Was sind das eigentlich für Leute, die auf die Idee kommen,
Saure-Gurken-Limonade auf den Markt zu bringen? Und wer
kauft sowas? Okay, die zweite Frage ist relativ leicht zu beantworten:
Ich. Als ich im Supermarktregal die Geschmacksrichtung
"Limette-Gurke" der Bio-Marke eines bekannten internationalen Limonadekonzerns entdeckte, konnte ich nicht daran vorbeigehen. Das ist so eine Macke von mir. Wenn ich ein Produkt sehe, von dem ich auf den ersten Blick denke "Uääh, wie abwegig, wer
macht denn sowas?", ist mein unmittelbar darauf folgender Impuls: "Muss ich mal probieren". Ich erinnere mich noch gut an
"Glibber, den Wackel-Drink": Wackelpudding mit Brausepulver drin. War kein großer Erfolg. Gelatine und Brausepulver
funktionieren nicht zusammen. Hätte man eigentlich vorher wissen können.
Im Fall der Gurkenlimo kann ich allerdings zu meiner Verteidigung vorbringen, dass ich sie mir erheblich
anders vorgestellt hatte. Ich hätte gedacht, die würde wie eine halbwegs normale Limo schmecken, nur halt mit einer wellnessmäßigen leicht-erfrischenden Gurkennote. Gibt ja auch Leute, die trinken ihren
Gin Tonic mit Gurke statt Zitrone. Wohlgemerkt:
Salatgurke, nicht
Gewürzgurke. Aber die besagte Brause schmeckt allen Ernstes so, als hätte jemand die Lake aus einem Glas Spreewaldgurken genommen und daraus eine
Schorle gemacht.
Irgendwie fühlte ich mich an eine Geschichte aus
einem alten Lustigen Taschenbuch erinnert, das theoretisch noch irgendwo in der Wohnung sein müsste. Darin geht es um ein diktatorisch regiertes, an Carl Barks'
Brutopia erinnerndes Land, dessen einziger nennenswerter Exportartikel
Pfeffergurkenmarmelade ist. Man könnte sich eine Fortsetzung vorstellen, in der der bekannte internationale Brausekonzern einen Putsch in Brutopia finanziert und anschließend den Weltmarkt mit Pfeffergurkenlimo überschwemmt.
Wie ich neulich schon mal feststellte: Der Kapitalismus ist besser dazu in der Lage, die Visionen des Sozialismus zu verwirklichen, als dieser selbst.