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Samstag, 5. August 2017

Der letzte Feind ist der Tod

Die neuen Kirchenstatistiken sind da - eigentlich sogar schon seit gut zwei Wochen, aber ich bin in Urlaub und hatte bislang nicht genug Langeweile, um mich damit auseinanderzusetzen. Jetzt muss es aber doch sein - nicht aus Langeweile, sondern weil das Thema sonst irgendwann alt und runzlig wird. 

Glücklicherweise bin ich nicht in einer Position, in der ich die Zahlen und ihre Bedeutung für die Kirche auf Biegen und Brechen schönreden müsste - wie z.B. der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer SJ, es versucht. Vermutlich muss man schon froh darüber sein, dass keiner von den offiziellen Kirchenvertretern sich zu der Stellungnahme hinreißen lässt "So what, die Kirchensteuereinnahmen sind gestiegen, also läuft der Laden doch!". (Wobei man das immerhin erfrischend ehrlich finden könnte.) Wenn aber der Umstand, dass die Zahl der Kirchenaustritte 2016 etwas geringer ausgefallen ist als in den Jahren zuvor, als eine positive Entwicklung verkauft wird, dann weiß ich nicht so genau, ob ich darüber lachen oder weinen soll. Von einem Rückgang der Kirchenaustrittszahlen zu sprechen, ist im Grunde Augenwischerei - schließlich fängt man nicht jedes Jahr wieder bei Null an, sondern die Kirchenaustritte des letzten Jahres addieren sich zu den früheren dazu. Das ist eigentlich selbstverständlich, aber anscheinend muss es doch mal betont werden. 

Symbolbild; Quelle hier
Allerdings muss ich gestehen: Die Austrittszahlen an und für sich beunruhigen und bekümmern mich nicht. Ich bin im Gegenteil eher überrascht, dass immer noch so viele Leute nicht aus der Kirche ausgetreten sind. Und, man verzeihe es mir: Ich würde das noch nicht einmal unbedingt als positive Überraschung bezeichnen. 

Wenn jemand aus der Katholischen Kirche austritt, kann man in den allermeisten Fällen wohl davon ausgehen, dass er den sakramentalen Charakter der Kirche nicht so richtig verinnerlicht hat oder schlicht nicht daran glaubt. Das dürfte allerdings auf nicht gerade wenige Menschen, die weiterhin Kirchenmitglieder sind, ebenso zutreffen. Wenn die sich schließlich einmal - möglicherweise in Abstimmung mit ihrem Steuerberater - hinsetzen und eine nüchterne Kosten-Nutzen-Analyse vornehmen, und wenn sie dabei zu dem Ergebnis kommen, dass die Mitgliedschaft in der Kirche sich für sie schlicht nicht lohnt - dann ist es absolut vernünftig und konsequent, wenn sie austreten. 

Man könnte sogar die These wagen, die Austritte seien gut für die Kirche. Warum? Na ja: Das ist wie mit einer Büffelherde. Die kann sich insgesamt auch nur so schnell fortbewegen wie die schwächsten, also langsamsten Tiere der Herde. Wird die Herde nun von Raubtieren angegriffen, versucht sie zu fliehen - und wer fällt den Fressfeinden als erstes zum Opfer? Die schwächsten, also langsamsten Tiere. Was ist das Ergebnis? Die Büffelherde insgesamt wird schneller

[Hinweis an meine Leser: Sämtliche denkbaren Kommentare des Inhalts, besonders christlich sei das ja nun wohl nicht, die schwächsten Glieder opfern zu wollen, um die allgemeine Performance zu verbessern, habe ich mir bereits selbst gesagt. Sie müssen also nicht mehr geschrieben werden.] 

Ob das Büffelherdengleichnis allerdings wirklich zutrifft, wird durch mindestens einen Punkt der neuen Kirchenstatistik erheblich in Frage gestellt. Theoretisch wäre es plausibel, anzunehmen, dass durch Kirchenaustritte der Prozentsatz der regelmäßigen Gottesdienstbesucher unter den verbleibenden Kirchenmitgliedern steigt. Denn es ist ja anzunehmen, dass weniger diejenigen aus der Kirche austreten, die bisher regelmäßig jeden Sonntag oder noch öfter zur Messe gegangen sind, sondern eher solche, die schon länger nicht mehr da waren. Tatsächlich ist jedoch ein weiterer Rückgang der Gottesdienstbesucherzahlen zu beobachten, nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch prozentual. Woran liegt das? 

Es liegt, ganz schlicht und hart gesagt, daran, dass Leute sterben

Die Todesfälle bilden denjenigen Posten in der Statistik, den man leicht übersieht und über den kaum geredet wird. Dabei handelt es sich um eine durchaus signifikante Größe: Im Jahr 2016 war die Zahl der katholischen Bestattungen in Deutschland (243.323) um rund 50% höher als die der Austritte aus der Katholischen Kirche (162.093). Bedenkt man, dass auch die Zahl der Taufen (171.531) die Zahl der Austritte übertrifft und dann ja auch noch, wenn auch in eher bescheidenem Ausmaß, Neu- und Wiedereintritte hinzukommen, dann heißt das, die Gesamtzahl der Kirchenmitglieder schrumpft nicht durch die Austritte, sondern sie schrumpft dadurch, dass Leute sterben. Wenn pro Jahr die Zahl der Beerdigungen um 70.000 höher liegt als die der Taufen, schrumpft die Kirche auf natürlichem Wege, auch ohne Austritte.

Das ist ein Schrumpfungsprozess, auf den man sich langfristig einstellen und den man in Strukturplanungen berücksichtigen kann. Aber - ich deutete es bereits an - wenn bei insgesamt schrumpfenden Mitgliederzahlen der sonntägliche Gottesdienstbesuch nicht nur absolut, sondern auch prozentual zurückgeht, dann hat das - wenn wir mal Einzelfälle, nämlich Leute, die aus individuellen persönlichen Gründen nicht mehr in die Kirche gehen, obwohl sie es früher regelmäßig getan haben, großzügig außen vor lassen - offensichtlich damit zu tun, dass überdurchschnittlich viele regelmäßige Kirchgänger sterben (oder so gebrechlich werden, dass sie es nicht mehr in den Gottesdienst schaffen). Noch schlichter ausgedrückt, es hat mit der Altersstruktur der Gottesdienstbesucher zu tun - von der man sich in jeder durchschnittlichen Pfarrkirche an jedem durchschnittlichen Sonntag unschwer selbst ein Bild machen kann. Und wenn die Alten sterben, hinterlassen sie in der Kirche eine Lücke, die von den Jungen nicht wieder gefüllt wird. Weil offenkundig unter den jüngeren Kirchenmitgliedern die persönliche und aktive Bindung an die Kirche im Durchschnitt deutlich weniger ausgeprägt ist. Das ist ein Problem, das der Kirche erheblich mehr Sorge bereiten sollte als die Zahl der Austritte.

Man kann diese Feststellung noch weiter präzisieren, wenn man die einzelnen Posten der Kirchenstatistik mal auf eine eher unkonventionelle Art zueinander in Beziehung setzt. So stehen anno 2016 in ganz Deutschland 2,4 Millionen katholische Gottesdienstbesucher einer Zahl von 176.297 Erstkommunionkindern und 149.796 Firmlingen gegenüber. Wenn ich sage, sie "stehen ihnen gegenüber", nehme ich im Grunde schon die Pointe vorweg. Denn: Würde man davon ausgehen, dass Erstkommunionkinder und Firmlinge nicht nur an "ihrem großen Tag" an der Heiligen Messe teilnehmen, sondern auch sonst - wenn sie also in der Zahl von 2,4 Millionen Messbesuchern enthalten wären -, dann müsste durchschnittlich jeder 7. bis 8. Messbesucher entweder ein Erstkommunionkind oder ein Firmling sein. Hand auf's Herz, lieber Leser: Wenn du dich sonntags in deiner Kirche mal so umschaust - kann das stimmen?

Im Ernst: Wie solche Zahlen tatsächlich zustande kommen, ist natürlich kein Geheimnis. Unter den immerhin noch knapp 23,6 Millionen Katholiken in Deutschland gibt es viele, die die Rituale, die die Kirche für verschiedene Lebensabschnitte anbietet - also etwa Taufe, Erstkommunion, Firmung, Trauung und schließlich Beerdigung - durchaus schätzen und für sich und ihre Kinder gern in Anspruch nehmen, sich außerhalb solcher besonderer Anlässe aber kaum mal in die Kirche verirren, oder allenfalls zu Ostern u./o. Weihnachten. Für die Kirche ist diese Zielgruppe eine Belastung, aber vergraulen will man sie natürlich auch nicht. Im Gegenteil lautet die Frage eher (oder sollte sie lauten), ob und wie man solche Gelegenheiten, bei denen eher kirchenferne Katholiken eben doch mal in die Kirche kommen, nutzen könnte, um bei ihnen ein Interesse zu wecken, eventuell doch mal öfter 'reinzuschauen.

Beim Anteil der regelmäßigen Gottesdienstteilnehmer an der Gesamtzahl der Katholiken gibt es übrigens erhebliche regionale Unterschiede; und dabei fällt es auf, dass die Messbesuchsquote im Osten am besten ist. Ganz vorn liegt das Bistum Görlitz mit 19,3%, gefolgt von Erfurt mit 17,9% und Dresden-Meißen mit 16,5%. Erst an vierter Stelle folgt das beste westdeutsche Bistum, nämlich Regensburg mit 15,6%. Und wo ist der Gottesdienstbesuch am schwächsten? In den Bistümern Aachen und Hildesheim (je 7,8%), gefolgt von Speyer (8,0%),Trier (8,3%) und Essen (8,5%). Woran das wohl liegen mag!? Ich hätte da durchaus die eine oder andere Vermutung, aber mir scheint, es könnte nicht schaden, das mal systematisch zu untersuchen.

Übrigens hat das Bistum Essen seine Statistiken für das Jahr 2016 in eine schicke Infografik verpackt und diese auf Facebook verbreitet. Die dort präsentierten Zahlen offenbaren weitere interessante Details. Zum Beispiel, dass durchschnittlich etwa jeder sechste Katholik im Ruhrbistum Mitglied in einem katholischen Verband ist, aber, wie oben bereits festgestellt, nur etwa jeder zwölfte regelmäßig zum Gottesdienst erscheint. Nun dürfte die Zahl der Verbandsmitglieder zwar wohl noch um Doppelmitgliedschaften und automatische Mitgliedschaften zu bereinigen sein, aber dass die Verbände mindestens zur Hälfte aus Leuten bestehen, die nicht regelmäßig in die Kirche gehen, dürfte wohl trotzdem stimmen. Eine naheliegende Folge ist, dass auch das Bild der Katholischen Kirche in der Öffentlichkeit zu einem wesentlichen Teil von Leuten bestimmt wird, denen bei all ihrem vielfältigen gesellschaftlichen Engagement das Verständnis dafür abgeht, dass Gebet, Hören auf Gottes Wort und Empfang der Sakramente das eigentliche Zentrum und die Kraftquelle christlichen Lebens sind. Das ist ein Problem.

Festzuhalten bleibt: Die Kirche in Deutschland hat Millionen von praktisch inaktiven oder nur gelegentlich aktiven Mitgliedern. Diese, oder jedenfalls einige von diesen, wieder zu aktivieren und weitere Mitglieder hinzuzugewinnen - was ja, wie die Zahlen der Neu- und Wiedereintritte beweisen, immerhin möglich ist (wenngleich da definitiv noch viel Luft nach oben ist) -, ist eine Aufgabe, die man Neuevangelisierung nennt. Und ich möchte behaupten, aus dem oben Gesagten wird unmissverständlich deutlich, dass dies eine erheblich wichtigere Aufgabe für die Kirche ist, als sich darum zu bemühen, die Austrittszahlen möglichst niedrig zu halten. Aber machen wir uns nichts vor: Strukturelle Maßnahmen auf der Ebene der Bistümer oder sogar der Bischofskonferenz mögen die Neuevangelisierung fördern oder eher behindern, aber geleistet werden muss diese Arbeit so oder so an der Basis. -- Und wo soll man da ansetzen? Ein altgedienter Gemeindepfarrer aus dem Ostteil Berlins meint: Bei den jungen Erwachsenen. Die Generation zwischen diesen und den Senioren hat man weitgehend verloren; aber aus jungen Erwachsenen werden Familien, das heißt: Wenn man die jungen Erwachsenen wieder in die Kirche kriegt, dann kriegt man früher oder später auch wieder Kinder in die Kirche. Skeptiker mögen diesen Ansatz etwas übersimplifiziert finden, aber in der Gemeinde des erwähnten Pfarrers funktioniert er: Im dortigen, sehr aktiven "Kreis junger Erwachsener" sind aktuell drei Frauen schwanger.

In anderen Pfarreien mögen, je nach der in ihrem Einzugsbereich vorherrschenden Alters- und Sozialstruktur, andere Strategien vonnöten sein. In Tegel versuchen meine Liebste und ich mit dem "Mittwochsklub", Menschen ganz unterschiedlicher Altersgruppen und aus unterschiedlichen "backgrounds" buchstäblich an einen Tisch zu bringen. Aber weit mehr als irgendwelche marketingtechnisch ausgefuchsten, zielgruppenorientierten Strategien benötigt die Neuevangelisierung das persönliche Zeugnis des Einzelnen. Da gibt es viel zu tun - und da wäre es gut, auch die Alten einzubeziehen. Solange sie noch da sind.



Kommentare:

  1. >>Das ist eigentlich selbstverständlich, aber anscheinend muss es doch mal betont werden.

    Sicher - aber auch wenn erst die zweite Ableitung positiv ist wie hier oder von mir aus sogar nur die dritte ("die Rate, mit der die Austrittszahlen Jahr für Jahr ansteigen, ist immerhin gesunken") ist immerhin auch das eine Art Fortschritt.

    (Und ja, ich geb zu, ich wollte unter anderem diese Diskussion mit dem Begriff "Ableitung" anreichern...)

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  2. Bei der Aussage "Allerdings muss ich gestehen: Die Austrittszahlen an und für sich beunruhigen und bekümmern mich nicht" würde ich so ein bisschen Einspruch erheben. Klar, die Begründung, dass es eigentlich vernünftig ist, wenn jemand, der nicht mehr gläubig ist, austritt, stimmt natürlich, aber: Schade ist es trotzdem, und zwar einfach aus dem Grund, dass da noch eine Restbindung an die Kirche verlorengeht, für denjenigen selbst und dann auch für die folgenden Generationen. Wenn Leute austreten, dann haben auch ihre Kinder keinen Religionsunterricht mehr und keine Erstkommunion und keine Firmung und kriegen damit einfach überhaupt nichts mehr vom Gemeindeleben und dem Glauben mit; da fehlen die Anknüpfungspunkte, um das Interesse zu wecken, über die Sie ja weiter unten auch schreiben. Ich meine, es ist ja auch eine Tatsache, dass die Leute oft genug nicht deshalb nicht katholisch sind, weil sie sich nach langem Nachdenken gegen den Katholizismus entschieden haben, sondern weil sie einfach keine Ahnung von ihm haben. Deshalb finde ich, dass man die Austrittszahlen schon irgendwie bedauern kann, auch wenn sie nicht gerade überraschend und auch nicht der Weltuntergang sind.

    - Crescentia.

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    1. Das ist sicher ein bedenkenswerter Einwand. Ich neige allerdings zu der Ansicht, dass die Leute, die (noch) eine "Restbindung" an die Kirche haben, obwohl sie ihren Glauben in wesentlichen Punkten nicht (mehr) teilen, auch ein Problem für die Kirche darstellen können. Jedenfalls dann, wenn das Bestreben, diese Leute möglichst nicht zu verprellen, dazu führt, dass die Glaubensverkündigung verwässert und das Zeugnis der Kirche geschwächt wird. Das ist dann, mit aller Vorsicht gesagt, tatsächlich ein bisschen so wie in dem Beispiel mit der Büffelherde.

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    2. Ja, Sie haben recht, man sieht ja deutlich in den Gebieten der ehemaligen DDR, dass eine "kirchenlose" Generation dazu führt, dass die folgenden Generation mit dem "Vokabular", den Inhalten, den Anliegen der Kirche(n) schlicht nichts mehr anfangen können. Ich fürchte, das lässt sich im großen Stil nicht mehr rückgängig machen und wer immer Neuevangelisation betreibt, muss sich im Klaren darüber sein, dass er/sie nur Person um Person um Person ansprechen kann, ein extrem mühseliger und langwieriger Prozess.
      Aber wie immer man dazu steht, der Prozess der Schrumpfung wird weiterhin stattfinden, und der Weg in eine entchristlichte Gesellschaft ist unvermeidbar.
      Kleine Anekdote: wenn der kleine Bobo Siebenschläfer*, Held aller Kleinkinder weit und breit, Weihnachten feiert, dann passiert Folgendes:
      - die Familie kommt zusammen
      - es gibt Geschenke
      - es gibt Festessen
      - alle singen falsch "Stille Nacht"

      Das war's - kein Wort zu christlichen Wurzeln und christlicher Bedeutung Weihnachtens in einem Buch, dass doch für sich in Anspruch nimmt, kleinen Kindern altersgerecht und erschöpfend die Welt zu erklären. Christliches Europa - es ist vorbei.

      * Sie kennen Bobo nicht? Sie werden ihn kennenlernen, sobald Ihr Bobbele im Geschichten-Zuhör-Alter ist! Genießen Sie die Zeit bis dahin, nichts ist nerviger als Bobo, insbesondere in der CD-Version.

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    3. Vor Bobo Siebenschläfer bin ich verschont geblieben. Die Kinderserie, die ich damals gehört habe, war durchaus noch zu so Perlen fähig wie hier:

      https://www.youtube.com/watch?v=dcIB2yZKwbs

      (man denke! besinnliche Atmosphäre, geselliges Beisammensein, traditionelle Lieder [!] und Gedichte [!!] und im Mittelpunkt, wo sie hingehört, die Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2 [!!!])

      - das allerdings, nachdem man bereits eine Folge "und das Osterfest" in den Sand gesetzt hatte, bei der man sich nicht genierte, 1. schulfrei 2. Geschenke 3. hab ich vergessen (aber etwas Religiöses war es nicht) als *die* Vorzüge von Ostern (!) zu behaupten und anläßlich eines toten Krokodils die Lehre von der Wiedergeburt vorzutragen; die Hauptfigur sei im früheren Leben Oberstraßenbahnfahrer gewesen... (und ja ich kann die Folge^^ noch fast auswendig^^)

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    4. Und im Zuhöralter gab's "Das Lachkind" mit "Unverhofft kommt oft, sagte Tante Mila" und der genaugenommen beeindruckend tiefsinnigen Geschichte vom Prantocox...

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  3. Offenbarung:

    "Das spricht der Amen, der verlässige und wahrhafte Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: Ich weiß um deine Werke: Du bist weder kalt noch warm. Wärst du doch kalt oder warm! So aber, weil du lau bist und weder warm noch kalt, bin ich daran, die auszuspeien aus meinem Mund.
    Du behauptest: Ich bin reich und zu Reichtum gekommen und brauche nichts, und weißt nicht, dass du der Elende und Erbärmliche bist, und der Notleidende und Blinde und Nackte.
    Ich rate dir: Kaufe von mir in Feuer geläutertes Gold, damit du reich wirst, und weiße Gewänder, damit du dich bekleiden und nicht sichtbar deine beschämende Nacktheit, und Salbe zum Bestreiche deiner Augen, damit du sehend wirst. Die ich liebe weise ich zurecht und züchtige sie. Werde also eifrig und bekehre dich."

    Mehr ist zu der Situation in unserer Kirche eigentlich nicht zu sagen. Gott ist dabei, die Kirche in Deutschland auszuspeien. Arme reiche Kirche.

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    1. Diese Bibelstelle steht übrigens auf der Wikipedia-Seite für "unbeabsichtigte Eisegese", ich darf mal zitieren (scheint mir recht schlüssig argumentiert):

      "Beispiel aus dem Neuen Testament

      In Offenbarung 3,15-16 wird die Gemeinde in Laodizea mit den Worten gerügt:

      'Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärest! Weil du aber lauwarm bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.'
      – Offenbarung 3,15-16 LUT
      Die übliche Deutung lautet: Es wäre besser, gleichgültig, distanziert ('kalt') gegenüber Christus oder aber feurig, engagiert ('heiß') für Christus zu sein.[3] Viele Ausleger sind zwar irritiert, dass Christus ein kaltherziges Tun einer Gemeinde einem halbherzigen ('lauwarmen') vorzieht, gehen aber darüber hinweg. Der historische Kontext legt – zusammen mit dem Bild des Ausspeiens aus dem Mund – eine andere Deutung nahe: Dem wohlhabenden Laodizea mangelte es an eigenem Wasser. Das benötigte Wasser wurde über ein Aquädukt von Kolossai in die Stadt geleitet, wo es lauwarm und reich an Bakterien und Ungeziefer ankam.[4] Es war widerlich und musste gekocht werden. Das Heiß-Sein bezog sich möglicherweise auch auf die heißen Quellen von Hierapolis, die heilende Wirkung hatten.[5]
      Was also die Gemeinde tat ('deine Werke'), war anscheinend wie das ihr zugeleitete reale Wasser: weder erfrischend und wohltuend (sauber) noch durch Hitze gereinigt oder natürlich heiß und heilend; es machte krank.[6]"

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    2. Nachtrag zu letzterem Kommentar:

      Fortgesetzt:

      "Die Eisegese geschieht hier bei der üblichen Deutung der Worte 'kalt' und 'heiß' entsprechend der Metaphorik moderner Sprachen, losgelöst von den damaligen Gegebenheiten."

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  4. "Es wäre besser, gleichgültig, distanziert ('kalt') gegenüber Christus oder aber feurig, engagiert ('heiß') für Christus zu sein."

    Man kann es aber auch unter dem Aspekt der Wahrhaftigkeit sehen, die Jesus von uns Christen verlangt. "Euer Ja sei ein Ja, euer Nein sei ein Nein. Alles andere ist vom Bösen." Ich habe aus einer Übersetzung der heiligen Schrift zitiert, die wir als Kinder im Religionsunterricht benutzt haben. Herausgegeben von den Prof. Hamp, Stenzel und Kürzel im Pattloch Verlag. Dort steht, im Gegensatz zu der von ihnen benutzten Stelle, dass Gott "dabei ist" diese oder jene aus dem Mund auszuspeien. Es besteht wohl also noch Hoffnung. Vielleicht noch diese Frage: Was genau bedeutet Eisegese?

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