Samstag, 30. August 2025

Die 3 K der Woche (40): Kinder, Kirche, Krimi-Spiele

Freunde, ich glaube, so langsam sind wir wieder richtig in Berlin angekommen, nicht nur mit dem Körper, sondern auch mit dem Bewusstsein (das, wie es scheint, "zu Fuß nachkommen" musste). Wir haben eine ereignisreiche Woche hinter uns, die, wie schon vorausgesehen, sehr wesentlich von der Kinderbibelwoche in der EFG The Rock Christuskirche geprägt war; trotzdem gibt es aber auch noch andere Themen. Darum ohne weitere Vorrede hinein ins Vergnügen!


Durch die enge Tür: Sonntagabendmesse in Herz Jesu Tegel 

Wie im vorigen Wochenbriefing bereits angekündigt, gingen wir am 21. Sonntag im Jahreskreis in Herz Jesu Tegel in die Abendmesse, nachdem wir vormittags und bis in den frühen Nachmittag hinein auf einem Reiterhof am Rande einer Kleingartensiedlung in Französisch-Buchholz gewesen waren (wohin ich auf besonderen Wunsch meiner Kinder mitgekommen war, was ich ursprünglich nicht vorgehabt hatte). Die Messe wurde von Pater Brody zelebriert, der uns als umgänglicher Charakter und vor allem als kinderfreundlich bekannt ist; etwas besorgt war ich indes wegen der Predigt, denn in dieser Hinsicht hatte er sich schon ein paarmal als etwas, sagen wir mal, eigenwillig erwiesen, und gerade an diesem Sonntag kamen in der Leseordnung ja notorisch "schwierige" Texte dran. Das hatte sich schon am Nachmittag in einer Facebook-Diskussion niedergeschlagen, die damit begann, dass ein befreundeter "Netzkatholik" berichtete, er habe zum Evangelium dieses Sonntags – Lukas 13,22-30, Von der engen und der verschlossenen Tür – eine Predigt gehört, in der diese "Drohbotschaft" "mit der Begründung für belanglos erklärt" worden sei, "dass Lukas Jesus sowieso nicht gekannt und erst recht kaum verstanden habe"; im weiteren Verlauf hatte ein anderer Diskussionsteilnehmer geurteilt: "Furchtbare Lesungen heute! Von vorne bis hinten! Die Passage aus dem Hebräerbrief gehört rausgeschmissen aus dem Kanon oder wenigstens aus der Leseordnung!" Was dieser Herr gegen die 1. Lesung (Jesaja 66,18-21, die Ankündigung der Verehrung Gottes durch alle Nationen) auszusetzen hatte, blieb unklar, aber sein Unmut über die 2. Lesung (Hebräer 12,5-7.11-13, Die Zucht des Herrn) rührte offenkundig daher, was dort über die Züchtigung von Kindern gesagt wird. Diese Bibelstelle vertrete "ein unchristliches Menschenbild, das unendlich viel Leid in der Kirche erzeugt hat", äußerte er. Nun ist es zwar – worauf auch der Urheber dieser Facebook-Diskussion hinwies – wohl etwas abenteuerlich, sich einzubilden, man könne besser beurteilen, was christlich sei und was nicht, als die Verfasser des Neuen Testaments es konnten, aber man muss wohl zugeben, dass man diese Vorstellung heutzutage nicht so ganz selten antrifft – gerade innerhalb des Funktionärsapparats der Kirche: Der hier zitierte Diskussionsteilnehmer ist, wie ich allerdings erst im Nachhinein herausfand, Direktor der Katholischen Akademie im Bistum Limburg. Keine weiteren Fragen. 

Kommen wir lieber mal zur Sonntagabendmesse in Herz Jesu Tegel: Hier begannen die Ärgernisse tatsächlich schon deutlich vor der Predigt. Dabei ging es gar nicht so schlecht los: Dass Pater Brody in der Überleitung von der Begrüßung zum Kyrie sagte "Wir werden in der 1. Lesung gleich hören, dass Gott die Taten und auch die Gedanken der Völker kennt. Er muss sie aber nicht unbedingt gutheißen. Unsere Taten und Gedanken sind vielleicht auch nicht immer in einer Linie mit denen Gottes", ließ jedenfalls nicht erahnen, was uns noch bevorstand. Dass er in einer frei formulierten Kyrie-Litanei die Message des Tagesevangeliums in den Worten zusammenfasste "Heiliger Christus, du hast den Deinen gesagt, deinen Freunden: Wer zu mir kommen will, muss sich schon ein wenig anstrengen", fand ich von der Formulierung her etwas lahm, aber richtig arg wurde es erst vor der 2. Lesung, denn dieser schickte der Zelebrant einen regelrechten Warnhinweis voraus: "Ich lasse sie lesen, weil sie eben im Programm steht", bekannte er, fügte jedoch hinzu: "Mit dem ersten Teil kann man nicht mehr übereinstimmen, er ist aus der Zeit gefallen; er war damals aktuell, als der Brief geschrieben wurde – heute nicht mehr. [...] Es geht [...] um körperliche Züchtigung, um das Schlagen von Kindern. Das wollen wir nicht." – Ich sag mal so: Wenn man der Meinung ist, es sei sinnvoll oder sogar notwendig, der anwesenden Gemeinde zu erklären, sie sollten diese Lesung nicht als Rechtfertigung oder gar Aufforderung verstehen, ihre Kinder zu schlagen (und manch einer wird sich vielleicht noch erinnern, was für ein Shitstorm über Papst Franziskus hereinbrach, als er Anfang 2015 in einer Generalaudienz lobend über einen Vater sprach, der seine Kinder schlägt, "aber nicht ins Gesicht"), dann wäre dafür doch wohl die Predigt der geeignete Ort. Der Lesung geradezu einen Disclaimer voranzustellen, verträgt sich hingegen schwerlich mit dem gebotenen Respekt vor der Heiligen Schrift, und dabei mit so fragwürdigen Kategorien wie "aus der Zeit gefallen" zu argumentieren, öffnet einem verderblichen historischen Relativismus Tür und Tor. – Übrigens erwähnte Pater Brody, er habe, "als die Lesung vor drei Jahren in St. Joseph im Wedding gelesen wurde" bei dem Vers Denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt?" "aufgezeigt und laut 'JA' gesagt". Da möchte ich dann doch mal die Frage in den Raum stellen, ob jemand, der so etwas macht und noch Jahre später stolz davon erzählt, wirklich die nötige charakterliche Reife besitzt, um Seelsorger zu sein. 

Das war aber noch nicht alles: Als der Zelebrant nach dem Halleluja-Ruf nicht etwa ans Ambo trat, sondern sich ein Handmikrofon griff und die Gemeinde jovial aufforderte, sich zu setzen, dachte ich einen Moment lang, er habe vergessen, das Evangelium vorzutragen, und wolle jetzt direkt zur Predigt übergehen; was er jedoch tatsächlich im Sinn hatte, war, dem Evangelium eine Art Quiz voranzustellen, bei dem die beiden Ministranten als Kandidaten herhalten mussten. Die eigentliche Predigt war dann kaum der Rede wert, sie war gerade mal drei Minuten lang und wirkte trotzdem langatmig und redundant; zu einem vertieften Verständnis des Evangeliums trug sie jedenfalls nicht bei. Die abschließenden Sätze lauteten: "Jeder, der gerettet werden will, kann gerettet werden; und ich hoffe, ihr alle wollt." 

Übrigens bin ich annähernd sicher, dass Pater Brody im Credo, an der Stelle, an der der Glaube an die heilige katholische Kirche bekannt wird, statt "heilige" ein anderes Wort sagte, das allerdings über die Stimmen der Gemeinde (einschließlich meiner eigenen) hinweg nicht zu verstehen war. Das Hochgebet, das er verwendete, wirkte auf mich zunächst recht selbstgestrickt, aber wie ich später herausfand, war es mit nur geringen Abweichungen dem Direktorium für Kindermessen entnommen. Das sagt ja auch schon etwas aus. – Alles in allem muss man sagen, dass "Man kann ja ruhig mal in Tegel in die Abendmesse gehen" wohl keine so gute Idee war; aber vielleicht wird uns das ja aufs Fegefeuer angerechnet...


Foodsaving-Kindergeburtstag 

Am Montag feierte eine der liebsten Schulfreundinnen unseres Tochterkindes (aus dem "Club der Unglaublichen", wie sie sich nennen – ich erwähnte es schon mal) ihren Geburtstag, und zwar im Garten ihrer Oma. Ein gelungenes Anschauungsbeispiel dafür, dass ein Kindergeburtstag auch heutzutage noch nicht unbedingt ein perfekt durchgestyles und –organisiertes Event sein muss, auch wenn es manchmal den Anschein haben mag. Die Kinder brauchen das eigentlich gar nicht, die haben auch so ihren Spaß. Natürlich ist es von Vorteil, wenn der Geburtstag in die Sommermonate fällt und man einen Garten hat, aber wir haben auch schon mal im Oktober auf einem Spielplatz Kindergeburtstag gefeiert. 


Nachdem in meinem vorigen Wochenbriefing der Abschnitt über den Schnitzelrekord in der Malzfabrik irritierte Reaktionen ausgelöst hat (zwar nur bei einem einzelnen Leser, aber ich stelle mir ja gern vor, dass hinter jedem Leser, der einen Kommentar schreibt, eine unbestimmte Zahl anderer Leser steht, die keinen Kommentar schreiben), möchte ich es nicht unterlassen, zu erwähnen, dass das Buffet bei diesem Kindergeburtstag ganz oder teilweise vom Foodsaving stammte; das umfasste Hotdog-Zutaten aus einem namhaften schwedischen Einrichtungshaus, Donuts mit Topping, aber z.B. auch Frischkäse-Dips mit am selben Tag oder einen Tag zuvor abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum. Und? War alles lecker. 


Die Mutter des Geburtstagskindes, eine engagierte Foodsaverin, die uns auch sonst schon mal Brot oder Obst mitgebracht hat, würde ich übrigens nicht direkt als linksradikal bezeichnen; in manchen Punkten würde ich ihre Anschauungen sogar eher als konservativer einschätzen als meine eigenen oder die meiner Liebsten. – Zu den Geburtstagsgästen zählten ein weiteres Mitglied des "Clubs der Unglaublichen" (die vierte Bunde war noch in Urlaub, Fußballcamp oder sowas) und noch zwei Mädchen aus der Schule unserer Tochter, außerdem einige Kinder, die entweder zum erweiterten Familienkreis gehörten oder das Geburtstagskind noch aus der KiTa kannten. Zu den letzteren gehörte ein Geschwisterpaar, bei dem ich Stein und Bein geschworen hätte, beide Kinder wären Jungs, aber laut Auskunft der Eltern waren es beides Mädchen. Da könnte man nun auch wieder eine Gender- oder Transgender-Debatte dran aufhängen, aber muss vielleicht nicht unbedingt sein. – Was jedenfalls die neulich in einem Kommentar zum Schnitzelevent aufgeworfene Frage angeht, ob ich mich "denn in diesem linksalternative[n] Milieu so sauwohl" fühle, kann ich angesichts dieser Geburtstagsfeier einmal mehr feststellen: doch, ja, im Großen und Ganzen schon. Sehr viel wohler jedenfalls als in einem dezidiert "bürgerlich-konservativen" Milieu. Und ich finde, gerade diejenigen Glaubensgeschwister, die sich selbst in "linksalternativen" Kreisen unwohl fühlen würden, könnten sich ruhig mal darüber freuen, dass ich da hingehe; denn dass da überhaupt keine Christen hinkämen, können ja wohl auch sie nicht wollen. 

Ein sicheres Zeichen, nicht auf einem veganen Kindergeburtstag zu sein, ist Eierlaufen mit echten Eiern.


Bibelentdecker, dem Geheimnis auf der Spur 

Das wie gesagt herausragende Ereignis im Berichtszeitraum dieses Wochenbriefings, die Kinderbibelwoche, begann am Dienstagnachmittag; und tatsächlich ist mir erst jetzt bewusst geworden, dass die erste Teilnahme unserer Kinder an der Kinderbibelwoche dieser Gemeinde schon drei Jahre zurückliegt. Die Kinderbibelwoche des Jahres 2022 ist auf meinem Blog nicht dokumentiert, da dieser zu der Zeit inaktiv war; ich erinnere mich aber noch, dass sie unter dem Motto "Kampf um Rom" lief und ich deswegen anfangs eine antikatholische Tendenz befürchtete. Tatsächlich rührte dieses Motto jedoch daher, dass sich das Konzept dieser Kinderbibelwoche an dem Trickfilm "Asterix erobert Rom" orientierte. Im nächsten Jahr ging es um das Thema "Superhelden", und im vorigen Jahr, als wir nicht teilnehmen konnten, weil wir zu dieser Zeit verweist waren, lautete das Motto "Abenteuer auf den sieben Weltmeeren". Diesmal gab es ein "Sherlock Holmes"-Motto, folglich waren "Detektivaufgaben" zu bewältigen. 


Ähnlich wie man es vom JAM her kennt, gab es an den einzelnen Tagen der Kinderbibelwoche eine gleitende Ankunftsphase vor der eigentlichen Eröffnung des Programms; in dieser Zeit konnten die Kinder im Garten verschiedene Spiele bestreiten und dafür Punkte sammeln – dazu gehörten zum Beispiel Dosenwurf, Slalomlauf und Balancieren, aber auch ein Bibelquiz. Neben solchen individuell lösbaren Aufgaben gab es aber auch Spiele, für die die Kinder in Gruppen eingeteilt wurden, so zum Beispiel ein großes Geländespiel nach dem Vorbild des Brettspiels "Cluedo". Am zweiten Tag begannen einige erwachsene Mitarbeiter zudem damit, aus Holzteilen eine Telefonzelle zu bauen, und die Kinder konnten Punkte sammeln, indem sie dabei halfen. 


Am dritten Tag, Donnerstag, regnete es; die Mitarbeiter erzählten, sie hätten damit nicht gerechnet, da sie dafür gebetet hatten, dass es bis einschließlich Freitag keinen Regen geben sollte, und in den zurückliegenden Jahren seien diese Gebete stets erhört worden. Ich erwähne dies übrigens keineswegs in der Absicht, mich über die Mitarbeiter lustig zu machen – im Gegenteil. Dass gerade an diesem Tag nicht im Garten gespielt werden konnte, erwies sich allerdings als gar nicht so schlimm, da der Donnerstag sowieso als Bau- und Basteltag vorgesehen war. Gebastelt wurden u.a. Dosentelefone, und außerdem konnten die Kinder Baseballkappen und Schlüsselanhänger gestalten. – In der Gesamtauswertung aller im Laufe der Woche gesammelten Punkte belegte unser Jüngster übrigens unter mehr als 30 teilnehmenden Kindern den 8. Platz; unsere Große war vergleichsweise weniger ehrgeizig beim Punktesammeln gewesen und landete eher im Mittelfeld, Preise gab es aber für alle

Nun kann man sich natürlich fragen, worin – einmal abgesehen von dem schon erwähnten Bibelquiz – eigentlich der Bibel-Aspekt dieser Kinderbibelwoche bestand. Okay, ich verrat's euch, Freunde: An jedem Tag wurde den Kindern eine Bibelgeschichte erzählt, und zwei Mädchen, die als "Teresa Holmes" und "Tessa Watson" verkleidet auftraten, steuerten eine Rahmenhandlung bei, durch die die jeweilige biblische Erzählung als Detektivgeschichte präsentiert wurde. Dazu war im Gottesdienstsaal der Gemeinde ein stilechtes Detektivbüro aufgebaut worden. 


Am Dienstag konnten wir leider nicht bis zur Bibelgeschichte bleiben, da wir noch einen Termin hatten; am Mittwoch ging es um die Heilung von zehn Aussätzigen, am Donnerstag um die Heilung eines Gelähmten. 

Tatort Kapernaum: Warum wurde hier das Dach abgedeckt?

Am letzten Tag mussten Holmes und Watson den "Fall der verschwundenen Leiche" lösen, d.h. es ging um die Auferstehung Jesu. 

Vor und nach diesen Bibelgeschichten wurden jeweils ein paar Lobpreislieder gesungen, und gebetet wurde mit den Kindern auch. Und dann gab's Abendessen: am Mittwoch Nudeln mit Tomatensauce, am Donnerstag belegte Brote und Obst, am letzten Abend wurde gegrillt. – Übrigens gab es parallel zum Kinderprogramm jeden Tag auch ein Elterncafé

Zweimal, am Donnerstag und am Freitag, nahm ich daran teil, und es gefiel mir tendenziell besser als das Elterncafé beim JAM – weil es lockerer, offener war, mehr Raum für freien Austausch bot, anstatt strikt auf ein vorgegebenes Thema konzentriert zu sein. Möglicherweise hatte das damit zu tun, dass die Kinderbibelwoche stärker darauf ausgerichtet ist, "neue Leute" anzusprechen und für die Gemeinde zu interessieren, während zum JAM im Großen und Ganzen jede Woche dieselben Leute kommen. Natürlich könnte man sich die Frage stellen, ob nicht auch umgekehrt ein Schuh draus wird, ob man nicht auch mit dem JAM-Elterncafé mehr und unterschiedlichere Leute erreichen könnte, wenn es lockerer und weniger "bibelschulmäßig" gestaltet würde; aber das ist ein Thema für sich, zu dem ich ohnehin schon länger mal was sagen wollte – ein Artikel dazu ist in Vorbereitung. 

Im Großen und Ganzen war die Kinderbibelwoche jedenfalls super; unsere Tochter sagte am letzten Abend sogar, es sei "die beste Woche aller Zeiten" gewesen. – Auch wenn es auf der Hand liegt, dass ein Event dieser Größenordnung nur dank der Mitwirkung einer großen Zahl freiwilliger Helfer aus der Gemeinde möglich ist (ich habe sie nicht genau gezählt, würde aber schätzen, dass mindestens 15 Erwachsene und noch einmal so viele Jugendliche beteiligt waren), drängte sich ein Vergleich mit dem Kinderprogramm der Urlauberkirche in Butjadingen doch in gewisser Weise auf, und dieser Vergleich warf einmal mehr ein recht grelles Licht darauf, wie viel Luft nach oben es bei der Urlauberkirche gibt, selbst wenn man den Rahmen von "an fünf Tagen der Woche je zwei Stunden Kinderbespaßung" nicht überschreiten möchte. Etwas vom Prinzip her Ähnliches wie die Kinderbibelwoche, wenn auch sicherlich vom Aufwand her einige Nummern kleiner (d.h. vor allem mit einer erheblich kleineren Zahl unterschiedlicher und gleichzeitig angebotener Spiel- und Bastelstationen, aber z B. auch ohne Live-Band, ohne Essen und ohne paralleles Elterncafé) könnte man theoretisch auch da als Wochenprogramm anbieten – das ist, diese Überzeugung lasse ich mir nicht so leicht ausreden, in erster Linie eine Frage des Wollens. Meine Liebste zog daraus die Konsequenz, den Flyer, mit dem die Butjenter Urlauberkirche um Mitarbeiter für die Saison 2026 wirbt, an eine Mitarbeiterin der EFG The Rock Christuskirche zu schicken, damit sie ihn gegebenenfalls an interessierte Gemeindemitglieder weiterleiten kann. Ist schließlich eine ökumenische Urlauberkirche, also warum sollte nicht auch mal ein Team aus einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde aus Berlin mitmachen dürfen?  


"Pieper-Pop" und pipapo 

Hinsichtlich der Verleihung des Josef-Pieper-Preises an Bischof Robert Barron in Münster vor fünf Wochen hätte man ja denken können, die Wogen hätten sich allmählich einigermaßen geglättet; aber es gibt halt immer Leute, die sich nicht damit zufrieden geben können, wenn zwar schon alles gesagt ist, aber noch nicht von jedem. Zu diesen gehört allem Anschein nach der in Fribourg (Schweiz) lehrende Moraltheologe Daniel Bogner, der Lesern meines Blogs daher ein Begriff sein könnte, dass er anno 2021 Aussagen Papst Benedikts XVI. in einem Interview mit der Herder-Korrespondenz als "paradox und wohl auch naiv" kritisierte. Bogners in diesem Zusammenhang formulierte These, es gebe "auch so etwas wie ein institutionelles, amtliches Zeugnis der Kirche", das darin bestehe, "dass in ihrem Namen gute Bildungsarbeit, bestmögliche medizinische Versorgung, sensible Beratungsarbeit oder nachhaltige Entwicklungshilfe angeboten werden", und dafür brauche es eben "Manpower, große Stäbe und Management", habe ich seither mehrfach als Paradebeispiel für die verfehlte Funktionärsmentalität zitiert, die in der Kirche um sich greift; dies mal nur zur Einordnung. Dass dieser selbe Daniel Bogner nun "die Vereinnahmung des Philosophen Josef Pieper bei der Verleihung des nach ihm benannten Preises kritisiert" und meint, da habe "keine ernsthafte Rezeption" von Piepers Werk stattgefunden, würde mich nun an sich nicht sonderlich bewegen; aber dass er in diesem Zusammenhang von "Pieper-Pop" spricht, finde ich schon rein klanglich ganz großartig, und wenn er meint, die Verleihung des Pieperpreises an Bischof Barron impliziere eine bestimmte Positionierung im "Deutungskampf um das wahrhaft 'Katholische'", dann ist ihm in dem Punkt wohl kaum zu widersprechen. Anders als er (oder vielleicht auch nur: anders als er vorgibt) bin ich allerdings der Auffassung, dass eine solche Positionierung absolut legitim und sogar geboten ist. Wird ein Deutungskampf um das wahrhaft Katholische nicht geführt oder den Falschen überlassen, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn Leute Dinge sagen, schreiben oder denken wie "Alles, was sich so nennt, ist das Christentum [...]. Man darf der Versuchung nicht nachgeben, festlegen zu wollen, was rechtmäßig dazu gehört und was nicht" (Antje Schrupp, 2014). Man beachte: Das ist so eine Aussage wie "Eine Frau ist jeder, der sich als Frau definiert". Wenn's dann aber doch mal der Falsche tut, ist das Geschrei groß

Aber zurück zu Bogner: Wenn er beklagt, beim Pieper-Symposium seien "nachvollziehbare Überlegungen mit abwertenden Polemiken gegen 'die deutsche Kirche', den 'liberalen Zeitgeist' oder eine vermeintlich falsch ausgerichtete Theologie verbunden worden" und ein "Brückenbau zwischen progressiv und traditionell" sei dabei offenbar "gar nicht gewollt gewesen", sieht das erst mal nach einem klaren Fall von "Heul doch!" aus; aufmerken lässt jedoch der Umstand, dass Bogner "Abschottung und Gesprächsverweigerung" ausdrücklich auch im eigenen Lager ausmacht und tadelnd fragt: "Will man eigentlich noch etwas lernen, auch von den ausgemachten Gegnern? Sich zumindest einen eigenen Eindruck verschaffen?" – 

Wollen wir dem guten Daniel mal wünschen, dass er mit seiner Forderung, auch mit Gegnern zu reden bzw. ihnen zuzuhören, nicht der "Eule" in die Krallen gerät; die versteht da nämlich keinen Spaß, wie kürzlich der "landeskirchliche Influencer" Nicolai Opifanti – "der bekannteste Online-Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg (ELKWUE) und Teil des evangelischen Content-Netzwerkes 'yeet'" – zu spüren bekam, und mit ihm der "Podcast von 'Schöner glauben', einem 'progressiven' christlichen Content-Netzwerk", auf dem Opifanti unlängst interviewt wurde. (Der Interviewer hieß übrigens Peer Asmussen, und #sorrynotsorry, wenn ich "Asmussen" lese, ergänzt mein Gehirn automatisch "Fips". Die Vorstellung, der würde einen progressiven evangelischen Podcast moderieren, ist nun wirklich Kopfkino der schönsten Sorte.) Die Eule beklagt sich nun, Opifanti habe "rechtspopulistische Talking Points" vertreten, z.B. zum Thema Abtreibung; was ihm und seinem Interviewer Asmussen sonst noch so alles vorgeworfen bzw. warum es ihnen vorgeworfen wird, ist zum Teil gar nicht so leicht zu entschlüsseln, wenn man mit den Diskursen in den evangelischen Landeskirchen nicht vertraut ist; unterm Strich darf man aber wohl festhalten: Die Eule betrachtet es als einen unverzeihlichen Affront gegen progressiv-postchristliche Prinzipien, dass Opifanti argumentiert, auch konservative Positionen sollten in den evangelischen Landeskirchen einen legitimen Platz haben, und Asmussen ihm darin nicht widerspricht. Wie sehr die Eule diesen Umstand skandalisiert, möge exemplarisch das folgende Zitat zeigen: 

"Ausgerechnet in einem post-evangelikalen, 'progressiven' Format wie dem 'Schöner glauben'-Podcast werden so die Verletzungen von Menschen verharmlost, denen von pietistisch bzw. evangelikal geprägten Glaubensgeschwistern ihr Glauben abgesprochen und deren Lebensführung als sündhaft markiert wurde."  

Derweil meldete sich der "Horse & Hound"-Vodkaster Thomas Halagan früher als erwartet aus dem Urlaub zurück – zunächst per Instagram-"Story": Als einen seiner ersten Beiträge teilte er ein witzig gemeintes Kurzvideo von Messdienern einer Pfarrei auf der Schwäbischen Alb, in dem es um die "Entsorgung" übriggebliebenen Messweins ging, und kurz darauf einen Beitrag des Dortmunder Soziologen Aladin El-Mafaalani, in dem dieser sich darüber freute, als Muslim beim ökumenischen Saisoneröffnungsgottesdienst des BVB predigen zu dürfen. Soweit also alles wie immer. Die Entscheidung des ehemalige Grünen-"Kanzlerkandidaten" Robert Habeck, von seinem Bundestagsmandat zurückzutreten, kommentierte Halagan mit einem derben "Scheiße nochmal" und gab der Hoffnung Ausdruck, Habeck werde zurückkommen; dass er in diesem Zusammenhang die Idee einer "Doppelspitze" aus Habeck und Ex-Kanzlerin Merkel ins Spiel brachte, sollte wahrscheinlich ein Witz sein, aber bezeichnend dafür, in was für einem Paralleluniversum der Typ lebt, ist es wohl allemal. Im Übrigen zitierte er in seiner "Story" ausgiebig aus Habecks Rücktritts-Interview mit der taz (einschließlich der Passage über "Söders fetischhaftes Wurstgefresse"). – Also, manchmal würde ich mir ja wünschen, die Kirche würde ihre hauptamtlichen Mitarbeiter (oder meinetwegen auch Ehrenamtliche, sobald sie in einem einer hauptamtlichen Tätigkeit vergleichbaren Umfang für die Kirche tätig sind) vertraglich zu parteipolitischer Neutralität in ihren öffentlichen Äußerungen verpflichten. Wer dieser Forderung nicht zustimmt, kann sich ja mal überlegen, wie er es fände, wenn ein Kirchenmitarbeiter seine beträchtliche mediale Präsenz dazu nutzen würde, für die AfD zu werben. 


Gar nicht so schlecht, Grok! 

Zu meinem Artikel "Horse & Hound ist in Urlaub..." muss ich übrigens noch anmerken, dass dieser zwar ein hohes Maß an Leserbeteiligung in Form von Kommentaren generiert hat, dass diese Kommentare sich aber – wie es zugegebenermaßen insgesamt nicht selten der Fall ist – überwiegend auf einen Aspekt des Artikels bezogen, den ich als eher nebensächlich betrachtet haben würde: nämlich darauf, dass ich einmal mehr meine Überzeugung bekräftigte, "man müsse als gläubiger Christ nicht unbedingt wählen gehen und wenn doch, dann nicht zwingend die CDU". Insbesondere ein anonymer Kommentator nahm mir diese Einstellung, noch mehr aber meine Wahlentscheidung bei der vorgezogenen Bundestagswahl im vergangenen Februar, ausgesprochen übel; ich gehe davon aus, dass er derselbe Leser ist, der schon mehrere meiner Blogartikel in ähnlicher Weise kommentiert hat – trotz seiner Anonymität sind sein Stil und seine Argumentation doch ziemlich unverkennbar. Die letztere läuft in etwa darauf hinaus, dass es zwar gute Gründe gebe, mit der Politik der CDU unzufrieden zu sein, aber man müsse sie trotzdem wählen, um Schlimmeres zu verhindern. Was das angeht, halte ich's einmal mehr mit Cat Stevens: "If they were right, I'd agree." Will sagen: Ich kann diese Sichtweise nachvollziehen, stimme ihr aber nicht zu. 

Nun, jedenfalls hat das beharrliche Wederauftauchen dieser Debatte mich auf die Schnapsidee gebracht, versuchsweise einmal Grok, dem AI-Chatbot der App Formerly Known As Twitter, die Frage zu stellen "Welcher politischen Partei steht der Blog 'Huhn meets Ei' nahe?". Die Antwort lautete wie folgt: 

Der Blog "Huhn meets Ei" von Katholisch in Berlin steht keiner politischen Partei explizit nahe. Der Autor, der unter dem Pseudonym "KingBear" schreibt, legt in seinen Beiträgen einen starken Fokus auf christliche, insbesondere katholische Themen, sowie auf eine "christliche Graswurzelrevolution". Er betont wiederholt, dass "Politik uns nicht retten wird", was eine gewisse Distanz zu parteipolitischem Engagement andeutet. 

Die Inhalte des Blogs drehen sich um Glaube, Kirche, Gesellschaft, Popkultur und Alltag, oft mit einem kritischen Blick auf moderne Entwicklungen und einem Hang zu alternativen Lebensmodellen wie der "Benedict Option" oder "Punkpastoral". Politische Statements sind meist allgemein gehalten und zielen auf kulturelle oder moralische Fragen ab, ohne eine klare Affiliation zu einer bestimmten Partei in Deutschland oder anderswo zu zeigen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Blog einer bestimmten politischen Partei wie CDU, SPD, Grüne, AfD oder anderen nahesteht. Stattdessen scheint der Autor eine unabhängige, christlich geprägte Perspektive zu verfolgen, die sich eher von parteipolitischen Strukturen abgrenzt.

Gar nicht mal so schlecht, oder? Ich würde mal sagen: Wenn ein AI-Chatbot das erkennen kann, dann kannst du es auch, Leser. 


Geistlicher Impuls der Woche 

Du ewige Wahrheit, wahre Liebe, geliebte Ewigkeit. Du bist mein Gott, nach dir verlange ich Tag und Nacht. Gleich als ich dich erkannte, zogst du mich an dich, damit ich sähe, es gebe etwas, was zu sehen ich bestimmt bin; nur dass ich es noch nicht schauen kann. Deine Strahlen drangen mächtig auf mich ein, und du blendetest mein schwaches Sehvermögen. Ich zitterte vor Liebe und Furcht, und ich entdeckte, dass ich weit weg von dir war in einem Bereich, der dir nicht gleicht. Es war, als hörte ich deine Stimme aus der Höhe: "Ich bin die Speise der Starken! Wachse, und iss mich! Du wirst mich nicht in dich verwandeln wie eine leibliche Speise, sondern du wirst in mich verwandelt werden!" Da suchte ich einen Weg, die Kraft zu gewinnen, ausreichend, dich zu genießen. Aber ich fand dich nicht, bis ich den Menschen Jesus Christus in die Arme schloss, den Mittler zwischen Gott und den Menschen (1 Tim 2,5), der Gott ist über allem, gepriesen in Ewigkeit (Röm 9,5). Er rief mich und sprach: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben" (Joh 14,6), und er war meine Speise, die ich nicht zu nehmen vermochte. Aber er verband sich mit dem Fleisch - denn das Wort ist Fleisch geworden (Joh 1,14) - um unsere kindliche Schwachheit mit der Weisheit zu nähren, durch die du alles erschaffen hast. Spät habe ich dich geliebt, du Schönheit, so alt und doch so neu, spät habe ich dich geliebt. Siehe, du warst in meinem Inneren, und ich war draußen und suchte dich dort. Ich stürzte mich, hässlich wie ich war, auf diese schönen Dinge, die du geschaffen hast. Du warst bei mir, aber ich nicht bei dir. Die Dinge hielten mich fern von dir. Du riefest, du schriest, und da durchbrachst du meine Taubheit. Du strahltest auf, du leuchtetest und vertriebst meine Blindheit. Duft ging von dir aus, ich zog den Hauch ein, und nun verlangte ich nach dir. Ich habe gekostet, und nun hungere und dürste ich. Du hast mich angerührt, und ich entbrannte nach deinem Frieden. 

(Aus den "Bekenntnissen" des Hl. Augustinus) 


Ohrwurm der Woche 

Charlotte Raus & Piano Papa: Wu Wi Wa Wespen 

"Ne Wespe fliegt nach Westen mit ner Weste überm Bauch. Sie sucht nach süßem Kuchen und nach Limo sucht sie auch." Noch Fragen? Meine Kenntnis dieses Liedes verdanke ich der Hintergrundmusik im Kirchenzelt in unserer dritten Urlaubswoche. Und in dem Maße, wie der Sommer sich dem Ende zuneigt, gewinnt das Lied zusehends an Aktualität... 


Vorschau / Ausblick 

Heute haben wir so ziemlich den ganzen Nachmittag beim Festival "Fête du Seeee#3" am Strandbad Tegelsee verbracht, obwohl ich es im Verhältnis dazu, was ich mir darunter vorgestellt hatte, ziemlich enttäuschend fand; trotzdem, oder gerade deswegen, wird es dazu wohl im nächsten Wochenbriefing noch ein bisschen was zu sagen geben. Darüber, wie wir den morgigen Sonntag verbringen werden, lag bei Redaktionsschluss noch keine endgültige Entscheidung vor, und das beinhaltet auch die Frage, wo wir in die Messe gehen werden. Ich hoffe, es wird sich vermeiden lassen, erneut in Tegel in die Abendmesse zu gehen – obwohl da Stoff zum Bloggen winken würde, denn es ist der letzte Sonntag im Monat, und da pflegt der Pfarrer stets ein Predigtnachgespräch anzubieten. – Sodann folgt offiziell noch eine weitere Ferienwoche in Berlin und Brandenburg, aber meine Liebste muss trotzdem schon wieder zur Arbeit: Vorbereitungswoche. Ich gehe mal davon aus, dass damit ein entscheidender Grund für unseren Jüngsten wegfällt, nicht in die KiTa gehen zu wollen, und das Tochterkind habe ich vorausschauenderweise für diese Woche zur Ferienbetreuung in der Schule angemeldet. Sollten die Kinder jedoch die Zeit, in der meine Liebste arbeiten muss, doch lieber mit mir verbringen wollen als in KiTa und Schule, dann soll mir das auch recht sein und ich werde mir was einfallen lassen, was wir Schönes zusammen machen können. In der zweiten Septemberwoche ist damit dann aber Schluss...! 


5 Kommentare:

  1. MEZIS = Mein Essen zahle ich selber.
    Und ich besorge mir die Zutaten dazu und bereite es mir auch selber.

    Die Tafel o.ä. sollte mMn nur etwas für die wirklich dessen Bedürftigen sein.

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    1. Kopiert aus dem Foodsaving Wiki: foodsharing hat aber nicht als Ziel, für Bedürftige eine Versorgungssicherheit zu bieten.
      Denn das vorrangige Ziel bleibt, dass gerettete Lebensmittel verbraucht bzw. zur Nutzung weitergegeben werden. Dafür müssen sie möglichst schnell und an viele Menschen fairteilt werden.

      Quelle: https://wiki.foodsharing.de/Bed%C3%BCrftigkeit

      60% aller Foodsaver die ich kenne gehören dem gehobenen Mittelstand an, denn um Lebensmittel retten zu können benötigt man meistens ein Auto.

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    2. Um nur mal die Größenordnungen deutlich zu machen:

      Die Tafeln retten nach eigenen Angaben jährlich ca. 265.000 Tonnen Lebensmittel, um sie an Bedürftige abzugeben.

      Weggeworfen werden in Deutschland jährlich rund 11 Millionen (!) Tonnen Lebensmittel.

      Ich habe zu diesem Thema schon 2018 einen Kommentar für Radio Horeb verfasst, den man auch hier auf dem Blog nachlesen kann:

      https://mightymightykingbear.blogspot.com/2018/02/die-armen-habt-ihr-immer-bei-euch.html?m=1

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    3. "(Gehobene) Mittelschicht" statt "Mittelstand" war ja wohl gemeint.
      Das Ganze funktioniert, wenn überhaupt, ja wohl nur in Großstädten.
      In unserer 20Tsd.-Kleinstadt gibt's das nicht und dafür dürfte hier auch kaum jemand Zeit und Kapazität haben für so ne linksalternativen Projekte.
      Eine gut angenommene Tafel ebenso wie ein Sozialkaufhaus gibt's hier aber.

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  2. Vor vielen Jahren besuchten wir regelmäßig eine kath. Pfarrei am Rand einer Metropole. Eines Tages wurde Werbung dafür gemacht, dass in den Gemeinderäumen des Pfarrheims Lebensmittel von einer benachbarten namhaften Großbäckerei verschenkt würden. Wir nahmen natürlich an, dass das für Bedürftige gedacht sei und nicht etwa für uns. Aber einige Wochen später lud man uns geradezu dringend ein, uns doch auch zu bedienen, da soviel da sei.
    Wir haben das ein paar Mal mitgemacht, aber mit schlechtem Gewissen, zumal Art der angebotenen Lebensmittel auf dem Zufallsprinzip beruhte und zudem dieselben auch nicht mehr frisch waren. Haben sie auch uns Bekannten z.T. angeboten, aber die waren, wenn überhaupt, auch nur mäßig interessiert.
    Haben es daher nach kurzer Zeit bleiben gelassen, uns dort zu bedienen, und das war auf jeden Fall auch besser und ehrlicher so, denn wir brauchten das gottlob ja nicht.
    Wir beobachteten schließlich sogar, dass Kinder aus der Umgebung mit Taschen kamen, sich bedienten, aber z.T. ergatterte Lebensmittel in den Vorgarten der Pfarrei warfen. So kann's gehen bei mangelhafter bzw. nicht vorhandener Organisation.

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