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Samstag, 9. Mai 2026

Utopie und Alltag 24: Alles neu macht der Mai?

Wenn ich mir, o Leser, so ansehe, was der Monat Mai noch so alles an spannenden Ereignissen verheißt, dann mutet die zurückliegende Woche zwar nicht direkt wie die "Ruhe vor dem Sturm" an – Ruhe hatte ich in dieser Woche eher weniger –, aber doch ein wenig wie "Harren der Dinge, die da kommen mögen". An Stoff zum Bloggen, aus der Nähe wie aus der Ferne, fehlt es mir dennoch nicht, aber ein bisschen kürzer geraten als sonst ist das Wochenbriefing dann doch; ich schätze mal, das wird so bald nicht wieder passieren... 

Das Vorschaubild visualisiert schon mal recht augenfällig eins der Top-Themen der Woche. 

Erstkommunion und Permakultur 

Am 5. Sonntag der Osterzeit fand, wie schon mehrfach angekündigt, in St. Joseph Siemensstadt die zweite Runde der diesjährigen Erstkommunionen statt, und nachdem wir in der Woche zuvor verhindert gewesen waren, wollten wir diesmal dabei sein – auch wenn die Kinder nach dem vorangegangenen Pizza- und Filmabend in der Kampfsportschule etwas schwer aus dem Bett zu kriegen waren. Letztendlich war das "Aus-dem-Bett-Kommen" aber noch nicht das eigentliche oder hauptsächliche Problem: Dass die Kinder unausgeschlafen und wohl auch noch reizüberflutet vom vorangegangenen Abend waren, bot von vornherein keine günstigen Voraussetzungen dafür, in einem überlangen Gottesdienst, in dem man wegen der für die Familien der Erstkommunionkinder reservierten Bankreihen so weit hinten sitzen musste, dass man sowohl optisch als auch akustisch nicht viel vom Geschehen im Altarraum mitbekam, aufmerksam und konzentriert zu bleiben. Gerade von unserer Großen hätte ich mir in Hinblick darauf, dass sie ja nächstes Jahr selbst zur Erstkommunion gehen soll, etwas mehr Interesse erhofft, aber wie gesagt, die Voraussetzungen waren einfach ungünstig. Zwar war vor Beginn der Messe angesagt worden, ganz vorne seien zwei Bänke freigelassen worden, "da dürfen sich gerne alle Kinder alleine hinsetzen, die sich alleine nach vorn trauen, damit sie was sehen können"; aber dass unser Tochterkind lieber bei uns bleiben wollte, kann ich ihr nun auch nicht direkt verübeln, und für unseren Jüngsten gilt das wohl erst recht. 

Dreizehn Kinder empfingen im Rahmen dieser Messe ihre erste Kommunion; unter diesen war, wie schon mehrfach erwähnt, ein Mädchen, das wir ursprünglich vom JAM her kennen, außerdem das mittlere von drei Kindern einer Frau, die im KiWoGo-Arbeitskreis mitarbeitet und 2023/24 auch bei der Leitung der kurzlebigen Wichtelgruppe in St. Stephanus Haselhorst assistiert hatte; ein weiteres Mädchen kannte ich von der Teilnahme an den Religiösen Kindertagen im Februar und März, die anderen Kinder maximal vom Sehen. Zelebriert wurde der Erstkommuniongottesdienst, wie schon im Vorjahr, von Padre Ricardo aus Mexiko, und auch sonst war, wie ich beim Nachlesen meiner damaligen Notizen festgestellt habe, vieles genauso wie voriges Jahr, bis hin zur Liedauswahl und zum Wortlaut zumindest einiger der Fürbitten – daher muss ich das, was ich seinerzeit dazu angemerkt habe, hier wohl nicht unbedingt wiederholen. Überhaupt habe ich den Eindruck, bei der Gestaltung der Erstkommuniongottesdienste in St. Joseph Siemensstadt ändere sich von Jahr zu Jahr nicht sonderlich viel, aber das, was sich ändere, ändere sich wenigstens tendenziell zum Besseren. So hatte ich mich im vorigen Jahr über "Pipifax wie 'Umschläge unter den Sitzpolstern verstecken und die Gottesdienstteilnehmer danach suchen lassen'" geärgert, und das gab es diesmal nicht; aber ganz ohne Pipifax ging es dann doch nicht ab: Auch diesmal wieder gab es anstelle der Predigt ein Frage-und-Antwort-Spiel mit dem Publikum; die zwei Fragen, die die Erstkommunionkinder dabei an ihre Eltern richteten, waren bereits im Rahmen der Ansagen vor Beginn der Messe verraten worden, um den Eltern Zeit zu geben, sich im Voraus Antworten zu überlegen – und ich stellte dabei fest, dass ich die Fragen doof bis ärgerlich fand. Die erste Frage bezog sich auf Erinnerungen der Eltern an ihre eigene Erstkommunion – schöne oder auch nicht so schöne Erinnerungen, bevorzugt aber natürlich schöne. An und für sich wohl eine legitime Frage für den Smalltalk an der Kaffeetafel, aber eben eine Frage, die tendenziell eher den "kulturkatholischen" Aspekt der Erstkommunion als "feierliches Ereignis in der Kindheit, das bleibende Erinnerungen schafft" in den Fokus rückt. Noch problematischer fand ich die zweite Frage: "Was bringt es für den Alltag, zur Messe zu gehen und die Kommunion zu empfangen?" Da möchte ich einwenden: Die religiöse Praxis in solcher Weise nach ihrem Gebrauchswert für den sogenannten Alltag zu befragen, birgt in sich bereits den Keim dessen, was ich gern als "entfremdete Kirchlichkeit" bezeichne. Es wird suggeriert, der sogenannte Alltag sei das eigentliche Leben, und die Kirche, oder anders ausgedrückt eben die religiöse Praxis, kein Bestandteil davon, sondern etwas diesem gewissermaßen Gegenüberstehendes – ja im Grunde sogar etwas ihm Untergeordnetes, da ihr Wert danach bemessen wird, inwieweit sie für den Alltag nützlich ist. Ich will denen, die sich diese Frage ausgedacht haben, nicht unterstellen, dass sie diese Implikation beabsichtigt haben, aber das macht's nicht unbedingt besser; denn das würde eher dafür sprechen, dass sie diese Sichtweise unterschwellig als selbstverständlich betrachten. – Anerkennen muss man indes, dass die Antworten, die auf beide Fragen gegeben wurden, besser waren als die Fragen selbst: Auf die Frage nach den Erstkommunion-Erinnerungen der Eltern meldete sich zuerst ein Mann zu Wort, der vor 20 Jahren die Taufe, Erstkommunion und Firmung in einer einzigen Feier empfangen hatte, und dann eine Frau aus dem Irak, die dort im Jahr 1990 ihre Erstkommunion gefeiert hatte; beides also keine typisch volkskirchlichen Biographien. Auf die zweite Frage – was es denn "bringe", zur Messe und zur Kommunion zu gehen – gab es ebenfalls zwei Antworten; die erste stammte von dem Mann, der am 3. Fastensonntag im Rahmen der Redditio Symboli ein Zeugnis gegeben hatte und mit dem ich auf dem Rückweg vom Männereinkehrtag in Neuzelle im "Neo-Mobil" mitgefahren war. Auf die genannte Frage hin bekannte er, er sei nicht selten "richtig kaputt von der Arbeit und von den vielen Aufgaben zu Hause", und wenn er es dann schaffe, "vor allem am Sonntag, klar, aber auch in der Woche in die Messe zu gehen und dann auch zur Kommunion", dann merke er sofort, wie Frieden in sein Herz einziehe. Anschließend meldete sich eine Frau zu Wort und erklärte, wenn sie die Kommunion empfange, empfinde sie "Dankbarkeit, und mir wird sehr, sehr warm ums Herz, und ich bin glücklich". – Man könnte die These wagen, gerade an diesen Antworten könne man erkennen, dass die Gemeinde eigentlich schon über jenen post-volkskirchlichen Kulturkatholizismus hinaus ist, der mit dieser Art "niederschwelliger" Gestaltungselemente bedient werden soll. Nun müsste diese Erkenntnis nur noch bei den Katecheten ankommen. 

Die dritte Frage richtete sich dann an den Zelebranten und lief auf einen Werbeblock für die Eucharistische Anbetung hinaus. Nun, sehen wir mal das Positive daran: Den Hinweis darauf, wann und wo es in dieser Teilgemeinde der Großpfarrei Heilige Familie die Möglichkeit zur Eucharistischen Anbetung gibt, fand ich durchaus dankenswert, und ebenso, dass es für diejenigen Messbesucher, die mit dieser Andachtsform nicht vertraut sind, einige erläuternde Hinweise gab. Ob das nun unbedingt an dieser Stelle und in dieser Form sein musste, ist indes eine Frage für sich. Insgesamt bleibe ich dabei, dass mir sehr daran gelegen wäre, jedwede Art von "Showeinlagen" grundsätzlich aus dem Gottesdienst herauszuhalten. Macht meinetwegen eine Woche vorher oder eine Woche nachher einen Bunten Abend für die Familien der Erstkommunionkinder, da könnte ihr dann die Eltern einladen, Fotos oder Super-8-Filme von ihrer eigenen Erstkommunion mitzubringen und zu zeigen, könnt Ratespiele mit NGL-Texten in Emoji-Form veranstalten und Sketche einstudieren, wenn's denn partout sein muss; aber lasst es bitte, bitte aus der Heiligen Messe raus. Andernfalls muss ich ernsthaft erwägen, meine Kinder lieber in St. Afra zur Erstkommunion gehen zu lassen. 

-- Der letztere Gedanke kam mir tatsächlich ganz spontan im Zuge des Schreibens, und ich möchte ihn nun nicht direkt zurücknehmen – wohl aber betonen, dass es in der Gemeinde St. Joseph Siemensstadt um die Erstkommunion-Vorbereitung und -Feier zweifellos noch besser steht als "sonstwo". Einige interessante Einblicke gewährt diesbezüglich ein Artikel von Guido Rodheudt bei Corrigenda; der Autor, den ich vor einigen Jahren persönlich kennenlernen durfte, ist Pfarrer im Bistum Aachen und hat in seiner Pfarrei einen eigenen Erstkommunionkurs erarbeitet. Die Materialien zu diesem Kurs habe ich zu Hause und hoffe sie ab dem kommenden Herbst nutzen zu können, um im Erstkommunion-Jahrgang meiner Tochter mindestens ein paar Akzente zu setzen

Obwohl die Kinder nach der Messe in einer noch, sagen wir mal, schwierigeren Stimmung waren als vorher und währenddessen, waren meine Liebste und ich entschlossen, anschließend noch mit ihnen zum Permakultur-Picknick im Baumhaus zu fahren, und nach einigen typischen Verzögerungen Komplikationen ("Dürfen wir ein Eis?" – "Ich muss aufs Klo!") kamen wir gegen 14 Uhr auch tatsächlich dort an. Als eine glückliche Fügung erwies es sich, dass im hinteren Raum des Baumhauses gerade eine Malschule stattfand – da machten die Kinder mit und waren damit zum ersten Mal an diesem Tag auf eine Weise beschäftigt, die sie sowohl befriedigte als auch befriedete. Was indes das Permakultur-Picknick als solches betraf, lautete mein erster Eindruck, man hätte es lieber Permakultur-Stuhlkreis nennen sollen: Eine Gruppe von vielleicht zehn oder zwölf Leuten, darunter – im Vergleich dazu, was für ein Publikum ich im Baumhaus normalerweise zu erwarten gewohnt bin – überraschend viele ältere Mitbürger, saßen im Kreis und tauschten sich über ihre Erfahrungen mit Permakultur aus oder stellten Projekte oder Initiativen vor, an denen sie arbeiteten. Da fühlte ich mich erst mal nicht so ganz am richtigen Ort. Immerhin, zu essen gab es tatsächlich was, in Form eines Mitbring-Büffets, und das Essen war auch durchaus lecker; als die Malschule im hinteren Raum beendet war, boten die Permakultur-Leute im vorderen Raum den Kindern eine Bastelmöglichkeit an, und es kamen auch noch ein paar weitere Kinder hinzu. 

Derweil entdeckte ich die nicht fehlen dürfende "Notfallklampfe" in einem Winkel des Raumes, angelte sie hervor und stellte – nicht sehr überrascht – fest, dass sie grausam verstimmt war. Also machte ich mich daran, sie mittels der Stimmgerät-App auf meinem Mobilgerät zu stimmen – und wurde prompt dafür gelobt, dass ich mich der armen alten vernachlässigten Gitarre annehme. Das ermutigte mich, im Rahmen meiner bescheidenen Fähigkeiten ein bisschen "Hintergrundmusik" zu machen, und auch das kam erfreulich gut an. 

Alles in allem war es also doch eine gute Entscheidung, da hinzugehen, und insbesondere dürfte der Umstand, dass es den Kindern so gut gefallen hat, die Chancen erhöhen, dass wir es demnächst auch mal wieder zusammen zur Community Networking Night schaffen. Schauen wir mal... 


Update "Guerilla-Urlauberseelsorge" 

Es ist schon wieder zwei Wochen her, dass ich mich selbst ermahnt habe, "dass es Zeit wird, mit dem Projekt 'Guerilla-Urlauberseelsorge' voranzukommen"; aber nachdem es dazu im vorigen Wochenbriefing nichts Neues gab, kann ich jetzt sagen: Es tut sich was. Zunächst mal: Unter uns, und mit Augenzwinkern, können wir ruhig weiterhin "Guerilla-Urlauberseelsorge" sagen, aber der offizielle Titel des Projekts lautet jetzt "Spirituelle Angebote für Familien im Urlaub". Unter diesem Titel habe ich im Laufe der zurückliegenden Woche ein Konzeptpapier zusammengeschustert und dazu ein Anschreiben an den Pastor (so die ortsübliche Amtsbezeichnung) der Pfarrei St. Willehad, Michael Kenkel, formuliert; nachdem ich dafür zunächst ein Feedback von meiner Liebsten eingeholt habe, habe ich das Ganze erst heute Morgen, kurz vor dem Redaktionsschluss dieses Wochenbriefings, abgeschickt und kann daher noch über keine Reaktion berichten. Na ja, nächste Woche vielleicht. Im Wesentlichen läuft das, was ich da geschrieben habe, jedenfalls auf den Vorschlag hinaus, dass wir während unseres Aufenthaltes in Butjadingen in den Sommerferien je einmal pro Woche Lobpreis mit dem Stundenbuch, Kinderlobpreisdisco und eine Kinderkatechese zum jeweiligen Sonntagsevangelium anbieten können und wollen; und der Clou an der Sache ist, der Pfarrei zu signalisieren: Wir würden uns freuen, wenn ihr das unterstützt, aber wenn nicht, machen wir es trotzdem. Ich ahne, dass da nun mancher Leser meinen wird, gerade das sei unklug, da es den Leuten in St. Willehad geradezu eine Steilvorlage gebe, zu sagen "Dann macht es halt, aber ohne uns"; aber ich spekuliere darauf, dass sie so nicht ticken, sondern sich vielmehr sagen: Wenn wir es schon nicht verhindern können, ist es besser, wir unterstützen es, als dass es ohne uns abläuft. – Im Prinzip würde ich ja gerne denken, es gäbe gar keinen Grund, weshalb das Pastoralteam von St. Willehad etwas dagegen haben sollten, dass wir Spirituelle Angebote für Familien im Urlaub machen wollen, bzw. eigentlich sollten sie sich sogar darüber freuen. Aber man hat halt so seine Erfahrungen, und jenseits persönlicher Animositäten geht es in letzter Konsequenz – um einmal mehr auf eine griffige Formulierung aus Maria Hinsenkamps Dissertation "Visionen eines neuen Christentums" zurückzugreifen – um "die Frage nach der zukünftigen Profilierung der Kirche": 

"Soll die Kirche weiterhin danach streben, eine möglichst in die Breite der Gesellschaft anschlussfähige Institution zu bleiben, die nach innen und außen eine große Ambiguitäts- und Pluralitätstoleranz aufweist [...], oder aber eine missionarisch ausgerichtete, klar bekenntnis- und bekehrungsorientierte Kirche [...]?" 

Nicht von ungefähr habe ich mir, unabhängig von der Frage nach Zuständigkeiten innerhalb des Pastoralteams von St. Willehad, gerade Pastor Kenkel als Adressaten für meine Mail ausgesucht, denn bei ihm kann ich mir am ehesten vorstellen, dass er unser Anliegen unterstützt. Mit Widerstand rechne ich derweil hauptsächlich von Seiten des Diakons. So oder so bin ich ausgesprochen gespannt auf eine Reaktion aus St. Willehad... 


...und sonstige Pläne für den Sommer 

Was die Anmeldung zur KPE-Bundeswallfahrt nach Kloster Schöntal am letzten Juni-Wochenende angeht, hatte ich es zunächst als einigermaßen herausfordernd empfunden, auf der einen Seite die Frage der Übernachtungsmöglichkeiten zu klären und parallel dazu an anderer Stelle die Anmeldung für die Busfahrt unter Dach und Fach zu bringen; schließlich gibt es für beides nur begrenzte Plätze, folglich hatte ich die Sorge, wir könnten am Ende zwar eine Zimmerreservierung, aber keinen Platz im Bus haben, oder umgekehrt. Die Preise für die verschiedenen Übernachtungsvarianten waren ebenfalls etwas verwirrend. Gleichwohl ist es mir gelungen, für die Liebste, den Jüngsten und mich (da das Tochterkind, wie ich annehme, mit seinem Wölflingsrudel im Zelt schlafen wird) ein Zimmer im Waldschulheim des Klosters Schöntal, inklusive Frühstück, zu reservieren, und für die Busfahrt habe ich uns ebenfalls angemeldet. Es sieht also ganz danach aus, als stünde unserer Teilnahme an der Wallfahrt – immer unter dem Jakobäischen Vorbehalt, versteht sich – nichts im Wege; nun könnte ich mich, um das letzte Juni-Wochenende so richtig rund zu kriegen, auch gleich noch für die Grunewaldwanderung anmelden, die das Erzbistum Berlin für die Auszubildenden in der Pastoral veranstaltet, aber da besteht noch keine Eile – die Anmeldefrist endet erst in drei Wochen. 

Noch etwas mehr Zeit ist bis zur Religiösen Kinderfreizeit, die nämlich erst nach unserem geplanten Sommerurlaub in Butjadingen ansteht – in der ersten Augustwoche –, aber die Vorbereitungen kommen trotzdem schon so langsam in Gang. Vergangenen Sonntag wurde sogar schon vermeldet, es solle am 10. Mai – das wäre morgen – einen Elternabend zur RKF geben, aber das war ein Irrtum: Tatsächlich ist dieser Elternabend für den 10. Juni geplant. Kein Irrtum ist hingegen, dass sich am kommenden Dienstag das RKF-Team in St. Stephanus Haselhorst zu einem "inhaltlichen Vorbereitungstreffen" versammeln soll, wie es in der Einladung hieß. Da wird es unter anderem darum gehen, sich mit den zentral von einem Vorbereitungsteam aus dem Bistum Dresden-Meißen erarbeiteten Materialien zum Thema "Mensch, Mose – beweg dich!" auseinanderzusetzen und darüber zu beraten, inwieweit diese Materialien übernommen werden sollen oder was man anders machen könnte oder sollte. Da bin ich gespannt und habe die Absicht, mich kreativ einzubringen, auch wenn ich offiziell "nur" als Küchenhelfer im Team bin. – Schon mal reingehört habe ich in die auf der Website zur Religiösen Kinderwoche zum Download bereitgestellten Songs, und während ich das Titellied "Mensch, Mose – beweg dich!" durchaus schmissig finde und keine Bedenken hätte, es in meine "Kinderlobpreisdisco"-Playlist aufzunehmen, würde ich die meisten anderen Lieder, soweit ich sie bisher gehört habe, eher als "mittel bis schlecht" einordnen. Da würde ich doch sehr viel lieber "Mr. Pharao" von NimmZwei für die RKF verwenden (das hier auch schon mal "Ohrwurm der Woche" war) – aber das hatte ich ehrlich gesagt sowieso vor... 


Ein Jahr Papst Leo 

Wie die Zeit vergeht: Gestern war es genau ein Jahr her, dass Kardinalprotodiakon Mamberti auf die Mittelloggia des Petersdoms heraustrat und die Wahl von Kardinal Robert Francis Prevost zum 266. Nachfolger des Apostels Petrus bekanntgab. Schon im Vorfeld dieses Jubiläums erreichte mich die folgende Messenger-Nachricht von meinem alten Freund und selbsternannten Manager "Patrick" aus Wien

Meine unmittelbare Antwort lautete "Doch, ziemlich"; aber ich schätze, ich sollte das hier und jetzt etwas genauer ausführen. Dazu möchte ich zunächst auf etwas verweisen, was ich bereits gut zwei Wochen nach der Wahl des neuen Papstes geschrieben habe, und zwar an einer so versteckten Stelle, dass ich es selbst fast nicht wiedergefunden hätte: Ich schrieb da, ich hätte "das Gefühl, Papst Leo XIV. könnte genau der richtige Mann sein, um das, was am Pontifikat seines Vorgängers Franziskus gerade für das Thema Neuevangelisierung richtungsweisend war, in die Tradition der Kirche einzubinden und dabei auch 'das Krumme gerade zu machen' (vgl. Jesaja 40,4Lukas 3,5)." Und auch wenn er diese Hoffnung im ersten Jahr seines Pontifikats vielleicht noch nicht vollumfänglich erfüllt hat, sehe ich doch immerhin keinen Grund, diese Einschätzung zu revidieren. Man kann sagen, dieses erste Jahr seines Pontifikats sei alles in allem nicht sonderlich spektakulär verlaufen, aber ich schätze, genau das ist charakteristisch für seine Amtsführung und sein Amtsverständnis. Oder vielleicht wäre es richtiger zu sagen, er ist ein sehr viel "normalerer" Papst als sein doch in vielerlei Hinsicht sehr eigenwilliger Vorgänger, aber genau diese Normalität ist die Weltöffentlichkeit nach zwölf Jahren Franziskus einfach nicht mehr gewohnt? – Und wo wir schon beim Urteil der Weltöffentlichkeit sind: Der Bayerische Rundfunk hat zum einjährigen Amtsjubiläum des Papstes eine TV-Doku produziert, in der u.a. die Comedienne Carolin Kebekus und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer mit ihrer Sicht auf Papst Leo zu Wort kommen, aber die habe ich mir nicht angesehen und glaube nicht, damit etwas verpasst zu haben. Recht offensichtlich ist es, dass der linksliberale Mainstream der öffentlichen Meinung – so hartnäckig sich die schon von Tag 1 an zu beobachtende Tendenz fortsetzt, möglichst alles, was der Papst sagt und tut, so hinzudrehen, dass es in das Bild eines Papstes hat, den man gern hätte – ein einigermaßen zwiespältiges Bild von Leo hat: Während man es schätzt, dass er Donald Trump Kontra gibt, verübelt man es ihm, dass er insbesondere in Hinblick auf Sexualitäts-, Gender- und LGBTQ-Themen "immer noch viel zu konservativ" ist. Auf der anderen Seite gibt es eine insbesondere in den Sozialen Medien durchaus lautstarke Koalition aus Trumpisten und Tradis, die Papst Leo tendenziell als "noch schlimmer als Franziskus" beurteilen. (Zum Stichwort "Koalition aus Trumpisten und Tradis" möchte ich übrigens anmerken, dass ich den inflationären Gebrauch der Vokabel "rechtskatholisch" nicht zuletzt deshalb so ärgerlich finde, weil es ein Phänomen, das man berechtigterweise so bezeichnen könnte, ja durchaus gibt, eine ernsthafte Auseinandersetzung damit aber erheblich erschwert wird, wenn ständig Personen, Gruppierungen und Standpunkte so bezeichnet werden, die damit gar nichts zu tun haben.) 

Ebenfalls ein Jahr im Amt ist seit der zurückliegenden Woche übrigens Friedrich Merz als deutscher Bundeskanzler; das hätte man zum Anlass für einen Blogartikel oder wenigstens einen Wochenbriefing-Abschnitt mit der Überschrift "Der Merz unseres Missvergnügens" nehmen können, aber ich habe ja notorischerweise wenig Lust, auf meinem Blog über Politik (im landläufigen Verständnis dieses Begriffs) zu schreiben, und biete diese Überschriften-Idee daher zur freien Verfügung an. Angemerkt sei lediglich noch: Wenn Friedrich Merz den Ehrgeiz hat, nicht als Bundeskanzler mit der kürzesten Amtszeit in der Geschichte der Bundesrepublik in die Annalen einzugehen, dann muss er noch fast zwei Jahre durchhalten, bis er in dieser Hinsicht an Kurt Georg Kiesinger vorbeizieht. Ich habe erhebliche Zweifel, ob er das schafft. Aber natürlich kann man sich da sehr irren: Von Kohl und Merkel hätte anfangs auch niemand geglaubt, dass sie so lange im Amt sein würden. – Derweil hat Papst Leo, was die Länge seiner Amtszeit angeht, laut Wikipedia bereits mindestens 42 seiner Vorgänger überholt. In diesem Sinne: ad multos annos! 


Geistlicher Impuls der Woche 

Wenn wir, ohne zu zweifeln, mit dem Herzen glauben, was wir mit dem Mund bekennen, dann sind wir mit Christus gekreuzigt, wir sind gestorben, wir sind begraben und mit Ihm am dritten Tag auferweckt. Damit aber die Herzen der Gläubigen wissen, dass sie die Möglichkeit haben, durch Verachtung der Begierden dieser Welt sich zur himmlischen Weisheit zu erheben, verspricht uns der Herr Seine Gegenwart, wenn Er sagt: "Ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Welt" (Mt 28,20). Wenn Er in den Himmel auffährt, lässt Er die an Kindes Statt Angenommenen nicht im Stich; der zur Rechten des Vaters sitzt, bewohnt Seinen ganzen Leib, und von oben stärkt Er jene zum Durchhalten, die Er nach oben zur Herrlichkeit einlädt. Weil die Erde erfüllt ist von der Huld des Herrn (Psalm 33,5), steht uns überall der Sieg Christi bei, damit sich erfülle, was Er gesagt hat: "Habt Mut: Ich habe die Welt besiegt" (Joh 16,33). Wenn ihr das große Geheimnis unseres Glaubens (1 Tim 3,16) versteht und darauf achtet, was der eingeborene Gottessohn zum Heil des Menschengeschlechts getan hat, dann habt die gleiche Gesinnung in euch, die auch in Christus war (vgl. Phil 2,5). Ahmt also nach, was Er getan, liebt, was Er geliebt; denn wie Er durch seine Armut den Reichtum nicht verloren, Seine Herrlichkeit durch Seine Erniedrigung nicht vermindert, die Ewigkeit durch Seinen Tod nicht verloren hat, so verachtet auch ihr im gleichen Schritt und in denselben Fußspuren das Irdische, um das Himmlische zu erlangen. Denn das Kreuz auf sich nehmen bedeutet, die Begierden abtöten, die Laster ausrotten, alles Eitle vermeiden, jedem Irrtum absagen. 

(Leo d. Gr., Predigt zum Festgeheimnis des Karfreitags) 


Ohrwurm der Woche 

Duffy: Mercy 

Ein weiteres Lied, das während der Kampfsport-Gürtelprüfung meiner Tochter im Zuschauerraum im Hintergrund lief. Das erste, was mir daran auffiel, war die Ähnlichkeit mit "Rehab" von Amy Winehouse; aber obwohl das Arrangement im direkten Vergleich eher weniger "retro" wirkt als das von "Rehab", hätte es mich nicht gewundert, wenn es sich bei "Mercy" um einen "echten" Soul-Klassiker aus den späten 60ern oder frühen 70ern gehandelt hätte. So war ich einigermaßen überrascht, mit Hilfe der Shazam-App herauszufinden, dass das Lied von einer blonden Waliserin gesungen wird und erst über ein Jahr nach "Rehab" erschien. Nun bin ich grundsätzlich gern bereit zuzugeben, dass die Popmusik der Nuller Jahre nicht gerade mein Spezialgebiet ist, aber dass ich von Aimee Ann Duffy, anders als von der fast gleichaltrigen Amy Winehouse, bisher kaum etwas gehört hatte, hat einen ganz eigenen Grund: Ungefähr von 2011 bis 2020 hat nämlich buchstäblich niemand etwas von ihr gehört. Dass sie bald nach der Veröffentlichung ihres zweiten Albums für fast ein Jahrzehnt komplett aus der Öffentlichkeit verschwand, erklärte sie später damit, dass sie entführt, unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden sei und Jahre gebraucht habe, um dieses traumatische Erlebnis zu verarbeiten. 


Vorschau / Ausblick 

Große Dinge werfen ihre Schatten voraus – namentlich das Himmelfahrtslager der KPE-Wölflingsmädchen! Durchgängig dabei sein werde ich zwar nicht, da diesmal jemand anderes die Küche macht, aber ich habe die Erlaubnis bzw. Einladung bekommen, mal vorbeizukommen, Fotos zu machen und Eindrücke für einen Bericht zu sammeln und das werde ich natürlich gerne tun. Heute Vormittag war noch einmal ein "normales" Meutentreffen; ganz so normal allerdings doch nicht, denn für mein Tochterkind war es das erste, zu dem es seine neue Kluft anziehen konnte – einschließlich eines im "Mid-Season Sale" bei Galeria erbeuteten neuen Jeansrocks. Im Anschluss an das Meutentreffen, nur mit einem kurzen Zwischenstopp zum Umziehen, fuhren wir zum Tag der offenen Tür an der Schule des Tochterkindes; da war zwar nicht viel los, aber zu dem angekündigten Thema "Neues vom Schulkind, den anderen Schulkindern und deren Eltern" wird in naher Zukunft wohl trotzdem einiges zu sagen sein. – Bevor das Tochterkind am Donnerstag ins Wölflingslager abdampft, gibt es noch Manches vorzubereiten, aber gleichzeitig stehen natürlich noch ein paar andere Dinge an. Morgen zum Beispiel ist nicht nur der 6. Sonntag der Osterzeit, sondern auch Muttertag – und ich freue mich, zu Protokoll geben zu können, dass beide Kinder bereits eine Überraschung für meine Liebste vorbereitet haben. Am Dienstag steht, wie gesagt, ein Teamtreffen für die RKF an; am Mittwoch beginnt dann in Würzburg der 104. Deutsche Katholikentag, und auch wenn ich von diesem Event nicht sonderlich viel – und erst recht nicht viel Gutes – erwarte, wird es wohl doch ratsam sein, aus der Ferne den einen oder anderen Blick darauf zu werfen. Und ansonsten lassen wir uns mal überraschen! 


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