Samstag, 16. Juni 2018

Ein Nachmittag im Nirgendwo


Saludos! Der heutige Nachmittag stand für meine Liebste und mich (plus Kind) ganz im Zeichen von Punkpastoral-Feldstudien; denn in Friedrichshain war mal wieder Suppe & Mucke, jenes sympathische Festival, bei dem wir schon in den letzten Jahren mehrmals gewesen waren. Über Suppe & Mucke 2016 - das damals wesentlich später im Jahr stattfand und somit noch keine vollen zwei Jahre her ist - hatte ich schon seinerzeit gebloggt, da es eine nicht unbedeutende Inspirationsquelle für das Projekt "Punkpastoral" war. Die Grundidee des Friedrichshainer Suppenfestivals könnte ich auch heute nicht besser zusammenfassen, als ich es damals getan habe: 
Verschiedene Vereine und Initiativen stellen dort ihre Arbeit vor, aber eine unbedingte Teilnahmevoraussetzung besteht darin, dass jeder Infostand eine selbst zubereitete Suppe anbieten muss - gegen Spende.



Am Rande des Straßenfests gab es diesmal, anlässlich der zehnten Ausgabe des Festivals in nur neun Jahren, auch eine Ausstellung zur Geschichte von Suppe & Mucke







Die Ausstellung umfasste auch diverse Infotafeln, sodass ich mir weitere Erläuterungen zum Konzept des Festivals dankenswerterweise sparen kann. Natürlich können (und sollen!) die hier zusammengetragenen Informationen auch als Orientierungshilfe für mögliche zukünftige eigene Veranstaltungen dienen: 





Wir probierten übrigens an diversen Ständen drei verschiedene Sorten Suppe und gönnten uns außerdem veganes Gyros; und die Mucke war auch nicht zu verachten. Damit aber nicht genug, fand parallel auch der Lange Tag der Stadtnatur statt; da traf es sich günstig (und keineswegs zufällig), dass das Suppenfestival-Gelände unmittelbar an das GleisBeet angrenzte -- ein Permakultur-Gartenprojekt auf dem Gelände des ehemaligen Wriezener Bahnhofs




(Der Lange Tag der Stadtnatur geht übrigens noch bis Sonntag Nachmittag weiter!)



Und innerhalb dieser Gartenanlage liegt das "Nirgendwo", ein - laut Eigenbezeichnung - Kiezkulturzentrum rund um einen ehemaligen Lokschuppen. Dort war es sehr schön und verhältnismäßig ruhig, mithin babyfreundlich, folglich hielten wir uns schwerpunktmäßig dort auf. 









Und sehr gutes Bier™ gab's auch!



Insgesamt war's also ein sehr gelungener Nachmittag; dem Punkpastoral-Pionier stellen sich angesichts solcher Erlebnisse aber natürlich ein bis zwei Fragen. Wo sind bei derartigen Events eigentlich die Christen? Und/oder: Wieso kriegen christliche Initiativen etwas so Cooles und Schönes nicht auf die Beine gestellt? -- Okay, die Herz-Jesu-Priester in Prenzlauer Berg machen auch Urban Gardening. Mir deren Gartenprojekt mal anzusehen habe ich immer noch nicht geschafft, also kann ich mir darüber vorläufig auch kein Urteil erlauben. Trotzdem frage ich mich so ein bisschen: Wenn die Berliner Herz-Jesu-Priester wirklich so cool sind, wie sie tun, wieso haben sie dann keinen Infostand bei Suppe & Mucke? Und/oder: Haben sie sich mit ihrem Garten wenigstens in irgendeiner Form am Langen Tag der Stadtnatur beteiligt? Nein? Warum nicht? Ich sehe da noch viel Luft nach oben.

Jedenfalls haben wir uns einiges an Infomaterial über Permakultur und dergleichen mitgenommen. Man kann ja nie wissen.



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