Servus, Leser! Es ist wieder Wochenbriefing-Zeit – und nachdem vorige Woche die Sternsingeraktion einen klaren thematischen Schwerpunkt gebildet hat, gibt es diesmal einen anderen, der allerdings ebenfalls mit organisierten Aktivitäten von Kindern an der frischen Luft zu tun hat. Aber in der zweiten Hälfte dieses Blogartikels kommen dann schon auch noch verschiedene andere Themen dran...
Neues von den Pfadfindern
Dass das zurückliegende Wochenende in Hinblick auf das Thema Pfadfinder recht intensiv werden würde, hatte sich bereits abgezeichnet: Nachdem die KPE-Wölflinge in Schöneberg schon eine Woche zuvor ihr erstes Meutentreffen des Neuen Jahres gehabt hatten, bei dem wir jedoch nicht waren, weil wir in Haselhorst Sternsingen waren, wollte ich mit meiner Großen auf jeden Fall zum zweiten, und am Sonntag stand das schon seit einiger Zeit mit Spannung erwartete allererste Stammestreffen des in Gründung befindlichen neuen KPE-Stammes im Stadtteil Gesundbrunnen statt. Aber erst mal der Reihe nach.
Am Freitagnachmittag sah erst einmal alles nach einem vergleichsweise entspannten Einstieg ins Wochenende aus: Der Jüngste war nach der KiTa bei einem Freund eingeladen, meine Liebste brachte ihn hin – und ließ mich wissen, die gastgebenden Eltern hätten vorgeschlagen, ich könne nach dem Schulschluss der Großen mit ihr zusammen nachkommen. Komplikationen zeichneten sich ab, als das Tochterkind aus der Schule anrief, um zu fragen, ob eine Schulfreundin bei uns übernachten dürfe. Es handelte sich um dieselbe Schulfreundin, die schon in der Nacht vor der Sternsingeraktion bei uns geschlafen hatte, und nun argumentierten die Mädchen, da habe doch alles gut geklappt und das könne man doch nochmal so machen. Ganz wohl war mir dabei nicht, und ich verwies erst einmal auf die Einladung der Eltern des Freundes des kleinen Bruders – woraufhin die Mädchen fragten, ob die Schulfreundin des Tochterkindes denn dahin mitkommen dürfe. Ich erwiderte, da müsse ich erst mal fragen; tatsächlich hatten die gastgebenden Eltern dann nichts dagegen, also holte ich beide Mädchen von der Schule ab und ging mit ihnen da hin. Es wurde ein schöner Nachmittag und Abend für alle Beteiligten, also auch die Erwachsenen; wir einigten uns dann auch darauf, dass die Schulfreundin des Tochterkindes zum Übernachten mit zu uns kam. Als problematisch erwies es sich indes, dass wir infolge des gemeinsamen Abendessens mit unseren Gastgebern erst zu einer Zeit nach Hause kamen, zu der die Kinder "normalerweise" schon im Bett hätten sein sollen; und, sagen wir's kurz und ohne ins Detail zu gehen, mit der Kinderzimmer-Übernachtungsparty klappte es diesmal nicht so gut wie am Wochenende zuvor. Daher war ich zunächst auch nicht sonderlich erbaut davon, dass die Schulfreundin des Tochterkindes am nächsten Morgen auch zu den Wölflingen mitkommen wollte. Ich erklärte den Mädchen eindringlich und mehrfach, ich würde nur dann mit beiden zum Meutentreffen fahren, wenn ich mich darauf verlassen könne, dass sie sich nicht gegenseitig zu Quatsch anstiften und auch nicht zu zweit ihr eigenes Ding machen, sondern sich in die Gruppe einfügen und auf die Leiterinnen hören. (Meine diesbezügliche Befürchtung war durchaus nicht einfach aus der Luft gegriffen; ich hatte da durchaus meine Erfahrungswerte, nachdem ich dieselbe Freundin z.B. mal zu einem Fußballtraining mitgenommen habe.) – Da sie mir dies hoch und heilig versprachen, gab ich schließlich nach.
Und wie gut hielten sich die Mädchen an dieses hochheilige Versprechen? Ich würd mal sagen: ziemlich gut. Zu 70%, oder vielleicht sogar 80. Dass es zwischenzeitlich ein paar Durchhänger gab, hatte unter anderem wohl auch mit der Kälte zu tun: Nachdem es ein paar Tage lang recht mild gewesen war, war buchstäblich über Nacht der Winter zurückgekehrt, und der chaotische Ablauf am Morgen (wie gesagt: Keine Details!) hatte ein Übriges dazu beigetragen, dass unsere Tochter und ihre Freundin nicht ideal dafür angezogen waren, das gesamte Meutentreffen (rund zweieinhalb Stunden) draußen zu verbringen. Und dass es der Konzentration auf zum Teil trotz spielerischer Gestaltung recht komplexe und anspruchsvolle Aufgaben nicht gerade förderlich ist, wenn man dabei friert, ist wohl einigermaßen verständlich. Ein grundsätzlicheres Problem ist natürlich, dass die Fähigkeit, eine Sache zu tun, während man eigentlich gerade mehr Lust auf eine andere hat, an der freien Schule, die die Mädchen besuchen, signifikant weniger trainiert wird als im Regelschulsystem; da ist es dann kein Wunder, dass das Tochterkind, wenn es mit einer Schulfreundin (oder mehreren) zusammen ist, mehr als sonst dazu neigt, in Verhaltensmuster aus dem Schulalltag zu verfallen. Ich meine das gar nicht böse, es ist einfach nur eine Beobachtung. Und wie schon gesagt, gemessen an diesem Erwartungshorizont lief's bei den Wölflingen eigentlich recht gut.
Davon abgesehen war ich – nicht zum ersten Mal – recht beeindruckt davon, was für Kenntnisse und Fertigkeiten den Wölflingen innerhalb eines wie gesagt rund zweieinhalb Stunden dauernden Meutentreffens vermittelt bzw. mit ihnen geübt werden. So gab es diesmal u.a. ein Spiel, innerhalb dessen das Winkeralphabet (Semafor) zum Einsatz kam, zudem lernten die Mädchen, einen Verband anzulegen und ein Dreieckstuch zu binden. Außerdem hielt die Wölflingsleiterin eine Art Impulsvortrag zum ersten Wölflings-Leitsatz "Der Wölfling denkt zuerst an andere", in dem sie ausführte, dieser Satz schließe nicht aus, sondern setze vielmehr geradezu voraus, auch an sich selbst zu denken – denn wer nicht auf sich selbst, sprich: auf seine eigenen Bedürfnisse und Grenzen acht gebe, könne auf Dauer auch nichts Gutes für andere tun. – Was ich auch noch erwähnen möchte: In letzter Zeit war mir am Rande der Sonntagsmesse in Siemensstadt wiederholt ein Mädchen aufgefallen, bei dessen Anblick ich dachte "Die kenne ich doch von den Pfadfindern!" – war mir aber nie ganz sicher gewesen, ob es sich wirklich um dasselbe Mädchen handelte oder lediglich um zwei Mädchen, die sich ähnlich sehen. Das klärte sich dadurch, dass dieses Mädchen – das offenbar gerade von den Wölflingen zu den eigentlichen Pfadfinderinnen übergewechselt ist – vom Vater zu diesem Gruppentreffen begleitet wurde, und den erkannte ich zweifelsfrei. Er mich übrigens auch. "Ich glaube, wir haben uns noch gar nicht richtig vorgestellt", sagte er zu mir, woraufhin wir uns die Hände schüttelten und recht gut miteinander ins Gespräch kamen. Andere Eltern kennenzulernen, ist ja ein nicht zu unterschätzender "Kollateralnutzen" von Gruppen- oder Vereinsaktivitäten der Kinder.
Am Sonntag gingen wir dann also in St. Afra im Stadtteil Gesundbrunnen in die Messe, um anschließend am ersten Treffen des dortigen in Gründung befindlichen Pfadfinderstammes teilzunehmen. Dazu übrigens eine Anmerkung, die vielleicht nicht ganz zum Thema gehört, aber irgendwie halt doch relevant ist: Soweit ich mich erinnere, habe ich seit April 2013 grob überschlagen vielleicht zehnmal in dieser Kirche die Heilige Messe in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus besucht, und davon lagen die letzten zwei Male ziemlich genau drei Monate auseinander. Nicht dass das nun gerade eine kurze Zeitspanne wäre, aber gegenüber einem Durchschnitt von weniger als einmal pro Jahr doch eine signifikante Steigerung. Möglicherweise trug das dazu bei, dass diese Form der Liturgie mir diesmal deutlich weniger fremd vorkam als bei früheren Gelegenheiten. Wohlgemerkt, die Schönheit und Würde dieser Liturgie hatte ich auch früher schon empfunden, aber ich sag mal so: In die Oper zu gehen kann auch ein anrührendes und erhebendes Erlebnis sein, trotzdem könnte ich mir nicht vorstellen, das jede Woche zu tun. – Falls nun der eine oder andere Leser diesen Vergleich als ungehörig empfindet, möchte ich unterstreichen, dass es mir eigentlich gerade darum ging, meine durch den häufigeren Besuch der Heiligen Messe in St. Afra gewachsene Wertschätzung für die außerordentliche Form des Römischen Ritus auszudrücken. Auch wenn ich es nach wie vor nicht kommen sehe, dass ich die Sonntagsmesse überwiegend oder bevorzugt in dieser Form mitfeiere. Was übrigens durchaus relevant für die Frage ist, ob wir uns längerfristig dem an diesem Standort entstehenden Pfadfinderstamm zuordnen wollen, aber dazu später.
Übrigens zeigte sich, dass neben der Tochter meines Herbstlager-Küchenteam-Kollegen, mit der meine Tochter sich so spontan und innig angefreundet hatte, noch zwei weitere Mädchen zu diesem Treffen erschienen, die wir bereits vom Herbstlager kannten; eins davon in kompletter Wölflingskluft, was zu folgendem lustigen Dialog zwischen diesen beiden Mädchen Anlass gab:
"Wieso hast du deine Kluft an?" –
"Wieso hast du deine Kluft nicht an?"
Insgesamt kamen etwas über zwanzig Kinder zu diesem Treffen, die sich ziemlich gleichmäßig auf drei Gruppen verteilten: Wölflings-Jungen, Wölflings-Mädchen und eine gemischte Wichtelgruppe. Schon mal nicht schlecht für den Anfang, würde ich sagen. Übrigens bietet der Umstand, dass diese Pfadfindergruppe am Standort des traditionalistischen Instituts St. Philipp Neri ins Leben gerufen wurde, einmal mehr Gelegenheit, festzustellen, dass nicht immer alles so ist, wie klischeebehaftetes Lagerdenken es anzunehmen geneigt wäre: Man könnte ja vermuten, bei einer solcherart im "Tradi"-Milieu verwurzelten Gruppe ginge es tendenziell strenger zu als woanders, sowohl was die Disziplin, als auch was das Zeremoniell betrifft. Meinem zugegebenermaßen sehr vorläufigen ersten Eindruck nach ist das aber durchaus nicht der Fall. Klar, diese Gruppengründung fängt praktisch bei Null an, und Aufbauarbeit ist immer "messy". Hinzu kommt, dass auch die Leiter zum Teil keinen KPE-Hintergrund und zum Teil auch überhaupt keine Pfadfinder-Erfahrung haben. Da muss sich Vieles erst finden und entwickeln, aber ich würde sagen, die Voraussetzungen dafür, dass es sich gut entwickelt, sind allemal gegeben. Beachtlich fand ich, dass den Wölflings-Jungen schon beim ersten Treffen gezeigt wurde, wie man Feuer macht, und zum Abschluss wurde auf diesem Feuer für alle teilnehmenden Kinder Suppe zubereitet. Ich vermute, damit wurde auch dem Umstand Rechnung getragen, dass einige der teilnehmenden Familien einen recht weiten Anfahrtsweg hatten und bei ihnen wegen des Pfadfindertreffens das Mittagessen ausfiel. – Und meine beiden Kinder hatten in ihren jeweiligen Gruppen jedenfalls viel Spaß. Als ich anmerkte, ich müsse mich noch erkundigen, wie oft diese Stammestreffen in Zukunft denn wohl stattfinden würden, warf mein Jüngster fröhlich ein: "Ich hoffe, jeden Tag!" – Ich würd' mal sagen, das ist ein Feedback aus der Zielgruppe, das im Zweifel aussagekräftiger ist als meine Beobachtungen vom Spielfeldrand.
Eine ernsthafte Antwort auf die Frage, in welchem zeitlichen Abstand die Wölflings- und Wichteltreffen in St. Afra zukünftig stattfinden sollen, will ich meinen Lesern jedoch nicht vorenthalten: Laut dem Plakat, das ich im Flur des St.-Afra-Stifts habe hängen sehen, sollen sich die drei Gruppen grundsätzlich alle 14 Tage treffen, und zwar jeweils sonntags; einer der Leiter signalisierte mir indes, das nächste Treffen werde erst nach den Winterferien stattfinden. – Wie geht's also weiter mit uns und den Pfadfindern in St. Afra? Was unseren Jüngsten angeht, glaube ich, dass es für ihn durchaus Vorteile hätte, hier zur Wichtelgruppe zu gehen, insbesondere wenn diese sich zukünftig zweimal im Monat trifft und die Wichtelgruppe des Schöneberger Stammes nur einmal im Monat; außerdem gibt es in St. Afra mehr Jungen. Dass die Gruppe erst im Aufbau ist und es daher vorerst noch an etablierten Strukturen fehlt, ist für die Wichtelstufe wohl am wenigsten problematisch, und bis ein Eintritt bei den Wölflingen in Frage käme, hat der Knabe so oder so noch drei Jahre Zeit. Hingegen glaube ich, dass unsere Große mehr davon profitieren kann, in eine Wölflingsmeute einzutreten, die bereits etablierte Strukturen hat, und deshalb habe ich für sie jetzt das Anmeldeformular für den Schöneberger Stamm ausgefüllt.
Übrigens wurde bei dem Meutentreffen am Samstag auch die aktuelle Ausgabe der KPE-Zeitschrift "Spur" an die Wölflinge verteilt, und dieser kann man entnehmen, dass 2026 ein besonderes Jahr für diesen Pfadfinderverband wird: Die KPE feiert ihr 50jähriges Bestehen, der europäische Dachverband UIGSE-FSE sein 70jähriges. Gefeiert wird dies u.a. mit einer Bundeswallfahrt zum Kloster Schöntal in Schwaben Ende Juni; da umfasst das Programm für die Wölflinge ein großes Geländespiel, das so ziemlich einen ganzen Tag dauert, während es im Erwachsenenprogramm (für "Eltern & Freunde") u.a. einen Vortrag über das richtige Verhältnis zwischen Führen und Loslassen in der Kindererziehung gibt. – Nicht ganz klar ist mir indes, wie man es eigentlich schaffen soll, rechtzeitig zu Beginn des Programms vor Ort zu sein, es sei denn, man reist schon einen Tag früher an und organisiert die Übernachtung von Freitag auf Samstag individuell. Aber auch so wäre es noch ein herausfordernder Trip. Na gut, es ist eine Bundeswallfahrt; die meisten Stämme hat die KPE, wie man hört, in Baden-Württemberg und Bayern, weitere regionale Schwerpunkte gibt es in Hessen und Nordrhein-Westfalen. Unter diesem Aspekt kann man Kloster Schöntal wohl als halbwegs zentral gelegen bezeichnen, und dass eventuell auch Leute aus Berlin anreisen möchten, hat bei der Planung wohl verständlicherweise keine so große Rolle gespielt. Na, wir werden mal sehen. – Heute war schon wieder Meutentreffen in Schöneberg, und diesmal gab es auch dort zeitgleich ein Wichtelgruppentreffen; aber davon berichte ich beim nächsten Mal.
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| Da, wo das Kirchenschiff von St. Afra keine Außenwand hat, sind die Buntglasfenster aufgemalt. Hier sogar mit einem idealisierten Blick nach draußen. |
Wohnungssegnung – besser spät als nie
Von der Sternsingeraktion am vorletzten Wochenende hatten wir uns einen geweihten Türaufkleber für unsere eigene Wohnung mitgenommen, hatten jedoch nicht die Absicht, diesen "einfach so" an die Tür zu pappen, sondern wollten dies, wie in den beiden vorigen Jahren, im Rahmen einer schönen, feierlichen Wohnungssegnungs-Andacht tun. Für eine solche Andacht fanden wir dann jedoch während der ganzen Woche nicht so recht Zeit. Am Samstag fiel dann unserem Jüngsten auf, dass der Aufkleber immer noch unbenutzt bei uns herumlag, und drängte darauf, ihn endlich mal anzukleben. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade dabei, Gemüse fürs Abendessen zu putzen, und erklärte daher, wir könnten die Andacht abhalten, wenn die Suppe auf dem Herd stünde, oder gegebenenfalls nach dem Abendessen. Ehe es soweit war, war der Knabe jedoch eingeschlafen – vermutlich als Nachwirkung der vorangegangenen Kinderzimmer-Übernachtungsparty –, und wir hielten es für besser, ihn nicht noch einmal zu wecken. So verschob sich die Wohnungssegnung um noch einen Tag.
Am Sonntag vor dem Abendessen war es dann aber soweit; wir benutzten für die Andacht wieder dieselbe Vorlage aus dem Internet wie in den letzten zwei Jahren, und die Kinder waren sehr engagiert dabei: Der Jüngste hatte schon im Vorfeld darauf gepocht, dass er den Türaufkleber anbringen wolle, und übernahm im weiteren Verlauf der Andacht auch das Aussprengen des Weihwassers, während die Große eine Kerze anzündete und mit feierlichem Ernst von Raum zu Raum trug. Nachdem wir, der Vorlage folgend, erst die Wohnungstür und dann das Wohnzimmer, die Küche, das Schlafzimmer und das Kinderzimmer und schließlich die Vorratskammer gesegnet hatten, bestand unser Jüngster darauf, dass die Abstellkammer (das "Harry-Potter-Zimmer", wie wir es familienintern gern nennen, weil es ein fensterloser Raum unter der Treppe ist) und das Badezimmer auch noch gesegnet werden müssten. Das war in der Vorlage zwar nicht vorgesehen, aber meiner Liebsten fielen spontan ein paar frei formulierte, zur Bestimmung dieser Räume passende Segensbitten ein. Zum Schluss sangen wir noch "Stern über Betlehem", weil wir das, nachdem wir es bei der Sternsingeraktion so oft gesungen hatten, praktisch auswendig konnten. Insgesamt war es eine sehr schöne Segensfeier, und ich kann es wirklich nur empfehlen, so etwas einmal im Jahr zu machen.
Am vergangenen Dienstag traf sich der Arbeitskreis Kinderwortgottesdienst der Gemeinde St. Joseph/St. Stephanus – wieder einmal in kleiner Besetzung – zu seinem ersten Arbeitstreffen in diesem Kalenderjahr; denn kaum sind Krippenspiel und Sternsingeraktion geschafft, stehen schon wieder KiWoGo-Termine vor der Tür, der erste sogar schon morgen. Dazu muss man sagen: Die Termine für die Kinderwortgottesdienste in dieser Gemeinde sind zwar fast immer irgendwie aus der Not geboren – theoretisch oder idealerweise sollte es ein regelmäßiger Turnus sein, also etwa: immer am vierten Sonntag im Monat; aber more often than not, wie der Angloamerikaner sagt, ist da irgendwas, weshalb man um eine Woche nach vorn oder nach hinten ausweichen muss –, aber unbeschadet solcher Unwägbarkeiten bekommen wir es dann doch meist mit sehr spannenden und ergiebigen Evangelienstellen zu tun. Der morgige 3. Sonntag im Jahreskreis ist ein illustratives Beispiel. Hatte ich nicht im Zusammenhang mit dem "Beruferaten" beim letzten KiWoGo des Vorjahres – am 4. Adventssonntag – angemerkt, den Aspekt, dass Gott Menschen in Seinen Dienst beruft, die eigentlich ganz andere Pläne für ihre berufliche Zukunft hatten, sollte man nochmals aufgreifen und vertiefen, wenn mal ein Evangelium mit einer Berufungsgeschichte drankommt? Tja, manche Wünsche erfüllt der liebe Gott schneller, als man denkt, denn am morgigen 3. Sonntag im Jahreskreis geht's im Evangelium um die Berufung der ersten Jünger Jesu (Matthäus 4,12-23). Da fand ich nun, es biete sich an, die Radikalität der Nachfolge zu betonen, die darin liegt, dass die Fischer von jetzt auf gleich ihre Netze liegenlassen – also ihre ganze berufliche Existenz an den Nagel hängen –, um Jünger Jesu zu werden. Und um zu verdeutlichen, dass sich so etwas nicht nur in biblischer Zeit gab, sondern auch heute noch gibt, fand ich, man sollte im KiWoGo eine knallige Berufungsgeschichte aus neuerer Zeit präsentieren. Nachdem ich eine Weile nach einer geeigneten Heiligenbiographie gesucht hatte, stieß ich schließlich auf Clare Crockett, eine Ordensschwester aus Nordirland, deren Seligsprechungsprozess vor einem Jahr eröffnet wurde. Als ich beim Arbeitskreistreffen von dieser Idee erzählte, meinte der Gemeindereferent, vielleicht könnte man ja – z.B. mit Hilfe der in der Gemeinde angesiedelten Neokatechumenalen Gemeinschaften – jemanden finden, der im KiWoGo ein persönliches Zeugnis gibt, und ich stimmte zu, dass das sogar noch besser wäre. "Und wenn wir so kurzfristig niemanden finden, dann mach' ich Clare Crockett."
Vielversprechend sehen auch die Evangelien für die weiteren in den nächsten Monaten anstehenden KiWoGo-Termine aus: Am 2. Fastensonntag haben wir die Verklärung Jesu (Matthäus 17,1-9), am 3. Sonntag der Osterzeit die Begegnung der Jünger mit dem auferstandenen Jesus am See von Tiberias (Johannes 21,1-14) und am Dreifaltigkeitssonntag das Kernstück aus dem Gespräch Jesu mit Nikodemus: Johannes 3,16-18. Erinnert sich noch jemand an den Typen, der früher immer bei weltweit im Fernsehen übertragenen Sportereignissen im Publikum saß und ein Schild mit der Aufschrift "John 3:16" hochhielt? Eine gut gewählte Bibelstelle, denn wenn es einen Vers gibt, den man als "Das Evangelium in einem Satz" bezeichnen könnte, dann ist das Jahr wohl dieser. Zur Gestaltung dieser Passage im Rahmen des Kinderwortgottesdienstes ist uns bisher noch nicht viel eingefallen, aber bis dahin ist ja noch ein bisschen Zeit.
Hashtag #Kannstedirnichtausdenken: Neues von ehemaligen und zukünftig ehemaligen DBK-Vorsitzenden
"In Zeiten rasanter technologischer Entwicklungen und künstlicher Intelligenz wird deutlich: Wissen bleibt ohne den Menschen unvollständig und verletzlich. Wikipedia erinnert daran, dass verlässliche Information aus gemeinsamer Verantwortung, aus Dialog und aus dem beständigen Ringen um Wahrheit entsteht."
Bla, bla, bla. Warum hat der bekanntermaßen nicht sonderlich Web 2.0-affine Kirchenmann sich überhaupt bemüßigt gefühlt, sich zu diesem Anlass zu äußern? Offenbar, weil er Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ist. Gibt es eigentlich auch einen DBK-Beauftragten für "einfach mal die Klappe halten"? Das wäre doch mal eine spannende neue Herausforderung für den Münchner Oberhirten!
"Es waren sechs intensive Jahre, in denen wir Bischöfe gemeinsam mit vielen anderen aus dem Volk Gottes einiges bewegen und für eine tragfähige Zukunftsgestalt von Kirche in unserem Land realisieren konnten. Jetzt ist es Zeit, diese für die Arbeit der Bischofskonferenz wichtige Aufgabe in andere Hände zu legen. Und ich bin mir sicher, es wird gut weitergehen."
Ein neues Jahr, ein (nicht ganz so) neuer Bibelleseplan
Ich gestehe: Eigentlich hatte ich ja schon letztes Jahr, 2025, gute Vorsätze für ein festes tägliches Bibellesepensum. Damit lief es allerdings nicht so richtig gut, obwohl man kaum behaupten kann, ich hätte mir zu viel vorgenommen: Bei einem Lesepensum von einem Kapitel pro Tag würde man, grob geschätzt (genau ausgerechnet habe ich es nicht), wohl drei bis vier Jahre brauchen, um die ganze Bibel einmal komplett durchzulesen. Dieses eher gemächliche Lesetempo bewahrte mich indes nicht davor, dass ich – wie ich in meinem Oster-Wochenbriefing eingestand – "schon Anfang April irgendwo im Buch Leviticus" stecken blieb. Was mich natürlich ärgerte, zumal es so ein Klischee ist, dass einem ausgerechnet im Buch Leviticus die Luft ausgeht. Also bemühte ich mich nach Ostern redlich darum, meinen Rückstand aufzuholen, kam jedoch auch im zweiten Anlauf nur bis zum 1. Buch Samuel, irgendwo zwischen dem Raub der Bundeslade und Sauls Salbung zum König. Komisch, könnte man sagen, da wird's doch eigentlich gerade spannend. Wie dem auch sei: Wenn ich aus dieser Erfahrung eines gelernt habe, dann, dass ein Bibelleseplan, der diese Bezeichnung wirklich verdient, eine etwas durchdachtere Struktur erfordert als "Ich fange bei Genesis 1 an und lese jeden Tag ein Kapitel".
Somit traf es sich gut, dass ich kurz vor Jahresende – ich weiß nicht einmal mehr, ob es beim JAM war oder am Rande des Raclette-Essens zu Weihnachten – im Foyer der EFG The Rock Christuskirche in Haselhorst einen Bibelleseplan im Postkartenformat entdeckte, der darauf ausgelegt ist, das ganze Alte Testament in einem Jahr durchzulesen (das ganze Alte Testament? Nein! – aber dazu später...). Eigentlich handelt es sich – laut Überschrift – um einen Bibelleseplan für das Jahr 2025, aber ich habe mir gedacht, schad't ja nix, das Jahr 2026 hat schließlich genauso viele Tage, wieso sollte man den Plan also nicht auch für dieses Jahr verwenden können. Nett fand ich auch, dass die Etappeneinteilung dem geneigten Nutzer am Anfang des Jahres eine gewisse Gnadenfrist gewährte, um erst mal 'reinzukommen: Für die erste Leseetappe wurde einem bis zum 19. Januar Zeit gegeben, für alle weiteren dann jeweils eine Woche.
Was die Praktikabilität dieses Bibelleseplans "aus katholischer Sicht" indes etwas einschränkt, ist – wie ich weiter oben bereits in Form einer kleinen Asterix-Referenz angedeutet habe – der Umstand, dass da sieben Bücher des Alten Testaments fehlen. Natürlich könnte man die einfach hinten dranhängen, aber dann würde man ja doch wieder nicht innerhalb eines Jahres fertig. Daher habe ich am vorletzten Tag der ersten Leseetappe damit begonnen, den Bibelleseplan so zu überarbeiten, dass die Bücher Judit, Tobit, Jesus Sirach, Weisheit, 1. und 2. Makkabäer auch noch hineinpassen. Allerdings stellte ich dabei einigermaßen irritiert fest, dass in diesem Bibelleseplan noch weitere Bücher fehlen, nämlich das Buch Kohelet und die "großen Propheten" Jesaja, Jeremia und Ezechiel. Dafür wird man ja wohl keine konfessionellen Gründe geltend machen können; wurden diese Bücher einfach vergessen? – Kurz und gut, den Plan so umzuarbeiten, dass er wirklich das ganze Alte Testament innerhalb eines Jahres abdeckt, wird noch ein ganz schönes Stück Arbeit werden, aber ein Anfang ist schon mal gemacht: Kurz vor Ende der zweiten Etappe habe ich bei den Geschichtsbüchern einen Vorsprung von immerhin schon mal zwei Kapiteln und bei den Weisheitsbüchern – von denen ja, wenn man das Buch Hiob nicht dazu rechnet, im Bibelleseplan der The Rock-Gemeinde lediglich das Buch der Sprichwörter übriggeblieben ist – sogar schon einen Vorsprung von fünf Kapiteln herausgeholt. Wir werden sehen, wie sich das weiter entwickelt – ich halte euch auf dem Laufenden, Leser...
Geistlicher Impuls der Woche
Mehr als alles hüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus. Vermeide alle Falschheit des Mundes und Verkehrtheit der Lippen halt von dir fern! Deine Augen sollen geradeaus schauen und deine Blicke richte nach vorn! Ebne die Straße für deinen Fuß und alle deine Wege seien geordnet. Bieg nicht ab, weder rechts noch links, halt deinen Fuß vom Bösen zurück!
(Sprichwörter 4,23-27. Eine Lesefrucht des oben angesprochenen Bibelleseplans.)
Ohrwurm der Woche
Steppenwolf: Magic Carpet Ride
Vorschau/Ausblick
Nachdem wir, wie schon erwähnt, heute wieder bei den KPE-Wölflingen und -Wichteln in Schöneberg waren, wird es auch im nächsten Wochenbriefing wieder "Neues von den Pfadfindern" geben, wenn auch vielleicht nicht im selben Umfang wie diesmal. Am morgigen 3. Sonntag im Jahreskreis steht dann, wie schon angekündigt, in St. Joseph Siemensstadt der erste Kinderwortgottesdienst des Jahres 2026 an. Wie gut fühle ich mich darauf vorbereitet? Ich bin geneigt zu sagen: eigentlich ganz gut. Besser als "sonst schon mal". Schau'n wir mal, wie's läuft. Und dann beginnt schon die letzte Schul- und Arbeitswoche vor den Winterferien. Diejenigen Leser, die seit zwei Wochen die Frage umtreibt "Will der Klein jetzt ernsthaft Religionspädagogik studieren und Gemeindereferent werden?", dürfen sich auf ein Update freuen, denn am Dienstag habe ich einen Termin für ein Infogespräch. Am Mittwoch ist wieder JAM, worüber ich diesmal aus Platzgründen gar nichts berichtet habe – das könnte man gegebenenfalls beim nächsten Mal nachtragen. Am Donnerstag beginnt in Stuttgart die abschließende Synodalversammlung des Synodalen Wegs – was zwar nicht bedeutet, dass wir das leidige Thema danach hinter uns haben, schließlich soll im weiteren Verlauf des Jahres eine Synodalkonferenz installiert werden, sofern der Papst es nicht verhindert; aber eine Zäsur ist es doch, und deshalb wird, auch schon im Vorfeld, allüberall fleißig Bilanz gezogen. Das könnte also durchaus auch ein Thema für das nächste Wochenbriefing werden. Und ansonsten lassen wir uns mal überraschen!



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