Na, Leser, seid ihr gut in die Fastenzeit gestartet? Was meine Familie und mich betrifft, kann ich im Großen und Ganzen nicht klagen, außer dass bei uns die üblichen saisonalen Erkältungskrankheiten 'rumgehen: Meine Liebste hatte es gerade so ungefähr hinter sich, als es beim Jüngsten losging – der dadurch Anfang der zurückliegenden Woche zwei Tage lang nicht in die KiTa gehen konnte, was natürlich auch auf meinen Tagesablauf erhebliche Auswirkungen hatte. Zeitweilig dachte ich "Ich hab die ganze Woche noch nichts geschafft", aber dann sagte ich mir, das sei eine Frage der Perspektive und ich solle lieber sagen "Ich habe diese Woche viel Zeit mit meinem Sohn verbracht und nebenbei noch ein bisschen was im Haushalt erledigt". Derweil hat die Erkältung auch mich nicht ganz verschont, aber bisher liegt die Intensität meiner Symptome noch unterhalb der Grenze, wo ich alle Viere von mir strecken und sagen würde "Ich bin krank". Hoffen wir mal, dass es nicht schlimmer wird...
Was ich auch noch erwähnen möchte, bevor ich zu den einzelnen thematischen Abschnitten dieses Wochenbriefings komme: Die mit viel Verve in Angriff genommene Kinderzimmer-Neugestaltung ist derzeit ins Stocken geraten, nachdem sich ein Hochbett, das wir gebraucht kaufen wollten, für unsere Zwecke als unbrauchbar erwiesen hat – und wir somit demnächst wohl mal einen Trip zu einem namhaften schwedischen Einrichtungshaus werden planen müssen. In diesem Zusammenhang konnte ich mich des Gedankens nicht erwehren: Wenn man mich mit sieben oder acht Jahren zu den Wölflingen geschickt hätte, dann könnte ich jetzt auch selber ein Hochbett bauen. Na ja: Paths not taken in history. Unsere Kinder fechten's besser aus...
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| Dieser sympathische Bär steht im Foyer des neuen Ausbildungszentrums des Erzbistums Berlin im Ortsteil Marienfelde. |
Update Religionspädagogik
Na, seid ihr alle gespannt, wie es mir beim "Bewerbendentag" des Erzbistums Berlin für pastorale Berufe ergangen ist? – Ich bin mir nicht ganz sicher, inwieweit es opportun ist, Details über den Ablauf der Veranstaltung auszuplaudern, zumal ich durchaus den Eindruck gewonnen habe, Veranstaltungen dieser Art leben zu einem gewissen Grad davon, dass die "Bewerbenden" nicht – oder jedenfalls nicht genau – wissen, was sie erwartet; was ich aber auf jeden Fall sagen kann, ist: Ich fand's gut. Ich hatte sogar richtig Spaß dabei und habe interessante und sympathische Leute kennengelernt, die ich mit Freuden Kollegen nennen würde, falls es sowohl bei ihnen als auch bei mir mit der Ausbildung für die Pastoral klappt.
Aber mal von vorne: Am Samstag kurz vor 10 fand ich mich am neuen, baulich noch nicht ganz fertigstellten Ausbildungszentrum des Erzbistums Berlin im Ortsteil Marienfelde ein, zusammen mit neun anderen "Bewerbenden", von denen allerdings, wie sich im Laufe der Veranstaltung zeigte, nur rund die Hälfte das Berufsziel Gemeindereferent/-in hatte; die anderen interessierten sich eher für die sogenannte "kategoriale Seelsorge", also z.B. im Krankenhaus. Es waren gleich viele Männer wie Frauen vertreten, und was die Altersstruktur betraf, waren zwei junge Erwachsene dabei, für die das im Frühjahr beginnende Religionspädagogik-Studium das Erststudium ist oder wäre; ein Bewerber war wohl so ungefähr am oberen Ende dessen einzuordnen, was im kirchlichen Kontext noch als "junger Erwachsener" gilt; die anderen waren so etwa in meinem Alter oder älter. Das schien mir zu bestätigen, was mir schon bei meinem ersten Infogespräch gesagt worden war: dass ich durchaus ins typische Bewerberprofil passe, auch vom Alter her.
Zu Beginn der Veranstaltung durfte sich, wer wollte, an Kaffee und Tee bedienen, dann ging es erst einmal in den über dem Tagungsraum gelegenen Andachtsraum, zu einem Geistlichen Impuls. Dieser wurde eröffnet mit dem Lied "Herr, gib uns Mut zum Hören" von Kurt Rommel – einem "alten, aber doch sehr meditativen Lied", wie der Regens meinte; das fand ich ein bisschen witzig, denn das Lied ist von 1963, für ein Kirchenlied also doch eher jung, und gehört entstehungsgeschichtlich in den Kontext der ersten "Jazz-Messen". Aber das mal nur am Rande, weil das Thema nun mal ein Steckenpferd von mir ist. – Der Andachtsraum war übrigens recht modern-abstrakt gestaltet, aber die Fenster gefielen mir gut:
Nach der Andacht ging es wieder in den Tagungsraum, wo eine Vorstellungsrunde mit Kennenlernspielen folgte; nach einer kurzen Pause, die die "Bewerbenden" für individuelle Kennenlerngespräche untereinander nutzten, wurden wir für ein Rollenspiel in zwei Gruppen à 5 Personen aufgeteilt, und danach gab's erst mal Mittag – geliefert von einem italienischen Restaurant in der Nähe: Gemüselasagne, Salat und Brot. Am Nachmittag ging es dann weiter mit Teamspielen, die mir, als ich jünger war, wahrscheinlich fürchterlich auf die Nerven gegangen wären, aber ich ließ mich darauf ein und hatte tatsächlich Spaß dabei. Nach einer abschließenden Reflexionsrunde endete die Veranstaltung gegen 15:30 Uhr.
– Und wie geht's jetzt weiter? Allen Beteiligten wurde in Aussicht gestellt, sie würden innerhalb von 14 Tagen eine Rückmeldung erhalten, wie die nächsten Schritte auf dem Weg zur angestrebten pastoralen Tätigkeit aussehen könnten und sollten. Von diesen 14 Tagen ist aktuell die Hälfte rum, also übe ich mich mal in Geduld...
Währenddessen beim Fraueneinkehrtag
Wie ich ebenfalls bereits erwähnt habe, hatte meine Liebste parallel zu meinem "Bewerbendentag" ebenfalls eine interessante Veranstaltung, nämlich einen "Frauentag" an der EFG Hohenstaufenstraße – mit Lobpreis, Vorträgen und Workshops. Die Hohenstaufenstraße liegt im Stadtteil Schöneberg, aber wenn man bei Google "EFG Schöneberg" eingibt, landet man erst mal bei den Baptisten – und die scheinen in Schöneberg eher hip und woke zu sein, jedenfalls glänzt die Website mit Gender-Sternchen und allfälligen Beteuerungen, für jeden und alles offen zu sein. Die Gemeinde in der Hohenstaufenstraße ist hingegen eine Brüdergemeinde, und nach allem, was ich über konfessionelle Unterschiede innerhalb des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gehört habe, heißt das wohl, dass sie tendenziell eher hardcore ist. Einen "Frauentag", für den dann auch übergemeindlich geworben wird, richten sie dort offenbar einmal im Jahr aus, und dieses Jahr war die Buchautorin Nelli Bangert als Referentin eingeladen, die in einem Ort mit dem schön biblisch anmutenden Namen Linsengericht lebt. Das Tagesprogramm stand unter dem Motto "NachHALLtig leben", und wie mir meine Liebste verriet, trägt eins der Bücher von Nelli Bangert den Titel "KreaTIEF Beten"; Wortspiele dieser Qualität kennt man ja sonst eher von den Namen von Friseursalons, aber dergleichen war vor Jahren auch im kirchlichen und sozialen Bereich Mode, und manch einer ist wohl auf diesem Trip hängengeblieben. Na ja, Geschmackssache. Davon abgesehen kam meine Liebste jedenfalls ausgesprochen begeistert von diesem Fraueneinkehrtag zurück – und mit ungefähr zehn Seiten handschriftlichen Notizen. Ein Buch der Referentin hat sie sich auch gleich gekauft, allerdings eins ohne grobschlächtiges Wortspiel im Titel: "Frei. Geliebt leben" heißt es, und es ist ein "interaktives" Buch, das an vielen Stellen vorsieht, dass die Leserin selbst etwas hineinschreibt. Sieht ganz interessant aus, vielleicht komme ich im Laufe der Fastenzeit noch mal darauf zurück.
Fast'n Hirtenbrief
Während wir Eltern am Samstag bei unseren jeweiligen Veranstaltungen waren, hatten die Kinder einen außerplanmäßigen "Omatag" mit meinen Schwiegermüttern. Diesen verbrachten sie in der Hauptsache im Holland-Park in Schwanebeck, und als sie zurückkamen, hatte die Große einen verknacksten Fuß und der Jüngste war erkältet und hatte Durchfall. Nicht dass ich da jetzt einen ursächlichen Zusammenhang unterstellen möchte, aber jedenfalls war der Kleene auch am Sonntagmorgen noch zu kränklich, um in die Kirche mitzukommen. Also blieb meine Liebste mit ihm zu Hause, während ich mit dem Tochterkind, dessen Fuß keine nennenswerten Beschwerden mehr machte, nach St. Joseph Siemensstadt fuhr. Es waren auffallend viele Kinder in der Kirche, was, wie sich zeigte, damit zusammenhing, dass an diesem Sonntag die Erneuerung des Taufversprechens der Erstkommunionkinder anstand: Wenn ich richtig gezählt habe, waren zu diesem Anlass nicht weniger als 28 Erstkommunionkinder erschienen. Darüber hinaus sollte in dieser Messe der Fastenhirtenbrief des Erzbischofs verlesen werden und es sollte das Aschenkreuz für alle diejenigen gespendet werden, die am Mittwoch nicht in eine Messe hatten gehen können. Um das alles unter einen Hut zu bringen, ohne dass die Leut' zu spät zum Mittagessen kamen, entschied Padre Ricardo, die 1. Lesung und den Antwortpsalm wegzulassen, und verlas den Fastenhirtenbrief lediglich in der Version "in einfacher Sprache" – und auch das nur auszugsweise. Wie ich bestimmt früher schon mal angemerkt habe, finde ich "einfache Sprache" in der Regel eher anstrengend, aber diese Hirtenbrief-Version hat was; im Druckbild sieht sie ein bisschen aus wie freie Lyrik, ja geradezu wie konkrete Poesie, und das lenkt ein bisschen vom dürftigen Inhalt ab, der die "normalsprachliche" Version zu einer recht ermüdenden Lektüre macht. Ein bisschen spirituelle Wellness ("Nehmen Sie sich Zeit, um zu prüfen, wo Ihr Leben einen Aufbruch braucht"), ein bisschen Werbung für die Institution im Sinne des Mottos "take the customer into the organization" ("In diesem Jahr stehen in unseren Pfarreien die Wahlen zu Gemeinde- und Pfarreiräten sowie zu den Kirchenvorständen an. [...] Wer daran teilnimmt, setzt ein klares Zeichen: Wir wollen aktiv mitgestalten, Verantwortung übernehmen und die Ausrichtung unserer Gemeinden mitgestalten"), ein bisschen Appell an staatsbürgerliche Verantwortung ("Auf dem Gebiet unseres Erzbistums stehen in diesem Jahr in Berlin die Wahlen zum Abgeordnetenhaus und in Mecklenburg-Vorpommern die Landtagswahlen an. Wir Christinnen und Christen sollten den Aufruf zur demokratischen Wahl wahrnehmen und sehr bewusst und verantwortlich eine Wahlentscheidung treffen, die der Würde und Größe eines jeden Menschen entspricht und die sich den herausfordernden gesellschaftlichen Situationen, in denen wir stehen, verantwortlich gegenüber zeigt. Ich danke all denen, die bereit sind, sich zur Wahl zu stellen und politische Verantwortung für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung übernehmen wollen")... Wenn man sich nun unwillkürlich fragt "Ja, was hätte er denn sonst schreiben sollen?", dann dokumentiert das im Grunde nur, wie sehr wir diesen Sound von unseren Bischöfen bereits gewohnt sind. – Betitelt ist der Fastenhirtenbrief mit dem Motto des diesjährigen Katholikentags, "Hab Mut, steh auf!"; und da kann ich mich des Gedankens nicht erwehren, ein guter Anfang wäre es doch schon mal, wenn Erzbischof Koch, den ich ansonsten ja durchaus schätze, mal den Mut fände, ein Hirtenwort zu verfassen, das weniger brav, politisch korrekt und allgemein wischiwaschi wäre.
Mit den Wölflingen durch die Fastenzeit
Wie sich bereits letzte Woche abgezeichnet hat, haben wir es tatsächlich den ganzen Monat nicht geschafft, zu den KPE-Wölflingen in Schöneberg zu gehen – was ich umso "schader" finde, als wir vor den Winterferien gerade erst das Mitgliedschaftsformular fürs Tochterkind ausgefüllt und abgegeben hatten. Aber okay, wenn man's genau nimmt, gab es in diesem ganzen Monat auch nur ein einziges "normales" Meutentreffen – nämlich heute –, und ausgerechnet das kollidierte terminlich mit dem RKT in Haselhorst. Na, im März wird's hoffentlich besser laufen; einstweilen gilt es aber zu Protokoll zu geben, dass die Wölflingsleiterin per Mail einige Vorlagen für Fastenzeitkalender mit kindgerechten "Challenges" verschickt hat (also mit "Aufgaben" wie "Mama oder Papa helfen", "auf Süßigkeiten verzichten", "Beim Streiten zuerst nachgeben", aber z.B. auch "Jesus im Tabernakel besuchen". – "[D]ie Kinder werden euch schon erzählen, welchen Kalender sie haben wollen", merkte die Wölflingsleiterin dazu an, und zumindest auf unsere Kinder bezogen hat sie damit Recht behalten.
Als erste Zwischenbilanz wäre festzuhalten, dass auf Süßigkeiten verzichten nicht gerade eine Stärke unserer Kinder ist, aber darin, Mama oder Papa zu helfen, entwickeln sie durchaus einen gewissen Ehrgeiz. Und als ich am Mittwoch die Kinder von der KiTa und von der Schule abholte, um mit ihnen zum JAM zu fahren, und ein Streit darüber auszubrechen drohte, wer im Bus neben mir sitzen darf, gab die Große sich sichtlich einen Ruck und überließ den begehrten Sitzplatz ihrem Bruder. "Dafür kannst du heute Abend ein Feld auf deinem Fastenkalender ausmalen", sagte ich zu ihr, und sie erwiderte: "Daran hab ich auch gedacht." – Ich vermute mal, dass es durchaus Leute gibt, die hier gern einwerfen würden, wenn die Kinder das erwünschte Verhalten nur um der Belohnung willen praktizieren – selbst wenn die "Belohnung" nur darin besteht, ein Bild ausmalen zu dürfen –, dann sei damit noch nicht viel gewonnen; aber dieser Einwand ließe sich natürlich auf jede Form "extrinsischer Motivation" anwenden. Ich bin geneigt, darauf zu erwidern: So ist der Mensch nun mal, und auch die Gnade baut auf der Natur auf. Letzten Endes geht es darum, Verhaltensmuster einzuüben, die, wenn es gut läuft, auch über die Fastenzeit hinaus zur Gewohnheit werden und dann auch ohne "Belohnung" funktionieren.
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| Wie man sieht, gibt es auch schlechtere Methoden, seine Kinder dazu zu motivieren, z.B. ihr Zimmer aufzuräumen. Eine Art Anti-Fastenkalender, könnte man sagen. |
Der Arbeitskreis Kinderwortgottesdienst für den Gemeindeteil St. Joseph Siemensstadt/St. Stephanus Haselhorst hatte in der zurückliegenden Woche viel zu tun, schließlich galt es sowohl einen Religiösen Kindertag als auch einen KiWoGo vorzubereiten. Ich hatte daher mit dem Gemeindereferenten vereinbart, uns am Mittwoch nach dem JAM in Haselhorst zu treffen; da traf es sich gut, dass das JAM diesmal relativ zeitig zu Ende war. Im Rahmen der schon früher zu beobachtenden Bestrebungen, die Jugendlichen, die im vorigen Jahr den "Next Step"-Kurs absolviert haben, verstärkt in Leitungsaufgaben einzubinden, wurde die Katechese (bzw. "Andacht", wie das hier heißt – woran ich mich einfach nicht gewöhnen kann und will) zum Thema "Ich bin der Gute Hirte" von Jugendlichen geleitet: bei den "Minis" (=Vorschulkindern) von einem Mädchen, das bei der Gemeindefreizeit im September getauft worden war, bei den "Kids" (=Grundschulkindern) von einem 14jährigen Jungen, der auch schon den Gottesdienst zum Abschluss des "Next Step"-Kurses "moderiert" hatte. Die "Kids" waren etwas verwundert, wie kurz die Katechese dieses Jungen war, aber wie sich mit Hilfe von ein paar Fragen zur Ergebnissicherung feststellen ließ, war die wesentliche Message durchaus 'rübergekommen. – Schön war übrigens auch, dass es beim JAM-Abendessen diesmal mehr Käsebrote gab als vorige Woche.
Das Treffen mit dem Gemeindereferenten, in informeller Atmosphäre, verlief ausgesprochen produktiv; wir hatten zwar ein recht üppiges Arbeitspensum, waren aber glücklicherweise auch gut vorbereitet. Man könnte ja durchaus der Meinung sein, auf die Schnelle und zu zweit einen Religiösen Kindertag zum Thema Schöpfung aus dem Ärmel zu schütteln, nachdem man kurz zuvor noch dachte, das Thema würde Abraham lauten und man hätte ein erheblich größeres Leitungsteam, entbehre nicht einer gewissen Tragikomik, aber ich empfand die Herausforderung eher als motivierend. Im Detail werde ich erst im nächsten Wochenbriefing schildern können, wie der RKT zum Thema Schöpfung gelaufen ist, aber ein paar Ergebnisse unseres Planungsgesprächs möchte ich doch schon mal skizzieren. Dazu gehört, dass der Gemeindereferent – der mal Physik als Leistungsfach in der Oberstufe hatte und sich bis heute ein reges Interesse an Naturwissenschaft bewahrt hat – ein paar spannende Ideen dazu mitbrachte, wie man den Kindern vermitteln könne, dass gerade die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Entstehung des Universums auf einen Schöpfer schließen lassen; dazu gehört aber auch, dass ich eine Gelegenheit gewittert habe, das immer noch der Verwirklichung harrende Projekt "Kinder-Lobpreis-Disco" quasi durch die Hintertür in den Ablaufplan für diesen RKT einzuschmuggeln, und eine Playlist aus acht Lobpreis-Songs zum Thema "Schöpfung" erstellt habe (wenn bei meinen Lesern Interesse besteht, zu erfahren, um welche Songs es sich handelt, verrate ich das gern beim nächsten Mal). – Besonders interessant wurde es dann nochmal, als wir uns die Frage stellten, was denn eigentlich die "Take-Home-Message" für die Kinder sein sollte; oder präziser gefragt: wie man es vermeidet, dass beim Stichwort "Verantwortung für die Schöpfung" in den Köpfen der Kinder nur "irgendwas mit Klimaschutz" ankommt bzw. hängen bleibt. Ein allgemeiner Tipp für Situationen, in denen solche Fragen aufkommen: Zuerst und vor allem nochmal in den Text gucken, in diesem Fall Genesis 1,1-2,3. Warum hat der Mensch denn überhaupt eine Verantwortung für die Schöpfung? Antwort: weil Gott ihn als Sein Abbild geschaffen hat. Es gibt in der Ökologiebewegung ja das Narrativ, dass die Natur ohne den Menschen viel besser dran wäre – dass alle anderen Lebewesen dem Ökosystem nur so viel nehmen, wie sie ihm auch wieder geben, nur der Mensch macht alles kaputt. Aber Gott sieht das offenbar anders: Erst nachdem Er den Menschen geschaffen hat, betrachtet Er das Werk der Schöpfung als vollbracht und gönnt sich einen freien Tag.
Weiterhin war der KiWoGo für den bevorstehenden 2. Fastensonntag zu besprechen; das Evangelium dieses Sonntags ist Matthäus 17,1-9, die Verklärung Jesu, daher wird es im KiWoGo darum gehen, die Verklärung als Offenbarung der göttlichen Natur Christi verständlich zu machen und zu Passion und Auferstehung in Beziehung zu setzen – deshalb kommt dieses Evangelium ja schließlich in der Fastenzeit "dran". Sicherlich eine herausfordernde Aufgabe, dieses Thema dem Verständnishorizont von Kindern im Grundschulalter angemessen zu gestalten; ich werde dann nächste Woche berichten, wie uns das gelungen ist...
Im schönen Würzburg ist in diesem Jahr nicht nur Katholikentag, sondern vom Montag bis zum Donnerstag der zurückliegenden Woche hat dort die Deutsche Bischofskonferenz auch ihre Frühjahrsvollversammlung abgehalten. Die Tagung war nichtöffentlich, aber es gab eine Reihe von Presseterminen, und auf der Tagesordnung stand nicht zuletzt – am Dienstag – die Wahl eines neuen Vorsitzenden. Zu den Spekulationen darüber, wer das denn wohl werden könnte, hatte Philipp Greifenstein im Eule-Magazin (dem "Zentralorgan der im Sitzen pinkelnden Föhnfrisurträger", wie ich es früher mal genannt habe) im Vorfeld festgestellt, der neue DBK-Vorsitzende werde "mit Sicherheit ein weißer, deutscher Mann Ende 50, Anfang 60 sein. Diversität wird katholisch eben anders buchstabiert als im Rest der Gesellschaft." Wozu mir ja wieder der Witz mit dem Kunstkritiker einfällt, aber den hatten wir ja neulich erst. Nun, wie ich schon früher schrieb, dem Greifenstein muss man zutrauen, dass sein geistiger Horizont tatsächlich nicht über derlei grob gezimmerte ideologische Schubladen hinausreicht, und Framing ist, wenn man aus den Brettern, die man vorm Kopf hat, einen Bilderrahmen baut. – Jedenfalls ließ der Eule-Chefredakteur seinem selbstbewusst als "Analyse" bezeichneten Artikel zum Thema "Wer wird neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz?" noch am Tag vor der Wahl einen satirisch gemeinten Text folgen, in dem der Passauer Bischof Stefan Oster als Kandidat ins Spiel gebracht wird: Dieser bringe die besten Voraussetzungen mit, "die katholische Kirche wieder zu einer deutlich vernehmbaren, unterscheidbaren Stimme in der Öffentlichkeit unseres gottabgewandten Landes" zu machen, da er "für die katholische Sexualmoral, den Lebensschutz und Neuevangelisierung und gegen das Lai:innen-Verständnis von Synodalität" stehe; er sei eine "Stimme, die sich quer zum Mainstream der Gesellschaft stellt und auch die Gläubigen seiner eigenen Kirche herausfordert", indem er sich nicht scheue, auch mit den unbequemen Botschaften der Kirche zu provozieren". – Sagen wir mal so: Damit, dass Bischof Oster tatsächlich DBK-Vorsitzender werden könnte, hätte wohl niemand, auch und erst recht nicht der Eule-Fipsi, ernsthaft gerechnet, und ich würde es beim derzeitigen Zustand der Deutschen Bischofskonferenz auch gar nicht als wünschenswert betrachten; aber davon abgesehen hatte ich beim Lesen von Greifensteins sogenannter Glosse zahlreiche "this, but unironically"-Momente, und unter diesem Aspekt möchte ich den Text ausdrücklich empfehlen.
Derweil ist im Xantener Dom ein Wal gestrandet. Kein echter natürlich; vielmehr handelt es sich um eine "Kunstinstallation". Von einem 2018 an der Küste Südafrikas gestrandeten Buckelwal wurde ein Abguss angefertigt, und die lebebsgroße, 600 Kilo schwere Walskulptur liegt nun einen Monat lang im Kirchenschiff von St. Viktor in Xanten direkt vor dem Altar. Eine treffende Metapher für den Synodalen Weg, möchte man meinen; aber natürlich ahnt man, dass die beabsichtigte Message eine andere ist. Nach eigener Aussage will der israelische Künstler Gil Shachar mit seinem Werk "an die Verletzlichkeit der Schöpfung erinnern", und der Schirmherr der Aktion, der für die Region Niederrhein innerhalb des Bistums Münster zuständige Weihbischof Rolf Lohmann – der zugleich "Umweltbischof" (oder, formal korrekter ausgedrückt, Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen) in der DBK ist, gab gar zu Protokoll, es sei "nicht zufällig, dass die Kunstinstallation während der Fastenzeit im Xantener Dom stattfindet", denn: "Mit diesem gestrandeten, toten Tier haben wir im Grunde genommen die ganze [!] Botschaft von Tod und Auferstehung [!!] plastisch vor uns." Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Auf Facebook habe ich in ominöser zeitlicher Nähe zu diesem Vorgang ein Meme gesehen, in dem Papst Leo die Aussage in den Mund gelegt wird, Delfine seien zwar fähig zu sündigen, hätten aber keinen Erlöser, da Jesus nur für die Menschheit gekommen sei, und darum sei die Hölle voll von Delfinen und auch Walen. Stellt der Wal im Xantener Dom somit den Messias der Meeressäuger dar, gestrandet für ihre Sünden? – Nee, natürlich nicht. Im Ernst gesprochen ist es recht offensichtlich, dass der Wal da liegt, um die (Umwelt-)Sünden der Menschen anzuprangern. Ebenso offensichtlich ist es indes, dass das, was da im Xantener Dom St. Viktor in Szene gesetzt wird, mit der christlichen Heilslehre nur sehr entfernt und indirekt etwas zu tun hat. – Was ich mich dabei aber auch noch frage: Wie muss man eigentlich drauf sein, um das mediale Echo auf den Stuttgarter "Schleim-Jesus" zu sehen und daraufhin zu denken "Sowas wollen wir bei uns auch!"? Ich schätze, es wird Zeit, dass die Sedisvakanz im Bistum Münster endet – wobei man durchaus Zweifel haben kann, ob es danach besser oder eher schlimmer wird...
Der Mensch kann nicht ohne Hoffnung leben; sein Leben wäre der Bedeutungslosigkeit verschrieben und würde unerträglich. Im Bedürfnis nach Hoffnung meinen viele, in kurzlebigen und brüchigen Realitäten Frieden finden zu können. Und so wird die auf einen der Transzendenz verschlossenen innerweltlichen Raum eingeengte Hoffnung zum Beispiel mit dem von Wissenschaft und Technik versprochenen Paradies identifiziert, mit dem vom Konsumismus vermittelten Glück hedonistischer Natur oder mit jenem imaginären, von Drogen künstlich ausgelösten Glücksgefühl, mit der Faszination orientalischer Philosophien, mit der Suche nach Formen esoterischer Spiritualität.
Das alles erweist sich freilich als zutiefst illusorisch und ungeeignet, jenen Durst nach Glückseligkeit zu stillen, den das Herz des Menschen in seinem Inneren weiterhin verspürt. Und so bleiben und verschärfen sich die besorgniserregenden Zeichen des Schwindens der Hoffnung, die sich manchmal auch in Formen von Aggressivität und Gewalt äußern.
(Johannes Paul II., Nachsynodales Schreiben Ecclesia in Europa, Nr. 10)
Ein Rhythm & Blues-Klassiker aus der Zeit, als R&B noch das "schwarze" Pendant zum Rock'n'Roll war. Bluessänger Rufus Thomas hatte mit diesem Song 1963, im vorgerückten Alter von 46 Jahren, seinen größten Hit, der schon im Jahr darauf von den Rolling Stones und später noch von zahlreichen anderen Bands gecovert wurde. Was mich betrifft, habe ich "Walking the Dog", soweit ich mich erinnere, erstmals in der "MTV unplugged"-Version von Aerosmith gehört, etwas später dann live bei einem Blueskonzert im "Yorckschlösschen" in Berlin-Kreuzberg; den Namen des Interpreten habe ich mir nicht gemerkt, aber er hatte durchaus Ähnlichkeit mit Rufus Thomas, und auch seine Version von "Walking the Dog" hatte größere Ähnlichkeit mit dem Original als mit den Versionen von Aerosmith, den Rolling Stones und noch ein paar anderen, die ich seither gehört habe.
Vorschau/Ausblick
Ich kündigte es im vorigen Wochenbriefing bereits an: An diesem Wochenende ist mal wieder volles Programm. Heute haben wir den halben Tag beim RKT in Haselhorst verbracht, worüber es in der nächsten "Utopie und Alltag"-Folge allerlei zu berichten geben wird; vorausschicken kann ich jedenfalls schon mal, dass da ganz schön was los war. Ob wir uns heute Abend, wenn dieses Wochenbriefing bereits online ist, noch dazu werden aufraffen können, zur "Community Night + General Meeting" ins Baumhaus zu fahren, war bei Redaktionsschluss noch nicht entschieden – aber ehrlich gesagt nicht allzu wahrscheinlich, zumal bei den Berliner Verkehrsbetrieben mal wieder Streiksaison ist, was die Hin- und Rückfahrt etwas verkomplizieren dürfte. Am morgigen Sonntag steht jedenfalls, wie angekündigt, der KiWoGo zum Thema Verklärung an, und dann folgt, aller Voraussicht nach, eine "ganz normale" Woche mit Schule, KiTa und Kampfsport. Am Mittwoch ist, was die Zahl der Schul- und Arbeitstage angeht, tatsächlich schon Halbzeit zwischen Winter- und Osterferien, und zum JAM gehen werden wir da wohl auch wieder. Am nächsten Wochenende beginnen die Feierlichkeiten zum 50jährigen Bestehen der Katholischen Pfadfinderschaft Europas mit einem Bundesfest in Neu-Ulm, zu dessen Programm auch ein "Singe- und Instrumentalwettstreit" gehört. Hinfahren werden wir da nicht, aber ich bin mal gespannt, was darüber so in Erfahrung zu bringen sein wird. Gleichzeitig sind jenseits der Donau, in Baden-Württemberg, Landtagswahlen, denen auch eine gewisse bundespolitische Signalwirkung zugeschrieben wird. Schauen wir mal...




Aber selbstverständlich besteht Interesse!
AntwortenLöschenIch hätte sogar Vorschläge:
- Erde singe
- Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte
- Sonnengesang des hl. Franziskus und wo wir schon dabei sind:
- Laudato sii (doch, echt)