Grüß Gott, Leser! Es ist immer noch Osterzeit, und auch wenn die zurückliegende Woche nicht ganz so randvoll mit blogrelevanten Erlebnissen war wie die davor, gibt es doch wieder eine ganze Menge zu berichten – besonders über das vorige Wochenende. Den Rest der Woche hatte ich tendenziell mehr mit nicht so unmittelbar "blogrelevanten" Dingen zu tun und schwebte daher auch nicht so permanent auf einer spirituellen Euphoriewolke durch die Gegend; aber das "Quiet Revival" bleibt ein spannendes und hochaktuelles Thema, und eigentlich hatte ich dazu einen Abschnitt von außerhalb des persönlichen Erlebnisbereichs in Arbeit, aber der ist nicht rechtzeitig fertig geworden, also mache ich vielleicht lieber eine Kolumne für die Tagespost draus – oder komme nächste Woche drauf zurück.
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| Schaufenster eines Souvenirgeschäfts in Neuzelle, unweit des Klosters. |
Mann, Jesus! – Einkehrtag in Neuzelle
Wie schon erwähnt, hatte ich mich am vergangenen Samstag in aller Früh' auf den Weg zum Kloster Neuzelle gemacht, um dort – zum ersten Mal "seit Corona" – an einem Männereinkehrtag teilzunehmen. Insgesamt war dies meine dritte Teilnahme an diesem Veranstaltungsformat an diesem Ort; in den Osterferien 2019 war ich zudem mit Frau und Tochter (der Kleene war da noch nicht auf der Welt) zu "selbstgemachten Familieneinkehrtagen" in Neuzelle gewesen.
Gleich einleitend sei gesagt, dass das Zisterzienserpriorat Neuzelle in dem Ruf steht, zum sogenannten "KiNC"-Netzwerk zu gehören, auch wenn es in Maria Hinsenkamps einschlägiger Studie erheblich weniger Beachtung findet als sein Mutterkloster Heiligenkreuz. In Anm. 443 auf S. 388 liest man da:
"Schließlich gründete sich im Herbst 2018 in Neuzelle in Brandenburg ein Ableger des Klosters Heiligenkreuz als 'missionarisches Projekt', das das Ziel verfolgt, dort eine neue Klosteranlage entstehen zu lassen. Hier bestehen enge Kontakte zwischen den dortigen, zum Teil noch recht jungen und auch in sozialen Medien aktiven Mönchen sowie dem Gebetshaus Augsburg. So waren zwei der Mönche als Referenten im Rahmen der durch das Gebetshaus Augsburg organisierten Weniger-Konferenz im Winter 2022 geladen. (Beide sind ebenfalls Unterstützer der Initiative Neuer Anfang.)"
Da haben wir ja so einige "übliche Verdächtige" beisammen; einer der beiden hier gemeinten Mönche, nämlich Pater Isaak Maria Käfferlein, leitete auch den aktuellen Männereinkehrtag. An diesem nahmen ungefähr 30 Männer teil, und darunter waren überraschend viele bekannte Gesichter: Einen Teilnehmer kannte ich vom Väterwochenende auf Usedom im Frühjahr 2024; der Mann, der in St. Joseph Siemensstadt am 3. Fastensonntag im Rahmen der "Redditio Symboli" ein Zeugnis gegeben hatte, war auch da, und dann noch zwei weitere Männer, die ich aus St. Joseph Siemensstadt und/oder St. Stephanus Haselhorst vom Sehen her kannte, und einer, der sagte, er kenne mich vom Sehen. Diese Häufung war natürlich kein Zufall: Diese Männer gehörten alle zur Neokatechumenalen Gemeinschaft und waren gemeinsam in einem neunsitzigen Van angereist (dazu später noch mehr). Ein weiterer Teilnehmer war mir aus St. Clemens bekannt. Alles in allem eine sehr bemerkenswerte Quote. – Nach einem informellen Auftakt mit Kaffee, Keksen und Smalltalk begann das eigentliche Programm des Tages um 10:30 Uhr mit Lobpreis, energisch auf der Gitarre begleitet von einem jungen Mönch mit langem roten Bart; ich hatte irgendwie das Gefühl, ihn schon mal kennengelernt zu haben, als er diesen Bart noch nicht hatte, verpasste aber irgendwie die Gelegenheit, ihn darauf anzusprechen. Mehrere der Lieder, die er im Laufe des Tages spielte, finden sich auch im Lobpreis-Ordner auf meinem Mobilgerät, gleich das erste – "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt" von Lothar Kosse – sogar auf einer Playlist mit dem Titel "Rock'n'Praise". Ein interessanter Kontrast zum lateinisch gesungenen Chorgebet der Mönche (die Mittagshore war ebenfalls Bestandteil des Einkehrtags-Programms).
Bei Gelegenheit dieses einführenden Lobpreis-Blocks stöberte ich übrigens ein wenig im Inhaltsverzeichnis des Jugendvigil-Liederbuchs aus dem Stift Heiligenkreuz, das im weiteren Verlauf des Tagesprogramms noch ein paarmal zum Einsatz kam, und stellte fest, dass diese nur für den internen Gebrauch zusammengestellte Liedersammlung stilistisch eine ganz schöne Bandbreite abdeckt: Neben Lobpreisliedern von Graham Kendrick bis Albert Frey und Johannes Hartl sind da auch Lieder der Fokolarbewegung, volkstümlich-kitschige Marienlieder, aber auch NGL-Gassenhauer wie "Die Sache Jesu braucht Begeisterte", "Meine engen Grenzen" und sogar der Kirchentagsschlager "Da berühren sich Himmel und Erde" vertreten. Ich möchte das gar nicht weiter kommentieren, es ist mir einfach nur aufgefallen.
Der erste Haupt-Programmpunkt des Einkehrtags war ein Impulsvortrag von Pater Isaak, der sich im Wesentlichen um die "drei munera" drehte: um die dreifache Berufung des Christen zum König, Priester und Propheten. Und da es eben ein Männereinkehrtag war, stand dabei besonders die Frage im Mittelpunkt, wie man diese Berufung als Mann und als Familienvater verwirklichen könne. Der Referent – der, wie ja schon in dem oben zitierten Auszug aus Maria Hinsenkamps Dissertation abgeklungen ist, auch auf YouTube und Instagram recht aktiv ist – merkte gleich einleitend an, es werde ja vielfach schon als problematisch empfunden wenn jemand sagt, Männer und Frauen seien unterschiedlich, hätten unterschiedliche Stärken und Schwächen und folgerichtig auch unterschiedliche Aufgaben, in der Kirche ebenso wie in der Familie und in anderen Bereichen der Gesellschaft. (Tatsächlich erinnerte ich mich daran, dass bei meinem ersten Männereinkehrtag in Neuzelle, vor sieben Jahren, ein Teilnehmer angesichts entsprechender Aussagen des damaligen Referenten – Pater Paulus Maria Tautz von den Franziskanern der Erneuerung – empört abrauschte und androhte, das werde ein Nachspiel haben.) Gleichzeitig gebe es aber in der öffentlichen Debatte unverkennbar einen großen Klärungsbedarf darüber, was eigentlich Männlichkeit ist oder sein sollte. Das wiederum erinnerte mich daran, wie bei dem schon erwähnten Väterwochenende auf Usedom der dortige Kursleiter zu mir sagte: "Es gibt heute so viele erlebnispädagogische Angebote für Männer – auch kommerzielle; da zahlen die ein irres Geld, aber am Ende laufen sie da auch nur durch den Wald." Noch etwas, was einem in diesem Zusammenhang einfallen könnte, wären fragwürdige "Manfluencer" wie Andrew Tate usw.: So gruselig man diese Typen und die Anschauungen, die sie vertreten, finden mag, sprechen sie doch offensichtlich ein echtes Bedürfnis bei ihrem Publikum an. Daher, so würde ich argumentieren, sollte man nicht das Bedürfnis als solches (nämlich eben das Bedürfnis nach Orientierung hinsichtlich der Frage, was es heißt, Mann zu sein) verdammen, sondern vielmehr bestrebt sein, darauf bessere Antworten zu geben, als die "Manfluencer" es tun. Der Ansatz der Männereinkehrtage im Kloster Neuzelle ist es nun, die Verwirklichung des Mannseins in der Nachfolge Christi zu suchen; schließlich, so hob der Referent hervor, sei Gott in Jesus Christus nicht nur allgemein Mensch, sondern auch ganz konkret Mann geworden. – Ich fand den Vortrag ausgesprochen anregend und ermutigend.
Männertypisch war auch das Mittagessen:
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| Grillfleisch und Brötchen, weit und breit kein Gemüse in Sicht. |
In der Mittagspause gab es zudem ein paar Informationen zum aktuellen Stand des Klosterneubaus im Neuzeller Ortsteil Treppeln; dann folgte, trotz Osterzeit, eine Kreuzwegandacht auf einem zum Stiftsgelände gehörenden Weinberg (genannt "Scheibe").
Wie ich den Ansagen vor Beginn der Mittagshore entnahm, war zeitgleich mit dem Männereinkehrtag auch eine Pilgergruppe in Neuzelle, und zudem gab es in der Stiftskirche – die, so Tante Wikipedia, als "bedeutendster Kirchenbau der Niederlausitz" und "ein einzigartiges Bauwerk des böhmischen und schlesischen Barock im Land Brandenburg" gilt – offenbar mehrmals am Tag kunsthistorische Führungen. Die zum Einkehrtags-Programms gehörende Heilige Messe wurde daher in die Sakristei verlegt, und hier erreichte der weiter oben schon angesprochene ästhetische Kontrast zwischen rockigem Gitarren-Lobpreis und lateinischem Chorgebet seinen Höhepunkt oder, wenn man so will, seine Synthese: Pater Isaak zelebrierte am Barock-Altar ad orientem und in "Bassgeige", und der rotbärtige Mönch klampfte dazu weiter Lobpreis. Eine Kombination, die geeignet war, Stil-Puristen jeglicher Couleur den Magen umzudrehen, aber ich fand's prima. Für mein Empfinden ist diese Vereinigung vermeintlicher Gegensätze katholisch im besten Sinne – und ein starkes Zeichen gegen die Zersplitterung des rechtgläubigen Katholizismus in lauter kleine Grüppchen, die sich mehr über Stilfragen zu definieren scheinen als über einen lebendigen und missionarischen Glauben. Ohnehin hatte es für mein Empfinden ein gewisses Untergrundkirchen-Flair, sich in der Sakristei zu Messe und Anbetung zu versammeln, während im eigentlichen Kirchenraum kunsthistorische Führungen stattfanden; und zu diesem Untergrundkirchen-Flair passt es dann eben auch, dass die Messe ad orientem zelebriert wird, weil es keinen Volksaltar gibt, und zur Gitarre gesungen wird, weil es keine Orgel gibt.
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| Hier der besagte Altar in der Sakristei. |
Nicht unmittelbar im Anschluss an die Messe, aber kurz darauf fand in der Sakristei eine Eucharistische Anbetung statt – wiederum mit Lobpreismusik –, parallel dazu gab es Beichtgelegenheit, und damit endete das Programm des Einkehrtags dann gegen 17 Uhr. – Nachdem ich am Morgen mit der Regionalbahn nach Neuzelle gefahren war, ließ ich mich für den Rückweg im "Neo-Mobil" mitnehmen, wie ich den Neunsitzer insgeheim nannte; der Hintergrund dieser Bezeichnung ist, dass dieser Autotyp unter den Angehörigen des Neokatechumenalen Weges recht verbreitet zu sein scheint, weil die typischerweise so große Familien haben. Sie machen auch selber Witze darüber – zum Beispiel, dass es ja auch Vans mit "nur" sieben Sitzplätzen gebe, aber die seien "für Kleinfamilien".
Alles in allem darf man diesen Männereinkehrtag in Neuzelle, zusammen mit dem Lobpreisabend in der Gemeinde auf dem Weg vier Tage zuvor, ohne Einschränkung zu den geistlichen Höhepunkten des noch jungen Jahres zählen und als einen würdigen Abschluss der vorausgegangenen Woche betrachten. Und ich habe entschieden die Absicht, nicht wieder sechs Jahre vergehen zu lassen, ehe ich dem Kloster Neuzelle einen erneuten Besuch abstatte.
Neues von den Pfadfindern
Am selben Tag, an dem ich in Neuzelle war, hatten die Schöneberger KPE-Pfadfinder eine Grundstückspflegeaktion auf einem der Pfarrei St. Matthias gehörenden Wald-/Gartengrundstück in Lichtenrade, direkt am ehemaligen Mauerstreifen; und mir war daran gelegen, dass mein Tochterkind daran teilnimmt, um – nicht zuletzt mit Blick auf das näher rückende Himmelfahrtslager – das Zugehörigkeitsgefühl zu den Pfadfindern zu stärken und die Kontakte zu den anderen Wölflingsmädchen zu intensivieren. Allerdings hatte ich ja schon in meinem vorletzten Wochenbriefing angedeutet, dass es organisatorisch durchaus eine Herausforderung bedeutete, ihr die Teilnahme an dieser Pfadfinderaktion zu ermöglichen – denn einerseits war ich nicht da, andererseits musste meine Liebste unseren Jüngsten zu einem Kindergeburtstag bringen, und dass Lichtenrade von uns aus gesehen so ziemlich am anderen Ende Berlins liegt, tat ein Übriges. Meine Schwiegermütter konnten uns in dieser Sache auch nicht helfen, da sie selbst Besuch bekamen. – Dank ein bisschen Unterstützung und Flexibilität seitens der Wölflingsleiterin und der Eltern des Geburtstagskindes kriegte meine Liebste das ganze Bringen und Abholen aber doch ganz gut geregelt; dennoch konnte ich den Gedanken nicht ganz unterdrücken "Hoffentlich gefällt's dem Tochterkind bei der Pfadfinderaktion, damit sich der ganze Stress lohnt". In dieser Hinsicht gab's am Abend eine Erfolgsmeldung: Als ich nach Hause kam und meine Tochter fragte, wie's bei den Pfadfindern gewesen sei, gab sie mir eine uneingeschränkt positive Schilderung – zu der nicht zuletzt die Mitteilung gehörte, sie habe jetzt zwei neue Freundinnen. Schön!
Der schriftlichen Aufforderung, zu dem besagten Treffen in Kluft zu erscheinen, hatte das Tochterkind indessen nicht Folge leisten können: Zwar hatten wir schon vor den Osterferien bei einem speziellen Pfadfinderausstatter Klufthemd und Barrett bestellt (und uns allmählich gefragt, wo eigentlich die Lieferung bleibt), aber anscheinend hatte es, wie sich jetzt herausstellte, Unklarheiten oder Missverständnisse bezüglich Zahlungsweise und Versandmodalitäten gegeben. Diese sollten jetzt eigentlich geklärt sein, aber das Paket ist bis zum Redaktionsschluss (und damit leider auch bis zum heutigen Meutentreffen) noch nicht bei uns angekommen. Vielleicht liegt es in einem Paketshop oder bei einer Nachbarin...
Ein anderes Thema ist die KPE-Bundeswallfahrt zum 50jährigen Bestehen des Verbands, die am letzten Juni-Wochenende stattfinden soll. Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass das Programm dieser Veranstaltung grundsätzlich ziemlich reizvoll aussieht, hatte mich aber zugleich gefragt, wie man da von Berlin aus eigentlich hinkommen soll, schon gar ohne Auto. Was das angeht, zeichnet sich nun eine Lösung ab: Die KPE-Stämme aus Berlin und Brandenburg haben gemeinsam einen Bus gechartert. Da der allerdings erst Samstag früh in Steglitz abfährt und man für die Fahrt zum Kloster Schöntal bestimmt sechs bis sieben Stunden veranschlagen muss, wird der Großteil des Samstags-Programms – wozu auch das große Geländespiel der Wölflinge gehört – ohne die Berliner und Brandenburger stattfinden müssen. Die Frage, ob die Teilnahme sich wohl trotzdem lohnt, würde ich dennoch tendenziell bejahen wollen; immerhin stehen am Samstagabend noch eine Lichterprozession und eine Nachtanbetung auf dem Programm, am Sonntag dann eine ca. 5 Kilometer lange Fußwallfahrt und der Jubiläumsgottesdienst in der Klosterkirche. Eine endgültige Entscheidung darüber, ob wir uns da als ganze Familie anmelden wollen, haben wir noch nicht getroffen, aber demnächst wird diese Entscheidung wohl fällig werden.
Was derweil das anstehende Himmelfahrtslager der Wölflingsmädchen angeht, ist immerhin schon mal bekanntgegeben worden, wo es stattfinden soll (das verrate ich hier aber noch nicht), und eine Packliste wurde auch schon verschickt. Unlängst fing ich schon an, nervös zu werden, weil es "nur noch" knapp drei Wochen bis zum Lager sind, aber dann fiel mir ein, dass ich im vergangenen Herbst erst fünf Tage vor dem Herbstlager gefragt wurde, ob meine Tochter und ich dorthin mitkommen wollten, und da hatten wir noch überhaupt keine einschlägige Vorerfahrung und mussten auf die Schnelle noch die Ausrüstung besorgen, und es hat alles gut geklappt. Im Vergleich dazu haben wir jetzt ja noch reichlich Vorbereitungszeit...
Nicht so gut läuft's derweil mit unserem Jüngsten und den Wichteln; ich hatte ja schon vor den Osterferien angekündigt, dazu "bei Gelegenheit" noch etwas zu sagen, und diese Gelegenheit scheint mir nun gekommen. Am zurückliegenden Wochenende traf sich nämlich sowohl die KPE-Wichtelgruppe in St. Norbert (Schöneberg) – am Samstag – als auch die in St. Afra (Gesundbrunnen) – am Sonntag –, aber tatsächlich waren wir bei beiden nicht. Am Samstag vor dem Kindergeburtstag, zu dem unser Jüngster eingeladen war, noch in St. Norbert zu den Wichteln zu gehen, wäre vielleicht möglich gewesen, wenn sich nicht gleichzeitig die Wölflinge woanders getroffen hätten; und am Sonntag hatten wir KiWoGo in St. Joseph Siemensstadt (s.u.) und hätten es danach wohl kaum noch rechtzeitig zur Wichtelgruppe in St. Afra geschafft. Stattdessen gingen Frau und Kinder am Sonntagnachmittag mit zwei Schulfreundinnen unserer Großen und deren Mutter ins Schwimmbad – diese Verabredung hatten die Mädchen ausgeheckt, und eventuell wäre über diesen Ausflug noch mehr zu sagen, aber das hebe ich mir, da es hier thematisch nicht so richtig reinpasst, zur eventuellen späteren Verwendung auf. – Jedenfalls ist unser Jüngster nun schon seit Mitte Februar nicht mehr bei den Wichteln gewesen, und ich würde es durchaus begrüßen, wenn das zukünftig mal wieder anders würde; zugleich muss ich aber gestehen: Sooo wichtig ist mir das nun auch wieder nicht. Richtig interessant wird es ja eigentlich erst, wenn der Kleene ins Wölflingsalter kommt, und bis dahin ist ja noch etwas Zeit.
Schwarzer Gürtel in KiWoGo
Was die Planung für den Kinderwortgottesdienst in St. Joseph Siemensstadt am 3. Sonntag der Osterzeit – dem letzten KiWoGo vor der diesjährigen Erstkommunion – anging, muss ich gestehen, dass ich bis kurz vor der Vorbesprechung am vorletzten Donnerstag komplett im falschen Film gewesen war und gedacht hatte, es stünde schon der KiWoGo zum Dreifaltigkeitssonntag an. Aber der ist ja erst nach Pfingsten, am 31. Mai. Na, das Gute daran ist, dass ich dadurch jetzt schon ein Konzept für den nächsten KiWoGo habe; aber dazu zu gegebener Zeit mehr. Erst einmal war wie gesagt der 3. Sonntag der Osterzeit zu planen, und da drohten weitere Verwirrungen; denn der Schott gibt als Evangelium für diesen Sonntag eigentlich Lukas 24,13-35, den Gang nach Emmaus, an, allerdings mit dem Zusatz, "wo der Ostermontag als Feiertag begangen wird und das Emmausevangelium bereits an diesem Tag gelesen wurde", könne oder solle stattdessen Johannes 21,1-14 zum Einsatz kommen – die Johannes-Version des wunderbaren Fischzugs. Diese Perikope hatten wir Fronleichnam '24 im Rahmen einer Kinderbibelrallye beim Pfarrfest verwendet und mit Playmobilfiguren visualisiert, man konnte also davon ausgehen, dass die Figuren noch irgendwo waren; und was die inhaltliche Message anging, traute ich mir durchaus zu, das, was ich persönlich an dieser Bibelstelle so spannend finde – und was teilweise auch in einem Vortrag von Johannes Hartl bei der jüngsten MEHR-Konferenz eine Rolle spielte, von dem ich allerdings nur Teile mitbekommen habe – auf ein für Kinder im Grundschulalter verständliches Niveau zu bringen: Wir erleben hier die Jünger in einer Phase, in der sie zwar schon wissen, dass Jesus auferstanden ist, aber sich trotzdem noch nicht darüber im Klaren sind, wie es jetzt weitergehen soll. Und Petrus, der nicht mehr herumsitzen und abwarten will, sagt: "Ich gehe fischen." Warum? Weil das sein erlernter Beruf ist, damit kennt er sich aus, da fühlt er sich kompetent. Die anderen machen mit. Und was passiert? Sie fangen nichts. Da versuchen sie sich auf ihre Kernkompetenz zu besinnen, auf das, was sie gelernt haben und gewohnt sind, und es funktioniert nicht. Ihre Ausbildung, ihre Berufserfahrung nützt ihnen nichts. Und der Rat, den ihnen der zunächst unerkannt am Ufer auftauchende Jesus gibt, erscheint völlig unsinnig: Es wird schon hell, damit ist die gute Zeit zum Fischen eigentlich vorbei, und welchen Unterschied soll es eigentlich machen, an welcher Seite des Bootes man das Netz auswirft? Aber sie tun es trotzdem, und es funktioniert. Offenbar ist es das, was Gott in bestimmten Situationen von uns will: dass wir uns nicht auf unsere Kompetenz und Erfahrung, auf erprobte und bewährte Methoden verlassen, sondern Seinem Wort gehorchen, auch wenn es uns unvernünftig oder aussichtslos erscheint.
In unserer Vorbesprechung hatten der Gemeindereferent und ich uns also in groben Zügen auf den folgenden Ablauf für den KiWoGo geeinigt: Ich spiele unser übliches Begrüßungslied "Alles was ich hab", dann wird das Evangelium vorgelesen und mit Playmobilfiguren visualisiert, ich übernehme die Auslegung im oben skizzierten Sinne, und wenn dann noch Zeit ist, steuert der Gemeindereferent noch etwas praktische Nutzanwendung für den Alltag bei. Soweit, so gut. Am Sonntagmorgen schickte mir der Gemeindereferent dann eine Nachricht des Inhalts, er habe einen Geistesblitz für einen induktiven Einstieg gehabt: Ihm sei aufgefallen, dass er in seinem Berufsalltag immer so viel zu planen und zu organisieren habe – aktuell zum Beispiel für die Religiöse Kinderfreizeit in den Sommerferien –, wohingegen die Jünger im Evangelium nichts dergleichen tun, sondern ziemlich planlos und unorganisiert herumsitzen, bis ihnen Jesus erscheint. Ich fand die Idee, mit dieser Beobachtung anzufangen, nicht schlecht, und dagegen, dass er bei der Gelegenheit gleich ein bisschen Werbung für die Religiöse Kinderfreizeit machte, hatte ich ebenfalls nichts einzuwenden; hingegen ließ es mir etwas die Luft raus, dass der Gemeindereferent den Vortrag des Evangeliums durch allerlei Ausschmückungen und eingeschobene Erläuterungen arg in die Länge zog und dabei auch Dinge vorwegnahm, von denen ich fand, sie hätten eigentlich in meine Auslegung hineingehört. Als ich dann schließlich an die Reihe kam, wurde schon die Zeit knapp. Ich bemühte mich, das Beste draus zu machen, aber ganz glücklich war ich mit dem Gesamtergebnis, wohl verständlicherweise, doch nicht. Aber ich sage mir in solchen Fällen ja immer gern: Aus allem, was nicht perfekt läuft, kann man für die Zukunft lernen. (Nur muss man es dann halt auch tun...)
Zum nächsten anstehenden KiWoGo – am Dreifaltigkeitssonntag, wie gesagt – sei vorerst nur verraten, dass ich mir untypischerweise gedacht habe "Man könnte doch ausnahmsweise mal was basteln, wir basteln ja sonst nie". Das mal zum Stichwort Methodenvielfalt. Alles Weitere zu gegebener Zeit...
Update Alpha-Kurs
Am Montag fand in Haselhorst das zweite Treffen des Alpha-Kurses statt, bei dem meine Liebste im "Helferteam" (im Unterschied zum "Leitungsteam") ist; sie kam wieder erst spät nach Hause, musste dafür aber am nächsten Tag erst später zur Arbeit als sonst, sodass die ganze Familie zusammen frühstücken konnte. Bei dieser Gelegenheit erzählte meine Liebste, von den Teilnehmern des ersten Abends seien am zweiten zwar fünf oder sechs aus unterschiedlichen Gründen verhindert gewesen, dafür seien aber fast genauso viele "Neue" da gewesen. Was den inhaltlichen Teil betrifft, meinte meine Liebste, dieser – der unter der Überschrift "Wer ist Jesus?" stand und sich u.a. um die Frage drehte, ob die Evangelien glaubwürdige historische Quellen seien – sei tendenziell schon besser darauf abgestimmt gewesen, ein nicht einschlägig vorgebildetes Publikum abzuholen und mitzunehmen, als es ihrer Wahrnehmung zufolge am ersten Abend der Fall gewesen sei. Sie fügte allerdings hinzu, sowohl die Teilnehmer- als auch die Mitarbeiterhefte zum Alpha-Kurs machten deutlich, dass das Konzept des Kurses tatsächlich nicht ganz so niederschwellig ist, wie man sich das vielleicht vorstellen würde, wenn man post-volkskirchliche Gepflogenheiten gewohnt ist. Auf den Punkt gebracht, der Kurs ist schon darauf angelegt, ein Zeugnis für den christlichen Glauben abzulegen, nicht nur darauf, diesen Glauben zur Diskussion zu stellen. Finde ich auch gut und richtig, hätte man sich aber auch anders vorstellen können.
Übrigens, in diesem Zusammenhang ein Fundstück aus Neuzelle:
Scheint mir durchaus stimmig und nachahmenswert für katholische Veranstalter, an den Alpha-Kurs, der ja "überkonfessionell" darauf ausgerichtet ist, Grundfragen des christlichen Glaubens zu behandeln, einen Aufbaukurs anzuschließen, in dem es um das spezifisch Katholische geht. Merken wir uns das mal für später!
Kindermund der Woche
"Als Prophet hat man ja am Ende einen ganz trockenen Hals."
(Tochterkind, 8 J., ohne erkennbaren Anlass oder Zusammenhang)
Kurz notiert
- Gerade hat der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, in einem "aktuellen Schreiben an die Seelsorgenden [!] im Erzbistum" (wie die Süddeutsche Zeitung es formuliert) die ihm unterstellten Geistlichen auf der Grundlage der vor einem Jahr während der Sedisvakanz des päpstlichen Stuhls nach dem Tod von Papst Franziskus lancierten Handreichung "Segen gibt der Liebe Kraft" dazu verpflichten wollen, "Geschiedene und Wiederverheiratete, Paare aller geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen sowie Paare, die aus anderen Gründen nicht das Sakrament der Ehe empfangen wollen oder können, mit einem Segen in ihre Partnerschaft zu begleiten", da erklärt Papst Leo im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem Rückflug von seiner Afrikareise, der Heilige Stuhl sei "mit der formalisierten Segnung von Paaren – in diesem Fall homosexueller Paare oder Paare in irregulärer Situation – nicht einverstanden" und man habe darüber "mit den deutschen Bischöfen schon gesprochen". Eigentlich ein klarer Fall von "Breaking News: Der Papst ist (immer noch) katholisch", aber das Heulen und Zähneklappern in einschlägig interessierten Kreisen bleibt dennoch nicht aus. So oder so darf man gespannt sein, wie es jetzt weitergeht...
- Aus der Pfarrei St. Willehad Nordenham/Butjadingen/Stadland wird vermeldet, die dortige Urlauberseelsorge habe einen neuen Namen – "Sommerkirche der katholischen Kirche Burhave und Tossens" – und ein neues Logo. Dass der Name "Willi's" (als Verniedlichungsform des Pfarreipatrons Willehad) und die dazugehörige krakelige Kinderzeichnung im Logo damit passé sind, kann man erst mal als erfreulich verbuchen, aber das ist auch schon das beste, was man über das neue Logo sagen kann; zentrales Bildelement ist eine Sonne, da dürfte der Wiedererkennungseffekt gegenüber anderen, nichtchristlichen Angeboten zur Urlauberbetreuung eher gering sein. Spannender ist indes allemal die Frage, ob sich auch inhaltlich-konzeptionell etwas an der Urlauberseelsorge ändert, und da hält sich mein Optimismus eher in Grenzen. Was mich übrigens daran erinnert, dass es Zeit wird, mit dem Projekt "Guerilla-Urlauberseelsorge" voranzukommen. Na, ich schätze, da kümmere ich mich in der kommenden Woche drum.
- Den Vermeldungen der Pfarrei St. Klara Reinickendorf-Süd habe ich entnommen, dass ein aus dem Pfarreigebiet stammender Priesteramtskandidat – den ich als regelmäßigen Teilnehmer an unserem "Dinner mit Gott" in guter Erinnerung habe und zuletzt bei einer Pfarreiveranstaltung im Sommer 2024 getroffen habe – kurz vor der Weihe zum Diakon steht. Ich schätze, ich sollte den Kontakt zu ihm mal wieder auffrischen.
Die den Herrn fürchten, sind Seinen Worten nicht ungehorsam, und die Ihn lieben, halten Seine Wege ein. Die den Herrn fürchten, suchen Sein Wohlgefallen, und die Ihn lieben, sind vom Gesetz erfüllt. Die den Herrn fürchten, machen ihre Herzen bereit und demütigen sich vor Ihm. Wir wollen in die Hände des Herrn fallen und nicht in die Hände von Menschen. Denn wie Seine Größe, so auch Sein Erbarmen.
(Jesus Sirach 2,15-18)
Ohrwurm der Woche
1 Giant Leap feat. Maxi Jazz & Robbie Williams: My Culture
Irgendwann in den "Nuller Jahren" legte sich meine damalige Freundin eine Doppel-CD mit dem Titel "Asia Lounge – Asian Flavoured Club Tunes – 2nd Floor" zu, die ich in die Rubrik "Nicht das, was ich sonst so höre, aber hat was" einordnete. Bleibenden Eindruck haben von den 24 Stücken auf dieser Compilation allerdings nur zwei auf mich, und dies ist einer davon. Dass der mir nun wieder eingefallen ist, hat wahrscheinlich mit dem Männereinkehrtag in Neuzelle zu tun, schließlich geht es im Songtext sehr wesentlich um Väter – in dem von Maxi Jazz (bekannt als Gesicht und Stimme des Elektronik-Projekts Faithless) gerappten Teil eher um Väter im Plural, also Vorfahren in einem weiteren Sinne, in der von Robbie Williams gesungenen Passage eher um das problematische Verhältnis zu einem ganz konkreten Vater. Das Video finde ich auch recht eindrucksvoll.
Vorschau/Ausblick
Heute vormittag war, wie beiläufig schon erwähnt, wieder Meutentreffen der Schöneberger KPE-Wölflinge – das vorletzte vor dem Himmelfahrtslager, da am verlängerten Wochenende über den 1. Mai kein Treffen stattfindet. Heute Abend ist Community Networking Night im Baumhaus, aber wie üblich stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, ob wir da hingehen (oder ggf. ich alleine). Morgen ist in St. Joseph Siemensstadt der erste der zwei diesjährigen Erstkommunion-Gottesdienste, aber da werden wir nicht dabei sein – da ungefähr zur selben Zeit unser Tochterkind die Kampfsportprüfung für den weiß-gelben Gürtel ablegt. Da trifft es sich gut, dass das eine Erstkommunionkind, das wir näher kennen – nämlich ursprünglich vom JAM her –, erst in der folgenden Woche "dran" ist. Die Kampfsportprüfung findet in Steglitz statt, von dort ist es nicht weit bis zum Achorhof, sodass durchaus die Option im Raum steht, anschließend noch dorthin zu fahren; da findet nämlich ein "Französischer Tag" statt und man könnte auch dort zur Messe gehen. Alternativ könnte man natürlich auch in Herz Jesu Tegel in die Abendmesse gehen, wo der Pfarrer anschließend, wie regelmäßig einmal im Monat, ein Predigtnachgespräch anbietet, aber diese Eskalationsstufe möchte ich zum gegebenen Zeitpunkt vielleicht lieber doch noch nicht zünden... Am Montag ist dann wieder Alpha-Kurs in Haselhorst, und dann ist der Monat April auch schon fast rum. Am 1. Mai ist unser Jüngster zur Geburtstagsparty eines KiTa-Freundes eingeladen, was natürlich die Frage aufwirft, was man in dieser Zeit mit der Großen unternehmen könnte; eine möglicherweise naheliegende Option wäre es, mit ihr zum Patronats- und Siedlungsfest in St. Joseph Tegel zu gehen, das in diesem Jahr zugleich als Pfarrfest für die gesamte Pfarrei St. Klara Reinickendorf-Süd gefeiert wird. Mit Blick auf die Überlegung, mich zukünftig vielleicht wieder stärker in dieser Pfarrei zu engagieren, könnte es durchaus sinnvoll sein, da Präsenz zu zeigen, aber andererseits gilt natürlich auch da, dass ich den Ball vielleicht vorerst noch ein wenig flacher halten sollte. Wir werden sehen, wie ich mich diesbezüglich entscheide!






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