Im Sommer 1990 war ich 14 Jahre alt und hatte gerade das 8. Schuljahr hinter mich gebracht; was bedeutete, dass nach den Sommerferien das 9. Schuljahr auf mich wartete. Das mag banal klingen, aber damals war es – zumindest in meinem Heimatstädtchen, und zumindest für Gymnasiasten – üblich, in der 9. Klasse einen Tanzkurs zu belegen. Und vor den Ferien hatte ich meinen Mut zusammengenommen und die blondgelockte Klassenprinzessin gefragt, ob sie bei diesem Kurs meine Tanzpartnerin sein wolle. Ziemlich wagemutig von mir, zugegeben; aber aus Büchern und Filmen hatte ich gelernt, dass solcher Mut belohnt wird. Immerhin hatte ich keine direkte Abfuhr kassiert, sondern die Holde hatte mir gesagt, sie werde es sich überlegen. Rückblickend würde ich sagen, sie hielt mich hin, um ihre überlegene Position auszukosten; aber damals war alles, was ich verstand: "Es gibt also eine Chance!" Und was macht man da als gläubig und kirchennah aufgewachsener Jugendlicher? Man betet. Und zwar inständig.
Ich habe nicht die Absicht, mich über mein 14-jähriges Ich lustig zu machen. Beim Wiederlesen meiner damaligen Tagebucheinträge drängt sich allerdings der Eindruck auf, dass die Nichterhörung meiner diesbezüglichen Gebete eine durchaus bedeutsame Wegmarke meiner persönlichen Glaubensbiographie darstellt. Unmittelbar bevor ich – am 18. August – das Girl meiner Träume anrief, um sie "noch einmal nach dem Tanzkurs zu fragen", war ich nämlich noch "ziemlich zuversichtlich", und zwar explizit deshalb, weil "ich so unablässig gebetet hatte". Dass ich bei diesem Telefonat dennoch eine ziemlich kaltschnäuzige und schmerzhafte Abfuhr erhielt, warf natürlich Fragen theologischer Natur auf:
"Hatte ich nicht gebetet? Warum hatte es nicht geklappt? Doch auf einmal merkte ich: Verdammt nochmal, es war alles mein Fehler. Ich hatte [A.] völlig falsch eingeschätzt. Ich hatte geglaubt, sie wäre ein nettes Mädchen. Irrtum. Ich hatte geglaubt, sie zu lieben, aber dazu hätte ich sie erst mal richtig kennen müssen. Kurz gesagt: Nicht Gott hatte einen Fehler gemacht, weil er meine Bitte nicht erfüllt hatte, sonderl ich, weil ich um das Falsche gebeten hatte."
Wie gesagt, ich war vierzehn; und den Film "Bruce Allmächtig", der mich über das Problem des Freien Willens hätte belehren können (schlicht gesagt: Gott erfüllt das Gebet eines Menschen nicht dadurch, dass er einen anderen Menschen gegen dessen Willen zu etwas zwingt), gab es noch nicht. Aber die Erkenntnis, dass Gott kein magischer Wunscherfüllungsautomat ist und Beten etwas anderes ist, als einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann zu schreiben, war zweifellos bedeutend für mich. Und der Eindruck, dass mein Glaube durch dieses Erlebnis nicht nur nicht erschüttert, sondern offenbar sogar gestärkt wurde, wird unterstrichen dadurch, dass ich in der darauffolgenden Woche sehr eifrig an einer Veranstaltungsreihe der Ostfriesischen Zeltmission unter dem Motto "Glauben im Kreuzfeuer der Zeit" teilnahm, die, wie es sich fügte, just am Tag nach dem schicksalhaften Telefonat begann.
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Wie ich in einem früheren Beitrag schon erwähnt habe, unterhielt das Geistliche Rüstzentrum Krelingen damals ein Gästehaus in meinem Heimatdorf Burhave; ebenfalls bereits erwähnt habe ich in diesem Zusammenhang, dass "die Krelinger" bei den Dörflern im Verdacht standen, "eine Sekte" zu sein, dass meine Geschwister und ich aber in den Sommerferien gern zu dem von ihnen veranstalteten Kinderprogramm am Strand gingen. Bei der Veranstaltungsreihe "Glauben im Kreuzfeuer der Zeit" im Sommer 1990 handelte es sich um eine Kooperation zwischen GRZ Krelingen und Ostfriesischer Zeltmission, und wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, hatten die Ostfriesen ihr großes Veranstaltungszelt nicht etwa am Strand, sondern im Garten des Gästehauses aufgebaut.
Die erste Erwähnung dieser Veranstaltungsreihe in meinem Tagebuch dreht sich darum, dass meine Schwester, zusammen mit der Schwester einer Klassenkameradin von mir, die der Nordenhamer Baptistengemeinde angehörte, angeworben worden war, bei einigen Abendveranstaltungen Klavier zu spielen. Am ersten Abend der Veranstaltungsreihe war zwar "keine von beiden mit Spielen dran", sie gingen aber trotzdem hin, und ich kam mit. "Wir wurden von einem großen, freundlichen Mann in Empfang genommen, Hans-Eckart Barkholz, dem Leiter des Krelinger-Freizeitheims in Burhave." Anders als bei einigen anderen Protagonisten der Veranstaltungsreihe, die ich noch erwähnen werde, habe ich mit Hilfe von Google nicht herausfinden können, was aus diesem "großen, freundlichen Mann" geworden ist; erinnerlich ist mir indes, dass Barkholz (der sich allerdings möglicherweise "Bargholz" schrieb) ein oder zwei Jahre später von seinem Posten abgelöst wurde und dass man ihm nachsagte, er habe in dem ohnehin schwierigen Verhältnis zwischen den "Krelingern" und der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde "viel Porzellan zerschlagen".
Beim Programm des ersten Abends jedenfalls agierte Bark- oder Bargholz als Moderator, und "[e]in junger Mann namens Uwe gab Zeugnis", d.h. "er erzählte von seiner früheren Spielsucht und wie er zum Glauben gefunden hatte". Bei diesem jungen Mann handelte es sich um Uwe Heimowski, der später – von 2016 bis 2022 – Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz beim Bundestag und bei der Bundesregierung wurde. Damals hatte er gerade ein autobiographisches Buch mit dem Titel "Im Land der drei Sonnen – Mein Weg aus der Spielsucht" veröffentlicht, und ich weiß nicht mit Sicherheit zu sagen, ob er meiner Schwester, die von ihm zutiefst beeindruckt war, anlässlich der Zeltmissions-Veranstaltung ein Exemplar des Buches schenkte oder ob sie es sich kaufte. Woran ich mich hingegen noch sehr genau erinnere, ist, dass meine Schwester dieses Buch einige Zeit später unserem eher "liberalkatholischen" gemeinsamen Religionslehrer auslieh und dieser daraufhin einen Auszug daraus für eine Religionsklausur verwendete.
Nicht mehr identifizieren kann ich den "auch noch recht junge[n] Mann namens Wolfgang", der an diesem Abend Klavier spielte und der, ebenso wie Uwe, in den Tagebuchaufzeichnungen der folgenden Tage noch weiterhin eine Rolle spielte; den Hauptvortrag des Abends hielt Pastor Johann Ubben – damals Mitarbeiter im GRZ Krelingen, später Leiter des Diakonissenmutterhauses Bad Harzburg – zum Thema "Wenn einer immer nur nimmt, hat der am Ende mehr?"; inhaltlich habe ich zu diesem Vortrag nichts festgehalten, aber man kann sich ja vorstellen, wie die im Titel gestellte rhetorische Frage beantwortet wurde. Jedenfalls notierte ich: "Die Predigt gefiel mir außerordentlich gut. Es wurde noch gesungen und gebetet, zum Schluss wurd den Gästen noch Tee angeboten" – wie es sich bei Ostfriesen gehört.
Am nächsten Tag – dem 20. August, einem Montag – ging ich nicht zur Zeltmission, aber meine Schwester meinte, dies sei "ein großes Versäumnis" gewesen, also ging ich am Dienstag wieder hin. Ein bemerkenswertes Detail meines Tagebucheintrags lautet: "Wegen des Sturms war das Zelt gestern abgebaut worden, also fand die Veranstaltung im Haus statt." Nicht minder interessant ist, dass meine Schwester ein weiteres Mädchen aus der katholischen Gemeinde, das vom Alter her irgendwo zwischen ihr und mir lag, zum Mitkommen "überredete" – "und siehe da, es gefiel ihr. Mir sowieso." Am Ende des Eintrags findet sich indes der bezeichnende Hinweis, dieses Mädchen – das übrigens trotz des Altersunterschieds in meinem Firmkurs war; es gab einfach nicht genug Kinder und Jugendliche in der Gemeinde, um jedes Jahr Erstkommunion oder Firmung zu feiern – habe sich daran gestört, dass "so viel gebetet worden" sei, "aber sonst gefiel es ihr gut". Wieder gab es vor dem Hauptvortrag ein Zeugnis, diesmal von einem ortsansässigen Polizeibeamten ("Eigentlich merkwürdig, dass ich den Mann vorher gar nicht kannte"); Hauptredner dieses Abends war der Studienleiter des GRZ Krelingen, Dr. Joachim Cochlovius, den wir, wie schon mal erwähnt, aus früheren Jahren vom Kinderprogramm der Krelinger-Strandmission her kannten, und das Thema lautete "Ehe". Ich notierte: "Dr. Cochlovius fiel mir als guter Redner auf, auch wenn ich nicht allen seinen Aussagen zustimmen konnte" – schön wär's aus heutiger Sicht, ich hätte dies etwas präziser ausgeführt, denn über 30 Jahre später kann ich mich an keine Einzelheiten des Vortrags mehr erinnern.
Interessant ist jedenfalls auch die Erwähnung des "schon etwas älteren, aber sehr fidelen 'Oberostfriesen' Onkel Klaas" – Klaas Aeilts, der Begründer der Ostfriesischen Zeltmission, der damals 65 Jahre alt war und sieben Jahre später verstarb. Mit dessen Sohn Matthias unterhielten meine Schwester uns nach dem Vortrag, und ich notierte, dieser sei offenbar "ein totaler Katholikengegner" – "z.B. warf er Katholiken mit Adventisten und Zeugen Jehovas in einen Pott", womit vermutlich gemeint war, dass er der katholischen Kirche ebenso wie diesen Sekten "unbiblische" Sonderlehren vorwarf. Das wäre ja ein Niveau von Antikatholizismus, das in evangelikal-pietistischen Kreisen nicht gerade ungewöhnlich ist, aber damals war es für mich offenbar eine neue und einigermaßen irritierende Erfahrung, Leuten zu begegnen, die meinen, Katholiken seien keine richtigen Christen. Darauf wird noch zurückzukommen sein.
Über die Veranstaltungen vom Mittwoch und Donnerstag ist meinem Tagebuch nichts zu entnehmen, möglicherweise war ich also nicht da; aber übers Wochenende kam mein Bruder zu Besuch, der damals in Braunschweig studierte. Ohne in ungebührlichem Ausmaß Familien-Interna ausplaudern zu wollen, ist es doch für den Kontext wichtig zu erwähnen, dass er dort Anschluss an die seinerzeit (ob es heute immer noch so ist, weiß ich nicht) an der Braunschweiger TU sehr präsenten Baptisten gefunden hatte; insofern, als dieser Umstand dazu führte, dass in meiner Familie – in der bis dahin eher jene unaufgeregte Selbstverständlichkeit des volkskirchlichen Katholizismus geherrscht hatte, die beispielsweise Alina Rafaela Oehler vom Communio-Magazin so sehr schätzt – mehr und kontroverser über religiöse Themen debattiert wurde als zuvor, war dies zweifellos ein auslösender Faktor für meine "erste Fundi-Phase", wie ich sie im Rückblick so gern nenne. Dazu wird vermutlich noch mehr zu sagen sein; auf jeden Fall ist es vor diesem Hintergrund wohl wenig überraschend, dass mein Bruder am Samstag zum Programm der Zeltmission mitkommen wollte, das an diesem Tag zusätzlich zur Abendveranstaltung auch einen "Familiennachmittag" einschloss. Als wir uns dort zu dritt und "mit Buttermilchkuchen im Gepäck" einfanden, "spielte Barkholz mit kleinen Kindern, und sonst war nicht viel los"; meine Schwester wollte die Gelegenheit nutzen, meinem Bruder "das Haus", also das Gästehaus der "Krelinger", zu zeigen. Dabei trafen wir den Polizisten, der am Dienstagabend Zeugnis gegeben hatte, und dieser zeigte uns, "wo Uwe und Wolfgang wohnten". Wolfgang schlief allerdings gerade, aber Uwe freute sich über unseren Besuch, und es dauerte auch nicht lange, bis Wolfgang wach wurde und sich zu uns gesellte. "Die beiden machten Kaffee und Tee, tischten Kekse, Schokolade und Kuchen auf, wir sangen und beteten zusammen und unterhielten uns über religiöse Themen." Dabei geriet ich, wie ich es in meinem Tagebuch formulierte, "ins Kreuzverhör", als das Gespräch darauf kam, dass ich in meiner Kirchengemeinde einen Kurs zur Firmvorbereitung besuchte: "Ich sollte erklären, warum ich zur Firmung gegen wollte. In den Augen der anderen war Firmung ziemlich nutzlos." Typisch evangelikal halt; aber es war vielleicht auch ein bisschen viel verlangt von einem 14-jährigen Knaben, der das Sakrament der Firmung schließlich noch gar nicht empfangen hat, erwachsene Evangelikale über Sakramententheologie belehren zu sollen. Umso mehr, als ich gerade bei der Firmung bis heute den Eindruck habe, dass selbst studierte Theologen sich mit ihrer Sinngebung schwer tun: Irgendwo habe ich mal den Satz gelesen, die Firmung sei "ein Sakrament, das seine Theologie sucht". – Immerhin: "Ich argumentierte, so gut es ging, und als [mein Bruder] mich fragte, was ich denn mit dem Heiligen Geist machen wollte, erwiderte ich: 'Statt mich zu fragen, könntest du es mir vielleicht lieber erzählen.' Das quittierte Uwe mit der Bemerkung [...]: 'Jedenfalls ist dein Bruder nicht dumm.'" Meine Erinnerung sagt mir, auch wenn das nicht im Tagebuch steht, dass mein Bruder darauf erwiderte: "Das ist ja das Problem, er ist viel zu intelligent." – Gefirmt wurde ich übrigens knapp ein Vierteljahr später von Weihbischof Max Georg Freiherr von Twickel. Zu Uwe Heimowski fällt mir in diesem Zusammenhang noch ein, dass ich ihn Jahre später beim "Marsch für das Leben" wiedertraf und danach einige Zeit lang mit ihm auf Facebook befreundet war, bis ich ihn anno 2020 öffentlich dafür kritisierte, anlässlich des Reformationstags plumpe und dümmliche antikatholische Propaganda zu verbreiten, woraufhin er mir "Bösartigkeit" und "Hetze" vorwarf. Mit ein paar Jahren Abstand kann ich mir durchaus vorstellen, dass er seine Äußerungen gar nicht "böse gemeint" hatte, sondern es schlichtweg "nicht besser wusste", weil solche schlecht informierten Schmähreden gegen die katholische Kirche in seinem Umfeld einfach normal sind und er es nicht gewohnt ist, dass da mal jemand widerspricht, selbst von (liberal-)katholischer Seite nicht.
Kehren wir aber erst einmal zurück zum letzten Tag der Zeltmissionswoche "Glauben im Kreuzfeuer der Zeit" in Burhave! Zu unserer Gesprächsrunde in der von Uwe und Wolfgang bewohnten Gästewohnung gesellte sich schließlich auch "Hans Barkholz", und mein Bruder "bot ihm an, diesen Abend Zeugnis zu geben. Barkholz war einverstanden, und wir sollten um 18.15 Uhr wiederkommen – zum Beten und Organisieren." Letzteres empfinde ich im Rückblick als eine äußerst bezeichnende Formulierung: Beten und Organisieren werden als gleichwertige Tätigkeiten betrachtet, im Zweifel ist das Beten sogar vorrangig. So habe ich es seither und bis heute bei verschiedensten Veranstaltungen im evangelikalen und charismatischen Spektrum erlebt: Gemeinsames Gebet des Teams ist ein wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung einer Veranstaltung. Über den Kontrast, den diese Erfahrung zu der "großkirchlichen" Praxis bildet, Gremiensitzungen u.a. mit einem "geistlichen Impuls" einzuleiten oder abzuschließen, um so den Arbeitsprozess pro forma "als 'geistlich' zu markieren", wollte ich schon längst mal einen eigenen Artikel schreiben; na, kommt vielleicht noch. – Am Rande notierte ich noch: "Inzwischen hatte man unseren Kuchen, den wir im Zelt gelassen hatten, verspeist" – nun gut, zu diesem Zweck hatten wir ihn ja wohl mitgebracht, aber anscheinend bedauerte ich es doch ein wenig, selbst nichts davon abbekommen zu haben.
Als mein Bruder wie verabredet um 18.15 Uhr zur Teambesprechung ging, begleitete ich ihn, unsere Schweste hingegen nicht – zu den Gründen werden keine Angaben gemacht. An der Teambesprechung nahmen "Onkel Klaas, Barkholz, Uwe, Wolfgang, Siegfried und [ein] Mädchen namens Tabea" teil; wer dieser Siegfried war, weiß ich nicht mehr, aber offenbar war es jemand, den wir kannten. "Die Aufgaben wurden verteilt, und es wurde gebetet."
Über das Programm des letzten Zeltmissions-Abends hielt ich fest, dass einige "Mitglieder des evangelischen Kirchenchores [...] ein Gastspiel gaben"; die weiter oben schon erwähnte Schwester einer Klassenkameradin von mir spielte Klavier, mein Bruder gab Zeugnis und den Hauptvortrag hielt Hans-Eckart Bark- oder Bargholz. Mein Gesamturteil über das Programm lautete: "Einfach super!" Bemerkenswert ist auch, dass nicht nur das Mädchen, das meine Schwester am Dienstag mitgeschleppt hatte, wieder dabei war, sondern auch noch ein weiteres Mädchen aus meinem Firmkurs, das ein paar Jahre in meiner Klasse gewesen war, inzwischen aber auf eine andere weiterführende Schule ging als ich. Über dieses Mädchen notierte ich, dass es nach dem Ende des Programms noch ein längeres Gespräch mit meinem Bruder führte, über sein Zeugnis, nehme ich an. – Dass dies "der letzte Abend der Zeltmission" war, kommentierte ich abschließend mit "Schade eigentlich". Kurz darauf waren dann auch die Sommerferien zu Ende.
Abschließend möchte ich die These aufstellen, dass an meinem im Alter von 14 Jahren verfassten Bericht über die Zeltmissionswoche Tendenzen deutlich werden, die nicht nur für meine "erste Fundi-Phase" insgesamt charakteristisch sind, sondern auch meine weitere "Glaubensbiographie" bis heute beeinflusst haben und weiterhin prägen. Dazu gehört es insbesondere, dass ich den Kontakt zu evangelikalen und freikirchlichen Christen (ich sage "und", weil das GRZ Krelingen, wie an anderer Stelle schon mal betont, zwar evangelikal ausgerichtet ist, aber nicht zu einer Freikirche, sondern zur Evangelischen Landeskirche Hannovers gehört) einerseits als anregend und bereichernd erlebt habe, mich andererseits aber – anders als meine Geschwister, wenn ich das mal so sagen darf – durch die unvermeidlichen Auseindersetzungen über theologische Differenzen tendenziell eher in meiner Zugehörigkeit zur katholischen Kirche bestärkt gefühlt habe. Im Wesentlichen genauso geht es mir auch heute mit meinen Kontakten zur EFG The Rock Christuskirche oder zur Gemeinde auf dem Weg.
Was die weitere Entwicklung meiner "ersten Fundi-Phase" angeht, nahm ich im Sommer 1991 – wie ich schon mal erwähnt habe – an einer vom BDKJ Vechta organisierten "Jugendpilgerfahrt" nach Rom und Assisi teil, die es auch wert wäre, ausführlicher geschildert und kommentiert zu werden; dafür müsste ich einen Teil meiner damaligen Aufzeichnungen allerdings erst mal wiederfinden. Einstweilen werde ich mich aber wohl, unter Missachtung der chronologischen Reihenfolge, in einer Fortsetzung der Reihe "Glanz und Elend der Urlauberkirche" erst einmal dem "Summer of '92" widmen, der einen, wenn nicht den Höhepunkt meiner Beteiligung an den verschiedenen Urlauberseelsorge-Angeboten in Burhave markierte. Seid gespannt, Leser!

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