eigenen Laienapostolats-Initiative entwickelten, die darauf ausgerichtet sein sollte, die dahinsiechenden post-volkskirchlichen Strukturen, wie es in einem populären Kirchenlied heißt, "aus dem Schlaf der Sicherheit" aufzurütteln. Die Idee, für ein solches Ansinnen könne man Manches von der Punk-Bewegung lernen, hat zwar von Anfang an immer wieder zu Missverständnissen und Abwehrreaktionen geführt, die ich wohl auch mittels meines zweiteiligenDossiers"Warum eigentlich 'Punkpastoral'?" (das ich Gleichwohl allen interessierten Lesern sehr ans Herz legen möchte) nicht endgültig habe besiegen können; umso mehr hat es mich aber gefreut, unlängst feststellen zu dürfen, dass es in anderen Winkeln der katholischen Welt durchaus ähnliche Denkansätze gibt. Man stelle sich mal vor, wie mir zumute war, als ich dieses Visual auf Instagram sah:
Was ich da sah, entpuppte sich als erster Teil einer Artikelserie, die die Punk-Bewegung der 70er Jahre als ein Aufbegehren gegen die Dominanz einer auf Hochglanz polierten Harmlosigkeit in der Popkultur betrachtet und argumentiert, eine solche auf Hochglanz polierte Harmlosigkeit präge heute auch das Erscheibungsbild der Kirche in der Öffentlichkeit – weshalb auch die Kirche einen Aufbruch hin zu mehr Authentizität, Leidenschaft, Nonkonformismus und Mut zum Risiko nötig habe. Entzückt war ich, festzustellen, dass der zweite Teil der Artikelserie auf Instagram mit einem Foto von Dorothy Day geschmückt ist:
Wollte ich nun dem jungen Mann gegenüber, der sich da auf Instagram und YouTube über Punk Catholicism verbreitet, Priorität beanspruchen, indem ich sage "Na hör mal, ich mach' schon seit zehn Jahren Punkpastoral", müsste ich mich wohl auf die Frage gefasst machen "Und was hat's gebracht?". Man könnte natürlich von vornherein bestreiten, dass das eine sinnvolle Frage ist. Die Hl. Mutter Teresa von Kalkutta sagte bekanntlich einmal: "Gott hat uns nicht dazu berufen, erfolgreich zu sein, sondern treu." Der Hl. Charles de Foucauld versuchte in der Sahara eine Ordensgemeinschaft zu gründen, fand aber niemanden, der sich ihm hätte anschließen wollen, und konnte auch als Missionar keine zählbaren Bekehrungserfolge vorweisen, aber über 100 Jahre nach seinem Tod existieren zahlreiche geistliche Gemeinschaften, die sich auf ihn als ihre spirituelle Leitfigur berufen. Nicht dass ich mich mit solchen Vorbildern messen wollte, aber es liegt schließlich in der Natur von Graswurzelarbeit, dass ihre Ergebnisse, aus der Distanz betrachtet, in der Regel eher klein und unauffällig sind. Ich verweise ja immer wieder gern auf den Babywickeltisch in der Besuchertoilette von Herz Jesu Tegel und das Büchertauschregal im Vorraum dieser Toilette: bleibende Zeugnisse unseres Engagements in der dortigen Gemeinde, und ich sage in vollem Ernst, wer weiß, wie vielen Menschen diese Einrichtungen im Laufe der Jahre gute und wichtige Dienste geleistet haben. Drei Jahre lang, von Frühjahr 2017 bis kurz vor dem ersten Corona-Lockdown, haben wir fast jeden Monat im Gemeindehaus von Herz Jesu Tegel ein "Dinner mit Gott" veranstaltet. Ein häufiger Teilnehmer dieser Veranstaltungsreihe wird nächste Woche zum Diakon geweiht. Ob unser "Dinner" irgendeinen Einfluss auf seinen Berufungsweg gehabt hat – wer weiß? Bei unseren wöchentlichen Lobpreisandachten in Herz Jesu Tegel kam es immer wieder vor, dass Leute, die nichtsahnend hereingeschneit waren, tief bewegt wurden. Und wenn ich mir meine Tätigkeit im Bereich Kinderkatechese in St. Joseph Siemensstadt ansehe, dann würde ich schätzen, die Zahl der Kinder, an deren religiöser Bildung ich mitwirken durfte, nähert sich nach knapp drei Jahren so allmählich dem dreistelligen Bereich. – Noch sehr viel mehr Menschen erreiche ich natürlich mit meinem Blog; wozu mir immer wieder die Begegnung mit einem Pastoralreferenten aus dem Bistum Münster beim Forum Altötting einfällt, der zu mir sagte "Sie werden mehr gelesen, als Sie denken." Und da kommt nun derjenige Aspekt ins Spiel, dem ich unter der Rubrik "Prinzipien der Punkpastoral oder Was würde ein Punk tun?" im zweiten Teil meines Punkpastoral-Dossiers das Motto "Wachstum durch Anregung oder Vom Apfel zum Baum" gegeben habe: Wie ich dort betonte, geht es mir, wenn ich "in meinen Wochenbriefings meine alltäglichen Bemühungen dokumentiere, in der Pfarrei, der Familie und anderswo eine christliche Graswurzelrevolution voranzutreiben",
"nicht darum, zu sagen 'Schaut her, was ich alles mache', sondern zu sagen 'Du kannst das auch; oder wenn nicht genau das, dann etwas anderes'."
Wenn indes die Arbeit, die ich in den letzten zehn Jahren im Sinne meines Konzepts von "Punkpastoral" betrieben habe, in Hinblick auf das Prinzip "Wachstum durch Anregung" ein Ergebnis gebracht hat, das man sozusagen vom Mond aus sehen kann, dann ist es die Tatsache, dass ich die "Benedikt-Option" nach Deutschland gebracht habe. Damit meine ich – das sei für die Nachwelt festgehalten –, dass ich nicht nur die offizielle deutsche Übersetzung von Rod Drehers so betiteltem Buch besorgt habe, sondern dass es sehr wesentlich auf meine Initiative zurückgeht, dass dieses Buch überhaupt auf Deutsch erschienen ist. Rod selbst würde das jederzeit bestätigen. Vom amtskirchlichen Establishment in Deutschland und der diesem verpflichteten Presse wurde das Buch zwar weitgehend ignoriert bzw. totgeschwiegen, hat sich aber trotzdem ziemlich gut verkauft – präzise Zahlen habe ich gerade nicht parat, aber über 5.000 Exemplare sind es inzwischen bestimmt, wozu zu sagen ist, dass der durchschnittliche Absatz auf dem deutschen Buchmarkt zwischen 2.000 und 3.000 Exemplaren pro Titel liegt. Und wie ein russisch-orthodoxer Priester aus Krefeld mal sehr treffend sagte: Jedes verkaufte Buch ist ein potentieller Kleingarten. In welchem Ausmaß und in welcher Form die #BenOp in den zurückliegenden Jahren ihre Leser dazu angeregt und motiviert haben mag, eigene Graswurzelinitiativen zu starten, werden wir vermutlich nie ganz genau erfahren, aber ich nenn' mal ein prominentes Beispiel: Maria 1.0. Ja, tatsächlich: Die ursprüngliche Initiatorin dieser Bewegung habe ich einmal bei der MEHR und einmal beim Forum Altötting getroffen, und bei einer dieser Begegnungen erzählte sie mir, ohne die #BenOp hätte sie sich nie (zu)getraut, eine solche Initiative ins Leben zu rufen, bzw. wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass sie das könnte.
– Wenn nun jemand wissen möchte, was für mich persönlich die Highlights der zurückliegenden zehn Jahre waren, dann muss ich an erster Stelle natürlich die Heirat mit meiner Liebsten und die Geburt unserer beiden Kinder nennen, und auf die denkbare Nachfrage hin, wie es nun aber speziell mit spirituellen Highlights aussehe, möchte ich betonen, dass die genannten Ereignisse selbstverständlich auch und nicht zuletzt eine spirituelle Dimension hatten und weiterhin haben, letzteres insofern, als sie selbstverständlich bis heute und auch für die Zukunft sämtliche Aspekte meines Lebens, den spirituellen nicht zuletzt, entscheidend prägen. Sprechen wir aber trotzdem mal über diejenigen Ereignisse und Erlebnisse der letzten zehn Jahre, an die man beim Stichwort "spirituelle Highlights" wohl vorrangig denken würde. Da wären zu nennen:
Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; aber wenn man sich hier mal die Jahreszahlen anschaut, dann ist es schon recht auffällig, was für eine Lücke die Corona-Zeit gerissen hat. Immerhin geht die Tendenz in jüngster Zeit wieder bergauf – und angesichts der allüberall zu beobachtenden "Quiet Revival"-Tendenzen ist mir diesbezüglich auch für die Zukunft nicht bange. Schon für diesen Sommer ist mit allerlei spannenden Entwicklungen zu rechnen, danach beginnt für meine Tochter die Erstkommunionvorbereitung und für mich aller Voraussicht nach die Ausbildung zum Gemeindereferenten – die ihrerseits wiederum allerlei neue Perspektiven eröffnen dürfte, auf mittlere Sicht womöglich sogar für das Projekt "Pfarrhausfamilie". Wie immer gilt, dass meine Familie und ich ausgesprochen dankbar für Unterstützung im Gebet sind; wer uns darüber hinaus auch materiell unterstützen möchte, dem sei ein Abonnement unserer Patreon-Seite "Mittwochsklub" empfohlen – ab 5 € im Monat!
Schoneinpaarmal, o Leser, habe ich in der Geschichte meines Blogs ein Zitat aus dem Roman "Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman" von Lawrence Sterne gebracht, wo der Titelheld und Ich-Erzähler versucht, seine Autobiographie zu schreiben, und dabei klagt: "The more I write, the more I shall have to write!". Und im Moment geht's mir mal wieder so. Die Liste der Themen, über die ich schreiben will – sei es im Rahmen der Reihe Utopie und Alltag oder außerhalb davon – wird immer länger, immer wieder sage ich mir "Nächste Woche komme ich aber bestimmt dazu!", und dann ist plötzlich schon wieder eine Woche rum. Auch in der zurückliegenden Woche bin ich, wie ich gestehen muss, wieder nicht annähernd so produktiv gewesen, wie ich mir das vorgestellt oder gewünscht hätte – und das liegt nicht nur daran, dass meine Liebste, während dieses Wochenbriefing online geht, als Helferin beim Alpha-Kurs-Wochenende in Falkensee eingespannt ist und darum nicht der Familie zur Verfügung steht; auch das lange Pfingstwochenende hatte seinen Anteil daran, dazu kamen die Vorbereitungen für die KiTa-Reise des Jüngsten und gesundheitliche Unpässlichkeiten bei mehreren Familienmitgliedern. Meine Ankündigung von vor einer Woche, ich wolle mich mal wieder "um Themen wie meine Ausbildung zum Gemeindereferenten, die Religiöse Kinderfreizeit und die 'Guerilla-Urlauberseelsorge' in Butjadingen" kümmern, habe ich bei alledem nur in sehr eingeschränktem Maße verwirklichen können. Zur RKF kann ich immerhin ein paar Überlegungen vorstellen, die ich im Wesentlichen bereits erarbeitet habe, als ich am Himmelfahrtswochende "sturmfrei" hatte; Updates zu den beiden anderen genannten Themen werden hingegen mindestens noch eine weitere Woche warten müssen. Zu berichten gibt's aus der vergangenen Woche aber auch so einiges... Sieh selbst, o Leser!
Gute Message, gesehen nahe der Frankfurter Allee in Berlin-Lichtenberg.
Auf dem christlichen Hüpfburgenfest
Am vergangenen Samstag machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Stadtpark Lichtenberg, wo das Kinderprogramm eines freikirchlichen Evangelisierungs-Events namens "City of Light" stattfand. Vor gut eineinhalb Jahren, im September 2024, waren wir da auch schon mal gewesen, allerdings hatte ich das auf meinem Blog nur beiläufig (und obendrein mit Verspätung) erwähnt und die Ankündigung, darauf noch ausführlicher zurückzukommen, uneingelöst gelassen. Dass wir diesmal erneut mit von der Partie waren, war hauptsächlich dadurch veranlasst, dass – man höre und staune – eine Mitarbeiterin der Schule unseres Tochterkindes uns die Veranstaltung empfohlen hatte. Das ist eigentlich eine Geschichte für sich, da komme ich vielleicht an anderer Stelle noch drauf zurück.
Meine Erinnerungen an das City of Light-Kinderprogramm von 2024 war in Ermangelung schriftlicher Aufzeichnungen eher lückenhaft, aber hängen geblieben war bei mir der Eindruck, dass die Veranstalter nicht mit so viel Publikum gerechnet hatten, wie dann tatsächlich kam, und das Team infolgedessen etwas überfordert mit dem Andrang war. Daraus hatte man nun offenbar gelernt, denn schon auf den ersten Blick sah die Veranstaltung ein paar Nummern größer aus, als ich sie in Erinnerung hatte. Das schlug sich schon allein darin nieder, dass es auf dem Festgelände nicht eine oder zwei, sondern fünfHüpfburgen gab. Darüber hinaus gab's Kinderschminken, Geschicklichkeitsspiele wie "Luftballon-Dart", einen Stand, an dem man sich Luftballontiere basteln lassen konnte, und eine "Snackstation" mit Zuckerwatte, Popcorn und Getränken – alles gratis. (Ab Mittag kam auch noch ein Würstchengrill dazu.) Ein wesentlicher Bestandteil des Events war ein Van mit der Aufschrift "Kidsfest Kinderkirche", an dessen offene Seitentür eine Bühne angebaut war.
Bible-Män hat einen Bibelvers mitgebracht.
Der Programmablauf sah vor, dass es immer abwechselnd eine Stunde freie Spielzeit und eine halbe Stunde Bühnenprogramm geben sollte; während des Bühnenprogramms, das seinerseits aus Spielen, Musik und einer katechetischen Darbietung bestand, hatten die Hüpfburgen und sonstigen Stände, einschließlich der "Snackstation", Pause. Zur ersten Runde des Bühnenprogramms versammelten sich schätzungsweise 70 Kinder im Vor- und Grundschulalter vor der Bühne, bei der zweiten waren es schon um die 90. Einige der Spiele, die im Rahmen des Bühnenprogramms vorgeführt bzw. zusammen mit dem Publikum gespielt wurden, gefielen mir recht gut, und ich überlegte, ob man sie beispielsweise für die RKF verwenden könnte; was die katechetischen Elemente anging, stand im Mittelpunkt des ersten Programmblocks eine Geschichte aus Max Lucados Buch "Du bist einmalig", die ich schon vom JAM her kannte, und im zweiten Block gab es eine Pantomime zum Thema Sünde und Vergebung.
Jesus schenkt Friede, Freude und Liebe, nicht jedoch Eierkuchen.
Es hätte noch zwei weitere Programmblöcke gegeben, aber so lange blieben wir nicht, da die Kinder am Nachmittag noch eine Spielverabredung hatten. – Bekannte trafen wir übrigens nicht, was vielleicht gar nicht so überraschend ist, wenn man bedenkt, dass das Event in einer ganz anderen Ecke Berlins stattfand als der, in der wir uns sonst überwiegend bewegen. Aber irgendwie hatte ich doch damit gerechnet, beispielsweise jemanden von der EFG The Rock Christuskirche oder der Gemeinde auf dem Wegzu treffen. Da kann man jetzt natürlich sagen, das Ausbleiben solcher Begegnungen zeigt, dass – anders als man manchmal denken könnte – die christliche Szene in Berlin doch nicht so überschaubar ist, dass da jeder jeden kennt und man überall dieselben Leute trifft.
Nebenbei sei erwähnt, dass der Schauplatz dieses Fests weniger als einen Kilometer von der katholischen Kirche St. Mauritius entfernt lag. Ich sag mal: Wenn ich da Gemeindereferent wäre, würde ich gerne mal mit den Veranstaltern Möglichkeiten einer Kooperation sondieren, mindestens aber in "meiner" Gemeinde für das Event werben und mit dem Erstkommunionkurs dort hingehen. ("Und wenn, wie in diesem Jahr, die Erstkommunion dann schon vorbei ist?" – "Dann erst recht!") Na, kann ja noch kommen, wer weiß...
Ein besonderes Pfingsten
Am Pfingstsonntag gingen wir in St. Joseph Siemensstadt in die Messe, wo – wie am Sonntag zuvor bereits angekündigt worden war – eine Jugendliche und vier junge Erwachsene getauft wurden und eine weitere junge Erwachsene konvertierte. "Wenn ihr heute hier seid, dann, weil der Heilige Geist existiert", begrüßte der Pfarrvikar diese jungen Leute zu Beginn der Messe. "Dies ist ein besonderes Pfingsten: Es ist ein Moment, wo der Heilige Geist die Herzen der Menschen berührt, euch berührt hat, und ihr habt eine Antwort der Liebe gegeben."
Da es sich in jüngster Zeit als vorteilhaft erwiesen hatte, dass unsere Kinder in der Kirche etwas Abstand voneinander haben, setzte sich meine Liebste mit unserem Jüngsten in eine Bank und ich mich mit dem Tochterkind in eine andere; da unsere Große gern möglichst weit nach vorne wollte und ich das auch guthieß, nahmen wir unmittelbar hinter der letzten der für Familien und Freunde der Täuflinge reservierten Bankreihen Platz – und bekamen dadurch mit, wie eine junge Frau, die in dieser Messe getauft und gefirmt wurde, ihren Angehörigen freudestrahlend mitteilte, eine Bekannte – Arbeitskollegin oder so –, die sie zwar eingeladen, aber eigentlich nicht erwartet hatte, dass sie kommen würde, sei nun doch da. Auch ohne irgend etwas über die Hintergründe zu wissen, fand ich diese Freude ausgesprochen anrührend; ebenso auch, dass dieselbe junge Frau im nächsten Moment jemanden, der noch eine Reihe weiter vorn saß, daran erinnerte, ihrer Oma den Link zum Livestream zu schicken.
Insgesamt hatte es den Anschein, dass in den reservierten Bänken überwiegend ein eher kirchenfernes, mit dem Ablauf der Messe wenig vertrautes Publikum Platz nahm; so ähnlich wie bei der Erstkommunion, könnte man sagen, aber so ganz dasselbe war das eben doch nicht. Es erscheint fast zu offensichtlich, um es auszusprechen, aber der entscheidende Punkt ist hier natürlich, dass Erwachsenentaufen in einer Konfession, in der die Kindertaufe als normativ gelehrt und praktiziert wird, immer etwas Außergewöhnliches sind, egal wie sehr ihre Zahl in den letzten Jahren zugenommen hat. Anders ausgedrückt: Taufen im Säuglings-oder Kleinkindalter, gefolgt von Erstkommunion im Grundschul- und Firmung im Teenageralter, sind systemimmanent; die Erwachsenentaufe ist es nicht. Wer sich als Erwachsener oder älterer Jugendlicher in der katholischen Kirche taufen lässt, der kommt von außerhalb der etablierten Strukturen, und schon allein dieser Umstand verleiht der Erwachsenentaufe einen offensichtlicherenZeugnischarakter. Die Leute, die in den für Familie und Freunde reservierten Bänken Platz nehmen, sind bei der einen Veranstaltung nicht zwangsläufig mehr oder weniger kirchenfern als bei der anderen, aber es steht dennoch zu vermuten, dass das Geschehen, dessen sie Zeugen werden, anders auf sie wirkt: Eine Erstkommunion, und ebenso eine Kindstaufe, mag jemand, der mit dem Glauben nichts am Hut hat, als eher brauchtümlich-konventionellen Rahmen und Anlass für eine Familienfeier wahrnehmen, an der er teilnehmen kann, ohne dass dies seinen eigenen Glauben oder Nichtglauben irgendwie tangierte; das ist bei einer Erwachsenentaufe nicht so einfach. Eine Erwachsenentaufe ist, auch wenn gewisse Religionssoziologen diesen Umstand gern wegdiskutieren möchten, prinzipiell Frucht und Ausweis einer Bekehrung, und eine solche lässt auch das Umfeld des Bekehrten nicht unberührt. Das heißt nicht zwangsläufig, dass sie in diesem Umfeld nach Art eines Domino-Effekts weitere Bekehrungen auslöst; aber gar so unwahrscheinlich ist es wohl nicht, dass jemand, der sich im Erwachsenenalter dem christlichen Glauben und dann auch noch ausgerechnet der so viel gescholtenen katholischen Kirche zuwendet, auch den Menschen in seinem Umfeld, die dies miterleben, eine Tür oder zumindest ein Fenster öffnet. Nicht umsonst erwähnte der Pfarrvikar in einer Predigt im vergangenen Advent, von den Leuten in seinem Taufkurs sei die Hälfte einfach deshalb da, "weil sie einen Christen gesehen haben – weil sie einen Christen kennen, der sie zu Gott geführt hat; wo sie etwas gesehen haben, wovon sie sagen: Das möchte ich auch haben." – Ich denke nun natürlich darüber nach, ob nicht auch die Erstkommunion einen solchen Zeugnischarakter gegenüber den Leuten in den reservierten Bänken haben könnte und sollte, die sich zu diesem Anlass ausnahmsweise mal in die Kirche verirren; inwieweit dabei der Umstand in Rechnung zu stellen wäre, dass der post-volkskirchliche Kulturkatholizismus, der dazu führt, dass ansonsten kirchenferne Familien ihre Kinder trotzdem zur Erstkommunion gehen lassen möchten, weil es für sie immer noch irgendwie "dazugehört", ohnehin im Schwinden begriffen ist; und ob es einem solchen Zeugnischarakter nicht zuträglich sein könnte, Erstkommuniongottesdienste ernster und feierlicher und mit weniger Firlefanz und Pipifax zu gestalten. Das ist wohl ein Thema, mit dem ich nicht so bald fertig werde.
Währenddessen in Reinickendorf-Süd
Was ich im vorigen Wochenbriefing nicht erwähnt habe, ist, dass ich in der Woche, in der mein Jüngster wegen Erkältung nicht zur KiTa gehen konnte oder wollte, zweimal – am Dienstag und am Donnerstag – mit ihm "Beten mit Musik" in St. Joseph Tegel war. Bei einer dieser Gelegenheiten nahm ich mir den neuen Pfarrbrief mit – die "Sommerausgabe" quasi, die den Zeitraum von Juni bis August abdeckt. Ich bin zwar zunehmend überzeugt, dass das Medium "Pfarrbrief" in seiner gängigen Form eigentlich passé ist und im Grunde eine enorme Ressourcenverschwendung darstellt, und für den der Pfarrei St. Klara Reinickendorf-Süd gilt das dank der tragikomischen Inkompetenz der Redaktion (und wohl auch und nicht zuletzt dank der allgemeinen Richtungslosigkeit der ganzen Pfarrei, die aber wohl weniger ein Alleinstellungsmerkmal als vielmehr "typisch post-volkskirchlich" ist) in besonders augenfälligem Maße; aber ein paar interessante Dinge standen doch drin. Ein Beitrag – mit der Überschrift "Die Zukunft der Gottesdienstordnung" und namentlich gezeichnet vom Pfarrer – wäre, obwohl gerade mal eine Seite lang, möglicherweise sogar ergiebig genug für einen eigenständigen Blogartikel, also komme ich vielleicht noch einmal ausführlicher darauf zurück; halten wir jedenfalls erst einmal fest, dass dieser Text durch das Problem veranlasst ist, dass die Pfarrei in Hinblick auf ihr geistliches Personal unterbesetzt ist. Wie berichtet, ist um den Jahreswechsel herum ein von der Diözese Owerri in Nigeria ans Erzbistum Berlin "ausgeliehener" Priester, nachdem er hier gut acht Jahre lang als Pfarrvikar tätig gewesen war, in den Ruhestand getreten und in seine Heimat zurückgekehrt; da seine Stelle bisher noch nicht wieder neu besetzt werden konnte, sind die im Personalschlüssel eigentlich für diese Pfarrei vorgesehenen Priesterstellen seither zu einem Drittel unbesetzt. Zwar sind neben dem Pfarrer noch zwei Pfarrvikare, beides Ordenspriester, in St. Klara Reinickendorf-Süd tätig, beide jedoch nur mit einer 50%-Stelle. Dass das in einer Pfarrei mit sieben Kirchen Probleme verursacht, kann man sich leicht ausrechnen. Eine Vollzeitstelle hat im Pastoralteam von St. Klara neben dem Pfarrer derzeit nur der Diakon, dessen Stellung damit natürlich an Gewicht zunimmt; insbesondere schlägt sich dies in einer vom Liturgieausschuss der Pfarrei erarbeiteten und vom Pfarreirat beschlossenen "Rahmen-Gottesdienstordnung" nieder, die sicherstellen soll, dass auch zukünftig "in jeder unserer Kirchen zu regelmäßigen Zeiten ein Gottesdienst gewährleistet" werden kann. Diese Rahmen-Gottesdienstordnung sieht vor, dass die bisherigen "zehn Sonntagsgottesdienste" in der Pfarrei – drei am Vorabend, sechs am Sonntagvormittag und einer am Sonntagabend – "zunächst beibehalten werden, allerdings vermehrt als Wort-Gottes-Feiern". Der Diakon wird also zukünftig noch mehr predigen dürfen als bisher, und obendrein sollen auch "unsere (ehrenamtlichen) Gottesdienstbeauftragten" verstärkt zum Zuge kommen. – Man könnte natürlich auf die Idee kommen, gerade auch angesichts der räumlichen Nähe der Kirchenstandorte zueinander (vier der sieben Kirchen, nämlich Herz Jesu, St. Joseph, Allerheiligen und St. Bernhard, sind jeweils nur rund 2 km voneinander entfernt) wäre es den Gemeindemitgliedern durchaus zuzumuten, einen etwas weiteren Weg zur Sonntagsmesse zurückzulegen, und man könnte daher, bis die derzeit vakante Pfarrvikarsstelle wieder besetzt ist, ein paar Sonntagsgottesdienste einsparen; aber man scheut sich wohl, einzelne Kirchenstandorte zu benachteiligen, und das hat, wie der diesem Thema gewidmete Pfarrbriefartikel zwischen den Zeilen zu verstehen gibt, unter anderem mit dem Immobilienentwicklungsprozess des Erzbistums zu tun. Das wäre nun allerdings einer der Aspekte des Artikels, die man mal an anderer Stelle vertiefen müsste. – Und wenn man nun eine solche Standortbenachteiligung dadurch vermeiden würde, dass man beispielsweise im Zwei-Wochen-Rhythmus abwechselnd an einander benachbarten Standorten die Messe feiert? Da ahne ich den Einwand, insbesondere ältere Gemeindemitglieder würden das nicht auf die Reihe kriegen und sonntags vor der falschen Kirchentür stehen. Da nützt es wohl auch nichts, darauf hinzuweisen, dass ein solches System in anderen Pfarreien, in denen die Kirchorte erheblich weiter voneinander entfernt sind, sehr wohl funktioniert.
Zum Mangel an geistlichem Personal in der Pfarrei St. Klara sei übrigens noch angemerkt, dass es noch vor wenigen Jahren drei im Pfarreigebiet lebende Ruhestandsgeistliche gab, die bei Bedarf zur Zelebration herangezogen werden konnten, aber die sind inzwischen alle verstorben. Allerdings war ich am Mittwoch spontan in St. Marien Maternitas in Heiligensee in der Messe, nachdem ich im Zelebrationsplan einen mir nicht bekannten Namen gelesen hatte. Wie sich zeigte, handelte es sich um einen Ruhestandsgeistlichen aus Velten, der so etwa Mitte 80, aber noch gut beieinander war und erfreulich schnörkelllos und geradlinig zelebrierte. Vor der Messe gab es eine Maiandacht, die die ehrenamtliche Küsterin/Lektorin/Ministrantin aus Texten aus dem alten Gotteslob und einem noch aus ihrer Kindheit stammenden Buch zusammengestellt hatte, und auch die fand ich gut – was umso erfreulicher war, als es meine einzige Maiandacht in diesem Jahr war.
Aber mal zurück zum Pfarrbrief: Gerade mal zehn Zeilen lang ist ein Artikel unter der Überschrift "Neuer Akzent – Regenbogen-Gottesdienst" im Abschnitt über die Gemeinde St. Rita. Einleitend heißt es da:
"Das Erzbistum Berlin (EBO) engagiert sich zunehmend für queersensible Pastoral, um auch queeren Menschen Räume für Gemeinschaft und Seelsorge in den Gemeinden zu schaffen. Es werden unter anderem Gottesdienste angeboten und die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ist möglich."
Alles zu sagen, was mir zu diesen wenigen Zeilen einfiele, würde hier entschieden den Rahmen sprengen, daher beschränke ich mich hier mal darauf, den schon früher festgehaltenen Eindruck zu wiederholen, queersensible Pastoral in Reinickendorf-Süd sei ein bisschen wie "Gay Pride in Stars Hollow": Das liegt halt gerade im Trend, da muss man irgendwie mitmachen, auch wenn man sich dafür "queere Menschen" aus anderen Gemeinden ausleihen muss, weil man selbst zu wenige hat. Sogar die biedere Nordwest-Zeitung leistet sich seit einiger Zeit eine Queer-Kolumne. Das besonders Tragikomische an diesem Hinter-dem-Trend-Herhecheln ist nun allerdings, dass es in diesem Fall eindeutig zu spät kommt: Einem Satz wie "[D]ie Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ist möglich" kann man nach jüngsten Klarstellungen von Papst und Glaubensdikasterium ja im Grunde nur ein simples "Eben nicht!" entgegenhalten.
Für den "Regenbogen-Gottesdienst" in St. Rita kamen diese Klarstellungen indes womöglich zu spät: "Erstmals fand im März ein Regenbogengottesdienst statt, den Pater Felix zelebrierte", erfährt man im Pfarrbrief. Pater Felix, das ist der neue Prior des Augustinerklosters St. Rita, der zugleich Hochschulseelsorger an der KSG Edith Stein ist. Dass der bei sowas mitmacht, enttäuscht mich irgendwie – obwohl ich andererseits nicht wüsste, wieso die eine von ihm zelebrierte Messe, die ich bisher miterlebt habe, mich hätte veranlassen sollen, Besseres von ihm zu erwarten.
Dass es über diesen Regenbogengottesdienst in St. Rita heißt, er habe "[e]rstmals [...] im März" stattgefunden, darf man wohl als Hinweis darauf verstehen, dass es zukünftig weitere Veranstaltungen dieser Art geben soll; unterstrichen wird dieser Eindruck durch den Schlusssatz des Artikels, welcher lautet: "Zu diesen Gottesdiensten sind alle Menschen herzlich eingeladen, denn der Regenbogen ist das Symbol für die Verbindung von Gott mit den Menschen". Inhaltlich ein klarer Fall von "Für dumm verkaufen kann ich mich alleine", zugleich aber auch bezeichnend für das stilistische und gedankliche Niveau dieser Publikation. Mehr will ich dazu mal lieber nicht sagen.
Eine wichtige Rolle spielen in diesem Pfarrbrief auch die anstehenden Gremienwahlen; die sind zwar erst im November, aber in Relation zu der Tatsache, dass der Pfarrbrief nur einmal in drei Monaten erscheint, ist das ja gar nicht mehr sooo lange hin. Jedenfalls scheint es, dass nicht nur in dieser Pfarrei händeringend nach Leuten gesucht wird, die sich zu einer Kandidatur bereit finden, sondern dass insgesamt seitens des Erzbistums ein beträchtlicher Aufwand betrieben wird, um die Kirchenmitglieder für die Wahlen zu interessieren. So hofft man offenbar der notorisch schwachen Wahlbeteiligung aufzuhelfen, indem erstmals die Möglichkeit zur digitalen Stimmabgabe geschaffen wird:
"Wahlberechtigte erhalten ab etwa Mitte Oktober ein individualisiertes Schreiben direkt nach Hause. Mit diesem erhalten Wählende Zugriff auf die elektronischen Wahlzettel und können diese direkt ausfüllen."
Na, wenn's schee macht! Gleichzeitig wird Pfarrbrieflesern, die womöglich "Bedenken bezüglich der digitalen Wahl haben", zugesichert, dass auch "Möglichkeiten vor Ort zur Verfügung stehen" werden, "damit auch Sie Ihre Stimme abgeben können".
Foto aus St. Joseph Siemensstadt.
Übrigens habe ich, wenn ich über die Gremienwahlen schreibe und dies auch noch gezielt mit der Pfarrei St. Klara in Zusammenhang bringe, natürlich durchaus die Absicht, die Gerüchteküche hinsichtlich der Frage, ob ich etwa für den Gemeinderat von Herz Jesu Tegel kandidieren will, am Köcheln zu halten; zugleich möchte ich aber nicht verschweigen, dass inzwischen auch die Anregung bzw. der Wunsch an mich herangetragen worden ist, ich solle für den Gemeinderat von St. Joseph Siemensstadt/St. Stephanus Haselhorst und/oder für den Pfarreirat der Großpfarrei Heilige Familie Spandau-Havelland kandidieren. Wozu ich sagen möchte: Natürlich ist es schmeichelhaft, so gefragt zu sein; und sicherlich hat es auch eine gewisse Stimmigkeit, zu argumentieren, wenn man sich schon dem Fegefeuer der Gremienarbeit aussetzen will, wäre es doch am sinnvollsten, das dort zu tun, wo man sowieso schon ehrenamtlich tätig ist. Aber ehrlich gesagt sehe ich das nicht ganz so. Einerseits hätte ich die Befürchtung, dass es zwischen Gremienarbeit, so wie ich sie bisher kennengelernt habe, und eigenem ehrenamtlichen Engagement eher Interessenkonflikte als positive Synergieeffekte geben könnte; und andererseits fühle ich mich, wie der "fromme Chaot" sagen würde, "innerlich geführt", dahin zu gehen, wo die Not am größten ist. Weniger pathetisch ausgedrückt: In Tegel sehe ich mehr Potential, etwas zu bewegen, gerade deshalb, weil da die Notwendigkeit, dass sich etwas bewegt, größer ist. Ich möchte derweil allerdings klarstellen, dass es noch keineswegs sicher ist, ob ich überhaupt zu den Gremienwahlen antrete. Ich fürchte, meine Liebste würde mir was husten...
Update RKF: Wenn der Küchenhelfer sein eigenes Süppchen kocht
Mit den von einem Team aus dem Bistum Dresden-Meißen erstellten Materialien für die diesjährige Religiöse Kinderwoche (RKW) – die in der Gemeinde St. Joseph Siemensstadt/St. Stephanus Haselhorst seit ein paar Jahren Religiöse Kinderfreizeit(RKF) heißt – habe ich mich, nachdem ich vor zwei Wochen ein recht ungnädiges Gesamturteil darüber abgegeben habe, inzwischen etwas eingehender befasst; das Ergebnis könnte man als zwiespältig bezeichnen, aber so ganz die richtige Bezeichnung ist das wohl doch nicht. Auf der einen Seite hat das genauere Studium der Materialien nämlich zwar ergeben, dass es da im Detail – in den Spiel- und Bastelvorschlägen, aber zum Teil auch in den "Anspielen", in den Andachten zum Tagesabschluss und in den Entwürfen zu Kleingruppenkatechesen – durchaus mehr gibt, was ich als brauchbar einschätzen würde, als ich es auf den ersten Blick vermutet hätte; gleichzeitig und andererseits hat dies jedoch nicht dazu geführt, dass ich mein negatives Gesamturteil revidieren möchte – eher im Gegenteil. Wie bereits angedeutet, sehe ich das Kernproblem des vorgegebenen Gesamtkonzepts darin, dass es nicht im eigentlichen Sinne auf Katechese abzielt, sondern vielmehr durch und durch vom "Moralistisch-Therapeutischen Deismus" geprägt ist. Mose erscheint in den Materialien als "Archetyp für unsere gegenwärtigen Lebenserfahrungen", als welche etwa "innere Zerrissenheit", "die Vielschichtigkeit von Erlebnissen und der eigenen Identitäten" und die "Suche […] nach sich selbst" angesprochen werden; der moralistische Aspekt des MTD ist vorangig in Gestalt linksliberal ausgerichteter politischer Bildung präsent, wobei es fast schon eine Erleichterung darstellt, dass die Urheber dieses RKW-Konzepts nicht auf die Idee gekommen sind, die Ägyptischen Plagen unter Klimawandel-Gesichtspunkten zu betrachten.
Wenig ergiebig sind die RKW-Materialien hingegen in Hinblick darauf, die Geschichte des Mose als die Geschichte vom Bund Gottes mit Seinem Volk erfahrbar zu machen, was ich eigentlich als das Wesentliche an diesem biblischen Stoff betrachten würde. Davor, das Alte Testament im Licht des Neuen zu deuten – wie es schon die Kirchenväter, ja im Grunde sogar schon die Verfasser des Neuen Testaments selbst getan haben – wird in der "Theologischen Hinführung" des RKW-Materialienbuchs unter dem Stichwort "Stolperfallen" sogar ausdrücklich gewarnt: In den Katechesen müsse "jeder Gedanke einer Ersetzung des Alten Bundes (Judentum) durch eine vermeintlich bessere, neue Version des Bundes (Christentum)" vermieden werden, denn eine solche Sichtweise führe "direkt in den Antijudaismus und von da in den Antisemitismus". – Sagen wir mal so: Eine gewisse Sensibilität gegenüber der Gefahr, unterschwellig antisemitische Ressentiments zu füttern, ist sicherlich begrüßenswert und gerade im heutigen politischen Klima angebracht, aber das sollte nicht als Ausrede dafür dienen, einer spezifisch christlichen Perspektive auf das Alte Testament auszuweichen. Ich würde zum Beispiel nicht darauf verzichten wollen, den Durchzug durchs Rote Meer als Bild für die Taufe zu deuten und den Zusammenhang zwischen Pessach und Letztem Abendmahl aufzuzeigen.
Bedenken muss man bei alledem natürlich, dass die RKW gewissermaßen ein "Markenartikel" ist, der in den ostdeutschen Bistümern fest etabliert ist und einen guten Ruf genießt; und wenn eine Pfarrei oder Gemeinde dieses Format anbietet, ist es – auch wenn die Veranstaltung in Siemensstadt/Haselhorst geringfügig anders heißt – einigermaßen folgerichtig, dass die Erwartung im Raum steht, die Veranstaltung habe im Großen und Ganzen dem vorgegebenen Konzept zu folgen. Hinzu kommt, dass ich – wie ich neulich schon mal betont habe – offiziell nur als Küchenhelfer im Team bin. Auch so bin ich zwar grundsätzlich optimistisch, in Absprache mit den anderen Teammitgliedern einige Akzente zur Verbesserung des katechetischen Niveaus der RKF setzen zu können, aber mehr als ein paar Akzente werden es realistischerweise wohl nicht werden – jedenfalls diesmal noch nicht. Auf längere Sicht könnte ich mir sehr wohl vorstellen, auf der Basis dessen, was mir an den Materialien für die diesjährige RKW so alles nicht gefällt, ein Alternativkonzept für eine Kinderbibelwoche zum Thema Mose zu entwickeln und dieses dann auch in die Praxis umzusetzen. Ich komme bei Gelegenheit noch auf das Thema zurück...
Geistlicher Impuls der Woche
Brüder! Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet. Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.
(1. Korinther 12,3b-7.12-13; 2. Lesung vom Pfingstsonntag)
Ohrwurm der Woche
The Doors: L.A. Woman
Ja, da ist natürlich das City of Light-Event dran schuld. Are you a lucky little lady in the city of light?, heißt es im Titelsong des letzten zu Lebzeiten von Frontmann Jim Morrison produzierten Albums der Doors. Ob man diese Platte als das Meisterwerk der Gruppe bezeichnen möchte, mag Geschmackssache sein, aber ich könnte mir vorstellen, dass Mancher, dem die frühen Doors zu psychedelisch sind, an dem geradlinigen und doch virtuosen Bluesrock von "L.A. Woman" umso mehr Freude haben dürfte. Zu dem von einem Fan erstellten Video sei noch angemerkt, dass es an die beliebte Verschwörungstheorie anknüpft, Jim Morrison alias "Mr. Mojo Risin'" habe seinen Tod nur vorgetäuscht: Am Anfang des Videos sieht man, wie der Sänger seine eigene Todesnachricht im Autoradio hört.
Vorschau/Ausblick
Wir sind noch mittendrin im Alpha-Kurs-Wochenende; genauer gesagt ist zu dem Zeitpunkt, da dieses Wochenbriefing online geht, schon etwas mehr als die Hälfte des Kursprogramms rum, und deutlich mehr als die Hälfte der Zeit, die die Kinder ihre Mutter nicht gesehen haben. So oder so wird es im nächsten Wochenbriefing allerlei darüber zu berichten geben, was ich an diesem Wochenende so alles mit den Kindern unternommen habe – an erster Stelle wäre hier sicher das heutige Wölflings- und Wichtelgruppentreffen zu nennen – oder noch unternehmen werde, wozu es u.a. gehört, dass am morgigen Dreifaltigkeitssonntag in St. Joseph Siemensstadt KiWoGo ist. Und um's mal ein bisschen spannend zu machen: Was heute in der Post war, dürfte ebenfalls mindestens einen thematischen Abschnitt im nächsten Wochenbriefing wert sein. Darüber, was meine Liebste an diesem Wochenende erlebt hat, dürfte es, so hoffe ich, ebenfalls einiges zu sagen geben; dann folgen ein paar voraussichtlich eher normale Schul- und Arbeitstage, aber am Donnerstag ist einerseits Fronleichnam, andererseits das Jubiläum "10 Jahre Punkpastoral", und natürlich gilt es beides gebührend zu feiern – letzteres mit einem separaten Jubiläumsartikel, der auch schon in Vorbereitung ist, wohingegen die Frage, wie genau wir in diesem Jahr Fronleichnam feiern wollen, tendenziell weniger leicht zu beantworten ist: Die Teilnahme an der zentralen Fronleichnamsfeier des Erzbistums Berlin war ja in der Vergangenheit meist eher nicht so erfreulich, aber andererseits nehmen die Schöneberger KPE-Pfadfinder mit Kluft und Banner an der Prozession teil, und da wäre es ja schon schön, wenn unser Wölflingsmädchen da mitliefe. Am Sonntag, wenn Fronleichnam auf Pfarreiebene "nachgefeiert" wird, stellt sich erneut die Frage, wo wir uns zuordnen wollen, aber das fällt ja bereits in den Berichtszeitraum des übernächsten Wochenbriefings.
Gott zum Gruße, Leser! Die zurückliegende Woche war für mich geprägt von dem Umstand, dass mein Jüngster krank war – nicht schlimm krank, aber doch zu erkältet, um in die KiTa zu gehen; dadurch fehlten mir die ca. 5 Stunden pro Tag, die ich normalerweise dazu nutze, meine Gedanken zu ordnen, Dinge zu erledigen, für die ich Ruhe brauche, oder mich einfach mal zu entspannen, und am Ende des Tages war ich dann erschöpft von all dem Dingen, die ich nicht geschafft hatte. Als nächstes werde ich wahrscheinlich selber krank, na ja, vielleicht auch nicht. Das Gute ist jedenfalls, dass die Nachbetrachtung des langen Himmelfahrts-Wochenendes, einschließlich des Katholikentags, genug Material für das Wochenbriefing abwirft; und in der nächsten Woche komme ich dann hoffentlich mal wieder dazu, mich um Themen wie meine Ausbildung zum Gemeindereferenten, die Religiöse Kinderfreizeit und die "Guerilla-Urlauberseelsorge" in Butjadingen zu kümmern. Venceremos!
Komm, Heiliger Geist!
Spirituelles Strohwitwer-Wochenende
Das lange Himmelfahrts-Wochenende, oder zumindest dessen erste Hälfte, hätte ja eigentlich noch in den Berichtszeitraum des vorigen Wochenbriefings gehört, aber da die vorangegangene Woche, wie erwähnt, mehr als genug Stoff zum Bloggen geliefert hatte, habe ich mir dieses Thema bis hierher aufgehoben. Spulen wir also einmal zurück zum Tag des Hochfests Christi Himmelfahrt: Ich hatte mir im Vorfeld ein paar Gedanken darüber gemacht, wo ich denn zur Messe gehen könnte, nachdem ich meine Tochter am Bahnhof Südkreuz in die Obhut ihrer Wölflingsmeute übergeben haben würde; aber nachdem der Zug mit den Wölflingsmädchen abgedampft war, stellte ich fest, dass es am praktikabelsten war, einfach "ganz normal" nach St. Joseph Siemensstadt zu gehen, wo die Messzeiten so waren wie sonst sonntags. Die Messe dort wurde vom Spandauer Krankenhausseelsorger zelebriert, und ich fand es ausgesprochen interessant, wie er das Festgeheimnis des Tages in seiner Predigt anging. In der Vergangenheit hatte ich nämlich schon öfter den Eindruck, dass nicht wenige Prediger sich schwer damit tun, aus der Himmelfahrt Christi theologisch "Sinn zu machen"; ein probater Ausweg ist es da offenbar, sich auf die Frage zu konzentrieren, was es für die Jünger bedeutete, dass Christus, nachdem Er ihnen über einen Zeitraum von 40 Tagen wiederholt erschienen war und sie gelehrt hatte, nun dauerhaft von der Erde entrückt wird. Letztes Jahr in Bernau etwa lautete der Kerngedanke der Predigt so ungefähr, Jesu Entrückung in den Himmel sei notwendig gewesen, damit die Jünger Selbständigkeit und Eigeninitiative entwickeln, statt weiter am Rockzipfel ihres Meisters zu hängen. Ich will die Berechtigung dieser Perspektive gar nicht grundsätzlich in Abrede stellen, fand es aber erfrischend, dass der Spandauer Krankenhausseelsorger eine ganz andere Dimension des Himmelfahrtsgeschehens in den Fokus rückte: Pointiert gesagt richtete er den Blick weniger auf die Erde, von der Jesus vermeintlich "verschwunden" ist, als vielmehr eben auf den Himmel, in den Er aufgefahren ist – und der, wie er betonte, schließlich auch unser aller Ziel sei. In diesem Zusammenhang stellte er es als das eigentlich heilsgeschichtlich Relevante an der Himmelfahrt Christi heraus, dass Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott, eben nicht nur mit Seiner göttlichen Natur in den Himmel zurückkehrt, sondern auch Seine menschliche Natur sozusagen dorthin mitnimmt und damit uns Menschen den Himmel zugänglich macht. Eigentlich total einleuchtend, muss einem aber offenbar erst mal gesagt werden.
Nachdem ich am Freitag das Wölflingslager besucht und dort zu Mittag gegessen hatte, sagte ich mir, ich könnte die seltene Gelegenheit, an einem Freitagnachmittag allein zu sein und Zeit zu haben, dazu nutzen, mal wieder in Herz Jesu Tegel zur Eucharistischen Anbetung zu gehen. Ich verbrachte dort rund eine Stunde, und das tat mir sehr gut; gegen Ende dieses Zeitraums öffnete ich die Stundenbuch-App auf meinem Mobilgerät, und auch das erwies sich als eine glückliche Eingebung, denn der Hymnus der Vesper erinnerte mich daran, dass an diesem Tag die Pfingstnovene begann. Wieder zu Hause, suchte ich daher meine "selbstgebastelte" (und zuletzt 2024 aktualisierte) Pfingstnovene heraus und betete den ersten Tag, in der wohllöblichen Absicht, damit in den folgenden Tagen weiterzumachen.
Am Samstag nach dem Frühstück fiel mir ein, dass die Legio Mariae in Herz Jesu Tegel samstags immer eine Rosenkranzandacht abhielt; ich konnte mich jedoch nicht erinnern, ob diese Andacht um 10 oder um 11 Uhr begann, und wie ich etwas verwundert feststellte, war sie weder im Wochenplan der Pfarrei noch im Veranstaltungskalender auf der Website aufgeführt. Na gut, dachte ich mir: 11 Uhr wäre mir eigentlich sowieso zu spät, ich hab ja auch noch was anderes zu tun; also gehe ich mal auf Verdacht um 10 Uhr in die Kirche, und wenn da keiner ist, der den Rosenkranz vorbetet, dann mache ich das eben selber. Gesagt, getan! Am Abend hatte ich dann eigentlich die löbliche Absicht, zeitig schlafen zu gehen, um am nächsten Morgen in aller Früh nach Eichwalde zu fahren und dort zusammen mit den Wölflingen in die Messe zu gehen; aber dann kam es doch anders: Gerade als ich den zweiten Tag der Pfingstnovene zu Ende gebetet hatte und drauf und dran war, mich bettfertig zu machen, da rief mich die Wölflingsleiterin an: Meine Tochter habe schlimmes Heimweh und wolle nach Hause. Also machte ich mich auf den Weg, sie abzuholen.
Weiteres vom Wölflingslager
"Zwei Nächte geschafft!", war das erste, was meine Tochter zu mir sagte, als ich sie quasi mitten in der Nacht aus dem Wölflingslager abholte. Nachdem sie einmal den Entschluss gefasst hatte, sich abholen zu lassen, wirkte sie eigentlich recht wohlgemut und sogar fröhlich; ihren Rucksack hatte sie bereits gepackt. Auf dem Weg zur S-Bahn erzählte sie mir begeistert von der Katechese dieses Tages, in der der Kurat über Eucharistische Wunder gesprochen hatte; in der Bahn zeigte sie mir stolz ihr Probenheft, in dem schon ein paar Aufgaben aus der Rubrik "Leise Pfoten" abgehakt waren (Näheres dazu weiter unten). Und dann schlief sie an meiner Schulter ein.
Der Eindruck, dass es ihr beim Lager trotz Heimweh und trotz Wetterunbill am ersten Tag (inklusive Hagel und Gewitter) gut gefallen hatte, verfestigte sich im Laufe des Sonntags weiter: Sie erzählte mir mit Freude und Begeisterung, was sie alles erlebt hatte, las eifrig in ihrem Wölflingsbuch "Der Weg durch den Dschungel", erwog, welche Aufgaben aus dem Probenheft sie sich ald nächstes abhaken lassen könnte, und sang mir Lieder aus dem Wölflings-Liederbuch "Der Kupferschmied"vor (die ich zum Teil auf der Gitarre zu begleiten versuchte). Am Nachmittag schauten wir uns auf Wunsch des Tochterkindes das Dschungelbuch – nicht die Disney-Version, sondern Zoltan Kordas Realverfilmung von 1942 – auf YouTube an, und währenddessen teilte mein Wölflingsmädchen mir eifrig Hintergrundwissen über die Tiercharaktere mit und zeigte mir, wo die Handlungsschauplätze auf der Dschungel-Landkarte in ihrem Wölflingsbuch eingezeichnet sind. --- Lesern, die sich mit pfadfinderischen Gepflogenheiten nicht besser auskennen, als ich es bis vor gut einem halben Jahr getan habe, muss ich hier wohl den Zusammenhang erläutern. Merke also auf und lausche, o Leser: Dschungelbuch-Autor Rudyard Kipling war mit dem Begründer der internationalen Pfadfinderbewegung, Lord Baden-Powell ("BiPi"), befreundet, und als dieser zusammen mit seiner Assistentin Vera Barclay die Pfadfinderpädagogik um ein Konzept für Kinder unter zwölf Jahren ergänzen wollte, erlaubte Kipling ihm, dafür Motive aus dem Dschungelbuch zu verwenden. Vor- bzw. Leitbild der Wölflingspädagogik ist daher das Aufwachsen Moglis im Wolfsrudel; deshalb wird der Leiter bzw. die Leiterin einer Wölflingsmeute "Akela" genannt, ein fester Bestandteil der Meutenaktivitäten sind Versammlungen am "Ratsfelsen", bei denen Auszüge aus dem Dschungelbuch vorgetragen werden und dann darüber diskutiert wird, was man daraus lernen könne, und die als "Jagd" bezeichneten Geländespiele orientieren sich thematisch ebenfalls oft an Episoden aus dem Dschungelbuch.
In diesem Zusammenhang bietet es sich wohl an, etwas ausführlicher auf das Buch mit den Erprobungen für die Wölflingsstufe einzugehen, das ja nicht von ungefähr Der Weg durch den Dschungel heißt und von dem meine Tochter beim Frühlingslager ihr persönliches Exemplar ausgehändigt bekommen hat. Meine ersten Eindrücke von diesem Buch habe ich schon vor fast drei Jahren mal in einem Blogartikel skizziert, zu einem Zeitpunkt also, als überhaupt noch nicht abzusehen war, dass mein Tochterkind mal in eine Wölflingsmeute der KPE eintreten würde; allerdings gingen diese ersten Eindrücke kaum über einen fragmentarische Überblick darüber hinaus, "was man bei den Wölflingen so alles lernen kann". Worauf ich dabei noch nicht eingegangen bin – was aber andererseits wohl nicht überraschend ist – ist, dass dieses Lernen des Wölflings sich in mehreren Stufen vollzieht, und die erste dieser Stufen ist, dass der Wölfling lernt, auf leisen Pfoten zu gehen. Soweit ich es verstanden habe, müssen die Erprobungen aus der Rubrik "Leise Pfoten" abgelegt werden, bevor der Wölfling in einer feierlichen Zeremonie sein Versprechen ablegt und sein Halstuch bekommt. Inhaltlich sind die Erprobungen gegliedert in die Kategorien "Du erwachst im Dschungel" – da geht es darum, die Regeln und Gebräuche der Wölflinge zu kennen und zu befolgen –, "Du bist Kind Gottes" – dazu gehören etwa Anforderungen wie "Du kannst das Vaterunser, das Gegrüßet seist du Maria und das Ehre sei dem Vater beten" oder "Du weißt, dass die Kirche das Haus Gottes ist, und benimmst dich dort ruhig und ehrfürchtig" –, "Du denkst zuerst an die Anderen" und "Du übst dich im Dienen". Im Normalfall funktionieren die Erprobungen so, dass der Wölfling zu Akela geht, demonstriert, dass er die entsprechende Fertigkeit beherrscht, und sich dies durch eine Unterschrift (Kürzel) beglaubigen lässt; im einigen Fällen (z.B. "Du benimmst dich in der Meutenstunde so, dass Akela und die anderen Wölflinge sich auf dich verlassen können") beurteilen die Leiter aber auch das Verhalten des Wölflings über einen längeren Zeitraum hinweg, und einige Erprobungen, die das Verhalten des Wölflings außerhalb der Meutenaktivitäten betreffen, müssen sogar von den Eltern abgezeichnet werden (z.B. "Du räumst jeden Abend deine Sachen auf und machst am Morgen dein Bett").
Hat der Wölfling die "Leise Pfoten"-Prüfung erfolgreich bewältigt und sein Versprechen abgelegt, gilt es, erst einen und dann noch einen zweiten Stern fürs Barrett zu erwerben; diese sollen die "geöffneten Augen" des Wölflings symbolisieren. Zu den bereits genannten Erprobungskategorien kommen weitere hinzu, so etwa "Du bestehst Abenteuer im Dschungel" und "Du bist ein Freund der Natur". Und dann gibt es auch noch Fähigkeitsabzeichen, für die man je nach Interessenschwerpunkt zwischen verschiedenen Spezialgebieten wählen kann. Aber das ist für uns im Moment noch Zukunftsmusik.
Erwähnt sei übrigens noch, dass meine Tochter mir erzählte, auf der Bahnfahrt ins Lager seien Zettel an die Wölflinge verteilt worden, auf denen sie aufschreiben sollten, warum sie bei den Wölflingen seien bzw. was ihnen bei den Wölflingen besonders gut gefalle oder besonders wichtig sei. Sie habe dazu zwei Sätze aufgeschrieben, verriet sie mir – ihr wäre wohl noch mehr eingefallen, aber es sei nicht so viel Zeit gewesen. Diese zwei Sätze lauteten:
"Bei den Wölflingen lerne ich Gott und Freunde kennen" und
"Bei den Wölflingen lerne ich, keine Angst vor dem Übernachten zu haben".
Man könnte sagen, bezogen auf den zweiten Punkt habe das Himmelfahrtslager immerhin einen Teilerfolg gebracht; im ersten Punkt hingegen darf man es wohl als einen vollen Erfolg betrachten. Im Zusammenhang mit dem immer noch nicht abgeschlossenen Thema Kinderzimmer-Neugestaltung merkte unsere Große neulich an, wenn ihr neues Hochbett aufgebaut sei, wolle sie sich darunter eine Gebetsecke einrichten.
Predigtnotizen: Wir warten aufs Pfingstwunder
Da ich mein Tochterkind am Sonntag erst mal gründlich ausschlafen lassen wollte, sah ich mir die Messe in St. Joseph Siemensstadt im Livestream an, statt persönlich hinzufahren; aber dass ich mir genau diese Messe und nicht irgendeine andere anschaute, erwies sich als gute Entscheidung. Der – wie ich immer gern sage – "örtlich zuständige" Pfarrvikar zelebrierte, und schon in seinen Begrüßungsworten schlug er das zentrale Thema dieser Messe an: "Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten erwarten wir den Heiligen Geist." In seiner Predigt ging er zunächst auf die Lesung aus der Apostelgeschichte ein, in der es hieß, dass die Jünger in der Vorbereitung auf das Pfingstereignis "einmütig im Gebet" verharrten: "Sie sind dort alle versammelt – wir heute haben noch Luft nach oben." (Tatsächlich sah der Kirchenraum, soweit er im Bildausschnitt der Kamera zu sehen war, etwas dünn besetzt aus, aber ich kann mich nicht beschweren, ich war ja auch nicht da.) – Aus dem weiteren Verlauf der Predigt möchte ich nur mal ein paar Sätze herausgreifen, die mir wesentlich erscheinen:
"Zu Pfingsten geschieht etwas Neues, etwas absolut Großartiges, weil wir die DNA Gottes durch den Heiligen Geist eingepflanzt bekommen. [...] Pfingsten macht eine Neuheit aus diesem zusammengewürfelten Haufen [der Jünger], der irgendwie gelernt hat, dass sie geschaffen sind für etwas anderes. Zu Pfingsten kommt der Heilige Geist und holt sie raus aus der Kuschelecke. Ja, die Gemeinde ist schön, wir haben ein Zuhause; aber wir sind nicht nur für die Kuschelecke gedacht. Der Heilige Geist gibt den Aposteln einen Tritt in den Hintern und sagt: Geht in die ganze Welt hinaus und verkündet das Evangelium."
Im Anschluss an die Predigt, oder wenn man so will, als zweiten Teil der Predigt gab es einen Spendenaufruf für die Restaurierung der Kirchenbänke in St. Joseph, und ich fand, es gelang dem Pfarrvikar bemerkenswert gut, auch dieses Anliegen zum Wirken des Heiligen Geistes und damit zum Leitmotiv dieser Messe in Beziehung zu setzen: Er berichtete, nachdem ein erster Anlauf, die Kirchenbänke restaurieren zu lassen, "in die Hose gegangen" sei – "deswegen stehen dort hinten sieben Stühle" –, gebe es jetzt ein Angebot von der Tischlerei der JVA Tegel, alle 38 Bänke zu einem sensationell günstigen Preis aufzuarbeiten; woran man erkennen könne: "Der Heilige Geist existiert." Einschließlich aller Transportkosten usw. würde sich der Geldaufwand für die gesamte Restaurierung auf etwa 250 € pro Kirchenbank belaufen – "wenn da sieben Leute drauf sitzen, sind das 40 € pro Hintern. Also durchaus erschwinglich." – Diese Rechnung geht natürlich nur auf, wenn tatsächlich in jeder Bankreihe sieben Leute sitzen, und auch wenn der allsonntägliche Gottesdienstbesuch in dieser Gemeinde zweifellos besser ist als in vielen anderen, die ich schon besucht habe, würde ich doch sagen: Da ist noch Luft nach oben. Aber auch zum Thema Gemeindewachstum gibt es Neuigkeiten; so erwähnte der Pfarrvikar im Zuge der Vermeldungen, dass es am kommenden Sonntag, also an Pfingsten, im St. Joseph fünf Erwachsenentaufen geben werde – nachdem es schon an den Ostertagen in der gesamten Pfarrei mindestens neun gegeben hatte. "Das ist ein riesiges Geschenk für die Pfarrei", betonte er: "Zu sehen, dass die Menschen einen Weg des Glaubens machen hin zur Taufe, und mit welcher Zärtlichkeit und welcher Treue Gott diese Menschen begleitet. Das ist ein Fest auch für die ganze Gemeinde." – Was auch noch zum Thema Gemeindewachstum gehört, ist die Information, dass von den vier Diakonen, die am nächsten Samstag in St. Hedwig zu Priestern für das Erzbistum Berlin geweiht werden, zwei aus der in Siemensstadt ansässigen Neokatechumenalen Gemeinschaft hervorgegangen sind. Ich denke mal, das sagt eine ganze Menge aus.
"Quiet Revival" beim Katholikentag?
Wir hörten schon davon, dass die "ZdK"-Präsidentin Irme Stetter-Karp im Vorfeld des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg betont hatte, das breite Spektrum unterschiedlicher Gruppierungen, die bei diesem Event vertreten sein würden, umfasse "auch Gruppierungen aus dem konservativen katholischen Milieu". Davon, wie es damit tatsächlich aussah, vermittelt beispielsweise eine Reportage-Reihe des Fernsehsenders k-tv einen Eindruck, die man sich auch bei YouTube ansehen kann und deren erste Folge nicht von ungefähr unter dem Motto "Gibt's hier auch was Katholisches?" steht. Positiv beantwortet wird diese Frage u.a. dadurch, dass die Kirchenmeilen-Stände von Maria 1.0 und Kirche in Not gezeigt werden (im Kontrast etwa zu denjenigen von Maria 2.0, wo eine Frau im Interview erklärt, im 12. Jh. habe es Priesterinnen gegeben, oder der kjg, an dem den Interviewern kurzerhand beschieden wird "Mit k-tv reden wir nicht"), aber auch durch Interviews mit Ordensschwestern und einer Gruppe junger Frauen, die begeistert von einem Workshop berichten, bei dem sie Rosenkränze gebastelt haben.
Nightfever gab's bei diesem Katholikentag auch wieder, am Samstagabend in der Karmeliterkirche St. Joseph und St. Maria Magdalena; erheblich mehr Aufsehen erregte jedoch das nicht zum offiziellen Katholikentags-Programm gehörende, aber bewusst in dessen räumlichem und zeitlichem Umfeld angesiedelte Event "The Tabernacle" in der Würzburger Tectake-Arena am Freitag, dem 15. Mai, ausgerichtet von der Charismatischen Erneuerung und der Initiative "Jugend für Kirche". Knapp eine Woche zuvor hatte häretisch.de die Veranstaltung unter der Überschrift "21-Jähriger sammelt 100.000 Euro für Event parallel zum Katholikentag" angekündigt und diese Meldung aus Gründen, von denen man nur vermuten kann, dass die Verantwortlichen selbst sie einleuchtend finden, mit einem Symbolbild garniert, das ein Kreuz aus Geldstücken zeigt. Der Name des als "Jugendgottesdienst" klassifizierten Events wird in diesem Artikel nicht genannt, betont wird indes, die Veranstaltung stehe "nicht auf dem offiziellen Programm des Katholikentags"; gleichzeitig wird allerdings die Versicherung des Initiators Samuel Tussing zitiert, man wolle "nicht als Konkurrenz zum zeitgleich stattfindenden Katholikentag" wahrgenommen werden: "Vielmehr solle es eine Ergänzung zu dem Großereignis des deutschen Katholizismus sein." Die Tagespost brachte am Tag vor dem Tabernacle-Event ein Interview mit Tussing unter der augenzwinkernden Überschrift "Katholikentag für Charismatiker"; darin zeigte der junge Mann sich überzeugt: "Es gibt in Deutschland eine christliche Erweckung. In England und Frankreich noch viel mehr. Da wollen wir uns einklinken." – Genaueres darüber, was bei der Veranstaltung so los war, erfährt man aus einem Bericht der Pressestelle des Bistums Würzburg unter der vielsagenden Überschrift "Lichtshow, Lobpreis und Anbetung". Der Artikel verrät u.a., dass als Moderator Samuel Hartl dabei war, ja, das ist Johannes Hartls Sohn; dass der örtliche Diözesanbischof Franz Jung, der angesichts des Schmutzigen Schismas bestrebt scheint, mit jedem Fuß in einem anderen Lager zu stehen, im Rahmen des Events eine Messe zelebrierte; und dass es sogar ein Grußwort vom Papst gab – was umso mehr auffällt, als es zum Katholikentag keins gab. Weiterhin hebt der Bericht hervor, "dass die wenigsten der rund 600 Besucher am eigentlichen Katholikentag teilnahmen".
Angesichts solcher Entwicklungen sehen die vermeintlich "progressiven" Vertreter des post-volkskirchlichen Establishments natürlich zunehmend im wahrsten Sinne des Wortes "alt aus" – wie auch Benjamin Leven feststellt, der in seinem Katholikentags-Tagebuch auf Communio bemerkt, bei "The Tabernacle" seien "junge Menschen von 15 bis 25 Jahren" – die seitens der Veranstalter als Zielgruppe benannt worden waren – "tatsächlich zahlreich anwesend" gewesen, während bei "vielen anderen Veranstaltungen im Katholikentagsprogramm [...] eher die Generation 60plus" dominiert habe. Da passt es ins Bild, dass die Kritik dieser Kreise an der neuen geistlichen Aufbruchsbewegung sich mehr und mehr so anhört, wie wenn verbitterte Rentner im Bus von Tegel nach Haselhorst über die heutige Jugend wettern. Exemplarisch sei hier der (noch gar nicht mal so alte) Mainzer Dogmatik-Professor Oliver Wintzek angeführt, der in der "Standpunkt"-Rubrik auf häretisch.de vor einer "gefährlichen TikTokisierung des Glaubens" warnt: Wintzek beklagt "hermeneutikfreie Bibelusurpation" und "entkontextualisierte Traditionsmisshandlung" und beschwert sich, dass "individuelle Glaubensüberzeugtheit und private Meinungen eine fundierte Sachkompetenz aufwiegen wollen"; von einer "schrägen Jesus-Unmittelbarkeit" ist da die Rede und, wenn wundert's, auch von "verketzernder Pseudorecht(s)gläubigkeit". Fast möchte er einem leid tun, und mit ihm all die anderen Vertreter einer Theologie, die seit Jahrzehnten darauf hingearbeitet hat, sich selbst irrelevant und überflüssig zu machen, dabei aber offenbar wie weiland Hanno Buddenbrook gemeint hat, "hernach käme nichts mehr" – und nun müssen diese Leute feststellen, dass das Christentum eben doch eine Zukunft hat, aber eine, die ohne sie stattfindet.
Eine kleine Halbzeitbilanz
Halbzeit? Ja, tatsächlich: Dies ist schon die 26. von geplanten 52 Folgen der Wochenbriefing-Reihe "Utopie und Alltag"! Und wie läuft die Reihe so? Von der Statistik her würde ich sagen: tendenziell besser als die vorherigen Wochenbriefing-Reihen – was man sicherlich im Zusammenhang damit betrachten muss, dass die Zugriffszahlen auf meinen Blog seit Februar 2026 insgesamt ein deutlich höheres Niveau erreicht haben als je zuvor, aber so ganz eindeutig ist das Verhältnis von Ursache und Wirkung da wohl nicht. Besonders große Resonanz haben von den bisherigen Folgen die Nummern 2 ("Im Epizentrum der Vorpubertät"), 3 ("Im Epizentrum der Glaubwürdigkeitskrise"), 7 ("Im Epizentrum des Winters") und 11 ("Des einen Auszeit ist des anderen Eiszeit") gefunden. Warum gerade diese? – Da kann man, wie immer, nur spekulieren; einen gewissen Aufschluss geben aber wohl die Leserkommentare, die sich im Fall von Utopie und Alltag 2 vorrangig auf das auch in der Überschrift anklingende Thema "Kümmere dich um die Sexualerziehung deines Kindes, bevor es die Falschen tun" beziehen (zu dem evtl. demnächst mal wieder ein Update fällig wird). Im Fall von Utopie und Alltag 3 entzündete sich die Kommentardebatte – was öfter vorzukommen pflegt – an einer Nebensächlichkeit, nämlich an der Erwähnung des Umstands, dass ich mit meiner Familie auf dem Weg vom Weihnachtsmarkt in der Spandauer Altstadt zur Nikolausfeier in St. Joseph Siemensstadt einen spontanen Zwischenstopp an einem Infostand der Partei Die Linke einlegte. Ich möchte aber behaupten, der Artikel bietet durchaus gewichtigere Inhalte; in erster Linie betrifft das den Abschnitt "Neues aus Synodalien: Bischöfe von der traurigen Gestalt", auf den sich auch der Gesamttitel der Folge bezieht und der in der These gipfelt, das Problematischste an der vielbeklagten "Unterwanderung des institutionellen Apparats der Kirche durch die 68er-Bewegung" sei es,
"dass aus dem Spektrum dessen, was man mit '68' assoziiert, vorrangig die Laschen und die Lauen, die Spießer und die Langweiler in den kirchlichen Institutionen gelandet sind. Wenn sie ein bisschen mehr Mumm, mehr Feuer und mehr missionarischen Eifer gehabt hätten, wären diese Leute zur RAF gegangen oder hätten wenigstens ein Haus besetzt, statt Pastoralreferenten zu werden oder sich in den Pfarrgemeinderat wählen zu lassen."
Die Leserkommentare zu Utopie und Alltag 7 drehen sich vorrangig um meine hier erstmals bekannt gegebene Absicht, eine Ausbildung zum Gemeindereferenten anzustreben; als das eigentliche Hauptthema des Artikels, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht, würde ich indes die MEHR 2026 betrachten, auch wenn ich diese nur "aus der Ferne" beobachten konnte. – Zu Utopie und Alltag 11 gibt es kaum Leserkommentare, daher kann ich nur vermuten, dass der Erfolg dieses Artikels gerade in seiner thematischen Buntheit begründet ist: U.a. geht es da um eine Show im Friedrichstadtpalast, um Neuigkeiten aus dem Baumhaus, Winterurlaub in Butjadingen sowie last not least um Ralf Schulers Talk mit Johannes Hartl auf dem Portal NiUS und die empörten Reaktionen der postchristlich-progressiven Theologenbubble auf diesen Auftritt. Letzteres darf man wohl als das gewichtigste Thema des Artikels ansehen.
Im Ganzen habe ich den Eindruck, der Rückblick auf die erste Hälfte der Reihe Utopie und Alltag unterstreicht meine explizit erst in Folge 21 geäußerte Einschätzung, die "in anderen Teilen der westlichen Welt, etwa in Frankreich und Großbritannien, schon etwas länger zu beobachtende religiöse Erweckungsbewegung, oder sagen wir 'Aufbruchstimmung'", die "allmählich auch in Deutschland und auch ganz konkret in Berlin ankommt", könnte sich als "das wesentlich Neue" herausstellen, "das die Reihe Utopie und Alltag von meinen früheren Wochenbriefing-Reihen abhebt". Hervorheben und zur Lektüre empfehlen möchte ich in diesem Zusammenhang nicht zuletzt auch die Abschnitte "Sind wir nicht alle ein bisschen KiNC?: Hilfe, die hippen Missionare kommen" in Utopie und Alltag 5 und "Neues aus Synodalien: Hilfe, neue Mitglieder!" in Utopie und Alltag 17; als bisherige spirituelle Highlights des Berichtszeitraums der Reihe Utopie und Alltag sei hier einerseits der Lobpreisabend mit Timo Langner in der Gemeinde auf dem Weg genannt, von dem auch meine achtjährige Tochter sagt, er habe ihr "geholfen, tiefer ins Christentum hineinzukommen", und andererseits den Männereinkehrtag im Kloster Neuzelle. Ich bin aber zuversichtlich, dass in der zweiten Hälfte der Reihe noch weitere, vielleicht sogar größere Highlights hinzukommen werden...!
Geistlicher Impuls der Woche
Es ist Jesus selbst, der zu seiner Kirche spricht. Seine Botschaft ist an alle einzelnen Teilkirchen gerichtet und betrifft ihr inneres Leben, dss manchmal gekennzeichnet ist durch das Vorhandensein von Auffassungen und Gesinnungen, die mit der Überlieferung des Evangeliums unvereinbar sind, oft von verschiedenen Formen der Verfolgung heimgesucht wird und – was noch gefährlicher ist – durch besorgniserregende Symptome der Verweltlichung, des Verlustes des ursprünglichen Glaubens und des Kompromisses mit dem Denken der Welt gefährdet ist. Nicht selten haben die Gemeinden nicht mehr die frühere Liebe (vgl. Offb 2,4).
Es ist zu beobachten, wie sich unsere kirchlichen Gemeinschaft mit Schwächen, Mühseligkeiten und Widersprüchen herumschlagen. Auch sie haben es nötig, die Stimme des Bräutigams wieder zu hören, der sie zur Umkehr einlädt, sie anspornt, Neues zu wagen, und sie aufruft, sich für das große Werk der Neuevangelisierung einzusetzen. Dir Kirche muss sich ständig dem Urteil des Wortes Christi unterordnen und ihre menschliche Dimension in einem Zustand der Läuterung leben, um immer mehr und immer die Braut ohne Flecken und Falten zu sein gekleidet in strahlend reines Leinen (vgl. Eph 5,27; Offb 19,7-8).
(Johannes Paul II., Nachsynodales Schreiben Ecclesia in Europa, Nr. 23)
Ohrwurm der Woche
Johnny Nash: I Can See Clearly Now
Ein bisschen Ironie des Schicksals ist es ja, dass ausgerechnet am Himmelfahrtswochende das Wetter nicht so toll war; aber das ist wohl kaum ein Grund sich nicht darüber zu freuen, dass es jetzt schöner ist. Dieser Ohrwurm kam zu mir auf dem Wege einer Assoziationskette von Songs mit "Sun" oder "Sunshine" im Titel; wozu ich anmerken möchte: Wenn in einem Songtext von Sonnenschein, klarem Himmel, sich verziehenden Wolken die Rede ist, dann muss man das vielleicht nicht unbedingt metaphorisch verstehen, aber in diesem Fall ist es ganz bestimmt so gemeint. Der Song ist nicht einfach nur optimistisch, sondern hoffnungsfroh, und das durchaus auch in einem transzendenten Sinne. So gesehen passt er auch zu Pfingsten, finde ich.
Vorschau / Ausblick
Pfingsten steht vor der Tür! Ich gehe davon aus, dass wir am morgigen Pfingstsonntag in St. Joseph Siemensstadt in die Messe gehen werden; am Montag sind wir zum traditionellen Pfingstbrunch bei Bloggerkollegin Claudia eingeladen. Am Dienstag ist dann noch schulfrei, Kampfsporttraining ist aber trotzdem; schauen wir mal, ob die Kinder da hingehen wollen. Und von Mittwoch bis Freitag geht unser Jüngster dann auf KiTa-Reise. Mit zwei Übernachtungen. Das kann ja spannend werden! Auch spannend ist, dass direkt danach das Alpha-Kurs-Wochenende in Falkensee beginnt, bei dem meine Liebste als Helferin eingeplant ist. Es ist anzunehmen, dass das eher ein Thema fürs übernächste Wochenbriefing wird, aber ich will doch schon mal verraten, was ich in dieser Zeit mit den Kindern zu unternehmen gedenke: Bei den Schöneberger KPE-Wölflingen ist am Samstag das erste Meutentreffen nach dem Lager, gleichzeitig findet auch die Wichtelgruppe statt, das trifft sich schon mal gut; später könnte man dann zur Community Networking Night im Baumhaus gehen. Und am Sonntag ist KiWoGo... Ansonsten habe ich ja schon im Einleitungsabsatz dieses Wochenbriefings festgehalten, welchen Themen ich mich im nächsten widmen will. Schauen wir mal, was draus wird!