Montag, 12. Oktober 2026

Sagenhaft, diese Demokratie

Eigentlich, o Leser, hätte ich ganz andere Themen auf dem Zettel, über die ich mal außerhalb der Wochenbriefing-Reihe bloggen müsste und sollte; aber während diese Themenliste immer länger wird und ich nicht weiß, wann und wie ich sie jemals abgearbeitet bekommen soll, muss ich ein Thema wohl vorziehen, ehe es alt wird: nämlich die jüngsten, aus Sicht der auf Bundesebene regierenden Parteien – der führenden Parteien der alten Bundesrepublik – so desaströs ausgegangenen Landtagswahlen und die Frage, wie man mit diesen Wahlergebnissen nun umgehen soll. 


Die Veröffentlichung meines Bestsellers "Endlich Nichtwähler!" wird jedenfalls noch länger auf sich warten lassen müssen, da ich bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und zur Bezirksversammlung doch wieder meine Stimme abgegeben habe. Es ist, so scheint mir (und die vergleichsweise hohen Wahlbeteiligungsquoten scheinen mir da Recht zu geben) einfach gerade keine günstige Zeit dafür, sich das Wählen abzugewöhnen, ähnlich wie es nach dem 11. September 2001 keine günstige Zeit war, sich das Rauchen abzugewöhnen. – Einige skurrile Beobachtungen aus dem Berliner Wahlkampf habe ich ja bereits in meiner Tagespost-Kolumne "Klein.Kram" mitgeteilt; da ich mich hier anders als dort aber nicht an Formatvorgaben halten muss, möchte ich hier doch noch nachtragen, wie ich eigentlich an die dort besprochenen "lustvoll polarisierenden" Wahlkampfmaterialien der Grünen gekommen bin. 

– Das war nämlich so: Ein paar Tage vor der Wahl ging ich die Buddestraße in Tegel entlang und kam an ein paar jungen Leuten vorbei, die Wahlkampfmaterial für die Grünen verteilten – in Papiertüten. Unmittelbar vor mir fragte eine Frau, was denn da drin sei in diesen Tüten, und erhielt zur Antwort: "Ein paar Flyer, ein Stift und ein Müsliriegel." Da schaltete ich mich ein und sagte: "Ich hätte ja gehofft, da wären vielleicht auch Samentütchen für den Garten drin." (Schließlich hatte ich solche erst kurz zuvor von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen zugeschickt bekommen.) Die Wahlkämpferin, die ich solcherart angesprochen hatte, stutzte kurz, sagte dann "Haben wir auch, glaube ich", hielt Rücksprache mit ihrem Kollegen, und kurze Zeit später hielt ich eine Papiertüte in den Händen, die zusätzlich zu den schon genannten Artikeln auch ein Tütchen mit Samen für honigbienenfreundliche Wildblumen enthielt. "Nehm' ich", sagte ich, "danke." – Dass zusammen mit diesem Samentütchen, einem Stift und einem Müsliriegel u.a. auch ein Sticker mit der Forderung "Weg mit § 218!" in der Tüte steckte – und das so kurz vor dem Marsch für das Leben! –, war natürlich nicht gerade geeignet, meine Wahlentscheidung zugunsten der Grünen zu beeinflussen; dasselbe galt für einige weitere in den Wahlkampfmaterialien in dieser Tüte enthaltene Parolen, von denen bereits in meiner Tagespost-Kolumne die Rede gewesen ist. 

Im Zusammenhang damit, dass ich in ebendieser Kolumne argumentiert habe, eine CDU, die sich lediglich als kleineres Übel und goldenen Mittelweg zwischen "Rechtsruck" und "Linksrutsch" zu verkaufen versuche, habe offenbar nicht verstanden, dass viele Leute deshalb AfD wählen, weil für sie nicht mehr erkennbar ist, wofür die CDU eigentlich steht, möchte ich übrigens betonen, dass ich zwar auch diesmal wieder nicht die CDU gewählt habe, die AfD aber auch nicht. Und zwar deshalb nicht, weil es eins der fundamentalsten Prinzipien der Moraltheologie ist, dass man auch dann nicht etwas in sich Schlechtes tun darf, wenn man hofft, dass daraus etwas Gutes hervorgeht. Das werden mir die AfD-Sympathisanten unter meinen Lesern jetzt übel nehmen, aber das nehme ich in Kauf: Ja, ich habe von Zeit zu Zeit Verständnis für die Versuchung, AfD zu wählen, aber ich betrachte es eben als eine Versuchung, der man widerstehen muss. Natürlich sehe ich da voraus, dass mir manch ein Leser entgegnen möchte, dasselbe müsse dann aber doch wohl auch für die BöSeWicht-Partei gelten, die ich, wie aufmerksame Leser aus meinen Bemerkungen zur jüngsten Bundestagswahl geschlussfolgert haben, sehr wohl schon mal gewählt habe (und vielleicht diesmal auch wieder? Wer weiß!). Wer das so sieht, der hat natürlich ein Recht auf seine Meinung. Ich persönlich sehe da jedoch einen qualitativen Unterschied, und der hat mit der folgenden Beobachtung zu tun: So fragwürdig ich die Einteilung politischer Positionen in die Kategorien "rechts" und "links" in vielfacher Hinsicht finde, nehme ich es doch als ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen sich selbst als links bzw. rechts definierenden politischen Akteuren wahr, dass die Linken sich selbst, wenn auch irrtümlich, für die Guten halten, wohingegen die Rechten mit Absicht böse sind. 

Nicht nur aus diesem Grund habe ich wenig Sympathie für die Forderung, jene, die ein paar Wochen zuvor Zeter und Mordio über den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt geschrien haben, sollten nun aber gefälligst auch den Wahlsieg der Linken in Berlin gebührend beklagen. Ich würde darauf erwidern, grundsätzlich gibt es überhaupt keine moralische Verpflichtung, sich über die Wahlentscheidung seiner Mitbürger zu empören. Weit eher könnte man im Gegenteil von einer staatsbürgerlichen Pflicht sprechen, demokratische Wahlergebnisse so zu akzeptieren, wie sie nun mal sind. Aus diesem Grund bin ich – auch wenn ich mir mit dieser Positionierung nun wahrscheinlich nirgendwo Freunde mache – angesichts der Wahlergebnisse, wie sie nun mal sind, sowohl der Meinung, dass in Sachsen-Anhalt die AfD die Regierung bilden sollte, als auch, dass in Berlin, auch wenn das Ergebnis da nicht ganz so eindeutig zugunsten einer Partei ausgefallen ist, eine Koalitionsregierung unter Führung der Linken gebildet werden sollte. So funktioniert nun mal unser politisches System. Und wenn man Demokratie will, muss man halt auch akzeptieren, dass andere Leute ihre Wahlentscheidung anders treffen, als man selbst es gerne hätte. 

Schwierig wird das natürlich, wenn das politische Klima im Lande derart aufgeheizt und polarisiert ist, dass jede Wahl quasi zu einer Entscheidung über Leben und Tod hochstilisiert wird. Wenn das Schreckensszenario im Raum steht, wenn die falsche Partei ans Ruder käme, würde sie ein so katastrophales Unheil anrichten, dass auch zukünftige Regierungen es nicht wiedergutmachen könnten, dann können die Verlierer einer Wahl nicht einfach sagen "Okay, dann müssen wir halt in den nächsten Jahren gute Oppositionsarbeit machen und uns bemühen, die nächste Wahl zu gewinnen". Genau dies wäre aber den Spielregeln einer parlamentarischen Demokratie zufolge eine normale und angemessene Reaktion auf eine Wahlniederlage. 

Unter diesem Aspekt kann man den Stefan-Evers-Slogan "Muss man wohl wieder CDU wählen", über den ich mich in der Tagespost lustig gemacht habe, durchaus dahingehend verstehen, dass es geradezu unverantwortlich wäre, etwas anderes als CDU zu wählen. Ich weiß aus Erfahrung, dass ich Leser habe, die das so sehen. Ich meine mich zu erinnern – auch wenn ich keine Quellen oder Belege dafür zur Hand habe –, dass im Bundestagswahlkampf 1980 (Schmidt gegen Strauß) ein Journalist, ich glaube vom Spiegel, undercover in Beichtstühle ging und die Priester fragte, was er denn wählen solle; und durch die Bank wurde ihm, teilweise angeblich geradezu als Bedingung für die Absolution, aufgetragen, CDU/CSU zu wählen. Manch einer wünscht sich diese Zeiten vielleicht zurück – ich persönlich aber nicht so. Wie ich neulich schon mal schrieb, bin ich "sehr wohl der Meinung, dass es zum Hirtenamt der Bischöfe gehört, darauf aufmerksam zu machen, dass bestimmte politische Positionen oder politische Forderungen im Widerspruch zum christlichen Menschenbild, zur christlichen Glaubens- und Sittenlehre stehen, und die Gläubigen zu ermahnen, dies bei ihrer Wahlentscheidung zu berücksichtigen"; aber was der einzelne Gläubige mit dieser Ermahnung anfängt, welche Schlüsse er daraus für seine tatsächliche Wahlentscheidung zieht, wird man ihm selbst und seinem Gewissen überlassen müssen, wenn das Bekenntnis zur Demokratie keine hohle Phrase sein soll. 

Zum Abschluss dieses kontroversen Artikels möchte ich noch einmal auf den Workshop "Kirche und Politik – Wie geht das?" zurückkommen, an dem ich unlängst teilgenommen habe und zu dem ich bereits die Beobachtung festgehalten habe, "dass ein nicht ganz kleiner Teil der Anwesenden die Frage des gesellschaftspolitischen Auftrags der Kirche erheblich konservativer beurteilt[e], als es der offiziellen Linie des Erzbistums oder der Deutschen Bischofskonferenz entspräche"; der Workshopleiter, den man von seinem Auftreten und seiner ganzen Ausstrahlung her durchaus auch für den persönlichen Referenten eines Grünen-Abgeordneten hätte halten können (und das meine ich gar nicht unbedingt negativ), wusste sich darauf einzustellen. Positionen aus dem Plenum, mit denen ich mich identifizieren konnte, lauteten etwa, dass das Handeln der institutionellen Kirche, sobald es in den Raum des öffentlichen Lebens hinein wirkt, geradezu zwangsläufig auch eine politische Relevanz hat, dass ihre Kompetenz auf diesem Gebiet jedoch eher Grundsatzfragen politischer Ethik betrifft als tagespolitische Einzelfragen; dass die Kirche sich darum bemühen sollte, gesprächsbereit und sprachfähig gegenüber Vertretern aller politischen Richtungen zu sein; und schließlich, dass sie auch (und gerade?) für diejenigen ihrer Mitglieder, die problematische oder ganz und gar inakzeptable politische Positionen vertreten, eine seelsorgerische Verantwortung hat. In diesem Zusammenhang wurde an dem KNA-Interview mit Erzbischof Koch, in dem dieser die Frage, ob die Kirche es riskieren dürfe oder müsse, AfD-Anhänger zu verprellen, kurzerhand bejaht hatte, deutliche Kritik laut. Sogar der Referent räumte ein, dieses "Ja" des Erzbischofs sei "unglücklich" gewesen, und es sei im Grunde verwunderlich, dass das Interview in dieser Form freigegeben worden sei. 


5 Kommentare:

  1. >>So fragwürdig ich die Einteilung politischer Positionen in die Kategorien "rechts" und "links" in vielfacher Hinsicht finde, nehme ich es doch als ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen sich selbst als links bzw. rechts definierenden politischen Akteuren wahr, dass die Linken sich selbst, wenn auch irrtümlich, für die Guten halten, wohingegen die Rechten mit Absicht böse sind.

    Das ist fein beobachtet.

    Hach ja. Ein Kuehnelt-Leddihn hätte ja gesagt, das sind alles keine Rechte [*]. Aber es gibt nun einmal auf der deutschen Rechten keinen Kuehnelt-Leddihn, keinen de Maistre, auch keinen Dollfuß, auch keinen Zimmermann oder Dregger (nein, liebe AfD, das seid ihr *nicht*, denn der Ton macht die Musik), nicht einmal einen George W. Bush. Letzterer ist ja ein interessanter Fall, seine Fehler, vor allem der des Irakkriegs (nicht des Afghanistankriegs) hat wirklich extrem schlimme Folgen, aber trotzdem, man nimmt ihm ab, daß er eigentlich nicht böse sein will - und das macht nun einmal, liebe Realpolitiker, einen Unterschied wie Tag und Nacht aus, der sich nun einmal auch realpolitisch auswirkt.

    Doch halt: Da ja entgegen anderslautenden Gerüchten und Selbstbehauptungen und zweifellos nicht-rechten Parteiführungen die CDU und CSU *eigentlich* auf die Rechte gehört: Die Rolle des George W. Bush der deutschen Rechten dürften so ungefähr Merz oder auch Söder einnehmen. Einschließlich dessen, daß sie Empfindungen wie "irgendwo sympathisch sind sie dann doch" und "was hätten sie denn, hier konkret, jetzt anders machen können" erwecken. (Letzteres freilich wird man, um nicht falsch verstanden zu werden, für ganz viele Situationen, *nicht* sagen, insbesondere solche der Coronazeit.)

    [* Es ist ja interessant, daß Alice Weidel den bei rechtem Verständnis [!] durchaus wertvollen Gedanken, die NSDAP sei nicht rechts sondern vielmehr links gewesen, nachplappert, anscheinend ohne es recht zu verstehen. Sie übersieht dabei unter anderem, daß die AfD selbst ja nun eben *auch* keine Tories des 19. Jahrhunderts und nicht einmal eine DNVP ist, sondern einen gegen die etablierte Ordnung sich auflehnenden Nationalkollektivismus predigt, mithin nach den gleichen Kriterien *auch* links wäre. Disclaimer: daß sie *diese* Eigenschaft mit der NSDAP teilt, heißt nicht, daß sie noch andere teilt, das ist eine separate Diskussion.]

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    1. @Imrahil
      Mag ja sein, dass jemand die Absichten eines G.W. Bush vor dem Irakkrieg, damit entschuldigt, dass er ja nur das Gute gewollt hat. Gäbe es da nicht einen gewissen Papst Johannes Paul II. der den Präsidenten dringend von einem militärischen Schlag gegen den Irak gewarnt hat. Der gute G.W. wusste also Bescheid, was er moralisch falsch machen würde. Er hat es trotzdem getan. Wollte er nun das Böse oder das Gute? Oder ist das einfach nur Realpolitik......Dann wäre auch V. Putin vollends entschuldigt.

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    2. Natürlich hatte damals der hl. Johannes Paul II. Recht.

      Was ich damals im Jugendalter auch so vertrat, klar, wenn schon einmal der Papst und die deutsche öffentliche Meinung übereinstimmen ... zugegeben war ich da insgeheim gar nicht sicher, mit mindestens einer gewissen Versuchung, die Haltung einzunehmen, die damals im Eröffnungsheftchen zu Jugendkorbinian so beschrieben worden ist: "einer sagt, jetzt sollen sie mal mit dem Krieg anfangen, dann haben wir's hinter uns - dieser Mensch war mit dem Frieden fertig" (auch der BDKJ findet mal ein Korn, damals war die Veranstaltung auch noch besser). Heute dürfte niemand mehr bestreiten: Der Papst hatte wirklich Recht.

      Es liegt in der Natur der Sache, daß Menschen, die guten Willens das Falsche tun, auf Menschen treffen werden, die ihnen dabei widersprechen. Darunter auch solche mit einer Autorität, die man bedenken sollte - als letztere hat Bush den Papst vermutlich an sich anerkannt. (Da er bedauerlicherweise kein Katholik war, dürfte er sich aber nicht unter einem eigentlichen religiösen Gehorsamsanspruch gesehen haben.)

      (Menschen, die das Richtige tun, übrigens auch, was die Sache noch weiter verkompliziert.)

      Im übrigen würden Sie mich mißverstehen, wenn Sie sagen, ich wollte sein Handeln rechtfertigen. Das tue ich gerade nicht.

      Was ich gesagt habe, ist, daß dem, was aktuell so als Rechte bekannt ist, es *nicht einmal* einen Bush gibt, also einen, der als ein Eigentlich-doch-Guter mit verheerenden Auswirkungen danebenhaut.

      Das ist natürlich mit eventuell einer leichten Übertreibung gesagt, und ich habe es dann selber eingeschränkt, denn wenn man die Union als rechts zählt dann man ja gerade das manchen Leuten vorwerfen, Merz, Söder, vor einem halben Jahr hätte ich vermutlich auch Spahn gesagt, mittlerweile ordne ich ihn so positiv nicht mehr ein.

      Aber trotzdem, wenn wir uns auf sich selbst als rechts einordnende, was die Union ja nicht tut, Parteien beschränken: Kennen denn Sie da jemanden?

      Also nicht jemanden, der sein tun irgendwie vor sich selbst rechtfertigen kann, zum Beispiel weil die anderen noch schlimmer sind, oder weil andernfalls das und das droht, sondern der grundsätzlich ein es gut meinender Mensch ist?

      Okay. Giorgia Meloni, nach dem, was man in Deutschland so von ihr hört (und zwar ohne Bushs Fehlentscheidungen). Aber in Deutschland?

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    3. @Imrahil
      Nein, ich verstehe Sie in Zusammenhang mit GW Bush schon richtig.
      F. J. Strauß hat es 1987 auf den Punkt gebracht als er sagte: „Rechts von uns darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben.“ Er bezeichnete, so wie ich das verstehe, die gesamte Union als rechts. Ich würde Ihrer Analyse, dass die AfD eine nationalkollektivistische Partei wäre, widersprechen. Das ist sie nämlich absolut nicht. Vielleicht könnten Sie das näher erklären würde mich interessieren.
      Zu Ihrer Frage:
      In den Niederlanden gibt es die Partei "Forum für Demokratie" FvD, die sehr stark für die niederländische Identität bzw. Kultur eintritt. Die sind natürlich, wie Meloni oder V. Orban allesamt rechtsextrem und rechtspopulistisch oder sonst irgendwas mit rechts. Auch D. Trump fällt unter dieses Narrativ, und wurde in einem Sterncover mal mit dem Führergruß abgebildet abgebildet mit dem Titel: "Sein Kampf". Diese Debatte rechts oder links ist absolut verbrannt. Da helfen, so denke ich, keine Analysen mehr.

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  2. "Und zwar deshalb nicht, weil es eins der fundamentalsten Prinzipien der Moraltheologie ist, dass man auch dann nicht etwas in sich Schlechtes tun darf, wenn man hofft, dass daraus etwas Gutes hervorgeht."

    Dann stellt sich doch wohl hoffentlich die Frage, was moralisch daran schlecht sein soll, überhaupt eine Partei zu wählen und ob das aktuell nur auf die AfD zutrifft. Diese Partei ist ja nicht in Gänze schlecht. Der Grundgedanke in einer Demokratie zu wählen, wird ja nicht davon getragen, dass aus der Wahl ein größeres Übel ensteht als vorher. Das gilt im übrigen auch für Nichtwähler.
    By the way: Sich als AfD Wähler und Mitglied zu outen ist gar nicht so schwer. Man muss nur damit rechnen, dass man z.B. als Mitglied in einer katholischen oder evangelischen, Kirchengemeinde, von sämtlichen ehrenamtlichen Posten ausgeschlossen wird. Moralisch wohl nicht so ganz einwandfrei würde ich mal sagen. Dann wären wir wieder bei Bischof Koch, der es unserem Herrn wohl "verbietet", den verlorenen Schafen überhaupt nachzugehen, wenn die denn AfD wählen.

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