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Samstag, 28. März 2026

Utopie und Alltag 18: Kirche auf dem Weg

Hand aufs Herz, Leser: Wenn ich auf die 5. Woche der Fastenzeit – zugleich die letzte Schul- und Arbeitswoche vor den Osterferien – zurückblicke, drängt sich mir der Eindruck auf, sie sei in hohem Maße davon geprägt, was ich alles nicht geschafft habe – am Kinderkreuzweg in St. Joseph Siemensstadt mitzuwirken zum Beispiel, oder am Hochfest Erscheinung des Herrn eine Messe zu besuchen; auch bei der Gartenaktion in der KiTa des Jüngsten waren wir nicht dabei. Das alles könnte ich ausführlich begründen, aber ich schätze mal, so genau wollen es meine Leser gar nicht wissen. – Was ich in diesem Wochenende an Selbsterlebtem zu berichten habe, bezieht sich daher überwiegend auf den vorigen Samstag und Sonntag; die weiteren Themen sind eher "von weiter weg". Den inneren Zusammenhang zwischen den verschiedenen thematischen Abschnitten zu erkennen, überlasse ich euch selbst, Leser...! 

Ostern ist nahe, Freunde.

Abenteuer mit Abraham 

Zum Religiösen Kindertag zum Thema Abraham, der am vergangenen Samstag in St. Stephanus Haselhorst stattfand, musste ich untypischerweise ohne meine Familie gehen, denn wie schon erwähnt war das Tochterkind zum Geburtstag einer Schulfreundin eingeladen, meine Liebste musste sie hinbringen und der Jüngste hatte erklärt, lieber "mit Mami rumgurken" als ohne die Mami zum RKT gehen zu wollen. Aber auch sonst fiel die Teilnehmerzahl diesmal deutlich niedriger aus als bei den beiden vorherigen Veranstaltungen des Formats "Religiöse Kindertage": Nur sechs Kinder fanden sich ein, darunter vier aus dem aktuellen Erstkommunionkurs. Über Ursachen für diesen Teilnehmerrückgang zu spekulieren ist vermutlich müßig, es kann auch einfach Pech gewesen sein; ich bin jedenfalls optimistisch, dass es in Zukunft auch wieder mehr werden können. – Vom Leitungsteam waren vier Personen dabei, nämlich der Gemeindereferent, zwei der jungen Erwachsenen, die schon an der ersten Veranstaltung mitgewirkt hatten, und ich. Ein bisschen ungünstig war es , dass der Termin mit der vorösterlichen Kirchenputzaktion zusammenfiel, sodass wir die Kirche und zunächst auch den Saal im Gemeindehaus (wo die liturgischen Geräte blankpoliert wurden) nicht nutzen konnten. Zudem war ironischerweise kühleres und allgemein ungemütlicheres Wetter als Ende Februar; trotzdem gingen wir erst einmal in den Garten und später in einen Gruppenraum im Keller, bis und mitgeteilt wurde, der Saal sei jetzt frei, woraufhin wir dorthin umzogen. 

Reden wir aber erst mal über den Programmablauf: Auf die Begrüßung durch den Gemeindereferenten und eine kurze Vorstellungsrunde (die meisten Anwesenden kannten sich ohnehin schon) folgte erst einmal ein Gebet vor der Marienskulptur im Garten, und dann wurde rund eine Dreiviertelstunde gespielt – wobei das letzte Spiel bereits zur "thematischen Einheit" des Tages überleitete: Die Kinder sollten im Garten versteckte Gegenstände suchen, und bei diesen Gegenständen handelte es sich z.B. um einen Rucksack, eine Zeltplane, Campinggeschirr, einen Klappspaten und einen Kompass; damit war sozusagen das Motiv "Leben auf Wanderschaft" assoziativ vorbereitet. 

Dann ging es nach drinnen in den Gruppenraum, und mir fiel die schöne Aufgabe zu, die Geschichte Abrahams von seinem Aufbruch aus Haran bis zur Geburt Isaaks aus meiner erprobten Kinderbibel vorzulesen – allerdings mit einigen Kürzungen, die ich größtenteils spontan während des Vorlesens vornahm, da der Text eine gewisse Neigung zu übermäßig gefühligen Ausschmückungen aufwies. Zur "Vertiefung" der biblischen Erzählung wurde anschließend gebastelt; und zu meiner eigenen Überraschung – da ich schon als Kind nicht gern gebastelt habe und gegen "katechetisches Basteln" noch einmal spezielle Vorbehalte habe – fand ich's gut. Konkret bestand die Aufgabe darin, unter Verwendung von aus einem "Bibelbilderbuch" herauskopierten Illustrationen von Kees de Kort Collagen anzufertigen, und ich finde, die Ergebnisse können sich sehen lassen. 



Nicht unerwähnt lassen möchte ich übrigens – da es doch in gewissem Sinne recht lehrreich war –, dass am Rande der Bastelaktion eins der teilnehmenden Mädchen heftig mit einer der jungen erwachsenen Mitarbeiterinnen aneinandergeriet. Wegen eines Klebestifts oder sowas Banalem, glaube ich, aber die Chemie zwischen diesen beiden war schon vorher spürbar nicht die beste gewesen. Jedenfalls meckerte das Kind die Mitarbeiterin an, weil diese ihm (oder einem anderen Mädchen?) den Kleber weggenommen habe; die Mitarbeiterin fühlte sich daraufhin respektlos behandelt und schien drauf und dran, empört abzurauschen und ihre zukünftige Mitarbeit aufzukündigen. – Mein spontaner Eindruck war, wer in der Kinder- und Jugendarbeit Leitungsverantwortung übernehmen wolle, dürfe sich von einem halb so alten Kind nicht derart auf die Palme bringen lassen; aber aus der Distanz sagt sich das natürlich leicht, und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie souverän ich mit 20 Jahren mit so einer Situation umgegangen wäre. 

Nach dem Basteln wurde jedenfalls das Kochen in Angriff genommen. Beim Vorbereitungstreffen hatte ich ein One-Pot-Rezept für ein Gericht namens "Burrito Bowl" in die Diskussion geworfen, aber die jungen Damen hatten sich mit einem Gegenvorschlag durchgesetzt: Nudeln mit Hähnchen und Brokkoli in Sahnesauce. Grundsätzlich keine schlechte Idee, aber der Versuch, dieses Essen als One-Pot-Gericht zuzubereiten, erwies sich als eher wenig praktikabel. Ich wage zu behaupten, hätte man die Nudeln separat gekocht und die Zeit, bis das Wasser kochte, für die ganze Schnippelarbeit genutzt, wäre der ganze Kochvorgang schneller und weniger chaotisch über die Bühne gegangen und leckerer geworden wär's wahrscheinlich obendrein. Wobei, schlecht schmeckte es auch so nicht. 

– Und wie lautet nun das Gesamturteil über diese dritte RKT-Veranstaltung? Ich würde sagen, die Tendenz der ersten beiden Male setzt sich fort: Es läuft alles etwas chaotisch und improvisiert, aber unter dem Strich dann doch besser, als es angesichts der knappen Vorbereitungszeit und unvorhergesehener Komplikationen eigentlich zu erwarten gewesen wäre. Kurz und gut, ich mag dieses Format, auch und gerade mit seinen Schwächen; was indes nicht heißt, dass ich nicht gern Manches daran verbessern würde. Was ich in dieser Hinsicht beim letzten Mal angemerkt habe, gilt nach wie vor und muss ich daher hier wohl nicht wiederholen; zu fragen wäre nun also, inwieweit die dritte Veranstaltung dieses Formats neue Erkenntnisse gebracht hat. – Zunächst einmal würde ich festhalten wollen, dass die überschaubarere Teilnehmerzahl offenbar einem geordneteren Ablauf förderlich war; gleichwohl würde man sich ja eigentlich mehr Teilnehmer wünschen, und daraus folgt meiner Auffassung nach mindestens zweierlei: Auf der einen Seite wäre es erstrebenswert, die Zielgruppe zu verbreitern – wofür es erforderlich wäre, mehr, besser und anders für die Veranstaltung zu werben. Auf der anderen Seite würden eine größere Teilnehmerzahl und eine heterogenere Zielgruppe auch höhere Anforderungen an die Leitung stellen, d.h. man bräuchte einen klarer strukturierten Ablauf und eine klarere Aufgabenverteilung innerhalb des Leitungsteams. – Zur Verdeutlichung sei gesagt: Unter einer "heterogeneren Zielgruppe" stelle ich mir eine Gruppe von Kindern vor, in der nicht der weit überwiegende Teil zum aktuellen Erstkommunionkurs gehört, dadurch sozusagen bereits "prästabilisiert" ist und an dem Format RKT gerade den Umstand schätzt, dass es da lockerer und spielerischer zugeht als im eigentlichen Erstkommunionunterricht. Und da – das habe ich beim letzten Mal schon angedeutet – muss man sich dann halt fragen, ob man aus dem RKT wirklich etwas grundsätzlich anderes machen will als ein freiwilliges und eher "spaßorientiertes" Zusatzangebot zum Erstkommunionunterricht, und ob man auch bereit ist, sich den Herausforderungen zu stellen, die das mit sich bringen würde. Ich persönlich würde das natürlich bejahen, ja ich würde sogar sagen, es nicht wenigstens zu versuchen, würde eine Vergeudung des Potentials bedeuten, das in diesem Format steckt. Allerdings bin ich keineswegs sicher, ob diese Auffassung innerhalb des Teams mehrheitsfähig ist. 

Auch unabhängig von solchen Grundsatzfragen bin ich jedenfalls der Meinung, dass der katechetische Teil des Programms höhere Priorität und mehr Sorgfalt verdient. Gerade wenn man der Meinung ist, im Unterschied zum Erstkommunionunterricht und auch zum KiWoGo solle beim RKT der Spaß im Vordergrund stehen, wäre es doch misslich, wenn der katechetische Teil von den Kindern als der einzige Teil des Programms wahrgenommen würde, der keinen Spaß macht. Dass es beim Abraham-RKT, wie geschildert, ein zum Thema der Katechese hinführendes Spiel gab und auch das Basteln der Vertiefung des Themas diente, würde ich schon mal als Schritte in die richtige Richtung ansehen, dennoch denke ich, da ist noch Luft nach oben. Der nächste RKT steht laut meinem Terminkalender am 30. Mai an, das Thema steht meines Wissens noch nicht fest. Schauen wir mal... 


Schwarzer Gürtel in KiWoGo 

Wie schon Ende Februar folgte direkt auf den RKT in St. Stephanus der KiWoGo in St. Joseph, und diesmal kam erschwerend dazu, dass ich es vergessen hatte und somit völlig unvorbereitet war. Glücklicherweise hatte der Gemeindereferent sich jedoch einige Gedanken gemacht, unter anderem auch dazu, wie man einen thematischen Bogen von unserem vorherigen KiWoGo (zum Thema Verklärung) zu diesem schlagen könnte, bei dem es um die Auferweckung des Lazarus gehen sollte. Ich war also verhalten optimistisch, dass wir diesem KiWoGo einigermaßen hinkriegen würden; was an gründlicher und detaillierter Vorbrreitung fehlte, würde uns eben der Geist zur rechten Zeit eingeben müssen. Wie sich zeigte, erwarteten uns allerdings noch einige Unwägbarkeiten. 

Da ich, wenn ein Kinderwortgottesdienst ansteht, vor der Messe immer gern noch etwas Zeit zur Besinnung und zum Gitarre-Üben haben möchte, fand ich mich deutlich früher als nötig in der Kirche ein und stellte fest, dass wieder eine Bank für "Taufbewerber und Konvertiten" reserviert war; dann schnappte ich ein paar Fetzen eines Gesprächs zwischen einem Jugendlichen oder "knapp Erwachsenen", der in dieser Reihe Platz nahm, und dem Pfarrvikar auf und schloss daraus, dass es wieder, wie schon vor zwei Wochen, einen Effata-Ritus für Taufbewerber und ein Glaubenszeugnis ("Redditio Symboli") geben sollte. Diese Beobachtung teilte ich dem Gemeindereferenten mit, als er kurz danach eintraf; gemeinsam vergewisserten wir uns beim Pfarrvikar über den Ablauf und erhielten zur Auskunft, ja, der Wortgottesdienst werde länger dauern als gewöhnlich, wir könnten uns mit unserem KiWoGo also Zeit lassen. Nun gut: Wir begannen also ganz entspannt mit einer Begrüßungsrunde und unserem üblichen Begrüßungslied "Alles was ich hab", und dann gingen wir dazu über, das recht umfangreiche Tagesevangelium, nur leicht gekürzt, mit verteilten Rollen vorzutragen (wobei ich den Part von Jesus und meine Liebste den von Marta sprechen durfte); gelegentlich unterbrach der Gemeindereferent den Vortrag für Erläuterungen oder andere Randbemerkungen. Wir waren jedoch noch nicht mit der Perikope zu Ende, da erschien schon die Küsterin im zwischen Sakristei und Pfarrsaal gelegenen Innenhof und signalisierte uns, dass wir in die Kirche zurückkehren sollten. Nanu? – Wir beeilten uns also, mit dem Evangelium fertig zu werden und noch einige knappe Anmerkungen dazu zu machen; aber diese Eile erwies sich als völlig unnötig, denn als wir wieder in die Kirche kamen, hatte das Glaubenszeugnis einer Frau aus der Neokatechumenalen Gemeinschaft gerade erst angefangen. Offenbar war die Küsterin selbst nicht so ganz über den Ablauf im Bilde gewesen. Jedenfalls war ich jetzt fast froh, dass ich nicht mehr Mühe auf die Vorbereitung dieses KiWoGo verwendet hatte. 

Übrigens habe ich die Kinder, die diesmal am KiWoGo teilnahmen, nicht genau gezählt, würde aber schätzen, dass es so zwölf bis fünfzehn waren. Es hätten aber locker doppelt so viele werden können, wenn ein paar kinderreiche Familien aus der Neokatechumenalen Gemeinschaft, die in der Messe waren, ihre Sprösslinge ebenfalls hätten teilnehmen lassen. Nun wäre ich sicherlich der letzte, der kein Verständnis oder keine Sympathie für Eltern hätte, die es vorziehen, dass ihre Kinder mit ihnen zusammen im "normalen" Gottesdienst bleiben, statt zum Kinderprogramm zu gehen, und es wäre wohl arg eingebildet, wenn ich sagen wollte "Ja, aber wenn ich den Kinderwortgottesdienst mache, ist das was anderes!" Gleichwohl – und das meine ich ausdrücklich ohne einseitige Schuldzuweisungen – hatte ich schon öfter den Eindruck, die Interaktion zwischen den Neokatechumenalen Gemeinschaften und den "normalen" Gemeindemitgliedern könnte besser sein. Zu diesem Thema wäre vielleicht mal Grundsätzlicheres zu sagen – wobei indes nachdrücklich zu würdigen wäre, was der Neokatechumenale Weg in Berlin so alles bewegt; angefangen damit, dass der weit überwiegende Teil des Priesternachwuchses im Erzbistum vom neokatechumenalen Priesterseminar Redemptoris Mater in Berlin-Biesdorf kommt. 

Auffällig war jedenfalls, dass die Kirche dank der zahlreichen Anwesenheit der "Neos" nicht nur gut besucht war – das ist sie auch sonst oft –, sondern rappelvoll: Schon vor Beginn der Messe bekamen wir als Familie nicht mehr vier Sitzplätze in einer Reihe, also teilten wir uns auf – je ein Kind blieb bei einem Elternteil –, aber als wir vom KiWoGo zurückkamen, waren auch diese Plätze belegt. Wir fanden aber andere. 


Kirchensteuer-Dämmerung in Magdeburg? 

Ich muss sagen, für den Blick über den Tellerrand des Selbsterlebten hinaus erweist sich Peter Winnemöllers "Montagskick"-Kolumne auf kath.net in letzter Zeit als ausgezeichnete Quelle: Für mein voriges Wochenbriefing habe ich dort den Hinweis auf die Jugendpastoral-Fachtagung über "Christfluencer" im Bistum Münster gefunden, und diesmal hat mich der "Montagskick" auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass im Bistum Magdeburg – dessen Territorium weitgehend deckungsgleich mit dem Bundesland Sachsen-Anhalt ist – die Angst vor einem Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl im September umgeht. Eine nicht sehr rühmliche Figur gibt die Kirche dabei insofern ab, als diese Befürchtungen sich in erster Linie um Kohle drehen: Aus dem im Internet kursierenden Entwurf eines "Regierungsprogramms" der sachsen-anhaltinischen AfD geht hervor, dass die Partei im Fall einer Regierungsübernahme beabsichtigt, den Großkirchen schlicht den Geldhahn zuzudrehen – das heißt, sie wollen die Staatsleistungen an die Kirchen (das wären im Fall der katholischen Kirche, laut dem Stand des Landeshaushalts von 2022, gut 6,7 Millionen Euro jährlich) "sofort einstellen" und zudem den Kirchensteuereinzug stoppen. Es liegt auf der Hand, dass damit "die Arbeit von Pfarreien, Schulen und sozialen Einrichtungen ernsthaft in Gefahr wäre". 

Einmal abgesehen von der Frage, wie realistisch die Perspektive ist, dass Sachsen-Anhalt ab dem kommenden Herbst von der AfD reagiert werden könnte – Umfragen sehen sie bei etwa 40%, das ist zwar viel, aber von einer absoluten Mehrheit doch noch ein gutes Stück entfernt –, stellt sich angesichts dieser Drohungen natürlich die Frage: Können die das einfach so machen? Peter Winnemöllers Einschätzung hierzu lautet: theoretisch eigentlich nicht, aber praktisch vielleicht doch. Einerseits gilt: "Die katholischen Bistümer in Deutschland haben, ebenso wie die evangelischen Landeskirchen, gesetzlich verbriefte Rechte, die teilweise sogar Verfassungsrang haben." Die Staatsleistungen an die Kirchen sind auf der Grundlage völkerrechtlicher Verträge geregelt und das Land Sachsen-Anhalt ist, ebenso wie die anderen Bundesländer, zur Zahlung dieser Leistungen "rechtlich klar verpflichtet". Dennoch, so gibt Peter Winnemöller zu bedenken, ist es prinzipiell möglich, "eine exekutive oder legislative Entscheidung zu fällen, diese Zahlungen einfach nicht zu leisten". Das wäre zwar rechtswidrig und man könnte dagegen klagen, aber erst einmal hieße das für die Kirche trotzdem, dass sie ohne Geld dastünde. 

Angesichts dieses Bedrohungsszenarios mahnt Peter Winnemöller, das Bistum Magdeburg solle sich darauf besinnen, dass "die Kirche [...] am Glauben, nicht am Geld" hängt bzw. hängen sollte – und dies gelte es umso mehr zu beherzigen, als man "in einem kirchenfeindlichen Staat, der Sachsen-Anhalt im Fall der Fälle wäre, wenn eine Regierung so handelte, wie es die AfD dort angekündigt hat", nicht davon ausgehen könne, "dass es beim Entzug von Geldmitteln bleibt": 

"Ein Staat, wie ihn die AfD errichten will, kommt [...] durchaus auf die Idee, auch einen Bischof zu verhaften. Wir brauchen für so einen Staat einen Bekennerbischof in Magdeburg [...], der nicht einknickt und auch im Kerker standhaft bleibt. Zaudern und Jammern müssen ein Ende haben. Das mutige Bekenntnis muss her." 

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass der derzeitige Magdeburger Oberhirte Gerhard Feige Mitte November, etwa 10½ Wochen nach dem Wahltermin, 75 Jahre alt wird und somit beim Papst seinen Rücktritt einreichen muss. Käme es schon vor diesem Termin zu einer dramatischen Konfrontation zwischen Bistum und Landesregierung, könnte das ein Grund sein, Feige länger im Amt zu belassen, aber ebenso erscheint es denkbar, dass die Regierung erst das Eintreten der Sedisvakanz abwartet und dann zuschlägt. 

Noch einmal fürs Protokoll: Ich glaube eigentlich nicht, dass es dazu kommt. Schon allein, weil ich eine absolute Mehrheit für die AfD im Magdeburger Landtag nicht für sehr wahrscheinlich halte. Liest man allerdings in Peter Winnemöllers "Montagskick"-Kolumne Sätze wie 

"In der Verfolgung, denn nichts anderes droht in Sachsen-Anhalt, [...] geht es darum, die Reihen zu schließen und sich gegenseitig im Glauben und im Alltag zu stärken. Es kann sogar darum gehen, die Arbeit der Kirche in den Untergrund zu verlegen" 

und schließlich 

"Eine von einer AfD arm gemachte Kirche in Magdeburg könnte trotz Diaspora, trotz kleiner Zahlen, trotz wenig Personal und trotz Verfolgung zu einer der stärksten Kirchen in Deutschland werden. [...] Denn auch das ist eine Wahrheit: Jede Kirche in der Verfolgung wächst", 

dann drängen sich schon so allerlei "Was-wäre-wenn"-Gedanken auf. Darunter nicht zuletzt dieser: Man will und soll der Kirche zwar keine Verfolgung wünschen, aber unter dem Aspekt dessen, was Papst Benedikt XVI. im Jahr 2011 in Freiburg zum Stichwort "Entweltlichung" sagte, mag man sich doch fragen, ob ein gewisser Bruch im Verhältnis zwischen Staat und Kirche der letzteren nicht vielleicht ganz gut tun könnte. Was mir dazu auch noch einfällt, ist, dass Dorothy Day einmal in ihrem Tagebuch notierte, sie würde gern einmal Garibaldi auf einem Kirchenfenster dargestellt sehen, in Anerkennung der Tatsache, dass er das Papsttum von seiner weltlichen Macht befreit und damit einer geistlichen Erneuerung der Kirche den Weg gebahnt habe. – Übrigens denke ich, man sollte sich darauf einstellen, dass in dem Maße, wie die vielbeschworene "gesellschaftliche Relevanz" der Kirchen schwindet, das Klima zwischen Kirche und Staat ohnehin frostiger werden wird, unabhängig davon, ob sich politische Mehrheiten rechts oder links von der sich traditionell kirchennah gebenden Union bilden. Eine radikal und unverhohlen kirchenfeindliche Politik, wie die sachsen-anhaltinische AfD sie in Aussicht stellt, hätte da immerhin den Vorzug, dass sie den Bischöfen nicht die Option offen ließe, bis zur Selbstverleugnung Appeasement zu betreiben – und wäre somit möglicherweise ein klassischer Fall von "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende"


Kein neues Gesicht im deutschen Episkopat 

Dass die Sedisvakanz in meinem allerzweitliebsten Bistum (Münster) sich nach über einem Jahr dem Ende zuneigte, zeichnete sich recht deutlich ab, als die Pressestelle des Bistums für Donnerstag, 12 Uhr, die Bekanntgabe einer "wichtigen Personalentscheidung" ankündigte. Dass es da nicht um einen neuen Hausmeister ging, war wohl so annähernd jedem klar. Da musste ich mich natürlich erst mal in den Sozialen Medien umhorchen, was das Kirchenvolk denn so munkelt, wer der neue Bischof von Münster werden könnte oder werden sollte. Stellte dabei mit einem gewissen Unbehagen fest, dass ein offenbar recht hoch gehandelter Kandidat der derzeitige Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, war. Nun gut, von der Papierform her hatte das eine gewisse Logik: Overbeck kommt gebürtig aus dem Bistum Münster, war seit seiner Priesterweihe dort inkardiniert und von 2007-2009 auch Weihbischof in Münster; und nachdem sein Vorgänger auf dem bischöflichen Stuhl von Essen, Felix Genn, im Anschluss an seine dortige Amtszeit Bischof von Münster geworden war, war die Vorstellung, Overbeck könne denselben Karriereweg einschlagen, wohl nicht ganz abwegig. Als ein weiterer Kandidat wurde der Diözesanadministrator Antonius Hamers genannt, offenbar aus der Erwägung heraus, man habe sich über das letzte Jahr halt daran gewöhnt, dass dieser die Diözese faktisch leitet, also könne er das ruhig auch weiterhin tun. Der Name desjenigen Geistlichen, der es dann tatsächlich wurde, tauchte in den Spekulationen durchaus auch auf, aber ich muss gestehen, den hielt ich eher nicht für einen realistischen Kandidaten. 

Jedenfalls konsultierte ich daraufhin – hauptsächlich um die beunruhigende Vorstellung loszuwerden, ausgerechnet Overbeck könnte die mitgliederstärkste deutsche Diözese übernehmen – erst einmal die Facebook-Gruppe "Ein ungenanntes Bistum", wo ich zu der Frage, wer denn wohl der 76. Nachfolger des Hl. Liudger werden würde, einen bunten Strauß von Einschätzungen erhielt – von "Heidi Reichinnek" über "Kardinal Woelki, unter Dispens vom Verbot der Änterkumulation" ind "ein bayerischer Prinz" bis hin zu "einer der fünf Herren, die am 1.7. in Écône geweiht werden". Kurz vor der offiziellen Bekanntgabe lancierte dann die BILD, wer es tatsächlich wird: none other than Heiner Wilmer, derzeit noch Bischof von Hildesheim und seit Kurzem Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz. Eine etwas phantasielose Wahl, wie ich finde: Fast könnte man den Eindruck haben, es gäbe keine anderen geeigneten Kandidaten. – Sicher werden jetzt einige Beobachter sagen, der Umstand, dass Wilmer vom Bistum Hildesheim, wo er das Oberhaupt von rund einer halben Million Katholiken war, ins mehr als dreimal so viele Mitglieder zählende Bistum Münster wechselt, stärke seine Position an der Spitze der Deutschen Bischofskonferenz; aber sollte man auf der anderen Seite nicht auch in Betracht ziehen, dass ein größeres Bistum wohl auch mehr Arbeit macht und somit weniger Raum für repräsentative Aufgaben auf Bundesebene lässt? Bei Georg Bätzing konnte man ja zuweilen den Eindruck haben, er sei sozusagen hauptberuflich DBK-Vorsitzender und leite seine eigene kleine Diözese eher so nebenbei. – Die zahlreichen positiven Reaktionen, die die Wahl Wilmers zum DBK-Sprecher quer durch alle innerkirchlichen Lager hervorgerufen hat, lassen natürlich auch für seine Amtsführung als Bischof von Münster einiges hoffen; freilich können, wie mein Freund Rudolf Gehrig unlängst hervorgehoben hat, solche Hoffnungen auch trügen, aber erst einmal freue ich mich für mein allerzweitliebstes Bistum, dass Overbeck es nicht geworden ist. Auch damit, dass Antonius Hamers es nicht geworden ist, bin ich recht zufrieden, nachdem dieser sich erst kürzlich "für weniger Kirchen in seiner Diözese" ausgesprochen hat. Damit will ich nicht sagen, dass ich vom neuen Bischof erwarte, sämtliche Gotteshäuser im Bistum Münster zu erhalten – im Bistum Hildesheim wurden in Bischof Wilmers Amtszeit laut Tante Wikipedia 14 Kirchen profaniert –; aber wenn Hamers zu Protokoll gibt, er sei "erschrocken, welch großen Stellenwert materielle Strukturen mitunter haben - wenn mit großer Vehemenz an Kirchen und kirchlichen Gebäuden festgehalten wird, obwohl die Kirchen und Räume nur noch wenig genutzt werden und es nahe läge, kirchliches Leben zu konzentrieren", dann frage ich mich doch: Ist das nun raffiniertes "Framing", oder kapiert er tatsächlich nicht, dass es ganz andere Gründe gibt, die Präsenz der Kirche in der Fläche, auch und gerade in Gestalt geweihter Räume, erhalten zu wollen, als das Streben nach materieller Besitzstandswahrung? – Na, das ist wohl eher ein Thema für sich. 

Derweil bedeutet die Ernennung Wilmers zum Bischof von Münster natürlich auch, dass die Zahl der vakanten Bischofssitze in Deutschland unterm Strich gleich bleibt: Nun braucht also Hildesheim einen neuen Bischof, und das kann auch wieder dauern. Aber vielleicht gibt es da dann ja mal eine überraschende Ernennung. Hoffen wir mal das Beste. 


Geistlicher Impuls der Woche 

Das erste Wort, das ich mit euch betrachten will, ist der Gruß des Engels an Maria. In der Übersetzung sagt der Engel "Ich grüße dich, Maria!" Aber das ursprüngliche griechische Wort, "chaire", bedeutet eigentlich "Freue dich", "Sei froh". Und das ist die erste Überraschung, denn der Gruß unter den Juden war "Shalom", "Frieden", während der Gruß in der griechischen Welt "chaire", "Freue dich", lautete. Es überrascht, dass der Engel, als er Mariens Haus betritt, mit dem Gruß der Griechen grüßt: "chaire", "Sei froh, freue dich". Es ist das erste Wort, das im Neuen Testament als solchem erklingt. Erst mit diesem Dialog, den der Engel Gabriel mit Maria führt, beginnt das Neue Testament wirklich. Wir können also sagen, dass das erste Wort des Neuen Testaments eine Einladung zur Freude ist: "Freue dich!" 

(Benedikt XVI., Predigt in einer römischen Pfarrei, 18.12.2005) 


Ohrwurm der Woche 

Letters to Cleo: Cruel to be Kind 

Ja, das ist eine Coverversion, und ja, sie stammt aus dem Film "Zehn Dinge, die ich an dir hasse". Im Original war der Song im Jahre 1979 ein Solo-Hit für den britischen Pub-Rocker Nick Lowe, und der Titel spielt allen Ernstes auf ein Zitat aus Hamlet an. – Verglichen mit anderen Exemplaren des Genres "Punk-Coverversionen von Popsongs", die ich bei früheren Gelegenheiten in der Rubrik "Ohrwurm der Woche" gewürdigt habe, unterscheidet sich die Version der Alternative-Rock-Band Letters to Cleo gar nicht mal so sehr vom Original – abgesehen von der weiblichen Gesangsstimme und ein bisschen mehr Wumms, aber gerade diese kleinen Abweichungen machen für mein Empfinden den entscheidenden Unterschied. Und davon abgesehen ist "Zehn Dinge, die ich an dir hasse" unironisch einer meiner Lieblingsfilme. Hashtag #isso


Vorschau/Ausblick 

Wir sind in den Ferien angekommen, aber das heißt nicht automatisch, dass wir deswegen weniger zu tun hätten. Heute zum Beispiel haben wir einige Energie auf die Wiederaufnahme des unterbrochenen Projekts "Kinderzimmer-Neugestaltung" verwendet und dafür die Gelegenheit sausen lassen, in dem einen oder anderen Pfarrsaal (es hätten mehrere Optionen zur Auswahl gestanden) Palmstöcke für den morgigen Palmsonntag zu basteln. Heute Abend ist mal wieder Community Networking Night im Baumhaus, aber wie so oft stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, ob wir da hingehen (oder wenigstens ich). Morgen ist wie gesagt Palmsonntag, da wollen wir, wie vorige Woche schon angedacht, zum Achorhof fahren, wo wir seit dem Wölflings-Herbstlager nicht mehr gewesen sind; just heute erreichte uns eine persönliche Einladung dorthin per WhatsApp. – Den "Omatag" am Montag erwäge ich erneut zu "schwänzen", um meine Bewerbung beim Erzbistum fertigzustellen, die ich am Dienstag abschicken will. Ebenfalls am Dienstag soll (endlich!) unser neuer Kühlschrank geliefert werden. Und dann steht schon fast das Ostertriduum vor der Tür! Am Gründonnerstag soll es wieder eine zentrale Messe vom Letzten Abendmahl für die gesamte Pfarrei Heilige Familie Spandau-Havelland geben, aber da die Pfarrkirche Maria, Hilfe der Christen nach dem Schwelbrand im letzten Sommer immer noch wegen Rauchschäden geschlossen ist, soll diese Messe in St. Marien am Behnitz stattfinden. Was mir erst einmal ein Stirnrunzeln entlockt hat, denn diese Kirche ist zwar sehr schön (und liegt zudem recht zentral am Rande der Spandauer Altstadt), aber für diesen Zweck eigentlich zu klein. Ich bin geneigt, das als ein illustratives Beispiel dafür zu sehen, wie wenig Raum für Flexibilität und Pragmatismus die post-volkskirchlichen Strukturen und Gepflogenheiten in mancherlei Hinsicht lassen. Hätte man nicht sagen können "Okay, eigentlich wollten wir es als feststehenden Gebrauch etablieren, dass die ganze Pfarrei die Messe vom Letzten Abendmahl gemeinsam feiert, aber da die Pfarrkirche dafür nun mal nicht zur Verfügung steht, machen wir dieses Jahr eine Ausnahme und feiern wie früher™️ drei Messen, also in jeder Teilgemeinde der Pfarrei eine"? Wenn man das nun aber partout nicht wollte, hätte man dann nicht, wenn die größte Kirche der Pfarrei nicht zur Verfügung steht, die zweitgrößte nehmen sollen, also St. Joseph? Aber die liegt wohl zu sehr am Rand des Pfarreigebiets, da hätten sich diejenigen, die am entgegengesetzten Ende wohnen, benachteiligt gefühlt. – Die Karfreitagsliturgie und die Osternacht gedenken wir jedenfalls in St. Joseph Siemensstadt mitzufeiern, das hat sich in den letzten Jahren bewährt. Aber das ragt jetzt schon in den Berichtszeitraum des übernächsten Wochenbriefings hinein...  


Samstag, 21. März 2026

Utopie und Alltag 17: Man hat ja sonst nichts zu tun

Freunde, ich muss euch sagen: Dieses Wochenbriefing zum üblichen Termin und annähernd im gewohnten Umfang fertigzustellen, war ein ganz schöner Kraftakt. Ich war während der zurückliegenden Woche nahezu dauerhaft im Stress, und ich fürchte, der Stress ist auch noch nicht vorbei. – Zu dem Stressfaktoren, die sich nicht sinnvoll in den thematischen Abschnitte dieses Artikels haben unterbringen lassen und die ich daher gleich hier im einleitenden Abschnitt würdigen möchte, gehört es, dass unser Kühlschrank kaputtgegangen ist und dass ich einen Zahnarzttermin unseres Tochterkindes verschieben musste, weil am selben Tag die KiTa unseres Jüngsten wegen einer Mitarbeiterfortbildung geschlossen war. Der kitafreie Tag mit dem Jüngsten war an und für sich durchaus nett – wir waren nach langer Zeit mal wieder bei der "Rumpelberggruppe", haben Tierdokus und ein paar Folgen der Serie Novelmore geguckt, zwei Runden Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt und dabei jeder einmal gewonnen –; ich will mich also eigentlich gar nicht beklagen... außer über den Kühlschrank. Das war (und ist) schon echt lästig. Aber eine Lösung des Problems ist in Sicht, immerhin. 

Heiliger Josef, durch die Liebe, die du Jesus Christus entgegenbringst, und zur Ehre Seines Namens, erhöre unsere Bitten und Gebete.


Mit den Wölflingen auf dem Kreuzweg 

Als ich am vorletzten Freitag mit meiner Tochter vom Kampfsporttraining nach Hause ging, erhielt ich eine Nachricht von der Leiterin des KPE-Mädchenstammes Hl. Thomas Morus in Berlin-Schöneberg, die mich auf einen Umstand aufmerksam machte, den ich in ihrer jüngsten Rundmail an die Eltern der Wölflingsmädchen übersehen hatte: Das Meutentreffen am Samstag, dem 14.03., fand nicht wie gewohnt im Garten von St. Norbert unweit des S-Bahnhofs Schöneberg statt, sondern in St. Matthias am Winterfeldtplatz. Dieser liegt ganz in der Nähe des Nollendorfplatzes, der traditionell als das Epizentrum der Berliner Schwulenszene gilt,  und das machte sich im Straßenbild durchaus bemerkbar; aber das mal nur am Rande. Auf dem Winterfeldtplatz selbst fand eine Art Wochenmarkt statt, auf dem eine große Bandbreite an Waren – von Lebensmitteln über Kunsthandwerk bis hin zu Räucherstäbchen, Heilsteinen und sonstigem Esoterik-Gedöns – angeboten wurde. Vielleicht müssen wir da mal wieder hingehen, wenn wir mehr Zeit und Geld übrig haben (wenn auch nicht gerade wegen des Esoterik-Gedöns). 

Die untypische Programmgestaltung dieses Meutentreffens war offenkundig zumindest teilweise dadurch bedingt, dass von den pfadfinderpädagogisch qualifizierten Leitern niemand zur Verfügung stand und die Aufsicht über die Gruppe daher der Mutter dreier Mädchen, die schon in der Woche zuvor einen Teil der Programmgestaltung übernommen hatte, übertragen worden war; diese hatte zu ihrer Verstärkung eine weitere Mutter mitgebracht (die wohl selbst mal bei den Pfadfindern gewesen war, jedenfalls trug sie Rock und Barrett), und due inhaltliche Gestaltung des Meutentreffens oblag einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin der Gemeinde St. Matthias, die ich bereits aus anderen Zusammenhängen kannte – die katholische Welt Berlins ist nun mal recht klein. Vierzehn Mädchen nahmen an dem Treffen teil, davon diesmal nur drei in vollständiger Kluft (bei dieser Gelegenheit sei erwähnt: Klufthemd und Barrett fürs Tochterkind sind bestellt!); der erste Programmpunkt war eine Führung durch die Gemeindebücherei, bei der – wie meine Tochter mir hinterher erzählte – in spielerischer Form eingeübt wurde, wie man in einer Bücherei Bücher zu einem bestimmten Thema findet. Im Übrigen berichtete sie mir staunend, es gebe in dieser Gemeindebücherei sogar Bücher aus der Fantasy-Reihe "Warrior Cats" (die bei ihr und ihren Schulfreundinnen derzeit hoch im Kurs steht). – Während die Mädchen in der Gemeindebücherei waren, hielt ich mich in der Kirche auf, in der es u.a. eine Reliquie des Sel. Kardinal von Galen (der hier ab 1906 für einige Jahre Kaplan war) und einige interessante Kunstwerke zu bewundern gab. 


Michael Triegel: Deus absconditus (2013). Dauerleihgabe. 

Dieser Hahn, der den Verrat des Petrus symbolisiert, thront auf den Beichtstühlen der Kirche. 

Die Wölflingsgruppe fand sich schließlich ebenfalls in der Kirche ein, erhielt auch da eine Führung, und zum Abschluss sollte der Kreuzweg gebetet werden. Allerdings war die Zeit inzwischen so weit vorgerückt, dass die Andacht auf vier Stationen gekürzt werden musste – die ersten drei (Jesus wird zum Tode verurteilt, Jesus nimmt das Kreuz auf Seine Schulter, Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz) und die zwölfte (Jesus stirbt am Kreuz). Die Broschüre mit den Andachtstexten nahm ich mir mit; es handelt sich um einen ganz klassischen, traditionellen Kreuzweg ohne irgendwelche politisch-sozialen oder psycho-wellnessmäßigen Aktualisierungsversuche und auch ohne eine Spur von dem, was man landläufig unter "kindgerechter Gestaltung" versteht. Gefällt mir. 

Heute waren wir übrigens erstmals in diesem Monat nicht bei den Wölflingen, da das Tochterkind zum Geburtstag einer Schulfreundin eingeladen war – und wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätten wir trotzdem nicht gekonnt, da gleichzeitig auch Religiöser Kindertag in Haselhorst war. Ich sage mir ja immer, wenn mehrere Gründe, an einem Termin verhindert zu sein, zusammenkommen, ist es allemal besser, als wenn diese Gründe auf mehrere Termine verteilt wären. Aber schade ist es doch, da das das letzte Meutentreffen vor den Osterferien gewesen wäre. Wichtelgruppe wäre auch gewesen, aber die verpasst zu haben, finde ich ehrlich gesagt weniger schlimm – dazu wohl mal bei Gelegenheit mehr. 

Wie schön, dass du geboren bist 

Nachdem wir unsere Sonntagspflicht für den Sonntag Laetare aus pragmatischen Gründen bereits am Vorabend erfüllt hatten, begann der kalendarische Sonntag für mich damit, dass ich um sieben Uhr aufstand, um einen Kuchen zu backen. Am vorangegangenen Freitag hatte uns nämlich, als wir unseren Jüngsten von der KiTa abholten, ein Erzieher so nebenbei wissen lassen, es werde erwartet, dass der Knabe anlässlich seines Geburtstags etwas zum Morgenkreis mitbringt. Am Montag. Gefühlt hatte der Knabe zwar sowieso schon die halbe KiTa zu seiner Feier eingeladen, aber eben nicht die ganze. Eine zusätzliche Komplikation bestand darin, dass die KiTa und wohl auch ein Teil der Elternschaft Wert darauf legt, dass die Kinder nicht übermäßig viel Zucker bekommen. Daher suchte meine Liebste mir aus'm Netz ein Rezept für einen zuckerfreien (mit Datteln und Bananen gesüßten) Schokokuchen heraus, der in der Umsetzung allerdings nicht ganz zuckerfrei wurde, da ich kein zuckerfreies Kakaopulver für den Teig verwendete. 

Tatsächlich empfand ich das Teiganrühren als einen exzellenten Start in den Tag und bekam richtig Lust, in Zukunft mal wieder öfter zu backen; ein erheblicher Dämpfer für meinen Enthusiasmus war es hingegen, dass der Teig beim Backen nicht richtig aufging und der Kuchen insgesamt eher verunglückte. Na, ein Grund mehr, es bei Gelegenheit nochmal zu probieren und dann besser zu machen

Aber spulen wir erst mal noch zurück zum Samstagabend: In St. Joseph Siemensstadt in die Abendmesse zu gehen, was unter dem Aspekt der geistlichen Erbauung wahrscheinlich am besten gewesen wäre, schied leider aus, weil das Hin-und-Her-Gegurke mit dem Bus inmitten der Geburtstagsvorbereitungen zu zeitaufwändig gewesen wäre. In Haselhorst gab's keine Vorabendmesse, also blieb uns in einigermaßen wohnortnaher Lage "nur" die Wahl zwischen St. Joseph Tegel (der "Beten-mit-Musik-Kirche", wie sie bei meinem Jüngsten heißt) mit Pater Brody und St. Rita mit Pater Mephisto. Wir entschieden uns schließlich für den früheren Termin in St. Joseph – wo wir nicht nur den Altersdurchschnitt der Mitfeiernden signifikant senkten, sondern auch die Gesamtzahl der Messbesucher um rund 20% steigerten. Pater Brody trug zur Feier des Tages ein rosafarbenes Messgewand; seine rund acht Minuten lange Predigt war im Guten wie im Bösen nicht gerade herausragend, abgesehen von einer komödiantischen Einlage am Anfang, auf die ich gern verzichtet hätte, und der Tatsache, dass er sich bei der Beschreibung des Effata-Ritus selbst widersprach und den Ritus zuerst richtig und dann falsch darstellte – da muss er sich irgendwie in seinem Gedankengang verheddert und Augen und Ohren verwechselt haben, kann vorkommen, sowas. Dass das schöne Lied "Fest soll mein Taufbund immer stehn" (GL 835, Regionalteil) anstelle des Credo gesungen wurde, fand ich indes eher irritierend. 

Was ich an Pater Brody, unabhängig von seinen Qualitäten als Liturg und Prediger, jedenfalls schätze, ist, dass er kinderfreundlich ist und besonders unseren Jüngsten einfach aufrichtig gern zu mögen scheint. Als er im Anschluss an die Messe am Portal stand und Hände schüttelte, begrüßte er uns ausgesprochen freundlich und sprach ein paar Sätze mehr mit uns, als man in einer solchen Kirchentürsituation normalerweise erwarten würde. 

Aber wenn wir schon mal dabei sind, die chronologische Reihenfolge zu missachten, sei auch noch auf ein anderes im Zusammenhang mit dem Thema Kindergeburtstag relevantes Ereignis vom Samstag eingegangen: Während ich mit der Großen bei den Wölflingen war, verkrachte sich unser Jüngster nämlich mit dem wohl langjährigsten gemeinsamen Freund unserer Kinder – der mit seiner Mutter zu Besuch gekommen war, um unserem Knaben schon vorab sein Geschenk zu geben, damit er es nicht zu der großen Party am Sonntag mitschleppen musste. Bei diesem Geschenk handelte es sich um eine Autorennbahn, und das gemeinsame Spiel der beiden Jungen mit dieser neuen Errungenschaft mündete bald in einen Streit, den ich – auch wenn ich ihn zugegebenermaßen vom Hörensagen her beurteilen kann – als an und für sich eher banal und für Jungs in diesem Alter nicht ungewöhnlich einschätzen würde, der dann aber durch das Eingreifen der Mütter eskalierte. Meine Liebste hatte eigentlich nur die Absicht, zu vermitteln und die Wogen zu glätten, aber die Mutter des anderen Jungen war – mit aller Vorsicht gesagt – eher nicht an Deeskalation interessiert: Wenn sie den Eindruck hat, ihrem Goldkind sei irgendwie Unrecht geschehen, sieht sie Rot, das war auch früher schon ein paarmal zu bemerken gewesen, aber diesmal kochte der Topf endgültig über. – Traurig an dieser Geschichte, aber möglicherweise auch irgendwie bezeichnend ist es, dass der Kontakt zu diesem Jungen und seiner Mutter für uns die einzige über Jahre stabile Freundschaft ist oder war, die sich aus der #kindergartenfrei-Community heraus entwickelt hatte. Gewisse Ressentiments angesichts der Tatsache, dass unser Jüngster seit rund einem Dreivierteljahr eben doch in die KiTa geht, spielen in diesem Konflikt untergründig definitiv eine Rolle. In gewisser Hinsicht finde ich den ganzen Vorgang so illustrativ, dass er vielleicht – unter sorgfältiger Wahrung der Anonymität der Beteiligten – einen eigenständigen Artikel verdient hätte; aber vielleicht bin ich auch nicht die richtige Person, diesen zu schreiben, denn bei dem eigentlichen Streit war ich ja gar nicht anwesend. 

Zu der Feier am Sonntag, die in einem ungenannten Erlebnispark im Umland von Berlin stattfand, kamen der besagte Junge und seine Mutter jedenfalls nicht – aber eine große Runde wurde es trotzdem: Unser Sohn hatte sechs Kinder aus seiner KiTa eingeladen, von denen lediglich ein Junge nicht kommen konnte; außerdem einen Jungen, mit dem er sich vor gut einem Jahr beim Fasching angefreundet hat, und eine Schulfreundin seiner großen Schwester, die er sehr mag. Jedes der Kinder kam mit mindestens einem Elternteil – in einem Fall waren es beide –, und drei Kinder brachten noch je ein Geschwisterkind mit. Unser Tochterkind war natürlich auch mit dabei, und somit kamen wir alles in allem auf zwölf Kinder und zehn Erwachsene. Die alle bei uns zu Hause zu verköstigen und zu bespaßen, wäre wohl schwerlich leistbar gewesen, aber man muss auch einräumen, dass der klassische Kindergeburtstag mit selbstgebackenem Kuchen und Topfschlagen ein Veranstaltungskonzept ist, das schon in meiner eigenen Schulzeit deutlich auf dem absteigenden Ast war – und das, obwohl ich auf einem Dorf aufgewachsen bin, wo so gut wie jeder ein Haus mit Garten hatte. Dank einer Werbeaktion des Erlebnisparks, bei der – unter dem Motto "Bring a Friend" – jeder Inhaber einer gültigen Jahreskarte eine kostenlose Tageskarte für eine weitere Person erhalten konnte, war die Geburtstagsparty auch gar nicht so teuer, wie man hätte denken können; tatsächlich war sie sogar erheblich günstiger als die Feier zum 4. Geburtstag des Knaben, obwohl wir da weniger Gäste hatten. Es gab enorme Mengen an Essen, die Kinder konnten nach Herzenslust spielen und toben, und am Ende waren alle rechtschaffen müde.  

Im Zusammenhang mit der Anzahl der Gäste sei übrigens daran erinnert, dass dies der erste Geburtstag unseres Jüngsten als KiTa-Kind war. Ich hatte den Eindruck, dass die Kinder aus der KiTa, die er eingeladen hatte – und auch deren Eltern – wohl schon länger eine Clique sind, aber ich denke, man kann es durchaus positiv sehen, dass es unserem Sohn offenbar gut gelungen ist, in diesen Freundeskreis aufgenommen zu werden, und mit den Eltern verstanden wir uns auch gut. Zudem zeigte es sich, dass die Eltern sich bezüglich der Geburtstagsgeschenke hervorragend miteinander abgestimmt hatten: Unser Knabe hatte sich "Ninja Turtles"-Actionfiguren gewünscht, und tatsächlich bekam er von seinen KiTa-Freunden alle vier Turtles und die beiden Gegenspieler "Bebop" und "Rocksteady" (ein Nashorn und ein Warzenschwein). 

Mit der Feier am Sonntag war das Thema Kindergeburtstag aber noch nicht abgehakt: Erst einmal stand am Montag die Feier in der KiTa an, für den ich von dem missglückten Dattel-Bananen-Kuchen so viel rettete, wie zu retten war, zusätzlich aber auf dem Weg von der S-Bahn zur KiTa (auf dem man dankenswerterweise an einem Drogeriemarkt und einem Bio-Supermarkt vorbeikommt) noch Kekse kaufte; am Nachmittag folgte dann die Nachfeier mit den Omas, die zugleich auch dem am selben Tag wie unser Jüngster geborenen Sohn der Cousine meiner Liebsten galt. Im Vorfeld hatte ich zwar erwogen, an diesem "Omatag" zu Hause zu bleiben, fand dann aber, ich sei vom Wochenende her ohnehin noch zu erschöpft, um sonderlich produktiv sein zu können, und verbrachte den Tag lieber im Kreise der Familie statt mit meinen Bewerbungsunterlagen. Und dann durfte ich mich noch kuchenbäckerisch für das Dattel-Bananen-Desaster rehabilitieren, da wir auch zum JAM am Mittwoch einen Geburtstagskuchen mitbringen wollten. Zu diesem Anlass wünschte sich der Jüngste einen Apfelkuchen mit Schokoglasur, und ich dachte mir: Warum nicht. 

Den mache ich mal wieder. 

Auch sonst war es schön beim JAM: Im Garten wurde damit begonnen, aus den Einzelteilen der im Zuge der Kinderbibelwoche im vergangenen Sommer gebauten Telefonzelle (die eigentlich ein Bücherschrank hätte werden sollen, aber "die Gemeinde hat sich anders entschieden") ein Hochbeet zu bauen, und im katechetischen Teil ging es um den Verrat des Petrus und um seine Begegnung mit dem auferstandenen Jesus am See von Tiberias – ein Text, der mich immer wieder bewegt. Ich fand, unter dem Aspekt "Versöhnung zwischen Freunden, die einander enttäuscht und/oder verletzt haben" müssten meine Kinder einiges mit dieser biblischen Geschichte anfangen können – der Jüngste mit Blick auf den Streit am Tag vor seinem Geburtstag, aber auch die Große, unter deren Schulfreundinnen es in jüngster Zeit gleich mehrere Zerwürfnisse gegeben hat... 


Von Josef bis Abraham 

Am Donnerstag war das Hochfest des Hl. Josef, das erste von zwei Hochfesten, die die diesjährige Fastenzeit sozusagen "unterbrechen". Ich muss jedoch zugeben, dass ich es trotz meiner Verehrung für den Beschützer und Ernährer der Heiligen Familie möglicherweise unterlassen hätte, direkt nach dem Kampfsporttraining meines Jüngsten nach Siemensstadt zu fahren, um in der dortigen Kirche St. Joseph die Abendmesse zum Patronatsfest mitzufeiern, wenn nicht im Anschluss daran ein Vorbereitungstreffen für den Religiösen Kindertag zum Thema Abraham angesetzt worden wäre. Zudem wollte ich die Gelegenheit nutzen, den Gemeindereferenten um ein paar Tipps für meine Bewerbung beim Erzbistum zu bitten, und schließlich stellte ich zu meinem Schrecken fest, dass am morgigen Sonntag auch noch KiWoGo ist, was ich peinlicherweise überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt hatte. 

Reden wir aber trotzdem zunächst mal über die Messe! Zelebriert wurde diese vom leitenden Pfarrer der Großpfarrei Heilige Familie in einem schönen Messgewand, auf dem der Tagesheilige abgebildet war; es fanden sich zwar nur rund zwanzig Gläubige ein, aber das tat der geradezu opulenten Feierlichkeit der Liturgie keinen Abbruch: Credo, Sanctus und Agnus Dei wurden auf Latein gesungen, der Pfarrer verwendete das Hochgebet I, vor dem Schlusssegen wurde die St. Josefs-Litanei gebetet. Die Predigt war über eine Viertelstunde lang und enthielt Ausführungen zur Geschichte der St.-Josefs-Verehrung, zu Parallelen zwischen dem Josef des Buches Genesis und dem gleichnamigen Ziehvater Jesu sowie natürlich zu dessen Rolle in den Kindheitserzählungen der Evangelien nach Matthäus und Lukas. 

Da ich aber ja wie gesagt im Anschluss an die Messe ein Teamtreffen für die Planung des Abraham-RKT hatte, fand ich es besonders bemerkenswert, dass sich die 2. Lesung – Römer 4,13.16-18.22 – um ebendiesen Abraham drehte, der unser aller Vater im Glauben sei. Auch in der Lesehore des Stundenbuchs für diesen Tag gab es einen Text ähnlichen Inhalts, nämlich Hebräer 11,8-16. Interessante Fügung, nicht? Die auf Abraham bezogenen Verse aus der Lesehore brachte ich direkt ins Teamtreffen ein – bei dem ich mich im Übrigen eher zurückhielt, einerseits, weil ich unglaublich müde war, andererseits aber auch, weil "mehr zuhören als selber reden" mein neuer Vorsatz mit Blick auf meine angestrebte Ausbildung zum Gemeindereferenten ist. Neben dem Gemeindereferenten, seiner Frau und mir nahmen noch zwei der jungen Erwachsenen an dem Teamtreffen teil, die schon am ersten RKT (im November) mitgewirkt hatten, beim zweiten (im Februar) jedoch verhindert waren; die Diskussion drehte sich größtenteils um Fragen des Ablaufs, der Spiel- und Bastelangebote und des Kochens. Für Erwägungen grundsätzlicherer Art blieb da wenig Raum und hatte ich, wie schon angedeutet, auch nicht so recht die Energie; obendrein war die Zeit zwischen dem vorigen und dem nächsten RKT ja auch etwas knapp, jedenfalls wenn man zwischendurch auch noch was anderes zu tun hat. Eine Umsetzung der durch meine Beobachtungen vom letzten Mal angeregten Verbesserungs-Ideen wird also wohl bis zum nächsten Mal warten müssen; da haben wir dann erheblich mehr Vorbereitungszeit, denn der nächste RKT steht erst Ende Mai an – jedenfalls wenn ich es nicht schlichtweg vergessen habe, den April-Termin in meinen Terminkalender einzutragen, was ich guten Gewissens nicht definitiv ausschließen kann, schließlich stand da auch nicht drin, dass morgen in St. Joseph Siemensstadt Kinderwortgottesdienst ist. Das dürfte wohl der erste KiWoGo seit ziemlich langer Zeit werden, zu dem ich konzeptionell nicht viel beigetragen habe, aber der Gemeindereferent hatte einige gute Ideen; das Evangelium, um das es gehen soll, ist die Auferweckung des Lazarus (Johannes 11,1-45), und ich bin mal gespannt, wie's läuft. – Erst als ich schon wieder auf dem Heimweg vom Teamtreffen war, fiel mir übrigens ein bzw. auf, dass ich in diesem Jahr noch gar nichts zum Stichwort "Kinderkreuzweg" gehört habe: Ich sagte mir, wenn es einen geben sollte, dann müsste der ja wohl auch bald mal dran sein. Also sprach ich das heute früh mal an, und siehe da, ich hatte Recht: Der Kinderkreuzweg in St. Joseph Siemensstadt soll am kommenden Dienstag sein, es gibt Flyer dafür, und da steht sogar mein Name drauf: 

Wenn ich ehrlich bin, passt mir der Termin gar nicht, zumal dienstags meine Kinder – beide! – Kampfsporttraining haben; andererseits kann man natürlich sagen, wenn ich ernsthaft Gemeindereferent werden will, muss ich mich wohl darauf einstellen, dass dienstliche und familiäre Pflichten mal miteinander kollidieren können. Na, wir werden mal familienintern darüber beraten, wie wir das lösen. 


Neues aus Synodalien: Hilfe, neue Mitglieder! 

Im vorigen Wochenbriefing habe ich die Anwesenheit von acht Taufbewerbern, darunter sieben junge Erwachsene, in der Sonntagsmesse in St. Joseph Siemensstadt als anekdotische Evidenz für die innere Erneuerung der Kirche angeführt; ein paar Tage später versorgte mich der Presseverteiler des Erzbistums Berlin mit Zahlen, die dieses Thema auf eine über die rein anekdotische Ebene hinausgehende Basis stellen: Die Mitgliederstatistik für das Jahr 2025 ist da, und sie enthält einige bemerkenswerte Daten. Ja, okay, die Gesamtzahl der Katholiken im Erzbistum Berlin ist weiter gesunken, auch wenn die Zahl der Austritte im Vergleich zu den Vorjahren signifikant abgenommen hat. Derweil hat der Gottesdienstbesuch seit 2022 von Jahr zu Jahr zugenommen, sowohl prozentual im Verhältnis zur Gesamtzahl der Mitglieder als auch in absoluten Zahlen; und ebenfalls von Jahr zu Jahr zugenommen hat in diesem Zeitraum die Zahl der Erwachsenentaufen (wozu auch Taufen von Jugendlichen ab 14 Jahren gezählt werden), Konversionen und Wiederaufnahmen. Die Zahl der Erwachsenentaufen hat sich im Vergleich zu 2022 sogar mehr als verdoppelt. – Aus anderen Bistümern werden ähnliche Trends gemeldet, aber die diesbezüglichen Nachrichten habe ich (zumindest bisher) nur eher oberflächlich zur Kenntnis genommen. 

Ziemlich offensichtlich ist jedenfalls, dass die synodal-"anderskatholische" Fraktion die positiven Tendenzen in diesen Statistiken nicht als Erfolg für sich verbuchen kann und sich dessen auch sehr bewusst ist – und deshalb freut sie sich auch nicht so richtig darüber. Eher im Gegenteil, könnte man sagen. Wie sehr der aktuell zu beobachtende religiöse Aufbruch in der Generation Z – der sich, wie es der für Siemensstadt und Haselhorst zuständige Pfarrvikar der Pfarrei Heilige Familie Spandau-Havelland in seiner Jahresabschlusspredigt beschrieb, darin niederschlägt, dass die Gemeinden es mit Taufbewerbern zu tun bekommen, die "schon die Bibel gelesen haben, sich über YouTube gebildet haben über den katholischen Glauben, den Katechismus kennen" usw. – im kirchlichen Establishment als Problem und potentielle Gefahr wahrgenommen wird, dokumentiert eine Fachtagung in meinem allerzweitliebsten Bistum (Münster), auf die mich die jüngste Folge von Peter Winnemöllers "Montagskick"-Kolumne auf kath.net aufmerksam gemacht hat: eine Fachtagung des "Sachgebiets Jugendpastoral" zum Thema "Christfluencing. Extrem geglaubt". Im auf der Bistumswebsite veröffentlichten Bericht über diese Tagung äußert sich ein Kaplan aus Recklinghausen "alarniert" darüber, was religiös interessierte junge Leute "über Instagram und TikTok" von "sogenannte[n] Christfluencer[n]" aufschnappen. Zwar räumt der Kaplan ein, "80 Prozent von dem, was sie sagen", würde er "genauso sagen"; die übrigen 20 Prozent ordnet er hingegen als "gefährlich – toxisch sogar" ein. Die Gründe für diese Einschätzung bleiben unscharf: Sicherlich kann man bei manchen "Christfluencern" – besonders solchen aus dem evangelikalen oder "non-denominational"-Spektrum – Aussagen finden, die aus katholischer Sicht als Irrlehren zu klassifizieren wären, aber man hat eher nicht den Eindruck, dass das hier gemeint ist; zumindest nicht vorrangig. Das Problem dürfte eher sein, dass die Konfrontation mit Menschen, die sich mit Feuereifer und ohne relativierendes Herumgedruckse zu Jesus Christus bekennen, die Selbstgewissheit des liberalen (Post-)Christentums erschüttert. Folgerichtig scheint die Jugendpastoral-Fachtagung des Bistums Münster hauptsächlich von dem Interesse getragen, das durch "Christfluencer" geweckte oder geförderte Interesse junger Leute am christlichen Glauben in sozialverträgliche, politisch korrekte, kurz: harmlose Bahnen zu lenken. Man fühlt sich an die These von Pastor Kurowski erinnert, es sei ein "entscheidende[s] Argument für Volkskirche", dass sie "eine Art Containement [sic] für das Religiöse bietet"; ähnlich äußerte sich ja vor nicht allzu langer Zeit Pater Max Cappabianca. Um mich in diesem Zusammenhang mal selbst zu zitieren: Gesegnet sind die Lauen im Glauben, denn sie sollen die volkskirchlichen Institutionen beherrschen. Aber natürlich ist das Ganze nicht nur lustig. Zu Recht warnt Peter Winnemöller davor, "[d]en hier wirkenden Geist [...] mit Methoden der Kirchensteuerkirche erschlagen [zu] wollen", und prophezeit: "Schon allein der Versuch, diese jungen Menschen irgendwie in bestehende kirchliche (Reform-)Strukturen, gar in Verbände, zu integrieren, wird sie in die Flucht schlagen." Das mag polemisch überspitzt sein, benennt aber eine reale Gefahr. Das habe ich mir schon früher öfter gedacht, zum Beispiel angesichts der Tatsache, dass der Pfarrer von Herz Jesu Tegel (jetzt St. Klara Reinickendorf-Süd) Glaubenskurse für Erwachsene anbot – für mein Empfinden ein klassischer Fall von "Bock zum Gärtner". Aber hoffen und beten wir mal, dass Gottes Geist sich letztlich als stärker erweist als der Ungeist der post-volkskirchlichen Strukturverwalter... 

Übrigens hatte ich mir ja eigentlich vorgenommen, mich nicht vor Fronleichnam dazu zu äußern, wie Bischof Wilmer sich als neuer Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz so schlägt, aber anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Kirchenstatistiken nehme ich mir mal kurz von diesem Vorsatz frei. Auf Facebook hat die DBK nämlich ein Statement von Bischof Wilmer veröffentlicht, das in der Aussage gipfelt, man wolle "nach Wegen suchen, wie Christsein heute in der Gesellschaft zu größerer Akzeptanz führen kann". Vielleicht hat er sich diese Formulierung einfach nicht gut überlegt – was in seiner Position freilich schon schlimm genug wäre –, aber wenn er das tatsächlich so meint, dann muss ich sagen: Sorry, Heiner, aber gerade darum geht es nicht, oder sollte es zumindest nicht gehen. 


Geistlicher Impuls der Woche 

Psalm 1 bietet das klassische Bild des "Gerechten". Wir dürfen ihn geradezu als ein Porträt der geistlichen Gestalt des heiligen Josef ansehen. Gerecht ist demnach ein Mensch, der in der lebendigen Berührung mit dem Wort Gottes lebt, der "Freude hat an der Weisung des Herrn" (V. 2). Er gleicht einem Baum, gepflanzt an Wasserläufen, der stetig seine Frucht bringt. Mit den Wasserläufen, aus denen er sich nährt, ist natürlich das lebendige Wort Gottes gemeint, in das er die Wurzeln seines Seins hinabsenkt. Gottes Wille ist ihm nicht von außen auferlegtes Gesetz, sondern "Freude". Das Gesetz wird ihm von selbst zum Evangelium, zur frohen Botschaft, weil er es in der persönlichen, liebenden Hinwendung zu Gott liest und es so von innen her zu verstehen und zu leben lernt.

(Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.: Jesus von Nazareth, Prolog) 


Ohrwurm der Woche 

Doobie Brothers: Long Train Running 

Nicht der Remix von 1993, den ich persönlich ziemlich schauderhaft finde, sondern das Original von 1973. Da stimmt einfach alles, vom Schlagzeug-Einsatz bis zum Mundharmonikasolo. Und die Refrain-Zeile "Without love, where would you be now?" spricht ja wohl auch und erst recht für sich. 


Vorschau/Ausblick 

Heute war, wie angekündigt, die dritte Veranstaltung des Formats "Religiöse Kindertage" in Haselhorst, und darüber wird es natürlich wieder allerlei zu berichten geben. Am morgigen 5. Sonntag der Fastenzeit steht, wie ebenfalls bereits erwähnt, der KiWoGo zur Auferweckung des Lazarus an; außerdem ist Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, wo eine krachende Wahlniederlage der bisher regierenden Ampelkoalition erwartet wird. Und dann beginnt schon die letzte Schul- und Arbeitswoche vor den Osterferien. Für den kommenden Montag peile ich an, wirklich mal den "Omatag" zu schwänzen, um mich um die Vervollständigung meiner Bewerbungsunterlagen zu kümmern; ob wir es am Dienstag zum Kinderkreuzweg schaffen, müssen wir mal schauen. Am Mittwoch ist jedenfalls das Hochfest der Verkündigung des Herrn (noch neun Monate bis Weihnachten!) und obendrein das letzte JAM vor Ostern, und am Donnerstag steht eine Gartenaktion in der KiTa des Jüngsten an – da ist noch nicht ganz sicher, ob wir uns daran beteiligen, aber Lust hätte ich eigentlich schon. Und am Wochenende wird dann hoffentlich unser neuer Kühlschrank geliefert. Übrigens möchte ich bereits darauf hinweisen, dass wir erwägen, den Palmsonntag wie im vorigen Jahr wieder auf dem Achorhof zu feiern. Auch wenn diesmal der Generalvikar die Messe zelebriert... 


Samstag, 14. März 2026

Utopie und Alltag 16: Am Scheideweg der Kirchenentwicklung

Salvete, hochgeschätzte Leser! Während der Frühling Einzug hält und das höchste Fest der Christenheit näher rückt, gibt es im Wochenbriefing mal wieder allerlei Neues aus Nah und Fern zu berichten. Thematisch geht es, so möchte ich behaupten, wieder etwas bunter zu als vorige Woche, was aber wiederum auch nicht bedeutet, dass es gar keinen Roten Faden gäbe. Aber ich will eurem eigenen Urteil nicht vorgreifen, Leser...! 

 

Endlich mal wieder bei den Wölflingen

Wer meine Wochenbriefings regelmäßig verfolgt, wird in den vergangenen Wochen schon den einen oder anderen Stoßseufzer  von mir angesichts der Tatsache mitbekommen haben, dass wir (bzw. vor allem natürlich meine Tochter) so lange nicht bei den KPE-Wölflingen in Schöneberg gewesen sind; aber auch die Ankündigung, dass sich das im Monat März möglichst ändern sollte. Daher machte ich mich am ersten Samstag im März gleich nach dem Frühstück mit dem Tochterkind auf den Weg nach Schöneberg, während meine Liebste mit dem Jüngsten zu Hause blieb (und später auf den Spielplatz ging). 

Wie vorab per Mail mitgeteilt worden war, war die Leiterin des Mädchenstammes mit der "Gilde Koala" – d.h. mit den Pfadfinderinnen der Altersstufe 12-16 Jahre – zum KPE-Bundesfest nach Neu-Ulm gefahren, weshalb die Leitung dieses Treffen von einem Assistenten (der auch mit beim Herbstlager gewesen war und den ich schon "von früher" von den Haselhorster Pfadfindern kannte) übernommen wurde, unterstützt von einer Mutter von – wenn ich es richtig mitbekommen habe – ganzen drei Wölflingsmädchen. Weiterhin hatte es in der Ankündigung geheißen, am Tag vor dem "staatlichen Frauentag" hätten "zwei große Frauen aus der Christenverfolgung" ihren Gedenktag, nämlich die Hll. Perpetua und Felizitas; und diese sollten im Rahmen des Meutentreffens gewürdigt werden. Da war ich ja mal gespannt. – Jedenfalls war es für mein Tochterkind das erste Meutentreffen bei sonnigem und warmem Wetter; so ist das wohl, wenn man im Herbst anfängt... Und ausgesprochen gut besucht war das Treffen auch: Einschließlich einiger Mitglieder der Pfadfinderinnengilde, die nicht nach Neu-Ulm mitgefahren waren und stattdessen bei den Wölflingen mitmachten, erschienen 23 Mädchen zum Meutentreffen – davon neun in vollständiger Kluft, drei (die offenbar neu dabei waren) komplett in Zivilkleidung; dazwischen gab es diverse Abstufungen: Bei manchen fehlte zur kompletten Kluft nur das Barrett, bei manchen war das einzige "kluftmäßige" Kleidungsstück ein blauer Rock oder Hosenrock. Ein Halstuch trugen indes nur sieben oder acht der Mädchen, was wohl darauf schließen lässt, dass die meisten noch verhältnismäßig neu dabei sind; denjenigen Lesern, die sich mit pfadfinderischen Gepflogenheiten nicht auskennen, sei gesagt: So ein Halstuch kriegt man nicht einfach so, das wird einem feierlich verliehen, wenn man sein Wölflingsversprechen ablegt, und wenn ich die Regeln der KPE-Wölflinge richtig verstanden habe, muss man davor erst mal die "Leise Pfoten"-Prüfung ablegen. Das ist für meine Tochter also im Moment noch nicht aktuell, aber davon abgesehen denke ich schon, wir sollten uns bemühen, dass sie spätestens bis zum Frühlingslager (mehr dazu unten) ihre Kluft und Ausrüstung komplett hat.

Übrigens erfuhren wir bei unserer Ankunft, dass die Rudel-Zugehörigkeit innerhalb der Wölflingsmeute umstrukturiert worden war und mein Tochterkind nun im Grauen Rudel ist; ich glaube nicht, dass das irgendwelche besonderen Auswirkungen hat, außer dass der Rudelschrei der Grauen für mein Empfinden ein bisschen weniger cool ist ("Das Graue Rudel ist bekannt / durch Höflichkeit im ganzen Land" im Vergleich zu "Das Braune Rudel ist bedacht / und hat sein Bestes stets gemacht"). – Das Programm dieses Meutentreffens war recht abwechslungsreich: Wie angekündigt, wurde den Mädchen die Geschichte des Martyriums der Hll. Perpetua und Felizitas erzählt, woran sich ein an den Klassiker "Feuer – Wasser – Sturm" angelehntes Spiel (mit den Signalwörtern "Gefängnis", "Kuh", "Löwe" und "Engel") anschloss; daneben gab es u.a. Theaterspiel (zwei Gruppen sollten jeweils einen Begriff aus der Pfadfinderpädagogik szenisch darstellen), "Kim-Spiele" und eine Erste-Hilfe-Übung. Allerdings muss ich zu Protokoll geben, dass mir die ganze Truppe diesmal  etwas undiszipliniert vorkam. Vielleicht lag das zum Teil daran, dass ich den direkten Vergleich mit dem Kampfsporttraining meiner Kinder vor Augen hatte; jedenfalls kam mir dieser Gedanke, als die Wölflingsmädchen sich in einer Reihe nebeneinander aufstellen sollten und diese Reihe krumm und schief wurde. Das wäre beim Kampfsporttrainer des Tochterkindes sicher nicht passiert, und bei der Trainerin des Jüngsten wohl auch nicht. Die unordentliche Aufstellung war aber nicht das einzige und auch nicht das auffälligste Anzeichen dafür, dass die Mädchen es an diesem Samstag mit der Disziplin nicht so genau nahmen: Es wurde gequatscht, herumgealbert, einzelne Mädchen erklärten unverhohlen, sie hätten zu diesem oder jenem Spiel keine Lust oder sie wollten eine Übung nicht machen, wenn sie sie nicht für eine Abzeichenprüfung brauchten. Ich habe den starken Verdacht, dass sie sich so etwas bei ihrer eigentlichen "Akela" nicht erlaubt hätten; aber man kennt das ja auch aus der Schule, dass manche Schüler glauben, einem Vertretungslehrer könne man ungestraft auf der Nase herumtanzen. Na, schauen wir mal, wie's wird, wenn Akela aus Neu-Ulm zurück ist.

Um nun aber noch einmal aufs Frühlingslager zurückzukommen: Dieses soll am langen Wochenende ab Christi Himmelfahrt stattfinden (weshalb ich es insgeheim und mit Augenzwinkern "Himmelfahrtskommando" getauft habe); allemal eine gute Alternative zum zeitgleich in Würzburg stattfindenden Katholikentag. Einladung und Anmeldeformular wurden in der ersten Märzwoche verschickt, der Ort steht indes noch nicht fest, aber irgendwo "in Brandenburg" soll es sein. Anmelden soll man sich gleichwohl möglichst bis zu den Osterferien, und ich denke, das werden wir auch tun; und dann sollte ich demnächst mal mit der Leiterin darüber reden, ob ich wieder als Küchenhelfer mitkommen kann. Ich wüsste allerdings eigentlich nicht, was dagegen sprechen sollte, und freue mich schon darauf.


Die Kirche lebt: Redditio Symboli in St. Joseph Siemensstadt 

Am 3. Fastensonntag fuhren wir wieder einmal nach Siemensstadt zur Messe, in der Erwartung, dass da mal nichts Besonderes anstehen würde (nachdem vorigen Sonntag KiWoGo und davor Erneuerung des Taufversprechens der Erstkommunionkinder gewesen war) – aber schon beim Betreten der Kirche stellten wir fest, dass wir uns da wohl geirrt hatten, denn auf der Seite, auf der wir normalerweise sitzen, waren die ersten Bankreihen für "Taufbewerber und Konvertiten" (und deren Angehörige, darf man annehmen) reserviert, und auch sonst war die Kirche voller als gewöhnlich. – Neben dem, wie ich immer gern sage, "örtlich zuständigen" Pfarrvikar war als Konzelebrant ein Pfarrvikar der Pfarrei St. Maria Berliner Süden mit von der Partie, dazu ein Diakon, der kurz vor der Priesterweihe steht. Bei der Begrüßung erklärte der Hauptzelebrant, in dieser Messe werde es "ein paar Riten der Übergabe" für die anwesenden Tauf- und Konversionsbewerber geben: "Wir als Gemeinde, als Kirche werden ihnen das Glaubensbekenntnis übergeben, diesen Schatz der Liebe, den Gott vorbereitet hat." Zugunsten dieser "Riten der Übergabe" fiel die Predigt recht kurz aus (ca. fünf Minuten), und inhaltlich kam mir das meiste aus früheren Predigten desselben Priesters zu diesem Evangelium (Johannes 4,5-29.39, die Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen) recht bekannt vor, aber es schadet sicher nicht, das mehrmals zu hören. Ein paar Sätze, die bei mir besonders hängen blieben, lauteten:

"Gott wartet auf jeden von uns da, wo er scheinbar am weitesten entfernt ist – wo wir müde sind, wo wir unsere Lasten tragen. Dort ist Gott und dort wartet Er auf uns."

Und: 

"Taufen ist nicht ein bisschen reinwaschen. Taufen ist eine Quelle der Liebe in uns, die sich Heiliger Geist nennt und uns ein neues Leben schenkt."

Im Anschluss an diese Kurzpredigt erteilte der Pfarrvikar einem Mitglied einer der Neokatechumenalen Gemeinschaften innerhalb der Gemeinde, einem Mann ungefähr in meinem Alter (bzw. ein paar Jahre älter), das Wort: Dieser werde, so erklärte der Priester einleitend, "heute seine Redditio machen: Er wird das Glaubensbekenntnis anhand seiner Lebensgeschichte zurückgeben." Wie ich glaube verstanden zu haben, handelt es sich bei dieser Redditio Symboli um eine liturgische Besonderheit des Neokatechumenalen Weges, die aber auf Vorbilder aus der frühen Kirche zurückgehen soll. Man könnte es beschreiben als eine Form des Glaubenszeugnisses, bei der die einzelnen Sätze des Apostolischen Glaubensbekenntnisses zur persönlichen Lebens- und Glaubenserfahrung in Beziehung gesetzt werden. Wie dem auch sei, ich fand das, was der Mann aus seinem Leben erzählte, ausgesprochen faszinierend, und auch meine Tochter wirkte sehr interessiert. – Auch daraus möchte ich ein kleines Zitat bringen, nämlich zum Thema Beichte: Der Sprecher verglichen die Wirkung des Empfangs des Sakraments der Versöhnung damit, bei einem Fahrrad "Luft aufzupumpen und die Kette zu schmieren" und daraufhin festzustellen: "Es geht zwar bergauf, aber es geht viel leichter."

Bei den anwesenden Taufbewerbern handelte es sich übrigens um sieben junge Erwachsene und einen älteren Mann, und als sie zum Effata-Ritus in den Altarraum traten, überkam mich das ausgesprochen bewegende Gefühl, live die Erneuerung der Kirche mitzuerleben. Einen kleinen Ausschnitt davon jedenfalls, aber gerade das macht es ja so bewegend. Währenddessen erscheinen bei häretisch.de Artikel mit Überschriften wie "Studie: Bedeutung von Religion nimmt weltweit ab" oder "Forscherin: Sehe keine breite Rückkehr zur klassischen Kirchenreligion", und man wird den Eindruck nicht los, dass sich darin ein verqueres Wunschdenken offenbart. – Natürlich, wenn man vorrangig auf die Kirche als Institution oder, noch schärfer gesagt, als Unternehmen blickt und das Thema Kirchenentwicklung unter quasi-betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet, dann kann man sicherlich mit einigem Recht argumentieren, der angebliche religiöse Boom in der Generation Z sei ein überschätztes bzw. von interessierten Kreisen übertrieben dargestelltes Phänomen; denn sicherlich ist die Zahl der Erwachsenentaufen und Konversionen weit davon entfernt, die Zahl der Austritte auszugleichen. Es ist also auf absehbare Zeit nicht damit zu rechnen, dass die Neubekehrten aus der Generation Z den Trend, dass die Kirche hierzulande – wie auch sonst in der "westlichen Welt", aber im Gegensatz zur übrigen Welt – zahlenmäßig kleiner und gesellschaftlich marginalisierter wird, aufhalten oder gar umkehren könnten; aber sie verändern die Kirche auf andere Weise, und ich glaube, dass das der wesentliche Grund dafür ist, dass häretisch.de und Co. diese Entwicklung partout klein- und/oder schlechtreden wollen: Aus der Sicht derer, die die Zukunftsfähigkeit der Institution Kirche darin sehen, dass sie anschlussfähig an die säkulare Gesellschaft bleiben müsse, dampft der Zug entschieden in die falsche Richtung, und deshalb wird neuerdings wieder einmal verstärkt vor der Vision einer "kleinen, sektenähnlichen Kirche" gewarnt, in der "nur Konservative bis Fundamentalisten übrig bleiben". Mehr noch: Wenn man die Auffassung vertritt, im Interesse der besagten Anschlussfähigkeit an die Gesellschaft müsse die Kirche ihre Glaubenslehre gründlich umkrempeln oder lieber gleich ganz auf eine verbindliche, definierte Glaubenslehre verzichten – eine Forderung, mit der Mancher im Grunde vielleicht nur seinen eigenen Glaubensverlust bemänteln will –, dann ist es sicherlich irritierend und sogar schmerzhaft zu sehen, dass es gerade die vielgeschmähte Glaubenslehre ist, die junge Menschen zur Kirche hinzieht, und dass die vermeintlichen "Reformer" diejenigen sind, die für ein dem Untergang geweihtes Bild "von Kirche" stehen. Um's mal etwas polemisch auf den Punkt zu bringen: Wer im (jungen) Erwachsenenalter zum Glauben an Jesus Christus findet und dann ausgerechnet in die katholische Kirche eintritt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit andere Prioritäten, als an der Seite altgedienter kfd-Funktionärinnen gegen das Patriarchat zu kämpfen. 

 

Update Religionspädagogik 

Dass ich mich seit Anfang des Jahres, oder eigentlich schon seit der Woche "zwischen den Jahren", mit dem Gedanken trage, ein Studium der Religionspädagogik aufzunehmen, mit dem Ziel, im Erzbistum Berlin Gemeindereferent zu werden, mag manchen Lesern Anlass zur Hoffnung, anderen eher zu Befürchtungen gegeben haben und vielleicht die meisten einfach nur zu ungläubigem Kopfschütteln veranlasst haben. Indes verdichten sich die Anzeichen, dass daraus tatsächlich etwas werden könnte. Nach meiner Teilnahme am "Bewerbendentag" vor mittlerweile drei Wochen war ich noch einmal zu einem Gespräch mit zwei Mitarbeiterinnen des Erzbischöflichen Ordinariats eingeladen worden; dieses Gespräch war am Montag, und ich habe es als ausgesprochen positiv empfunden. Mir wurde sogar geraten, ich solle mich mal bei der Katholischen Hochschule für Sozialwesen erkundigen, ob ich trotz bereits abgelaufener Bewerbungsfrist eventuell noch ins demnächst beginnende Frühjahrssemester 'reinrutschen könnte; das habe ich getan, was zunächst in einem ausgesprochen netten Gespräch mit einem Professor resultierte, aber laut Auskunft der Abteilung Studierendenservice ist der Studiengang für das kommende Semester bereits überbelegt und es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass ich da noch irgendwie "reinrutsche". Ein Studienbeginn zum Herbstsemester ist an dieser Hochschule nicht möglich, wohl aber in Paderborn oder Frankfurt (als Fernstudium); eine weitere Alternative wäre der Fernkurs Theologie, der in Würzburg angeboten wird. Das werde ich mir alles noch genauer ansehen müssen; parallel zur Bemühung um einen Studienplatz läuft derweil das Bewerbungsverfahren beim Erzbistum selbst, und nachdem mir per Mail mitgeteilt worden, welche Bewerbungsunterlagen ich vorlegen soll und bis wann, hatte ich in der zurückliegenden Woche schon einiges zu tun, die betreffenden Dokumente zusammenzutragen. Es wird also ernst, Freunde...!

 

Das Letzte Abendmahl als Krimi-Dinner

An den Nachmittagen der zurückliegenden Woche hatten wir ziemlich volles Programm: Am Montag war Omatag, am Dienstag hatten beide Kinder Kampfsporttraining, der Jüngste zusätzlich noch am Donnerstag und das Tochterkind am Freitag; und am Mittwoch war natürlich JAM. Schon als wir dort ankamen, hörten wir, dass die Mitarbeiterinnen diesmal etwas Besonderes vorbereitet hätten, und offenkundig bereitete es ihnen Sorge, dass sich bis etwa eine halbe Stunde nach Beginn der "gleitenden Ankunftszeit" erst sieben oder acht Kinder eingefunden hatten. Dann kamen aber doch noch einige mehr; am Ende waren es, wenn ich richtig gezählt habe, in den Altersgruppen der "Kids" und der "Minis" jeweils neun. 

Die besondere Attraktion bei diesem JAM war ein Krimi-Spiel im Stil eines Escape Rooms, das in zwei Varianten – eine einfachere für die Kleinen, eine anspruchsvollere für die Schulkinder – in verschiedenen Räumen des Gemeindezentrums stattfand; und dabei ging es, mit Blick auf das nahende Osterfest, um das Letzte Abendmahl und die Frage "Wer hat Jesus verraten?". – Da natürlich damit zu rechnen war, dass die Kinder (oder jedenfalls einige von ihnen) bereits wussten, wie der Verräter hieß, ging es allerdings nicht nur darum, den Namen des Täters zu ermitteln; vielmehr galt es mit Hilfe einer Reihe von Hinweisen herauszufinden, welches der im Raum verteilten Kuscheltiere welchen Jünger darstellte, wie die Sitzordnung am Abendmahlstisch war und dergleichen mehr, und wie es sich für einen Escape Room gehört, mussten auch Schlüssel gesucht werden. Für das Ganze hatten die Kinder 30 Minuten Zeit und mussten dazu als Team zusammenarbeiten.



Wie ich im Nachhinein in Erfahrung gebracht habe, ist dieses Spiel offenbar einem Buch mit dem Titel "Der geheimnisvolle Raum – Sieben Live Escape Games zur Bibel" entnommen; wobei "zur Bibel" offenbar relativ ist: Eins der anderen "Escape Games" in diesem Buch heißt "Luthers Entführung", und die Kurzbeschreibung des Spielinhalts lautet "Entführt Martin Luther, um sein Leben zu schützen!". Ich muss gestehen, "Entführt Martin Luther, um die Einheit der Kirche zu bewahren" würde mir besser gefallen, aber okay, lassen wir das. Auf der anderen Seite gibt's in diesem Buch auch ein Escape Game zu den Ägyptischen Plagen, und das könnte man eventuell für die anstehende Religiöse Kinderwoche gebrauchen, die unter dem Motto "Mensch, Mose" stehen soll. Behalten wir das mal im Auge...


Was ist denn bloß bei der KLJB los? 

Diese Zwischenüberschrift ist nicht von ungefähr als Frage formuliert: Ich weiß tatsächlich nicht, was da los ist, jedenfalls nicht so genau. Erstmals auf einen angeblichen Nazi-Eklat bei einer Veranstaltung des Oldenburgischen Landesverbands der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) aufmerksam gemacht wurde ich durch einen auf Facebook geteilten Artikel der Nordwest-Zeitung, von dem ich jedoch zunächst nur Überschrift und Teaser-Absatz lesen konnte, da der Rest hinter der Paywall verschwand. Bei der Münsteraner Bistumszeitung Kirche + Leben erging's mir genauso, und die offizielle Stellungnahme des KLJB-Landesvorstands scheint von dem Bestreben geprägt, sich mit maximaler moralischer Entrüstung von dem Vorfall zu distanzieren, dabei aber möglichst im Unklaren zu lassen, was eigentlich vorgefallen ist. Man kommt sich vor wie in einem viktorianischen Roman.

Irgendwie soll es jedenfalls bei von der KLJB ausgerichteten Quizveranstaltungen in Altenoythe und Falkenberg (beides im Landkreis Cloppenburg) "zu rechtsextremen Äußerungen bzw. Gesten gekommen sein" – was ja heutzutage so ziemlich alles Mögliche heißen kann, weshalb unter dem betreffenden Facebook-Beitrag von "NWZ Der Münsterländer" prompt jemand scherzte, da habe womöglich jemand "Zigeunerschnitzel" gesagt. Elf Facebook-Nutzer reagierten auf den NWZ-Artikel mit einem Lach-Emoji (der vermutlich auch bald als rechtsextreme Äußerung verboten wird), andere empörten sich darüber. Soweit also alles normal. Bei dem Versuch, Genaueres über den Fall herauszufinden, bin ich allerdings über die Information gestolpert, dass es einen ähnlichen Fall schon vor rund einem Jahr gegeben hat, ebenfalls bei einer Quizveranstaltung der KLJB Oldenburg, damals in Bühren (ebenfalls Landkreis Cloppenburg): Dabei "sollen zwei Gäste den Hitlergruß gezeigt haben", wie der NDR berichtete. Ebenso wie damals ermittelt die Polizei auch im aktuellen Fall wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole. Wer aber hat die Vorfälle überhaupt bei der Polizei angezeigt? – Das war der KLJB-Landesvorstand selbst.

Die etwas weinerlich und passiv-aggrrssiv 'rüberkommende Stellungnahme des Landesvorstands ("Bereits auf der Landesversammlung 2024 haben wir mit dem einstimmig beschlossenen Positionspapier 'Klare Kante gegen Rechtsextremismus' deutlich gemacht, dass wir aktiv gegen rechtsextreme Tendenzen innerhalb unserer eigenen Strukturen vorgehen und für Demokratie und Menschenwürde einstehen.Diesem Anspruch werden wir auch in der aktuellen Situation gerecht") verweist jedenfalls auf ein Dilemma: Die KLJB ist ein Verband unter dem Dach des stramm linken und "woken" BDKJ, aber die Jugendlichen an der Basis sind zu einem signifikanten Teil ganz anders drauf. Und mit "anders drauf" meine ich nicht zwingend "rechts" oder gar "rechtsextrem", sondern vielleicht auch einfach nur "unpolitisch und vom Gemüt her eher konservativ". Gerade in Gegenden wie dem Oldenburger Münsterland, wo es – wie ich bei anderer Gelegenheit schon mal ausgeführt habe – nicht viele Angebote für Jugendliche gibt, die nicht entweder mit der katholischen Kirche oder mit der CDU (oft mit beiden) zu tun haben, muss man damit rechnen, dass nicht wenige einfach nur dabei sind, um Party zu machen. Nun kann man sicherlich mit einigem Recht sagen, von "einfach nur Party machen wollen" zu "Hitlergruß zeigen" sei es nicht gerade ein kurzer und gerader Weg; aber wer sich noch daran erinnert, selbst mal jugendlich gewesen zu sein, wird mir vielleicht in der Einschätzung zustimmen, dass die ohnehin alterstypische Lust an der Provokation und am Tabubruch durch kaum etwas so stark getriggert wird wie durch den permanenten Erwartungsdruck, sich zu Auffassungen zu bekennen, hinter denen man in Wirklichkeit nicht mit ganzer Überzeugung steht. Das führt dann beispielsweise dazu, dass – wie in den 80er Jahren geschehen – die Katholische junge Gemeinde (KjG) antiklerikales und religionskritisches Liedgut in ihre Liederhefte aufnimmt oder dass – wie im Sommer 2017 auf Usedom – bei einem katholischen Bistumsjugendtag Kondome verteilt werden, deren Verpackungen mit "frechen" Slogans geschmückt sind. Auf einem vergleichbaren Level von Provokation und Tabubruch würde ich es ansiedeln, wenn bei einer Veranstaltung eines Verbands, der sich mit großem Pathos den Kampf gegen Rechts auf die Fahnen geschrieben hat, als rechtsextrem eingestufte Äußerungen laut werden; jedenfalls erscheint mir diese Erklärung weitaus plausibler als die Annahme, da hätten sich echte, überzeugte Neonazis zu erkennen gegeben. Und aus diesem Grund erscheinen mir die Maßnahmen, die der KLJB-Landesvorstand in dieser Situation ergriffen hat – zusätzlich zu der bereits angesprochenen Anzeige bei der Polizei werden "die beteiligten Ortsgruppen bis auf Weiteres von Veranstaltungen der Landesebene, wie KLJB Quiz oder KLJB Ball, ausgeschlossen" – nicht nur überzogen, sondern vor allem kontraproduktiv. Einerseits bezweifle ich, dass man von dieser Angelegenheit noch viel hören wird – es steht wohl zu vermuten, dass sie ähnlich im Sande verlaufen wird wie der Vorfall im vorigen Jahr –, aber gleichzeitig denke ich, dass der oben angesprochene Konflikt zwischen der politisch-ideologischen Ausrichtung der Verbandsführung und den ganz anders gelagerten Interessen der Basis den Verband noch weiter beschäftigen und belasten wird, auf vielen Ebenen, auch in nicht so nachrichtenwürdiger Form. 


Update Bibelleseplan 

Mit meiner täglichen Bibellektüre bin ich weiterhin auf einem guten Weg, mir gegenüber dem "Altes Testament in einem Jahr"-Leseplan der EFG The Rock Christuskirche einen ausreichenden Vorsprung zu erarbeiten, um auch die in diesem Plan nicht enthaltenen Bücher innerhalb des laufenden Jahres zu schaffen. Eins habe ich sogar schon geschafft, nämlich das Buch Kohelet (auch genannt "Prediger Salomo"); im Moment bin ich beim Hohenlied, das der mir vorliegende Leseplan ebenfalls nicht berücksichtigt – ob das etwas mit Prüderie zu tun hat, sei mal dahingestellt. Bei den Geschichtsbüchern habe ich das Buch Exodus ganze drei Wochen früher zu Ende gelesen als im Plan angegeben; und "für danach" sieht der The Rock-Bibelleseplan erst mal nicht das Buch Leviticus vor, sondern das Buch Hiob (Ijob). Ob das eine Maßnahme gegen die bekannte Gefahr darstellen soll, dass den Lesern im Buch Leviticus die Luft ausgeht, oder ob andere Erwägungen dahinterstecken, weiß ich nicht, aber ich denke mir, ich probier' das einfach mal. In vier Wochen sprechen wir uns wieder... 


Geistlicher Impuls der Woche 

Im Übrigen, mein Sohn, lass dich warnen! Es nimmt kein Ende mit dem vielen Bücherschreiben und viel Studieren ermüdet den Leib. Hast du alles gehört, so lautet der Schluss: Fürchte Gott und achte auf Seine Gebote! Das allein hat jeder Mensch nötig. 

(Kohelet 12,12f.) 


Ohrwurm der Woche 

Deine Freunde: Ordentlich durcheinander 

Ja, ich gebe es zu: In letzter Zeit höre ich mir, wenn ich vormittags bis gegen Mittag allein zu Hause bin, gerne mal Musik (oder auch Hörbücher, z.B. "Wir Kinder aus Bullerbü") auf dem Galakto-Player der Kinder an, und dabei hat sich das Greatest Hits-Album der Hamburger Gruppe Deine Freunde zu einer schier unerschöpflichen Quelle von Ohrwürmern entwickelt. Folglich war es gar nicht so einfach, sich für einen Song zu entscheiden; aber "Ordentlich durcheinander" (der übrigens als einer von vier Bonus-Tracks exklusiv auf der Galakto-Edition des Albums vertreten ist) gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten, schon allein wegen des wirklich cleveren Texts. – Interessant finde ich auch die Entstehungsgeschichte der Gruppe Deine Freunde: Rapper Florian Sump war nämlich früher mal Schlagzeuger und Songschreiber der Gruppe Echt, arbeitete danach in verschiedenen Gelegenheitsjobs und wurde 2008 Erzieher an einer Hamburger KiTa. Angeregt durch dieseTätigkeit, kam er 2010 auf die Idee, ein Kinderlied mit dem Titel "Schokolade" zu schreiben und einzuspielen, und tat sich zu diesem Zweck mit dem DJ und Produzenten Markus Pauli zusammen, der zuvor u.a. für Fettes Brot gearbeitet hatte. Für Gesang und gutes Aussehen holten sie Lukas Nimscheck mit ins Boot, veröffentlichten 2012 ihr erstes Album "Aus'm Häuschen", und der Rest ist, wie man so sagt, Geschichte... 


Vorschau/Ausblick

Auch heute war ich wieder mit dem Tochterkind beim Wölflingstreffen, und darüber wird es auch wieder einiges zu berichten geben, umso mehr, als da diesmal einiges anders war als in einer "normalen" Meutenstunde. Dass das aktuelle Wochenbriefing zu einer etwas ungewohnten Uhrzeit erscheint, ist derweil dadurch bedingt, dass wir nachher noch zu einer Vorabendmesse "müssen" – aus der Erwägung heraus, dass wir morgen wohl keine Zeit für den Kirchgang haben werden denn da ist, wie schon angekündigt, großer Kindergeburtstag, und nebenbei werde ich auch noch einen Kuchen backen müssen, um ihn dem Jüngsten am Montag in die KiTa mitzugeben. Die Nachfeier bei und mit den Omas, ebenfalls am Montag, werde ich hingegen vielleicht lieber schwänzen, um mich stattdessen um meine Bewerbungsunterlagen zu kümmern. Im Übrigen fallen zwei bemerkenswerte Festtage in die kommende Woche, nämlich am Dienstag der St. Patrick's Day und am Donnerstag das Hochfest des Hl. Josef. Während die Frage, ob im "City Pub" in Siemensstadt der St. Patrick's Day zünftig gefeiert wird, allem Anschein nach eher zu verneinen ist, gibt es in der nahegelegenen Kirche St. Joseph am Donnerstag immerhin eine Abendmesse zum Patronatsfest, und ich denke, dass ich da hingehen werde – wenn auch wahrscheinlich ohne die Familie; es ist angedacht, im Anschluss an die Messe ein kurzfristiges Teamtreffen für den Religiösen Kindertag zum Thema Abraham abzuhalten, der schon wieder bedenklich nahe gerückt ist. Wie viele Teammitglieder zu diesem Termin erscheinen werden, ist allerdings noch ungewiss.

Als ein weiteres Thema für das nächste Wochenbriefing, vielleicht aber auch für einen eigenständigen Artikel, könnte sich eine Folge des Eule-Podcasts erweisen, in der Philipp Greifenstein im Gespräch mit Annika Schmitz (ehemals y-nachten, jetzt Herder Korrespondenz) und Louis Berger (ehemals u.a. Publik Forum und taz, jetzt Kirche + Leben) eine Art Bilanz des Synodalen Weges zu ziehen versucht. Das ist natürlich eine Expertenrunde, bei der sich wieder einmal der neulich schon mal zitierte Kunstkritiker-Witz aufdrängt, aber gerade deshalb könnte es ja vielleicht ganz witzig sein. Bisher habe ich nur mal kurz 'reingehört und mich dabei hauptsächlich über Fipsi Greifensteins kieksige Stimme amüsiert. Na, das Gute daran ist, wenn man ihn hört und nicht nur liest, läuft man nicht so leicht Gefahr, ihn zu ernst zu nehmen...