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Mittwoch, 30. Januar 2019

Wer hat Angst vor Homeschoolern?

Ein Gespenst geht um in Deutschland: das Gespenst des Homeschoolings. Am 10. Januar entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im Fall "Wunderlich gegen Deutschland" gegen eine Familie aus Hessen, die um das Recht kämpft, ihre vier Kinder selbst zu unterrichten. Geklagt hatten die Wunderlichs, nachdem "im August 2013 mehr als 30 Polizisten und Sozialarbeiter die Wohnung der Familie" gestürmt hatten:
"Sie hätten die Kinder auf brutale Weise von ihren Eltern und aus der Wohnung entfernt, sie in ein Heim gebracht und eine traumatisierte Familie hinterlassen. Die Kinder seien zwar ihren Eltern wieder übergeben worden, allerdings sei die rechtliche Situation weiterhin unklar."
Der Europäische Gerichtshof urteilte nun, die staatlichen Behörden seien mit ihrem Vorgehen im Recht gewesen: "Der Entzug des Sorgerechts und die Wegnahme der Kinder seien gerechtfertigt, um deren Integration in die Gesellschaft sicherzustellen. Das Kindeswohl sei gefährdet, wenn Eltern ihre Kinder nicht in die Schule schickten".  Durch dieses Gerichtsurteil ist das Thema Homeschooling in Deutschland aber nicht etwa, wie man denken könnte, "vom Tisch"; vielmehr scheint es, dass es erst jetzt überhaupt richtig auf den Tisch gekommen ist. Eine Debatte, die durch das Gerichtsurteil hätte beendet werden können, hat es meiner Wahrnehmung zufolge nämlich praktisch gar nicht gegeben. In Politik und Gesellschaft gab es bisher keine nennenswerten Stimmen, die die in Deutschland geltende Form der Schulpflicht ernsthaft in Frage gestellt hätten. Auch jetzt noch ist das Eintreten für eine Lockerung der strikten Schulpflicht sicherlich eine Minderheitenposition, aber das Interesse am Thema hat spürbar zugenommen.

Mein Freund Rod Dreher hat auf seinem Blog über das Gerichtsurteil gegen die Familie Wunderlich berichtet und es - wenig überraschend - zum Anlass genommen, darauf hinzuweisen, wie dringend gläubige Christen in Deutschland eine auf die hiesigen Verhältnisse zugeschnittene Version der Benedikt-Option benötigen, um ihre Kinder im Glauben erziehen zu können. Außerdem bat er mich, auch etwas zum Thema zu schreiben, und dieser Bitte kam ich gerne nach; allerdings ging es in meinem Artikel, der dann einen Tag später als Gastbeitragauf Rods Blog erschien, schwerpunktmäßig eher um das Thema KiTa-Erziehung als um das Thema Schulpflicht, da mir ersteres - als Vater eines noch lange nicht schulpflichtigen Kindes - persönlich derzeit einfach näher ist.

Vorige Woche haben nun sowohl das evangelikal orientierte Magazin "idea Spektrum" als auch die katholische Wochenzeitung "Die Tagespost" das Thema aufgegriffen; beide haben ein "Pro & Contra" zum Thema Homeschooling veröffentlicht. (Das unterstreicht, nebenbei bemerkt, meinen Eindruck, dass die wirklich relevanten und zukunftsweisenden Debatten über die Zukunft der Christenheit derzeit weniger zwischen einem liberalen und einem konservativen Lager geführt werden als vielmehr innerhalb des konservativen Spektrums.)

Johann Peter Hasenclever: "Jobs als Schulmeister", 1845 (gemeinfrei). 
Im idea Spektrum wird die Frage "Sollte man Hausschulunterricht in Deutschland erlauben?" von Andreas Thonhauser, Sprecher der christlichen Organisation ADF International, die die Familie Wunderlich auch vor Gericht vertritt, zustimmend ("Hausschulunterricht ist eine Bereicherung für die Gesellschaft") und von Jörg Birnbacher, Schulleiter des privaten evangelischen Lukas-Gymnasiums in München, ablehnend beantwortet ("Die Schulpflicht ist ein hohes demokratisches Gut"). In der Tagespost ist die Frage andersherum formuliert ("Soll Homeschooling verboten bleiben?"), "Pro" und "Contra" sind hier also sozusagen vertauscht; für eine Beibehaltung der unbedingten Schulpflicht spricht sich hier der ehemalige Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, aus, dagegen wiederum Andreas Thonhauser. Dieser Name kam mir übrigens gleich so bekannt vor; ein kurzes Nachschlagen in meinem eMail-Postfach ergab, dass Rod Dreher ihn mir bereits vor über einem Jahr als jemanden empfohlen hatte, zu dem ich mal Kontakt aufnehmen sollte. Dann wird's vielleicht mal Zeit, dass ich das wirklich tue.

Dass Andreas Thonhauser in beiden genannten Publikationen als Homeschooling-Fürsprecher zu Wort kommt, während der Gegenstandpunkt von zwei verschiedenen Personen vertreten wird, scheint mir übrigens durchaus aussagekräftig in Hinblick auf die, sagen wir mal, Popularität der jeweiligen Position. Jemanden zu finden, der sich öffentlich für die Schulpflicht und gegen Homeschooling ausspricht, ist offenkundig einfacher als umgekehrt. Ich kann nicht sagen, dass mich das überrascht.  Homeschooling hat in Deutschland einen außerordentlich schlechten Ruf. Das habe ich bei meiner jüngsten Buchvorstellung zur Benedikt-Option mal wieder zu spüren bekommen, obwohl ich das Thema in meinem Vortrag überhaupt nicht angeschnitten hatte: Einige meiner Zuhörer hatten sich offenbar im Vorfeld schon ausreichend über die Thesen des Buches informiert, um zu wissen, dass darin auch das Thema Homeschooling eine Rolle spielt, und meinten, das gehe ja nun gar nicht. (Es ist durchaus eine eigentümliche Ironie des Schicksals, dass die Familie, die im Mittelpunkt des eingangs erwähnten Rechtsstreits steht, ausgerechnet "Wunderlich" heißt -- denn genau so, nämlich als "wunderlich", werden sie zweifellos von vielen Deutschen wahrgenommen.)

Zugleich fällt auf, dass Birnbacher im idea-Spektrum und Kraus in der Tagespost im Wesentlichen dasselbe sagen -- und auch im Wesentlichen dasselbe wie die Leute bei meiner Buchvorstellung und wie so ziemlich jeder Durchschnittsbürger, mit dem man sich an der Wursttheke im Supermarkt über das Thema unterhält. Man kommt sich schon ein bisschen vor wie beim guten alten RTL-"Familienduell": "Wir haben hundert Leute gefragt: Was spricht gegen Homeschooling?" Und voilà, man erhält stets denselben, mäßig bunten Strauß aus Scheinargumenten, Vorurteilen und blanken Unwahrheiten. In der Hauptsache läuft es immer wieder auf dieselben drei Punkte hinaus: Die Schulpflicht sei ein hohes Gut, das "nicht leichtfertig zur Disposition gestellt werden" dürfe (Birnbacher); "qualifizierte Pädagogen" könnten Kinder besser unterrichten als Eltern (lustigerweise sogar dann, wenn diese selbst "qualifizierte Pädagogen" sind!); und last not least würde Homeschooling die Entwicklung von "Parallelgesellschaften" begünstigen und die Kinder zu "Sonderlingen" erziehen.

Natürlich interessiert mich der letztgenannte Punkt hier am meisten, denn tatsächlich ist die Entwicklung von "Parallelgesellschaften" ja genau das, worauf die Benedikt-Option abzielt, und dass dieser Begriff in der öffentlichen Debatte in Deutschland so extrem negativ besetzt ist, stellt ein wesentliches Akzeptanzproblem für dieses Konzept dar. Sagen wir trotzdem erst mal noch ein paar Worte zu den beiden anderen Punkten.

Josef Kraus erklärt in der Tagespost, die Schulpflicht sei "eine großartige pädagogische und vor allem eine große soziale Errungenschaft"; Jörg Birnbacher nennt sie im idea Spektrum sogar "ein hohes demokratisches [!] Gut". Na klar, deshalb gibt es sie in dieser strikten Form ja auch nur in Deutschland und vielleicht noch in Nordkorea, nicht wahr? -- Im Ernst: Für Demokratien ist es normalerweise eher typisch, dass es in ihnen eine Bildungs- bzw. Unterrichtspflicht gibt, zu deren Erfüllung aber nicht zwingend der Besuch einer Schule vorgeschrieben ist. Der Versuch, die Schulpflicht mit dem Hinweis darauf zu rechtfertigen, dass man "[e]rst durch solide Bildung [...] zum mündigen Bürger" werde (Kraus), wirkt vollends tragikomisch, wenn man bedenkt, dass die verbindliche gesetzliche Regelung der Schulpflicht, wie sie bis heute in Deutschland gilt, 1938 von den Nazis geschaffen wurde. Ja, echt

Bezüglich der fachlichen und pädagogischen Kompetenz von Lehrern hat vermutlich jeder so seine eigenen Erfahrungen, wobei ich sagen muss, dass ich mit meinen Lehrern - zumindest auf dem Gymnasium - noch überwiegend Glück hatte, wenn ich meine Erinnerungen an die Schule mal mit denen einiger Freunde und Bekannter abgleiche. Dennoch reagiere ich auf dieses Argument empfindlich, nicht zuletzt deshalb, weil es heutzutage ja zunehmend auch schon zugunsten der KiTa-Erziehung vorgebracht wird: Professionell geschultes Potential könne die Kinder viel besser "fördern" als die eigenen Eltern. Und dann behauptet Ex-Lehrerverbands-Präsident Kraus allen Ernstes, der Umstand, dass Homeschooling sich in den USA wachsender Beliebtheit erfreue, rühre nicht zuletzt daher, dass "das öffentliche Schulwesen dort in einem oft desaströsen Zustand" sei. Also bitte: Wenn der gute Mann wirklich meint, um dysfunktionale Schulen zu sehen zu bekommen, müsse man erst mal über den großen Teich reisen, dann war er wohl noch nie in Berlin. Der Annahme, Hausunterricht könne nicht dieselbe fachliche und pädagogische Qualität erreichen, wie sie an öffentlichen Schulen gegeben sei, widerspricht Andreas Thonhauser entschieden. Im Gegenteil - so fasst die Tagespost seine Ausführungen zusammen - "können die besonderen Fähigkeiten der Schüler besser beim Homeschooling entwickelt werden": "Je individualisierter [...] der Unterricht gestaltet ist, je stärker die Lehrperson auf den einzelnen Schüler, seine Stärken und Schwächen eingeht, desto eher findet eine optimale Förderung statt." Auch auf das Lerntempo könne man "beim Homeschooling besser eingehen, und der Lernfortschritt kann regelmäßig überprüft werden".

Bleibt also noch der "soziale Aspekt". Da frage ich mich immer - zumal man sich dieselben "Argumente" ja inzwischen auch schon anhören darf, wenn man sein Kleinkind nicht in die KiTa gehen lassen will -, was diejenigen, die gegen häusliche Erziehung polemisieren, sich eigentlich vorstellen: Ob die ernsthaft denken, Eltern würden ihre Kinder in der Besenkammer aufbewahren, wenn man sie ließe. Josef Kraus stellt es sich jedenfalls anscheinend so vor:
"Solche Kinder erleben nicht, was ein Skikurs, eine Studienfahrt mit einer ganzen Klasse oder was eine gemeinsame Theateraufführung, ein sportlicher Wettstreit [...] bedeuten. Sie erfahren nie, was es heißt, sich mit einer Gruppe zusammengemixter Alterskameraden zu einem schulischen Projektauftrag zusammenraufen zu müssen." 
Völliger Quatsch, widerspricht Andreas Thonhauser:
"Dass der Unterricht nämlich ausschließlich zu Hause stattfindet, stimmt für die meisten Homeschooler nicht. Vielmehr wird das gesamte Umfeld eines Kindes in den Unterricht einbezogen: von Eltern über Freunde, außenstehende Experten, Museen, technische Anlagen, Reisen, Veranstaltungen, Konzerte, Vernissagen, Sport, bis hin zu religiösem Programm." 
Ja, aber die Parallelgesellschaften! In den USA, so meint Josef Kraus, sei das Homeschooling "auch zum Spielfeld fundamentalistischer und sektiererischer Eltern geworden":
"Das könnte […] auch in Deutschland kommen. Eine der führenden Gruppen in den USA sind etwa die Kreationisten, die nicht wollen, dass ihre Kinder in der Schule mit der Lehre der Evolution konfrontiert werden." 
Also, zunächst mal, lieber Herr Kraus: Kreationisten sind keine Gruppe. Kreationismus ist zunächst einmal eine Theorie über die Entstehung der Welt, und auch wenn diese in bestimmten Glaubensgemeinschaften verbreiteter ist als außerhalb dieser (und in manchen "fundamentalistischen" Konfessionen sogar verbindliche Glaubenslehre sein mag), ist sie an und für sich nicht mit einer bestimmten Glaubensrichtung deckungsgleich. Ich gehe davon aus, dass Herr Kraus das durchaus weiß und mit seiner Formulierung nur Sektenängste schüren will. Und dann spricht er auch noch den Elefanten im Raum an -- oder, wenn man so will, die Lieblingsangst des deutschen (Spieß-)Bürgers: die Angst vor dem Islam
"Im übrigen darf man nicht übersehen, welche Folgen die Zulassung von Homeschooling gerade in Populationen mit Migrationshintergrund hätte. [...] Wer Homeschooling zulässt, müsste als Alternative zum staatlichen beziehungsweise zum staatlich anerkannten oder staatlich genehmigten Schulwesen sogar privat organisierte Koranschulen zulassen." 
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich dem Herrn Kraus Respekt für so viel Chuzpe zollen oder einmal mehr indigniert den Kopf darüber schütteln sollte, dass diese Strategie bei so vielen Christen verfängt. Dass sie sich durch das Schreckgespenst fundamentalistisch-islamischer Parallelgesellschaften dazu verleiten lassen, sich eine im Kern säkularistisch motivierte Islamkritik zu eigen zu machen, ohne dabei zu merken, dass man mit exakt denselben Argumenten auch gegen sie selbst vorgehen könnte. Anstatt mal auf die Idee zu kommen, dass man von den Fähigkeiten der Muslime, quasi "in Feindesland" Parallelgesellschaften aufzubauen, etwas lernen könnte. Aber da sehe ich wieder die Gesprächsrunde vom vorletzten Freitag vor mir. "Radikal" sein, sich von der Mehrheitsgesellschaft abgrenzen, das will man ja nicht. Das muss dieser typisch deutsche Hang zum Konformismus (manche sagen auch "Herdenmentalität" dazu) sein, der die Mehrheit der Deutschen stets dazu befähigt hat, sich unter den unterschiedlichsten politischen Systemen mit der jeweils herrschenden Ideologie nicht nur zu arrangieren, sondern sogar zu identifizieren. Als gefährlich, bedrohlich wurde und wird immer nur der angesehen, der anders ist -- der nicht mitmacht, nicht nach den Regeln spielt. Wenn also jemand - wie Andreas Thonhauser in der Tagespost argumentiert - im Homeschooling eine Möglichkeit sieht, sich ein Stück "Freiheit gegenüber dem Staat" und gegenüber ideologischer Beeinflussung durch diesen - "wie beim Sexualkundeunterricht" - zu bewahren, dann ist das dem Durchschnittsdeutschen von vornherein suspekt. 

-- Nebenbei bemerkt: Dass ich persönlich mit dieser Angst vor Parallelgesellschaften nichts anfangen kann, hat sicherlich auch damit zu tun, dass ich selbst in einer Parallelgesellschaft aufgewachsen bin -- und das, obwohl ich von der ersten Klasse an ausschließlich öffentliche Schulen besucht habe. (Dazu - also über die Parallelgesellschaft, in der ich aufgewachsen bin - wird es hier demnächst mehr zu lesen geben, denn ich habe gerade von einem Leser ein Buch zugeschickt bekommen, das dieses Thema wieder stark in mein Bewusstsein gerückt hat.) 

Jörg Birnbacher, wie gesagt Schulleiter eines evangelischen Gymnasiums, spricht offenkundig pro domo, wenn er meint, wer "aus christlicher Sicht Vorbehalte gegen staatliche Schulen hege, könne sich für eine Schule in privater Trägerschaft entscheiden, die von engagierten Christen betrieben werde": "Dort erlebten Kinder ein Umfeld, das dem biblischen Menschenbild entspreche, und sie erhielten gleichzeitig eine überdurchschnittlich gute Ausbildung." Ich sag mal so: Da habe ich von Leuten, die solche Schulen aus eigener Erfahrung kennen, aber auch schon ganz andere Einschätzungen gehört. Und selbst wenn man einräumt, dass es durchaus gute christliche Bekenntnisschulen geben mag, muss man da halt auch erst mal einen Platz bekommen. Josef Kraus gibt derweil zu bedenken, dass es, um einem Kind eine wirklich umfassende Bildung zu ermöglichen, "schon eines verwandtschaftlichen oder nachbarschaftlichen Netzwerkes" bedürfe, "das schier der regulären Gründung einer Privatschule gleichkäme". --- 

--- Ja, eben! Verwandtschaftliche und nachbarschaftliche Netzwerke, genau das wäre der BenOp-Ansatz -- das wäre das, was Rod Dreher in seinem Buch als "Die Idee eines christlichen Dorfes" bezeichnet. Und wenn man das dann als "regelrechte Privatschule" deklariert, dann hätte Kraus nichts mehr dagegen? Na wie schön. Der Haken dabei ist natürlich, dass es in Deutschland gar nicht so einfach ist, die Gründung einer Privatschule genehmigt zu bekommen, und dass auch Privatschulen nicht frei von staatlicher Einflussnahme auf ihr Unterrichtskonzept sind. Da gab es gerade erst so einen Fall, wo eine evangelische Privatschule ein Konzept entwickelt hatte, bei dem die Schüler überwiegend "zu Hause, also 'im natürlichen Lebensumfeld' lernen" sollten, "mit Unterstützung einer Internetplattform. Richtig [!] in die Schule gehen sollten sie nur einmal pro Woche." Und dies wurde der Schule untersagt. Begründet wurde die Ablehnung dieses Unterrichtskonzepts damit, dass "ein einziger gemeinsamer Schultag pro Woche [nicht] zum Erreichen der staatlichen Erziehungsziele reiche. Der Trend gehe eher hin zur Ganztagsschule, also zu mehr gemeinsamem Unterricht".

"Staatliche Erziehungsziele". Wenn ich so etwas schon höre. "Lufthoheit über den Kinderbetten". Alles im Interesse der Demokratie, versteht sich. Im Grundgesetz steht zwar, dass die Erziehung der Kinder das natürliche Recht der Eltern sei und dass der Staat dieses Recht zu schützen habe; aber das fällt heutzutage wohl unter "Verfassungspoesie"

Immerhin: In Bremen gab es 26 Jahre lang (und bis vor gar nicht so langer Zeit) eine "illegale", von Eltern in Eigenregie betriebene Grundschule. Das ging deshalb so lange gut, weil schlichtweg niemand gemerkt hat, dass diese Schule nicht genehmigt war. Ich würde mal sagen, das Beispiel lässt hoffen...  



Kommentare:

  1. Gabs nicht mal eine Freie Schule in der Ufa-Fabrik?
    Im übrigen - hier noch mal öffentlich: Ich kann Deutsch und Latein (Erfahrung als Nachhilfelehrerin) und traue mir zu, auch andere Sachen zu lehren.
    Und ich bin nicht begeistert davon, diesem Staat irgendwelche Kinder als Versuchskaninchen für eine Schöne Neue Welt zu überlassen.

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  2. Besteht Interesse an einem (hoffentlich) differenzierten Kommentar dazu?

    Keine Angst: der käme eh erst etwas später.

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    1. Nur zu! (Im Zweifel muss ich ja nicht darauf eingehen... ;) )

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  3. Danke, prima Beitrag!
    Geholfen für mein Verständnis zu dem Thema haben mir die Artikel von Hanniel Strebel aus Zürich - sehr zu empfehlen:
    https://hanniel.ch/tag/home-education/

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  4. Ich kenne etliche positive Beispiele für gelungene Homeschooling aus den USA, stehe aber recht leidenschaftlos zum Thema in Deutschland, da die Schulbildung einfach qualitativ viel, viel besser ist (auch wenn alle altgedienten Lehrer mir immer wieder sagen, wie sehr das Niveau gesunken ist). Ich gebe als Erste zu, dass die konfessionelle Schule, an der ich arbeite, nur im entfernten Sinne als eine christliche Schule beschrieben werden kann, aber das sieht schon an anderen Schulen in Berlin schon anders aus. Meine Frage ist, was am bestehenden Angebot denn fehlt? Ich denke, eine Stärkung des Lebens und die Bildung in den Gemeinden ist die wichtigere Baustelle. Wenn die Pädagogik der sexuellen Vielfalt in die christlichen Schulen Einzug hält, wie Rod Dreher neulich über Spanien schrieb, werde ich wohl meine Meinung revidieren müssen, aber ich sehe noch keine Anzeichen dafür.

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  5. sehr guter Artikel, danke für deinen Einsatz in solchen Themen!

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